Montag, 23. September 2019

Rezension: Mohiro Kitoh: Tamashii – die Seele (Naru Taru Band 08)


Cover: Mohiro Kitoh
Naru Taru Band 08
Verlag: EMA:adult

Technisch muss man sagen: Der achte Band geht thematisch durchaus als Folge des Siebten auf. (Wenn auch bei weitem nicht so schön „Bodenständig“ wie die Geschichten davor waren.)
Doch worum geht es in diesem Band jetzt?
Anscheinende gibt es an der Banda-Schule so etwas wie einen Wettbewerb, der zeitgleich Schulausflug, Survial-Training und Umweltprojekt in einem ist. 3 Schüler der unteren Stufen werden mit vier Schülern der oberen in einem Team zusammengesetzt, diese Teams werden mit Kompas und Karten ausgestattet und anschließend geht es auf zu einer Schnitzeljagdt durch die Berge, wobei zeitgleich Müll eingesammelt wird. (Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das in dieser Form wirklich typisch Japanisch ist, aber es klingt zumindest wie eine seltsame Übung in Sachen Disziplin.) Das Problem bei dieser ganzen Sache ist nur, dass Satomi immer noch auf Rache aus ist und deswegen ihr Drachenkind dazu einsetzt, um Shiina anzugreifen, da diese Schutzlos und von Hoshi-Maru zumindest immer noch getrennt ist. (Der seine ursprüngliche „Herrin“ - in Ermangelung eines besseren Wortes – allerdings immer noch im Auge behält.)

Und bevor ich jetzt wieder das Wort „technisch“ in den Raum schmeiße, was mir gerade in den Fingern juckt: Zwar ist der große Handlungsbogen, bei dem es innerhalb dieses Bandes geht, Satomis Rache an Shiina, die in ihrer Wut nach der doppelten Ohrfeige hoffnunglos Überreagiert, jedoch wird dabei nochmal über eine gnaze Menge Details Reflektiert, was man innerhalb des Settings über die „Drachen“ und damit die Drachenkinder weiß. (Und zusätzlich dazu werden eine ganze Menge Graustufen mit eingeführt, was die jeweilige Position der einzelnen Figuren, die die Geschichte ausmachen, zueinander angeht.) Insofern ist gar nicht so sehr die Handlung an sich der interessante Punkt, sondern tatsächlich die sehr grafische Dimension das spannende an dem Band. Auch wenn die gesamte Gestaltung eben nicht großartig vom bisherigen „Standart“ abweicht, so sind hier dennoch einige grafische Elemente, die die Geschichte an sich weiterezählen und dabei das eine oder andere Moment mit sich bringen, dass auf lange Sicht noch ein paar Fragen aufwerfen dürfte. Einer dieser Punkte war ja bereits die ganze Zeit über klar: Dass die Verbindung zwischen Kindern und Drachenkindern ein ungewöhnliches, neues Element zwangsweise ins Spiel bringen muss, weil bis hierhin nicht klar war, was die Drachen eigentlich mit ihren Partnern anstellen. (Oder warum sie sich überhaupt an diese Binden.)

Der zweite Punkt bei der ganzen Sache ist aber auch, dass man hier ein wenig mehr über Satomi erfährt, die genauso wie die meisten anderen für diese Geschichte wichtigen Leute irgendwo in einer Opferrolle angefangen hatte. Nur das diese dann zwangsweise in die Täterrolle übergegangen ist und zu allem Überfluss auch noch einige sexploitationartigen Szenen die gesammte Geschichte abrunden. (Was insgesamt die Frage aufwirft, welche Rolle Sex innerhalb der japanischen Popkultur zum Zeitpunkt des Erscheinens von Naru Taru hatte. Für den Augenblick scheint es so, als wäre die Beschützerrolle direkt mit dem weiblichen Unterkörper verbunden.) Das alles macht diesen Band jetzt für sich allein betrachtet nicht wirklich „besser“, allerdings muss man wirklich sagen, dass hier sehr vielversprechend etwas aufgebaut wird, dass ausgebaut werden könnte. Von daher müssen wir für den Augenblick einfach abwarten, ob hier eventuell doch etwas spannendes noch passiert.

Fazit

Insgesamt ist diese Geschichte also wirklich nichts besonderes, wie ich bereits festegestellt habe. Was bleibt ist in diesem Zusammenhang die Projektion auf das zukünftige, dass sich in den verbleibenden Bänden noch ereignen wird. Es wird einiges an psychologischen Details angedeutet, die für zerrüttete Persönlichkeiten sprechen. Das aus diesen zerrütteten Momenten eben eine Antagonistin mit nur schwierig nachvollziehbaren Zielen entsteht ist ein eher bekanntes Klischee, das man fast schon erwartet, allerdings könnte aus dem gesammten Zusammenspiel noch etwas interessanteres Entstehen, weil hier noch so etwas wie eine Waffe ins Spiel kommt. (Der entscheidende Faktor bei der ganzen Sache ist nur, dass gegen Ende eben nicht ein haufen Wahrnsinniger herauskommen, die einfach nur einen gewalltigen Genozyd verzapfen, weil sie es können.)

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