Montag, 18. Juni 2018

Rezension: Naoki Urasawa: Kinderheim 511 (Monster 03)

Cover: Naoki Urasawa
Kinderheim 511
Monster 03
Verlag: EMA:adult
Im dritten Teil von Monster wird es wieder einmal auf eine absurde Weise nur all zu Menschlich. Tenma stolpert auf seiner Suche nach der Vergangenheit von Johann über ein ehemaliges Waisenhaus der DDR und einen jungen Namens Dieter, der in der Obhut eines ehemaligen Bezirgsleiters der DDR-Regierung war. Dabei bleiben die meisten Informationen weitestgehend ungeklärt: Was man im Kern erfährt ist, dass die DDR ihre Kinderheime scheinbar Nummerierte. In der Geschichte von „Monster“ war das Waisenhaus 511 dabei eine Tarneinrichtung, deren eigentlicher Zweck einen unglaublichen Schrecken zur Folge hatte, und dem Anna wohl nur beinahe entkommen ist.
Vieles hier hat viel mehr einen sehr zentralen Faktor, der darin besteht, dass bestimmte Personen schlimmes eigentlich vorhatten, aber Johann sämtliche Erwartungen irgendwie übertraf, die man an das Projekt 511 richtete. Was wir wir in der Geschichte die meiste Zeit dabei erfahren ist, dass Johann irgendwie eine sehr spezielle Eigenschaft zu haben scheint, was die Manipulation von Menschen angeht, die daraufhin bereit sind die grausamsten Taten überhaupt zu begehen.
Am Ende hat Tenma zwar immer noch keine Ahnung, was es mit dem Monster jetzt wirklich auf sich hat, aber neben einem weiteren, unbrauchbaren Puzzlestück hat er dabei in Dieter einen Begleiter gefunden, der ihn Scheinbar an seine Menschlichkeit erinnern wird.
Dieser Umstand wird dann in der zweiten Geschichte dieses Bandes auch n ochmal extrem wichtig werden: Während Tenma Dieter nämlich eigentlich loswerden will, stolpert er in einer Kleinstadt über einen Arzt, der mit seinem eigenen Gewissen zu kämpfen hat. Zum einen fällt Tenma auf, weil er seine eigenen Fähigkeiten nicht zurückhalten kann, um einen Alkoholiker, der in einen Unfall verwickelt war, zu retten. Zu anderen ist da aber diese alte,s ture Frau, die sich Partou nicht behandeln lassen will, bei der sich aber herausstellt, dass sie nur noch wenige Stunden zu leben hätte, wenn man ihr Leben nicht retten könnte. Am Ende erfährt man dabei dann, was den Arzt dazu bewegt hatte, von einer vielversprechenden Karriere abstand zu nehmen und sich (als Strafe für seine eigenen Taten) in ein kleines Dorf zurückzuziehen.
Der letzte Part beschäftigt sich dann mal wieder um den BKA-Inspektor mit dem seltsamen Ermittlungs-Eigenschaften. (Und damit, dass auch er im Grunde nur seine Arbeit kennt und sonst nichts besitzt.)
Am Ende geht es in diesem dritten Band abgesehen von einem weiteren Blick auf eine unglaublich beängstigende Gabe Johanns in den meisten Situationen um zwischenmenschliche Beziehungen und wie diese auf unterschiedlichster Weise zu Obsessionen werden. Es geht um Menschen, die sich darauf Konzentrieren, ihre Beziehungen fallen zu lassen und anschließend nicht mehr in der Lage sind überhaupt eine weitere einzugehen. Und es geht darum, dass man sich am Ende der Frage stellt, was jetzt genau noch so unbedingt die Menshclichkeit dann eigentlich ausmacht. (Nicht zu vergessen, dass Tenma ganz klar das Ziel verfolgt einen Menschen umzubringen.) Das ist wunderbar Plakatif gelöst, wenn man die Geschichte verfolgt, aber halt eben auch nicht mehr. Das durchgehen dieses Bandes macht daher Spaß, bringt aber leider nicht so ganz die Faszination mit sich, die man bei den wichtigen Szenen der ersten beiden Bände durchlebt hatte. Aber irgendwie scheint es dabei Notwendig zu sein, dass hier Schrittweise, Stück für Stück ein Mysterium aufgebaut wird, dass mit jeder neuen Antwort eher weitere Fragen in mehrere Richtung aufwirft. Für den Augenblick muss man dabei allerdings erst einmal abwarten, ob auf lange Sicht wirklich alle Fragen Rund um das Mysterium Johann wirklich beantwortet werden können. Das Monster bekommt aber mit jeder Episode über seine Vergangenheit nur noch mehr den Beängstigenden Faktor eines unerklärlichen Phänomens.

Fazit


Wenn man erst einmal davon ausgeht, dass hier wieder einmal die übliche Antagonisierung des DDR-Regimes auf besonders grausame Weise betrieben wird, ist das Ganze sehr nett gemacht. Der Punkt bei dieser Sache ist dann nur: Was zur Hölle soll man von den Andeutungen, die hier gemacht werden, eigentlich halten? Stellenweise scheint es so, als würde der Täter-Opfer-Typus bemüht, nur um dann im nächsten Augenblick wieder gebrochen zu werden. Warten wir also einfach ab, dieser Band ist Lesenswert, auch wenn er definitiv nicht sonderlich stark ist.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Gedanken am Omphalos: Auf der Suche nach einem wiederkehrendem Element

Ich bin hier auf dem Blog jetzt schon etwas länger unzufrieden, was bestimmte Gestaltungselemente anbelangt. Einige setzen hier und da bestimmte Werkzeuge und sehr viel Eigenzeit voraus, aber ein paar kann ich eventuell auch schneller lösen.
Und zwar ist die ganz große Baustelle dabei, dass ich nicht mehr "einfach so" das Cover im Rahmen von Rezensionen zeigen will. (Ähnliches gillt dabei übrigens auch für die Filmplakate von Kino-Filmen. Allerdings werden entsprechend regelmäßige Leser hier auf dem Blog bereits festgestellt haben, dass die letzten beiden Revies zu Es und Star Wars VII. Die letzten Jedi in genau dem Bereich eine kleine Änderung im Modus-Operandi erfahren haben. Diese entsprechenden Selfies waren bislang nur Leuten auf meiner Freundesliste auf Facebook bekannt und fing im Dezember 2015 als "Tradition" an.
Das Kino-Selfie: Wie alles 2015 begann.

Tja, dieses war der erste Streich, doch der nächste folgt nicht unbedingt sogleich standardisiert.
Als nächstes soll es nämlich dann tatsächlich um die Rezensionen gehen. Und da hat mich Infernal Teddy im Grunde auf das passende Element gestoßen: Seid einiger Zeit sieht man auf den Bildern der Rezensionen drüben bei den neuen Abenteuern einen kleinen, grünen Tintenfisch als Maskottchen, dass ständig die Fotos von Buchcovern und ähnlichem bombt. (Und dieser Ansatzpunkt ist da auch schon der Endpüunkt einer Evolution gewesen. Von daher beneide ich den guten Teddy wirklich aufrichtig um diesen genialen Zufallsfund.) Fakt ist nur: Ich möchte in eine ähnliche Richtung mit einem Maskottchen, dass hier eventuell für den Blog stehen kann, allerdings soll es gerade kein Tintenfisch sein. Und damit steht dann die Suche gerade offen. (Natürlich hat sich auch shcon eine delegation alter Freunde von mir gemeldet, die aus ihrer Vitrine gestiegen kam und mich darauf hinwieß, dass man aufgrund einer Beziehung, die stellenweise 35 Jahre zurückgeht wenigstens eine Chance fordert, um in die potentielle Auswahl genommen zu werden.

Drei Bewerber mit Maskottchen-Attitüde
Das schöne hierbei wäre: Diese speziellen Plüschies bekämen auf eine unauffällige Weise einen abstrakten, perönlichen Charme in den Blog. Eine Bildhafte, zurückreichende Anekdote die nicht jeder sofort verstehen muss. )Auch wenn das dann der Funktion eines Heinz Featherly sehr ähnlich käme, der ja Quasi als Running Gag den Kanal von Orkenspalter TV über lange Jahre hin geprägt hatte.) Auf der anderen Seite sind diese speziellen Plüschtiere auch schon wieder zu eindeutig besetzt, weswegen ich in alle Richtungen weiterforsche. Beispielweise währen da auch noch zwei Wesen, die mich indirekt immer wieder über die letzten Jahrzehnte heimgesucht hatten, ohne dabei direkt aktiv in dieser Form gewählt worden zu sein. (Ein Umstand, weswegen ich diese beiden Wesenheiten gerne shcon mal Scherzhaft als meine Inoffiziellen "Wappentiere" bezeichnet habe: Die Rede ist vom Drachen und vom Wolf.) Und es gibt selbstverständlich noch eine kleine Anzahl an Potentiellen Meerestieren, die ich - je nach Desighn - mir in dieser Form sehr spannend vorstellen würde. (Da ich bis Heute die Firma Steiff mit sehr angenehmen Kindheitserinnerungen verbinde bin ich auch shcon bei dehenen auf der Website vorbeigesurft und habe eher mit Bedauern festgestellt das die Vogelspinne Eusebia nicht mehr zu haben ist.)

Ich werde wohl einfach einige Probeaufnahmen schießen müssen, die dann hier auf dem Blog Mittelfristig immer wieder mal auftauchen könnten.

Allerdings habe ich auch eine Frage hier in die Runde: Kennt ihr eventuell irgendwelche Anbieter von Häkeltieren oder auch Perlbeutel-Tieren, die nicht unbedingt das klassische, natürliche Desighn nachzuahmen versuchen, sondern durchaus ein wenig Abstrakt genug denken, um auf eine unauffällige Weise auffällig zu sein? Wenn ja, gibt es dazu irgendwelche Webstores, um sich die entsprechenden Kreationen zumindest auf abbildungen ansehen zu können?

Montag, 11. Juni 2018

Rezension: Naoki Urasawa: Surprise-Party (Monster 02)

Cover: Naoki Urasawa
Surprise-Party
Monster 02
Verlag: EMA:adult
Der zweite Band von Monster beginnt mit dem Fokus der Erzählung auf eine junge Frau Namens Nina Fortner. Nina ist eine neunzehn jährige Studentin der Rechtswissenschaften in Heidelberg, die keinerlei Erinnerungen an ihr Leben for dem zehnten Lebensjahr zu haben scheint und für lange Zeit von Alpträumen über ein Monster verfolgt wurde. Kurz vor ihrem zwanzigsten Geburtstag bekommt sie mit einem Mal seltsame E-Mails, die einen romantischen Aspekt aufzuweisen scheinen.
Der zweite Erzählstrang verfolgt Doktor Tenma, der einer Spur über einen Jungen nachzuforschen Scheint, der immer für ein Jahr von einem Kinderlosen Ehepaar mittleren Alters aufgenommen wurde, dass irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt dann ermordet worden ist.
Irgendwann fällt ihm dabei die Frage auf, dass Johann anscheinend an einer Stelle seiner Mordspur, die ihn durch Deutschland hatte wandern lassen seine Zwillingsschwester zurückgelassen haben muss, weil sämtliche Ehepaare, die er ermordete nur ihn, nicht aber Anna bei sich leben hatten.
Die Folge daraus ist, dass Nina und Doktor Tenma irgendwann zusammentreffen und eine kurze Zeit lang miteinander einen Austausch führen, an dessem Ende nur die Erkenntnis steht, dass Tenma unwissentlich eine langwierige Mordserie, die wohl bereits in Ost-Europa begonnen hatte, erneut hatte ermöglichen können.
Und durch die darauf verknüpften Umstände führen dann dazu, dass Tenma untertauchen muss, weil eine falsche Aussage dazu führt, dass die Polizei ihren Hauptverdächtigen hat, den sie festnehmen will.
Den Abschluss bildet dann ein Verhör, dass der BKA-Inspektor Runge mit einem ehemaligen Kriegsveteranen führt, der Doktor Tenma über den Zeitraum von fünf Monaten im Umgang mit der Waffe ausgebildet hatte. Tenma verfolgt damit anscheinend ein Ziel, das noch nicht vollkommen klar ist. Nur erfährt man in den Rückblicken mehr über die Art, wie Menschen, deren Aufgabe eigentlich das Töten ist, leben, die von ihren eigenen Dämonen aufgrund ihrer Handlungen verfolgt werden.

Gefühlt ist dieser Band mit seiner Erzählung noch nicht vollständig dort angekommen, wo die Serie eigentlich hin will. Wir erfahren über ein paar Mysterie-Elemente mehr über den Hintergrund von Johann, oder das Monster, wie er eigentlich bezeichnet wird. Und es werden Andeutungen darüber gemacht, dass das Monster sehr Geschickt darin ist, Menschen in die Richtung zu nutzen, die er braucht. Das entscheidende Element wird dabei eigentlich auch weiterhin die Frage bleiben: Was passierte mit dem Geschwisterpaar? Schön ist bei der ganzen eher deprimierenden Grundstimmung in diesem Zusammenhang, dass jenseits dieser Geschichte, die nur Morde zu kennen scheint auch noch ein zweiter Fokus in die Geschichte gebracht wird, die das menschliche Miteinander in den Fokus steckt. (So, wie es hier allerdings präsentiert wird, scheint es sich dabei allerdings auf lange Sicht eher um die Frage zu drehen, welche Werteskala wirklich ein Monster auszumachen scheint.)

Weiterhin bleibt die Zeichenweise Urasawas schwer zu lesen, was die jeweilige Herkunft der dargestellten Personen anbelangt. Das wird jenseits von karikativen Darstellungen sich wohl auch niemals ändern können. Insofern bleibt es spannend abzuwarten, in welche Richtung Tenmas Flucht/Suche ihn weiterhin verschlagen wird. (Und gerade jetzt bleibt die Frage ganz groß, was aus Nina geworden sein mag. Man möchte einfach ein Wiedersehen nach diesem ersten Auftakt haben.)

Fazit


Die Serie bleibt spannend, weil die Geschichte von Monster hier einen sehr menschlichen Fokus anzunehmen scheint. Die Tatsache, dass hier mehr auf die Frage hinter dem Begriff der Menschlichkeit wert gelegt wird, scheint gerade in der Grundannahme des Settings irgendwie logisch, aber auch unerwartet. Nur eines ist jetzt endgültig klar: Bis hierhin war die explizite Darstellung von Gewallt sehr zurückhaltend. Man muss also sehen, was es gegen Ende bedeutet, wenn eventuell mehr Wert auf drastische Szenen gelegt werden könnte.

Montag, 4. Juni 2018

Rezension: Naoki Urasawa: Herr Doktor Tenma (Monster 01)

Cover: Naoki Urasawa
Herr Doktor Tenma
Monster 01
Verlag: EMA:adult
Monster war, als es hier in Deutschland 2002 erschien, von Anfang an etwas ungewöhnliches. Wir alle kennen die üblichen Setting-Versatzstücke, die Maga-Reihen allgemein ausmachen. Entweder sind es „unbekannte“ Orte in einem eigenen Universum (wobei hier auch eine wie auch immer geartete Zukunft mit eingeschlossen gemeint ist) oder aber Konkret ein Japan der jeweiligen kontemporären Gegenwart. Das Setting des im Thriller-Genre angesiedelten Mangas Monster war mit einem mal ein kontemporäres Deutschland (okay, im weiteren verlauf wohl insgesamt ein Mitteleuropa) und es wird genau deswegen gerne erzählt, dass Urasawa eine Zeit lang konkret in Düsseldorf gelebt habe und daher dieses außergewöhnliche Setting gewählt habe. (Wenn man sich heutzutage im Nachklang die entsprechenden Wikipedia-Artikel über Urasawa dann durchliest scheint das zwar nur ein moderner Mythos zu sein, dessen Narativ gerne weiterverwendet wird, aber was solls? Manchmal sind auch falsche Anekdoten schöne Geschichten.)

Also: Worum geht es?

Den Anfang der Geschichte stellt ein Ereignis im Jahre 1986 da, Handlungsort ist das bereits erwähnte Düsseldorf. Dr. Kenzo Tenma ist ein vielversprechender Nachwuchsarzt, der als Hirn-Chirurg wahre Wunder vollbringt (irgendwie erinnert das alles ein wenig an die Origin-Story von Doktor Strange). Privat ist er mit der Tochter des Leiters der Klinik in der er Tätig ist verbandelt. Problem bei der Sache ist nur, dass eine Reihe von Ereignissen dazu führt, dass sein Gewissen aktiv ist, während sein Chef eher eine Pragmatische Machtposition anstrebt. Dementsprechend wird Tenma aus Operationen abgezogen, bei denen er durchaus bessere Chancen gehabt hätte, einen Erfolg zu erzielen, um dafür Personen zu behandeln, die aufgrund ihrer Popularität oder Einfluß-Position oberflächlich betrachtet „wichtiger“ sind. Die Zäsur bei diesem Handeln entsteht erst in dem Augenblick, wo er sich gegen den Befehl seines Vorgesetzten dazu entscheidet einen mit einer Kugel schwer verletzten Jungen dem Bürgermeister von Düsseldorf vorzuziehen. (Der junge Überlebt, allerdings bleibt seine Zwillingsschwester, die Blutüberströhmt bei dem Vorfall, bei dem die Eltern der beiden umkamen, als einziges unverletztes Familienmitglied aufgefunden wurde, vollkommen apatisch und traumatisiert.)
Scheinbar ist damit Tenmas Karriere endgültig beendet, da der Klinik-Leiter ihm verspricht, alles in seiner Macht stehende dafür zu nutzen, den Nachwuchs-Chirurgen zu vernichten.
Eine plötzliche Veränderung bei dieser ganzen Geschichte stellt urplötzlich der Tod der kompletten Klinik-Leitung durch vergiftete Bonbons da. Die Zwillinge sind verschwunden und Tenma scheint von den leitenden Ermittlern erst einmal genauer durchleuchtet zu werden.

Schnitt ins Jahr 1995: Dr. Kenzo Tenma ist inzwischen zum Chef-Chirurgen avanziert. Manche munkeln zwar bereits, dass er ebenso zum Klinik-Leiter aufsteigen könne, aber dieser Posten ist erst einmal in weite Ferne gerückt. Das besondere ist, dass die Ereignisse, die vor neun Jahren überhaupt erst dazu geführt haben, dass er seinen jetzigen Posten einnehmen konnte, ihn jetzt in Form eines neuen Patienten einholen: Adolf Junkels. Junkels ist ein Schlossknacker, der bei einem Auto-Unfall schwer verletzt wurde. Tenma wird hinzugezogen, um den Mann zu retten. Er begegnet dabei einem BKA-Ermittler, der vor neun Jahren den Fall an der ermordeten Klinik-Leitung übernommen hatte und immer noch an diesem dran ist. Wie sich heraus stellt, war Junkels nur einer von mehreren Helfershelfern, die für eine Person arbeiteten, die Junkels nur als „das Monster“ bezeichnet. Bei einer Art Showdown begegnen sich Tenma und das Monster erneut, der Junkels vor den Augen des Arztes hinrichtet und sich dabei als „Johann“ herausstellt. Jener Junge, den Tenma vor neun Jahren gerettet hatte.

Grundlegend ist die Geschichte ersteinmal das, was ein erster Band immer sein sollte: Ein Auftakt. Wir haben hier eine Reihe, die typischerweise mit allem Rumbandelt, was das Genre Thriller so ausmachen kann. Ein Psychopathen mit nicht vollkommen durchsichtigen Motiven, ein Geheimnis, dass vermutlich irgendwann aufgeklärt werden könnte und vor allen Dingen eines: Einen Mann ohne jeglichen kriminalistischen Sachverstand, der in die ganze Sache hineingezogen wird. (In diesem Fall sich noch nicht einmal richtig an die Polizei wenden kann, weil diese auf Basis von gewissen Indizien eher davon ausgeht, dass die entsprechende Person der Hauptverdächtige sein muss.) Fakt ist jedenfalls, dass hier einiges abzuwarten bleibt, wie sich die gesammte Geschichte noch entwickeln wird.

Das besondere bei der ganzen Angelegenheit ist dabei aber immer noch der Handlungsort der gesamten Geschichte: Es ist einfach zu seltsam, dass ausgerechnet so ein zurückgebliebenes Nest wie es ausgerechnet Düsseldorf ist mit einem mal zum Handlungsort wird. (Überhaupt, dass ein japanischer Mangaka auf die Idee kommt, seine Erzählung ausgerechnet in Deutschland stattfinden zu lassen ist extrem überraschend.) Jetzt muss man halt abwarten, in wieweit hier wirkliche Detailversessenheit am Ende das ganze ergänzt. Da bei dieser Geschichte allerdings schon einiges an Zeit verstrichen ist dürfte auch der kulturelle Blick aus der heutigen Perspektive noch zusätzlich interessant werden. Die 90er waren halt technologisch ein drastisch anderer Platz gewesen, als wir es heutzutage, zwanzig Jahre später, noch unbedingt erinnern können.

Rein grafisch muss man allerdings eines festellen: Man bemerkt, dass die stilistische Darstellung, die das Comic-Medium „Manga“ nutzt, auf einer sehr reduzierten Ebene liegt. Wenn man nicht wüsste, dass der Protagonist der Reihe Japaner ist, könnte man es anhand der Zeichnungen nicht erkennen. (Hier ist also ganz klar die Exposition der Dialoge das leitende Medium.) Letzten Endes gibt es zwar eindeutige Unterschiede, welche die jeweiligen Figuren voneinander unterscheidbar machen, allerdings nicht in der Hinsicht, dass man eine asiatische Person wahrnimmt, die von einer Gesellschaft von Individuen des kaukasischen Typs umgeben ist. (Das ist allerdings keine Kritik an der Qualität der Zeichnungen.)

Fazit


Monster ist nach all den Jahren immer noch ein sehr spannender Titel. Die ungewöhnliche Umgebung und die seltsame Verwebung der Figuren zueinander könnten auf lange Sicht noch ein paar spannende Veränderungen mit sich bringen. Insgesamt bleibt es aber abzuwarten, was sich Urasawa damals für eine Geschichte ausgedacht hat.

Montag, 28. Mai 2018

Rezension: Mohiro Kitoh: Ein zu enges Herz (Naru Taru Band 05)

Cover: Mohiro Kitoh
Naru Taru 05
Velrag: EMA:adult
Ich bin mir gerade nicht ganz sicher, wie ich den fünften Band der Reihe Naru Taru betrachten soll. Ich meine: Wir wissen, dass die Drachenkinder aus irgendeinem Grund die ganze Zeit verbindungen mit menschlichen Kindern suchen. (Der Grund dafür ist unklar, nur das die entsprechenden Erfahrungen ungeheuer Intensiv sind, die daraus entstehen, haben wir schon vermehrt festgestellt.) Der Punkt bie der ganzen Sache war bis hierhin nur: Die ganze Geschichte war bis zu diesem Zeitpunkt unglaublich düster erzählt gewesen, ohne das dabei auch nur irgendein positiver Aspekt herum gekommen wäre.
Jetzt bricht die Erzählung mit diesen ganzen Leitthemen rund um Verzweiflung, Angst, Missbrauch, psychischem Entsetzen und dergleichen und versucht aus einer negativen Grundstimmung heraus einen unglaublich positivem Absatz zu finden. Zwar beginnt die erste Hälfte des Bandes nochmal damit, dass man einen typischen Ausblick auf das alltägliche Leben der „bösen Kids“ bekommt und anschließend nochmal eine kurze Episode mit Shiina und Akira passiert, in der Akira nur all zu sehr mitbekommt, dass sie für die Bösen aus irgendeinem Grund ungeheuer interessant ist, weswegen sie unter Druck gesetzt wird. (Es bleibt abzuwarten, wann diese Form des Bullying innerhalb der Geschichte zur Katastrophe führen wird.) Die zweite Hälfte aber stellt dann ein Aufeinandertreffen von Shiina und einem Mädchen, dass Hexentypisch auf einem Besen reitend über die tokyoter Bucht fliegt. Nach dieser nächtlichen Begegenung stolpert Shiina dann immer wieder über einzelne Personen, die anscheinend eine mehr oder weniger direkte Verbindung mit dieser „kleinen Hexe“ haben. Dreh und Angelpunkt ist ein im Koma liegender Junge, der regelmäßig von seienr Cousine besucht wird und den entsprechenden Gefühlen des Verlustes, die dieser Unfall hervorgerufen hatte.
Nur das der Storytwist dabei eine dermaßen große Überraschung ist, dass am Ende eine unglaublich pathetische Szene startet, die die Geburt eines neuen, vollwertigen Drachens darstellt und dabei auch noch ein paar Fragen erklärt, die bis dahin noch nicht mal gänzlich klar waren.

Dieser Band verändert die Grundstimmung ein wenig, denn irgendwo erhält man dann doch plötzlich sowas ähnliches wie einen Hoffnungsschimmer, der bei dem ganzen gelebten Pessimismus der Nachfolgebände irgendwie notwendig war. Dass dies alles erstmal „nur“ auf der grafischen Ebene passiert, sollte klar sein. Wichtiger in diesem Zusammenhang wird auf lange Sicht die Frage sein, wie sich die entsprechenden Drachenkinder anderer Leute verhalten. (Das ist halt dabei ein sehr zentraler Punkt bei der ganzen Geschichte, wenn man das vermeindlich friedliche Verhalten in diesem Fall mit den blutrünstigen Zielen einiger anderer Figuren vergleicht.)

Wie gesagt: Das alles verändert den Grundton des ganzen ein wenig und macht zeitgleich auf der Meta-Ebene einiges von der Gefühlslage her deutlich anders. Wir müssen wohl oder übel abwarten, was hierbei am Ende noch geschehen kann. Der Pathos, den bestimmte Szenen in der Geschichte entwickeln macht es halt deutlich schwieriger am Ende zu entscheiden, ob Naru Taru „harmlos“ ist, oder doch deutlich gemeiner auf allen Ebenen sein wird.

Fazit


Immer noch sehr stark im bisherigen Erzählmodus verankert, jedoch mit einer kleinen, hochgradisch pathetischen Neuerung. Das verändert auf der Gefühlsskala ein wenig die Betrachtung der Geschichte und vor allem die Wertung der Drachenkinder/Drachen als „kleine Monster“. Das macht es unglaublich nett, Naru Taru zu lesen, sorgt aber auf der Rückseite mit einem Mal auch für extreme Verwirrungen, weil die ganzen Grautöne spätestens hier einen so richtig erdrücken.

Montag, 21. Mai 2018

Rezension: Mohiro Kitoh: Spiegelung in der Pupille (Naru Taru Band 04)

Cover: Mohiro Kitoh
Naru Taru Band 04
Verlag: EMA:adult
Der vierte Band von Naru Taru bekommt noch einmal mehrere Ebenen an Graustufen oben drauf geschüttet, als wir sie bis hierhin gekannt hatten: Zuerst einmal beginnt es eigentlich mit dem Versuch, dass Shiina Akira befreien will. (Okay, wie zu erwarten war, tut sie es auch, allerdings geht die Handlung danach erstmal stark bergab.) Zum ersten Mal sehen wir nämlich so Richtig das entsprechende Aufeianndertreffen zwischen den Drachenkindern/Knochendrachen der „sozialdarwinistischen“ Jugendlichen und dem Militär. Und zum ersten mal wird einem wohl auch hier so richtig bewusst, warum diese Jugendlichen eigentlich Schusswaffen organisiert hatten: Die Fähigkeit der Drachenkinder, diese Gegenstände zu replizieren und entsprechend die Kopien einzusetzen, macht aus diesem Aufeinandertreffen ein bosartiges Kampfgeschehen unter Einsatz von Schußwaffen. (Und Giftgas.) Dabei bemerkt man allerdings auch, dass die Verbindung zwischen den Drachenkindern und ihren, hm… „Wirten“ … in beide Richtungen geht, so das (auch wenn die direkten Folgen einer Verletzung für den Anwender auf der menschlichen Seite keine wirklichen Verletzungen zur Folge haben) aus einer besächdigten Drachenkind ein entsprechend unter ungeheuren Schmerzen sich krümmender Mensch entsteht, der für eine gewisse Zeit zu einer sabbernden, sich einnässenden Puppe wird.
Innerhalb dieser Erfahrungen werden aber auch die stärke Shiinas und die Labilität Akiras immer mehr Thematisiert. Und was für Folgen der jeweilige Umstand auf den entsprechenden Charakter hat. (Ein junges Mädchen, dass spontan zu einer Pistole greift, um sich damit das Hirn wegpusten zu wollen, ist auf der Bildlichen Ebene, so abstrakt sie hier auch letzten Endes ist, immer noch schwere Kost.)
Und wir wissen darüber hinaus ja auch, dass noch dieses „Geschwisterpaar“ aus dem ersten Band jetzt als dritte Fraktion eingeführt worden ist. Sie sind ebenfalls Wissend, was die Knochendrachen und ihre Fähigkeiten anbelangt, aber scheinen dabei aus irgendeinem Grund nicht unbedingt bereit zu sein, dieses Wissen weiterzugeben. Wobei Tsurumaru noch einen Aspekt oben drauf haut, der ihn auf der Meta-Ebene zu einem Arschloch macht: Wir erfahren in einem der letzten Kapitel das er eine Affäre mit einer 14 Jährigen Schülerin pflegte und darüber hinaus noch Andeutungen macht, dass diese nicht die einzige Heranwachsende war, die er auf der biologisch-gesellschaftlichen Ebene zerstört hat. (Hier spielt wohl zu großen Teilen das japanische Leitbild der Ehre mit hinein, wobei ich mich im Moment Frage, wie Teenager-Schwangerschaften dort drüben betrachtet werden. Wenn das Klischee über asiatische, traditionelle Gesellschaften, was hierzulande vorherrscht allerdings einen Funken Wahrheit beinhalten sollte, dürfte so ein Umstand für die betreffende, junge Dame einem gesellschaftlichem Todesurteil gleichkommen. Ein gefallenes Mädchen, sozusagen.)
Und wenn ich jetzt nicht eine Panel-Genaue Nacherzählung des Inhaltes abgeben will, war es das eigentlich auch schon, was es insgesamt hier im Groben zusammenzufassen gibt.

Irgendwo schwanke ich im Moment gerade nach diesem Band zwischen WtF? und Begeisterung. Was den Band ausmacht ist diese absurd wirkende Mischung, die ich ja schon häufiger bis hierhin angesprochen habe, die Naru Taru ausmacht und eigentlich extrem Jugendgerechtes Charakterdesighn mit unglaublich finsteren Themen mischt. Hoshimaru erfüllt einfach die ganze Zeit über dieses Kindchenschema und ist zeitgleich dabei eine unglaubliche Kampfsau. Dazu kommen dann noch die anderen Handlungen der übrigen Gruppen hinzu, die man immer wieder sieht und die dabei Äußerungen von sich geben, die absolut Menschenverachtend sind.
Und was dabei dann insgesamt so verwundert ist am Ende der Grad der dargestellten Gewalt: Im Grunde genommen werden (wenn ich das jetzt Richtig im Kopf habe) zwar durchaus immer wieder Menschen umgebracht, aber das drastischste, was man dabei sieht ist in der Regel Sachschaden.
Und selbst wenn tatsächlich tote Menschen gezeigt werden, dann erfährt man das eher über die Exposition, als das goorige Szenen gezeigt werden. (Was, wenn man die vermutete Altersgruppe dieser Reihe in Betracht zieht und z.B. mit anderen, ähnlich alten Klassikern wie „Eden: It‘s an endless World“ vergleicht, echt ungewöhnlich ist.)
Und wenn man das dann noch mit den handelnden Personen vergleicht und der Art und Weise, wie sie argieren und man Schrittweise immer wieder darüber stolpert, dass eine vermeindlich freundliche Person auf den zweiten Blick plötzlich wieder einen finsteren Abgrund der menschlichen Psyche aufmacht. Und fast alle diese Personen sind irgendwo kaltherzige Psychopathen/Soziopathen.

Fazit


Der vierte Band passt ohne weitere Bedenken in seine Vorgänger mit hinein. Es bleibt trotz allen hellen Momenten unglaublich finster. Das Problem ist die angedeutete Präsentation der immer wieder mal aufgegriffenen Themen links und rechts der Geschichte, die letzten Endes die Sorgen und Ängste von Erwachsenen über Kinder widerspiegeln. Wer da eventuell zu zart beseitet ist kann damit wohl eindeutig wenig anfangen, aber trotz alledem: Es bleibt spannend zu verfolgen, wie die entsprechenden Charaktere sich Schritt für Schritt ständig weiterentwickeln.

Montag, 14. Mai 2018

RPC 2018… oder wie man dazu verabredet ist einen riesen Haufen Wackersteine im übertragenen Sinn mit sich rumzuschleppen.



Also: Mittlerweile haben wir in den letzten Jahren heir auf dem Blog vermutlich so ziemlich jede idiotische Variante als Einstieg in den Messebericht für die RPC genutzt, die ich mir mal eben einfach so aus den Fingern habe saugen können. Insofern sagen wir einfach: Ich bin an diesem Samstag nach Köln gefahren und stand in ein paar überfüllten Zügen. (Wobei das größte Problem in der ganzen Angelegenheit der Umstand war, dass ich am Düsseldorfer Hauptbahnhof umsteigen musste, um überhaupt am Ziel anzukommen. (Und damit hat sich zumindest mein schlechtes Karma mal wieder bestätigt: Selbst wenn ich versuche einigermaßen Zeitig auf der RPC aufzuschlagen gibt es immer noch irgendeinen Punkt, der dann dafür sorgt, dass ich eher irgendwann in der Mittagszeit auftauche. Wie sagte schon Frank Sinatra: That‘s live!

Und wenn ich ganz Ehrlich sein soll: Die Tatsache, dass ich zeitgleich auch noch einen schweren Rucksack voller Bücher mit mir rumschleppte, machte diese Hinfahrt auch nicht sonderlich Einfach. (Fragt mich nicht wieso: Aber die Tasache, dass ich einen Monat vorher zur Erkenntnis kam, dass man bei einer ganzen Menge Medienerzeugnisse der „Toter Baum“-Variante die entsprechenden Hinternmänner (und -Frauen) ausgerechnet auf der RPC antreffen konnte, was dazu geführt hatte, dass ich Anfang Mai via Facebook eine große Anfrage in die Runde startete, wen ich – Anwesenheit vorausgesetzt – überhaupt mit dieser Aktion belästigen dürfte. (Und es ist wirklich erstaunliche wen man alles aus der Szene tatsächlich vorab zu einer Reaktion bewegt bekommt. Man bemerkt daran halt mal wieder die doch recht familiäre Größe, die wir hier dann doch haben.)

Jedenfalls kann ich jetzt für mich festhalten: Zum ersten mal, seitdem mich der Nerdpol wieder dazu gebracht hat nach Köln zu fahren habe ich das Gefühl, dass die RPC wirklich im Wachsen begriffen ist. Der Grund dafür ist, dass die beiden Stockwerke der Halle, in der die ganze Geschichte stattfindet, tatsächlich voll waren. (Allerdings muss man dabei auch eine Kleinigkeit hinzufügen: Das neue Standverteilungskonzept ist eine Katastrophe, so das man nicht Thematisch sich zurechtfindet, sondern aktuell auf der Suche nach unmengen an Ständen ist, die schlimmer verteilt werden, als auf der Spiel, wenn wieder eine neue Halle zugänglich gemacht wird.) Insofern dachte ich einfach nur mal eben „das langweilige Stockwerk“ schnell zu durchschreiten, als ich mich nach direktem Einlass mit der Erfahrung aus dem letzten Jahr erst einmal nach Unten wandte. Womit ich nicht gerechnet hatte war eine unglaublich große Ansammlung von Ständen, die im weitesten Sinne in mein Interessensfeld fallen. Zugegeben: Meine erste Entdeckung war der lose, vertraute Klang der Stimme von Mhaire Stritter die von einem Stand kam und nach kurzem Annähern viel mir auf, dass diese gerade mit ihrem Publikum dabei war das bereits aus Streams bekannte „Klugscheißmodus an“-Spiel zu spielen. (Zwar angepasst auf Videospiele, anstelle von Rollenspielen und normaler Nerdkultur, aber die Bühnen sind ja bereits bekannt dafür in erster Linie die Kultur der Cumputer-Spiele hersteller zu verkörpern: Man will jeweils lauter sein als der Nachbarstand und die Folge davon ist die Tatsache, dass am Ende des Tages das Ordnungsamt gerufen wird, um die Veranstaltung wegen Ruhestörung zu schließen.) Das ist nur deswegen als kurze Anekdote erwähnenswert, weil ich meinen danach folgenden Führer kurz darauf am Dorp-Stand erwischte. (Okay, eigentlich hat er mich und von Hinten erwischt, das sind dann halt eben Details.) Jedenfalls hatte Infernal Teddy wesentlich mehr Überblick gewinnen können, was die Hallenaufteilung betraf. (Naja, unserer Suche nach dem Stand der Teilzeithelden Endete damit, dass ich die notwendigen Banner wieder erkannte, aber das ist dabei noch nicht einmal das wichtigste an der ganzen Geschichte: Bis auf diese eine Kleinigkeit, dass Teddy andauernd an dem von ihm gesuchtem Stand vorbeirannte, war er ein erstaunlich guter Navigator, was das auffinden von sonstigen Personen und Ständen anbelangte. (Technisch musste ich ihm eigentlich nur immer hinterherlaufen und er sorgte dafür, dass wir irgendjemandes Weg kreuzten, der auf meienr Liste Stand. Gut, die Vögte hatten angekündigt, das sie sehr viel am Uhrwerk-Stand herumlungern wollten. Und das man Felix Münter am Erdenstern-Stand antreffen würde war auch extrem überraschend. (Wenn man allerdings dann von sowas wie Gesetzmäßigkeiten sprechen wollte haben wir wohl da sowas wie einen Effekt zusammen bewirkt, der dafür sorgte, dass Teddy meine Anwesenheit brauchte, um überhaupt wieder etwas zu entdecken.)

Kommen wir also zu den überraschenden Details: Über Judith Vogt erfuhren wir, das jemand vom Eskapodcast auf der Suche nach Teddy war. Und irgendwo im Gedränge aus Gängen lief uns mit einem Mal eine Person in entsprechendem T-Shirt entgegen. (Die anscheinend keine Ahnung hatte, dass der ca. 2 Meter-Mann im Malmstumr-Shirt mit Hörnern auf der Stirn die Person war, die er vermutlich gesucht hatte. (Ehrlich gesagt war es uns beiden ziemlich egal ob das jetzt der treffende Mann aus dem Eskapodcast-Team war. Beim nächsten mal wissen wir vermutlich mehr.) Sagen wir mal so: Es ist interessant, wenn man in Form eines der Fünftreihlers aus der „alten Hasen-Fraktion“ (nicht meine Worte) etwas von den größeren Namen im Bereich der Macher mitbekommt. Jedenfalls fachsimpelten wir über die Szene ein wenig und ob man vielleicht Projekte anstoßen kann. (Falls daraus was wird, werden wir es wohl alle früh genug mitbekommen.)

Und um 16 Uhr gab es noch eine spontanes Treffen des Tanelorn am Uhrwerkstand. (Ich weiß nicht, wer sich bis dahin schon kannte, aber es waren genügend Leute, die mir unbekannt waren. Ich erinnere mich an den Nickname 1of3.)
Insofern muss man sagen, dass zumindest der Ansatz möglichst viele neue Leute zu treffen sich mehr als erfüllt hat. Und ich habe noch einiges an Zeug zusammenbekommen, dass ich bis dahin nicht auf dem Schirm hatte.
 

Aber wie so häufig: Die letzte Stunde war dem Nerdpol-Stand gewidmet. (Es lohnt sich einfach mit ein paar Leuten diese alljährliche Diskussion zu führen, die einige Jahre jünger sidn als man selbst. Auch wenn das Gesprächsthema sich eher spontan ergiebt. Insofern danke an Eloridas, dass er sich spontan dafür ergeben hat.)

Ach ja. Zum Abschluss noch: Teddy. Ich bin nicht sonderlich gut darin den gewunkenen Gartenzaun zu erkennen. Entschuldige bitte meine Begriffsstutzigkeit beim Ulissesstand.

Und der Tradition muss genüge getan werden:


Montag, 7. Mai 2018

Was ich mir von der RPC dieses Jahr erhoffe.


Okay, einige werden es vermutlich schon mitbekommen haben: Die RPC steht dieses Wochenende an. Ich muss jetzt sagen, dass diese Messe zwar seid ein paar Jahren wieder auf meinem persöhnlichen Terminplan auftaucht. (Größtenteils, weil ich kurz davor mich im Nerdpol eingelockt hatte.) Aber es ist immer noch nicht „meine Messe“ im eigentlichen Sinn. Das Problem bie der ganzen Sache ist, dass die RPC im eigentlichen Sinn zu klein ist, um sich einfach nur in dem ganzen Quatsch zu verlieren. (Es ist also keine wirkliche Messe zum rumrennen und Einkaufen, wie die Spiel.) Auf der anderen Seite taugt sie aber auch nicht, um sich mal hinzusetzen und zu spielen. (Dafür ist die Lautstärke einfach zu nahe an der Spiel dran.)

Ergo muss man einfach etwas anderes Suchen, was tatsächlich mittlerweile dazu geführt hat, dass ich tatsächlich den festen Plan habe, nach Möglichkeit einmal im Jahr nach Köln zu fahren. Und da muss man mittlerweile ganz klar sagen bleibt eigentlich nur ein Aspekt übrig: Menschen!
Die RPC wahr die letzten Jahre erstaunlich stark von den Leuten frequentiert gewesen, mit denen ich bis dahin nur über das Internet einen eher losen Kontakt gepflegt hatte. (Lose heißt in diesem Fall, dass ich irgendwo einen entsprechenden Kommentar dagelassen habe. Dann noch einen und noch einen... und irgendwann tauchte in einem Forum oder einem anderen Kommentar ein seltsamer Hinweiß auf mich als Person auf, sowie ein Pingback von einer anderen Website, die auf mich verwies. Und wenn ich dann mein Unverständnis über einen wie auch immer gearteten „bemerkenswerten Aspekt“ an meinem Schaffen in der Szene zum Ausdruck brachte wurde mir meine Aktivität vorgehalten. (Zum einen schien ich durch meine damals noch deutlich aktivere Kommentarkultur offene Türen eingelaufen zu haben. Zum anderen kennen mich aber auch noch ein paar Nasen da draußen aufgrund der Tatsache, dass ich an ein paar sehr speziellen Terminen die „Mühe“ auf mich genommen habe, um einfach nur etwas mehr am Puls der Szene mitzubekommen. Und jetzt dürft ihr mich alle deswegen für bekloppt halten.)

Fakt ist aber auch, dass es nur sehr wenig Gelegenheiten aktuell gibt, um bestimmte Leute aus unserer Szene mal eben so zu treffen. Ich bin jetzt eher die übliche fünfte Reihe, was eventuelle Produzenten angeht. (Also ich rezipiere Zeug, was andere gemacht haben. Bin mir aber nicht zu Schade darüber offen mich auszutauschen und scheine mit meiner Art wie ich entsprechende Lösungswege suche, bestimmten Leuten durchaus aufgefallen zu sein.) Ich bin aber halt auch in gewisser Weise Fanboy von den Sachen, die ich hier um mich herum horte. Und dann gibt es diesen kleinen iPunkt auf verschiedenen Dingen, die sich einfach nur mit dem omniösen Wort „signiert“ umschreiben lassen. Lustiger Weise gibt es in unserer Szene sehr viele aktive Autoren, die auch publiziert haben. Und da ich immer mal wieder über irgendein Buch stolpere das mir gefällt, wächst hier so langsam so etwas wie eine Mini-Bibliothek der deutschen Phantastik der weniger bekannten Leute. Jedenfalls habe ich mich bereits umgehört, wer voraussichtlich alles da sein wird und bereue es jetzt schon, dass ich meine armen Schultern so dermaßen überlasten werde.

Andererseits freue ich mich dann aber auch, mal wieder Infernal Teddy zu sehen. (Technisch sind wir im Alltag vermutlich gar nicht mal so weit voneinander entfernt, da ich in der Stadt arbeite, wo er wohnt. Dummerweise haben wir aber jetzt vor kurzem festgestellt, dass der bisher genutzte Kommunikationsweg ein paar Nachteile hat, um sich wirklich gut koordinieren zu können. Ein Umstand, den wir so langsam aber sicher hoffentlich jetzt geändert kriegen.) Insofern ist es absolut ironisch, dass wir jetzt dermaßen weit fahren müssen, nur um einander mal wieder „Hallo“ sagen zu können. ^^

Leider wird Thomas Michalski an einem anderen Tag anwesend sein, als der, den ich jetzt gerade angepeilt habe. Aber dann ist ja mit dem Nerdpol auch noch so einiges an Leuten da. Also warten wir mal ab. (Und ich hoffe insgeheim ein paar neue Kontakte hier und da knüpfen zu können. Mit den Teilzeithelden sind ja noch ein paar Nasen da draußen, die ich zwar gesichtsseitig kenne, bei denen aber kein direkter Kontakt bislang besteht.)

Ach ja: Diese Jahr werde ich vermutlich ausnahmsweise mal einen kurzen Blick auf das Thema Video-Spiele auf der RPC verschwenden. In letzter Zeit ist die 8- und 16bit-Generation der Konsolen für mich wieder etwas interessanter geworden. Eventuell kann man dann ja doch noch etwas dort finden, was mir in dieser Hinsicht noch nicht begegnet ist. Aber das wird hier definitiv kein sol großes Thema auf lange Sicht werden. (Zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass ein neu-Entdecken der alten JRPGs ala Secret of Mana aus der heutigen Perspektive so ein toller report als Artikelreihe wäre.)

Also dann. Was ich hier eigentlich mit sagen will ist, ich werde am Samstag auf der RPC sein und freue mich einfach nur darauf ein paar Nasen endlich wieder zu begegnen. Für neue Kontakte bin ich zwar auch offen, aber ich glaube mit meiner Position ist das eher der Fall von „Ich spreche Leute an“, als der von „Leute sprechen mich an“. In diesem Sinne: Man sieht sich.

Montag, 30. April 2018

Rezension: Mohiro Kitoh: Hilferufe (Naru Taru Band 03)

Cover: Mohiro Kitoh
Naru Taru Band 03
Verlag: EMA.adult
Der dritte Band beginnt mit der Auflösung der zentralen Frage, die das Ende des zweiten Bandes darstellte: Shiinas Vater hat den Angriff durch das Wesen überlebt. Trotzdem kommen Fragen auf, die zumindest Shiinas Mutter in einem Gespräch beantworten haben möchte. Und man bemerkt hier, dass die Beziehung zwischen den Beiden im besten Fall wohl unter normalen Umständen als „angespannt“ betrachtet werden muss. Erstaunlich dabei ist jedenfalls, dass diese Familie zwar auf dem Papier zu existieren scheint. Das ist aber nicht das, was den Band in größten Teilen auszumachen scheint. Viel mehr geht es auch hier weiterhin darum, dass die jeweiligen Figuren zwischen einander in Vernetzung gesetzt werden. Die Geschichte dabei ist, dass Akira eine Typveränderung rein äußerlich durchzieht, weil sie nicht mehr „dem Bösen“ gefallen will, dabei allerdings immer wieder neuen Personen über den Weg läuft, die sie dafür wieder „süß“ finden, und trotzdem die Ekelpakete sind. (Man hat also das Gefühl, dass hier ständig das Thema des Missbrauchs andeutungsweise weiterhin aufgebaut wird.)
Auf der anderen Seite bemerkt man dann aber auch dieses seltsame Verhältnis, dass Shiina und Hoshimaru miteinander verbindet, weil sie gerade eben nicht miteinander verbunden sind. (Etwas, dass sich dadurch äußert, weil Akira und Shiina ihre Drachenkinder kurzfristig tauschen müssen, um eine Person identifizieren zu können und Akira über Ain Soph Shiina in einem übertragenem Sinne in einer intimen Situation erlebt. Wenn ich ganz ehrlich bin: Das Ganze erinnert mich ein wenig an die Andeutung von lesbischen Charakterzügen, wie sie die Vampir-Geschichte „Carmilla“ definieren. Allerdings aus unseren heutigen Warte betrachtet, wo man sich fragt, wieso dort die entsprechende Assoziation so nahe liegen soll. Von daher bleibt es auf lange Sicht abzuwarten, ob hier eventuell eine intensivere Freundschaft zwischen zwei weiblichen Charakteren zu Stande kommt. Wir reden hier immer noch über eine Maga-Serie aus dem Japan der 90er Jahre.)
Das Ende dabei macht eine Entführungsszene aus, die Akira wiederfährt, wodurch sie sich endgültig gezwungen sieht, ihre Verbindung zu Ain Soph zu nutzen, um Hilfe zu rufen.

Wir wissen immer noch nicht so genau, was jetzt eigentlich das tragende Thema hinter Naru Taru ist. Wir kennen einzelne Gruppen, die auf die „Drachenkinder“ zurückgreifen können, oder diese als Bedrohung wahrnehmen und daraus folgend bestimmte Ziele verfolgen, welche im Kern absolut unverständlich sind. Offensichtlich sind die „bösen“ Drachenkinder-Halter durch die Bank weg aus ihrem jeweiligen Kontext heraus dermaßen Verstört, dass sie auf Basis ihrer Erfahrungen negative Lösungswege für eine umstrukturierung der Gesellschaft anstreben. Totalitärer Terror hin zu einem Überleben des Stärksten. Nur das halt eben bis hierhin niemand wirklich versteht, wer was eigentlich weiß. Wir Rätseln einfach nur rum als Leser.

In diesem ganzen Chaos wird dann Akira als Hauptcharakter etabliert, die über sich hinaus wachsen muss. Verstört und absolut verängstigt, aber auf eine unglaublich seltsame Art und Weise emphatisch und empfänglich für negative Stimmungen, die sie – wohl auch Aufgrund ihrer ersten Begegnung mit Ain Soph – unglaublich verschrecken.

Ansonsten hat dieser Band all diese Stärken und Schwächen vorzuweisen, die bereits die ersten beiden Bände ausmachten. Und das absolut schnörkellos.

Fazit

Puh, was soll ich dazu jetzt sagen? Der Band hat weiterhin seine Stärken, die die Serie bis hierhin eigentlich auch weiterhin ausgemacht haben. Das bedeutet, dass das vielschichtige Misterium, was sich um die Drachenkinder aufgebaut hat hier um eine weitere Ebene aufsteigt. Als Leser weis man immer noch nicht, was man von den einzelnen Figuren – gerade aus dem Lager der Bösen – jetzt eigentlich halten soll. Nicht alle scheinen die gleichen Ziele dabei zu verfolgen oder anderweitig zusammengehören. Aber die Graustufen dabei sind sehr widersprüchlich und/oder schwierig zuzuordnen. Und gerade weil bei dieser doch insgesamt eigentlich sehr langsamen Erzählweise dann sich immer mehr auf Akira gerade hier einzuschießen scheint macht diesen Band dann auf eine gewisse Weise äußerst interessant.

Es bleibt abzuwarten, worauf Naru Taru am Ende hinausläuft, aber für den Augenblick ist das Ganze immer noch sehr spannend zu erfahren.

Montag, 23. April 2018

Rezension: Mohiro Kitoh: Ein Flüstern für Shiina (Naru Taru Band 02)

Cover: Mohiro Kitoh
Naru Taru Band 02
Verlag: EMA: adult
Der erste Band von Naru Taru war noch relativ „Bund“ und Leichtherzig, was kann uns der zweite Band denn so bieten? Die Geschichte bleibt weiterhin auf Shiina fokussiert, zumindest in weiten Teilen. Jedoch: Während der erste Band nur Andeutungen gemacht hatte, werden im zweiten Band mit einem mal deutlich mehr finstere Töne angeschlagen: Es beginnt alles mit einem Jungen, der Akira bedrängt und ihr gegenüber Andeutungen macht, dass er ein Utopia erzeugen will, das durch die Vernichtung großer Teile der Menschheit entsteht. Nur um Kurz darauf bei einer kämpferischen Handlung gegen Shiina von einem von Hoshimaru geworfenem Stahlträger aufgespießt zu werden.
Was danach folgt sind weitere Gruppen die Eingeführt werden: Zum einen ist da ein Trio von scheinbar älteren Jugendlichen, die in einem direkten Kontakt zu dem oben erwähntem Jungen stehen und allesamt denselben (Alp-)Traum eines Terrorregimes pflegen.
Dann gibt es das Büro zur „Entwicklung militärischer Ballone“, welche zumindest so etwas wie eine grobe Ahnung über die Existenz von „Drachen“ haben und daher auf allen Ebenen zu versuchen scheinen, was es mit diesen Wesen auf sich hat. (Man muss Annehmen, dass es bei diesem Büro in erster Linie um die Entwicklung von Abwehrmaßnamen geht.
Und zeitgleich kommt es dabei immer mehr zu Verknüpfungen und Begegenungen der einzelnen Gruppen Miteinander und mit Shiinas alltäglichem Leben. Jedoch ohne das diese in irgendeiner Weise etwas voneinander ahnen.
Und irgendwann gegen Ende des Bandes kommt es zu einer Tragödie.

So wie die Geschichte in diesem Band aufgebaut ist, ist es klar, dass die „Drachenkinder“, wie Hoshimaru von den „bösen Kids“ bezeichnet wird, einen immer wichtigeren Part in dieser Serie spielen werden. (Letzten Endes scheint alles nur darauf aus zu sein, dass „Drachen“ der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist, der vermutlich die wichtigste Bedrohung für die Menschheit am Ende ausmachen wird.) Aber: So wie dieser Band hier präsentiert wird geht es erst einmal um ganz alltägliche Probleme: Schulnoten, Überlebensängste, Mobbing und Selbstmordgedanken. (Welche wohl gerade Akira ausmachen.) Und natürlich die großen Allmachtphantasien einiger Bullys, die zu viel Macht in die Hände bekommen haben. (Und natürlich die Welt der Erwachsenen und ihrer Erwartungen gegen die Welt der Kinder und ihrer Träume, wenn auch nur am Rande.)

Wie ich aber auch schon zum ersten Band festgestellt habe: Naru Taru macht einen unglaublichen Spagat. Zum einen ist da erstmal diese sehr helle, durch die meisten Charakterdesighns fast schon Kindgerecht wirkende Basisgeschichte, die man eher mit einem deutlich jüngeren Ziepublikum in Verbindung bringen will. Und auf der anderen Seite tauchen dann immer wieder diese Unglaublich düsteren Elemente auf, die genau in die andere Richtung gehen. Während der erste Band noch sehr stark mit dieser Finsternis geizte, wir dhier mit einem Mal an der Schraube für Mord und Totschlag gedreht. Zum einen werden die eventuellen Graustufen erstellt (sprich: Mit dem Büro und dessen angedeuteten Methoden wird eine Gruppe aufgezeigt, die Zwar von den Handlungsmaximen her richtige Ansätze vorweist, aber vermutlich nur die besten Ziele aus ihrer Perspektive im Sinn hat.) Und mit den anderen Jugendlichen, die anscheinend auch über s.g. „Drachenkinder“ verfügen taucht mit einem Mal eine Terror-Organisation auf, die einfach nur Chaos und Zerstörung streuen wollen. Deren Ziel scheint der reinste Genozid zu sein.
Was dann am Ende genau die Bedeutung dieser einzelnen Storyfäden sein wird (und wie man diese jeweiligen Gruppierung in der Interaktion untereinander dann zu deuten hat) müssen wir noch sehen. Fest steht halt nur, dass gerade Shiina mit ihrer Art zu leben und Hoshimaru mit seiner unglaublich schweigsamen Art erst noch irgendwie zusammenfinden müssen. Denn so wie die Geschichten bisher aufgebaut sind, scheint zwischen den Beiden noch ein ziemlich zentraler Funke zu fehlen. (Und wenn man bedenkt, das die Reihe zumindest 12 Ausgaben erreicht hatte, kann die ganze Geschichte sich nicht nur darum drehen, dass Shiina am Ende „nur“ ihren Bezugspunkt zu ihrem kleinen Monster findet.)
Das gibt der Geschichte zwar eine gewisse Vorhersehbarkeit auf einer Ebene, aber eventuell auch Potential, um wirklich noch zu überraschen. (Wobei das Abzuwarten bleibt.)

Fazit


Im Grunde genommen lässt sich der Manga gerade Zeit. Es werden zuerst die einzelnen Elemente eingeführt, die dieses Setting bestimmen werden, indem alle nach und nach über Shiina stolpern, oder zumindest eine direkte Verbindung zu ihr aufweisen. Das ist allerdings immer noch nicht der zentrale Punkt bei der Sache: Wesentlich zentraler ist der Umstand, dass mit bestimmten Handlungen von Hoshimaru (und anderen Wesen im weiteren Verlauf der Geschichte) eine gewisse Unberechenbarkeit angedeutet wird. Die „Drachenkinder“ haben Fähigkeiten, die sie in direkter Beziehung zu Wesen bringen, die unglaublich gefährlich sind. Und angesichts der tatsache, dass auch alle anderen Elemente in der Geschichte geradezu ungewöhnlich Finster auf der Ebene der psychologischen Darstellung sind, wird diese Geschichte ungewöhnlich interessant. Es bleibt abzuwarten, was hier noch im weiteren Verlauf wirklich zustande kommt, aber die Serie schafft es zumindest bereits seid zwei Bänden keinerlei gröbere Schnitzer zu produzieren. (Und auch wenn ich dieses unglaublich überdrehte Element, dass ich in anderen, hier auf dem Blog schon vorgestellten Serien, durchaus zu schätzen weiß, ist es eine unglaublich interessante, geradezu erfrischende Neuerung, mal wieder einen Titel in der Hand zu halten, der deutlich ernster seine Materie präsentiert.)

Montag, 16. April 2018

Der Feenhammer! [Kaneval der Rollenspielblogs]



Wir stehen hier, gar sehr betroffen. Der Vorhang zu und alle Fragen offen!“
(Bertold Brecht)

Jetzt ist der April schon fast wieder vorbei und ich hocke hier immer noch rumgrübeld, was ich zum Karnevalsthema „Feen“ für einen Betrag leisten kann. Denn abgesehen davon, dass ich mal ein Märchen gehört habe, in dem ein Junge jede Nacht darauf wartet, dass die Feen auf irgendeiner Waldlichtugn ihren Reigen tanzen, fällt mir da gar nicht so viel mehr ein. (Ich weiß leider nicht mehr, wie dieses spezielle Märchen hieß. Da der Junge aber in einer Nacht entschließt sein altes Leben aufzugeben und den Feen um Mitternacht ins Feenreich zu folgen, könnte das Ganze durchaus aus der Feder von hans Christian Andersen stammen.)
Okay, zugegeben. Da wären immer noch die Dresdenfiles. Von daher weiß ich, dass Feen gerne mal überbordent Krieg spielen, in Mäntel gehüllte Identitäten haben und die „Lady Winter“ je nach Zeitpunkt der Geschichte entweder eine Schlampe oder ein Opfer der Umstände ist.
Wir könnten uns in diesem Artikel jetzt natürlich darüber streiten, ob es nicht nett wäre eine allgemeine Entsprechung zum „‘Za-Lord“ irgendwie zu formulieren. Aber das ist letzten Endes unter meinen eigenen Ansprüchen an die Artikel, die ich normalerweise für den Karneval schreibe.
Ziehen wir die Sache also nochmal anders auf: Wir wissen, dass Feen eine sehr hohe Affinität zu Kindern haben. (Zumindest ist der Wechselbalg-Mythos automatisch immer mit Feen-Entführungen verknüpft.)
Dann gibt es diesen Bezug von Feen zu „Gefallen“. (Wenn wir es mal aufs Äußerste hinunterbrechen: Feen haben eine etwas unkonventionelle Art Verträge einzugehen. Aber ihre komplette Macht scheint im Kern auf Schwüren aufzubauen.) Feen sind fähig Dinge zu tun. Sie bieten im Austausch für diese Dinge seltsame Forderungen an. (Hier könnte man die Forderung des Rumpelstilzchen beispielsweise hineininterpretieren, dass Stroh zu Gold spinnt und dafür ein Erstgeborenes fordert.)
Und wenn ich mich richtig erinnere ist die Magie der Feen in Form von „Glamor“ auch keine Erfindung der WoD, oder? Insofern kann man also durchaus alles in allem Sagen, dass sämtliche Fähigkeiten der Feen auf Vereinbahrungen mit dem Konzepten des Universums basiert, die älter sind als sich jemals die Menschheit als solche zurückerinnern kann. (Ganz zu schweigen davon, dass Feen unglaublich fiese Möppe sind, die keine anderen Mädchen neben sich dulden. Deswegen werden mit Pfeil und Bogen auch Wendy-Vögel aus dem Himmel des Nimmer-Landes geholt.)

Unabhängig davon kann ich mich an den Hoax der Cottingley Fairies erinnern. (Für diejenigen unter uns, die meinen wirren Ausführugnen hier nicht mehr folgen können: Zwei Mädchen fläschten im Jahr 1917 etwa fünf Fotos, die eines der jeweiligen Mädchen umgeben von Papier-Figuren, die an Feen erinnerten, zeigten. Ind den 1920ern gelangten diese dann in die Hände von Theosophen und Spritisten, die die Bilder für echt hielten – einer davon war niemand geringeres als Arthur Conan Doyle – weswegen die ganze Geschichte eines Kinderspieles deutlich größere Kreise zog und nur durch das Geständnis eines der Mädchen aufgeklärt werden konnt. Respektive dieses Geständnis des Mädchens wurde dann als gewalltige Verschwörungstheorie dann anschließend abgetan, in dem die Mädchen dazu gezwungen wurden, die Warheit zu verleugnen. Aber das steht auf einem anderen Blatt.) Diese Geschichte an sich zeigt in erster Linie ersteinmal nur, welche unglaubliche Macht auf die kindliche Fantasie die Fotografie haben kann. (Und das vor allem kleine Mädchen sehr gerne in diese Richtung zu spielen scheinen.) Unabhägig davon, dass man diese unglaubliche, kreative Leistung einfach nur mit respekt würdigen muss, hat es die Geschichte der Cottingley Fairies zumindest bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts geschafft. (Okay, über die Geschichte mit Arthur Conan Doyle auch darüber hinaus, ich habe zum ersten Mal in einer Folge des Hoaxilla-Podcasts davon gehört.) Der Grund warum dei 90er Jahre mit dieser kleinen Anekdote so eine wichtige Rolle spielen ist allerdings der Umstand, dass Terry Jones, Mitglied der britischen Vorzeigetruppe Monty Python sich von diesem Ereignis inspirieren lies um 1994 das Buch “Lady Cottington. Mein geheimes Elfen-Album” herauszubringen. Aufmacher dieses parodistischen Werkes ist die Geschichte, dass es sich um ein Faksimile eines Albums handelt, mit dem die zurückgezogen lebende “Lady Cottington” in ihrer Jugend Feen-Wesen, von denen sie ständig umschwirrt worden sei, eingefangen habe. (Ähnlich dem Umstand, mit dem man gelegentlich eine Fliege erschlägt – Buch auf, Fliege kommt in die Nähe der Schnappzone der Seiten und die Buchfalle schnappt zu und zerdrückt das Opfer kindlicher Grausamkeit zwischen seinen Seiten.

Und genau an dieser Stelle komme ich jetzt ins Grübeln: Könnte man nicht aus dem ganzen übrigen Kram zusammengefasst nicht doch noch etwas machen? Nur halt eben diesen leicht parodistischen Ansatz als Aufhänger nutzen? Ich meine: Elfen sind jetzt nicht unbedingt mit Blutmagie in Vebridung gebracht. (Zumindest soweit ich das weiß.) Allerdings wird der blutschwur durchaus als eine Praxis betrachtet, die besonders bindend ist. (Von daher wäre ein solches Buch unglaublich voll mit Blutschwüren, da die einzelnen Seiten sich mit dem Blut solcher Pixies geradezu vollgesogen haben. Und da ich ein großer Fan der Floskel “mehr als die Summe seiner Teile” bin, würde ich diesem Buch aus diesem Grund einen bestimmten Machtfaktor zusprechen: Den einer hohen See, einer Sidhe, oder wie man es auch immer beschreibt.
Im Kern wäre dieser “Feenhammer” also ein magisches Artefakt, dass die besonderen Eigenschaften aller derjenigen Opfer in sich aufgenommen hat, die aufgrund eines kindischen Unverständnis für die entsprechenden Taten in diesem Buch gelandet sind. Eine physische Manifestation dessen, was Feenmagie sein kann. Mit eigenem Willen und darum bemüht, Schwurmagie zu wirken. (Nicht zu vergessen, dass dieses Buch je nach Laune auch mal eben eine Rolle an einem der beiden Feen-Höfe einnehmen könnte.)

Hmm… Irgendwie muss ich die ganze Zeit daran Denken, dass man des öfteren für bestimmte Schwüre die Hand auf die Bibel legt. Von daher könnte man das auch hier noch in den Faktor mit einbauen.

Demnach währe des Feenhammer eine dritte Instanz, ein Notar wenn wir es mal so nennen wollen, die eingesetzt wird, um auf Schwüren aufbauende Übereinkünfte zu bestätigen. Zwei Parteien verpflichten sich mit der Hand auf dem Buch, dass von dem Blut getöteter Elfen getränkt ist, um eine bindende Übereinkunft zu treffen. Der spannende Punkt bei der Sache ist dann das, was eintritt, wenn es zu einem Vertragsbruch kommt. (Und das Buch wird dafür sorgen, dass eine wortbrüchige Partei ihres Lebens nicht mehr froh wird.) Das die Pixies an das Buch gebunden sind, werden sie selbst wohl kaum aus dem Buch wieder aufsteigen. Allerdings – wenn wir mal das Thema hier ein wenig überstrapazieren – währen Rachesuchende Feengeister durchaus eine denkbare Variante. Diese Erscheinungen würden dann dafür sorgen, dass die wortbrüchige Partei unglaublichen Schaden erleidet. Es beginnt mit kleinen, äußerst filigranen Dingen udn wird dann zu einem immer größeren Chaos, dass der entsprechenden Person immer weiter auf allen Ebenen Gefahren zuführt. Wenn zuerst kleinere, materielle Schäden nicht mehr weiterhelfen, geht es zu sozialen und schließlich entsprechenden körperlichen Übergriffen über, bis irgendwann tatsächlich die Feen in erfahrbahrer Gestalt auftauchen, um wütende Rache an dem unglücksehligem Individuum zu nehmen. (Hier könnte man dann auch tatsächlich auf die eine oder andere Weise das Trope der hohen affinität zu Kindern wieder einbauen: Entweder kann das Opfer eines Kindes – welches man den Feen als Ausgleich überlässt – dazu führen, dass diese davon ablassen. Oder ein Kind ist der Wächter des Feenhammers. Das müsste ich mir selbst noch einmal genau überlegen.)

Abenteueraufhänger wären dann vermutlich entsprechende Untersuchungen von Fällen, in denen jemand gerade Wortbrüchig geworden ist und die Feen so langsam Anfangen, ihn heimzusuchen. Oder aber die Charaktere selbst sind aus welchem Grund auch immer Wortbrüchig geworden und müssen jetzt fieberhaft eine Möglichkeit finden, um die Feen zu besänftigen. (Ganz banal könnte auch die Mutter eines geopferten Wächter-Kindes die Gruppe um Hilfe bitten, damit diese den verschwundenen Nachwuchs wieder sicher nach Hause bringt.)



Das sind wieder einmal nur diese für mich typisch losen Assoziationen zu einem Thema, ich weiß. Aber da ich im Moment nur eine sehr beschränkte Perspektive auf dieses spezielle Thema habe, glaube ich, habe ich zumindest noch einmal aufgezeigt, wie ich persönlich das Meiste aus einer solchen Situation herausholen könnte. (Und ja: Mein Hang zu eher Horror-Verwandten Themen hat hier sehr stark mit hineingespielt.) Für den Augenblick ist das halt “nur” das reine Ausschlachten einer etwas komplizierten Thematik, die ich aber hoffentlich in absehbarer Zukunft noch einmal weiter ausbauen kann. Insofern: Willkommen im Kaninchenbau. Ihr seid alle Alice, die gerade einem Malkavianer ins Wunderland gefolgt ist. ;)