Montag, 13. August 2018

Rezension: Dread


Wer meine Aktivitäten hier auf dem Blog seid ein paar Jahren verfolgt hat dabei sicherlich auch meine Teilname Rund um Vlogtaculum, drüben auf Youtube mitbekommen. Zentral geht es mir, um den Kontext ein wenig klarer zu stellen, dabei allerdings um meinen Beitrag zum Thema Horror. Damals hatte nicht nru meien im letzten Jahr verstorbene Katze Isis ihren ersten Auftritt gefeiert, indem sie sich einfach ins Bild stahl, ich denke bis Heute, dass ich dabei die elaborirteste, weil begriffsnaheste Definition des Themas Horror abgeliefert habe. Die zentrale These, dass Horror am Spieltisch nicht möglich ist, bleibt in dieser Form auch weiterhin bestehen. Ich hatte damals allerdings Andeutungen gemacht, das es etwas gibt, was in dieser Richtung eine sehr gute Annäherung darstellt. Leider zwang mich damals ein etwas chaotischer Terminplan die groben Ansätze fallenzulassen. In dieser Hinsicht muss man diese Rezension jetzt also als die entsprechende Erfüllung des Versprechend von Damals betrachten, denn was mir im Hinterkopf schwebte war natürlich das Dread mit dem Jenga-Turm. (Diese Spezifizierung ist deswegen notwendig, weil es vor zehn Jahren tatsächlich zwei „Dread“-Rollenspiele gab, die nichts miteinander zu tun hatten.)
Lustigerweise hat sich der System-Matters-Verlag jetzt nämlich daran gemacht ausgerechnet das Jenga-Dread ins Deutsche zu übertragen und hat dabei noch ein wenig mehr als nur das getan. (Was man ja mittlerweile auch schon fast als „typisch“ für diesen doch sehr jungen Verlag ist.)

Gehen wir also erst einmal die äußere Erscheinung an: Das deutsche Dread ist ein 240 Seiten starker, quadratischer Hardcover, der mit einer Seitenlänge von 21*21 cm etwa die Länge eines regulären A5-Bandes aufweist. (Ach ja: Ein in letzter Zeit so populär gewordenes Lesebändchen ist hier natürlich auch vorhanden.) Der Punkt bei dieser Sache ist allerdings, dass der meiste Teil des regulären Fließtextes allerdings so gesetzt wurde, dass man hier einen A5-Band de Fakto liest. Der Pukt bei dieser Sache ist dann allerdings, dass man den dann doch frei stehenden Rand eben nicht ungenutzt gelassen hat, sondern weiterführende Bemerkungen ebenfalls noch zusätzlich eben gerade hier eingepflegt wurden.
Unabhängig davon bleibt dann noch anzumerken das, soweit wie ein kurzer Blick zum Vergleich ins PDF der ursprünglichen Ausgabe zeigte, anscheinend sämtliche Illustrationen und Grafiken für die deutsche Übersetzung anscheinend neu angefertigt wurden. Davon kann man halten, was man will, allerdings zementiert es ein wenig den seltsamen Ruf, an dem System Matters die ganze Zeit zu arbeiten scheint: Aus der jeweiligen Vorlage eine aufgewertete Edition zu schaffen. Insgesamt ist das hier also auf jeden fall schon mal die „Coffeetable“-Edition von Dread, die wir hier in Deutschland jetzt haben. (Okay, das dürfte eventuell auch wieder etwas übertrieben sein, aber der Eindruck ergibt sich wirklich, dass in diese Ausgabe deutlich mehr Hirnschmalz reingeflossen ist, als sie „nur“ zu übersetzen.

Aber was bedeutet dieses „Jenga-Dread“ jetzt eigentlich? Worum geht es? Warum scheine ich so dermaßen begeistert darüber zu sein, dass es überhaupt in die deutsche Sprache übertragen worden ist?

Nun kurz gesagt: Bei Dread „würfelt“ man mit dem Jenga-Turm. Die ausführliche Erklärung bedeutet: Wann immer innerhalb der für Dread stattfindenden Geschichte ein Moment stattfindet, der eine wie auch immer geartete wichtige Handlung/Entscheidung/Whatever stattfindet zieht man einen Stein und stellt ihn auf die oberste Ebene des Turms. Und das wird innerhalb des gesamten Verlaufes soweit durchgeführt, bis der Turm irgendwann umkippt.
Um diesen Zusammenhang zu begreifen sind wohl oder übel noch ein paar Worte mehr fällig: Wenn ich am Anfang sagte, dass Horror am Spieltisch nicht möglich ist, dann meine ich damit nicht den Umstand, dass man Elemente verschiedener Horrorgenres in Szene gesetzt zitieren kann. Viel mehr geht es um diese große Wort der Immersion. Sprich: Der Spieler soll das Gefühl des Horrors empfinden, nicht der Charakter. Da dies im Kern ein unmögliches Unterfangen ist nutzt man im Bereich der konventionellen Systeme unterschiedliche Methoden des „so tun als ob“. Einer der ausgereiftesten Mechanismen in dem Bereich ist mit sicherheit das Trauma-Sytem von Unknown Armies, welches auf einer rein kognitiven Ebene eine in fakten gegossenen Messgrad davon abliefert wie sehr abgefuckt der Charakter wirklich ist, um dem Spieler damit eine argumetnative Grundlage zu geben, warum sein Charakter sich entsprechend verhällt. Der Jenga-Turm bei Dread hingegen geht viel mehr auf den Spieler ein, indem er einfach nur seinen ihm eigenen, physikalischen Gesetzen folgt. Wie ich bereits sagte: Horror am Spieltisch ist nicht möglich. Wenn man sich allerdings auf das weitere Umfeld, also begleiterscheinungen konzetriert findet man mit Stress und Anspannung zwei Gefährten des Horrors, die man hingegen aufgrund der Dynamik eines Wackelturms ohne weiteres erreichen kann. Allerdings bringt dies auch von Anfang an bestimmte Voraussetzungen an Spielleiter, Spieler und Geschichte. Grundsätzlich gillt, dass die äußeren Bedingungen der im Spiel erzählten Geschichte einem geradezu strengen Handlungsbogen folgen müssen. (Das will jetzt nicht heißen, dass Spieler hier überhaupt keine Freiheiten hätten, allerdings wird doch einiges im Kern bereits eingeschränkt, was den Verlauf einer Erzählung angeht.)
Dieses – achtung, glaich kommt ein böses Wort – Railroading-Dilemma geht bis in die Charaktererschaffung hinein. Während unter konventionellen Systemen wie Cthulhu es beinahe schon egal ist, welchen Hintergrund eine entsprechende Figur eigentlich hat, so das man sich am Ende in eine Folge von Humans and Households versetzt fühlt, formuliert der SL von Anfang für seine entsprechende Entscheidung entsprechende Notwendigkeiten vor, welche Tropes wirklich für die entsprechende Geschichte, die die Runde durchspielt, notwendig sind. (Das kann – je nach Situation – sich in zwei Varianten ausdrücken: Zum einen kann es eine gemeinsame Auswahlrunde der gesammten Gruppe geben, in der der SL seine vier Figuren zur Auswahl stellt, die er hat: In einer Slasher-Geschichte währen das dann zum Bleistift der Foot-Ball-Quarterback und die Cheerleader-Queen, der Computernerd und die graue Goth-Maus. Und anschließend schlagen sich alle die Köpfe ein, weil jeder die Cheerleader-Queen sein will. Die andere denkbare Variante ist aber, dass dir der Charakter-Erschaffungbogen vom SL vorgelegt wird und du dadurch erfärst, dass du der ehemalige Sherriff in einem Zombie-Setting bist. Du bestimmst also nicht wirklich, welchen Archetypen du gerne spielen würdest. Dir wird eher ein Archetyp aufs Auge gedrückt und du kannst anhand der dir gegebenen Möglichkeiten bestimmen, wie du diese Variierst.) Und das macht dann am Ende auch die Charaktererschaffung insgesamt anders, als sie von konventionellen Systemen bekannt ist. Anstelle von Atributen, die auf ein Blatt Papier geschludert werden, wird hier mit Fragen gearbeitet. Das heißt der SL wählt aus einer Reihe potentieller Möglichkeiten die entsprechenden Beschränkungen aus, welche er in Form von Fragen aufstellt, die der Spieler dann entsprechend ausfüllt. (Das kann über harmlose Dinge gehen, wie die Geschichte eines eher wertlosen Gegenstandes in deiner Hosentasche, allerdings kann es auch „gruppensprengende“ Themen angehen, wie der Umstand, dass Charakter B, der die Freundin von Charakter A ist, mit Charakter C geschlafen hat, der Zufälligerweise der beste Freund von A ist.)
Das alles ist für den durchschnittlichen Rolenspieler, besonders wenn er noch dazu einen gewissen Hintergrund im „Erzählspielsektor“ mit seinem ganzen Playerempowerment und dergleichen hat, erstmal eine geradezu unerhörte Gängelei. Insofern verwendet das Regelwerk von Dread natürlich eine ganze Menge Seiten und Kapitel ersteinmal darauf zu erklären, wei das Spiel im Kern gedacht ist. Wie man entsprechende Szenarien schreibt, Charaktere entwickelt und am Ende auch spielt.
Der Punkt bei dieser ganzen Sache ist allerdings die sehr zentrale Logik hinter Dread: Wir haben es hier wirklich mit einem One-Shot-System zu tun, desse komplettes Desighn überhaupt nicht darauf ausgelegt ist in irgendeiner Weise eine Kampagne zu ergeben: Jeder Spieler zieht Steine aus dem Wackelturm und der Spieler, der den Turm dabei umwirft befördert seinen Charakter damit tödlich aus der Geschichte. Optional gibt es dabei zwar noch Varianten, allerdings ist das bereits die zentrale Logik hinter dem ganzen Aufbau. Und auch für den Fall, dass jemand konventioneller Denkendes meint, dass er seinen Charakter auf Teufel komm raus überleben lassen will und sich deswegen weigert Steine zu ziehen heißt das nicht, dass dieser Umstand folgenlos bleibt. Wer keinen Stein zieht trägt Konsequenzen. Im einfachsten Fall bricht er sich ein Bein und bringt dadurch einen erzählerischen Nachteil für die Gruppe ein, im schwierigen Fall (mit einem entsprechend sadistischen Spielleiter vorrausgesetzt) wird dem entsprechenden SC bei lebendigem Leib die Haut von Körper gezogen, er anschließend mit seiner blutigen Wunde durch Sand gezogen, bis ihn schließlich im Krankenwagen des soziopahtisch veranlangte Neffe des Krankenwagenfahrers mit Buntstiften bemalt. (Der Neffe ist auch nur deswegen dabei, weil der Krnakenwagenfahrer den „Bring your Child to Work Day“ nutzt, um dem mißratenem Nachwuchs seiner Schwester zu zeigen wie ungemein befriedigend doch Jobs sind, die einen sozialen Hintergrund haben.) Was danach noch folgt sind einige typische Charakteristiken die verschiedene Subgenres moderner Horror-Unterhaltung ausmachen.
Dieser, die komplette Verfahrenphilosophie von Dread klärende Anteil des Buches macht 136 Seiten aus.
Was anschließend folgt sind vier weitestgehend Vorbereitete Szenarios für Dread. (Oder „Geschichten“ wie das Buch sie nennt.)
Dread Geschichte 1 „Unter dem Vollmond“ ist eine klassische Survival-Geschichte über eine Gruppe von Studenten, die einen Rafting-Urlaub im Grand Canyon verbringen. Abgeschnitten von der modernen Zivilisation und Technik gilt es zusammen mit mindestens einem Schwerverletztem und einem Werwolf im Nacken zu überleben.
Dread Geschichte 2 „Unter dem Stahlhimmel“ ist klassischer Suspension Horror der Marke Alien (eventuell gewürzt mit einer Spur „Event Horizon“.) Die Crew eines kleinen Bergungsschiffes dringt in ein scheinbar leerstehendes, verlassenes Schiff vor und versucht herauszufinden, was hier eigentlich passiert ist.
Dread Geschichte 3 „Unter der Maske“ ist eine fast schon typische Slasher-Story ala Scream (ich verwende hier mal absichtlich die populärere Dekonstruktion des Genres und nicht die Wurzeln selbst.) Die Charaktere spielen eine Gruppe typischer Teens, die ein Wochenende in einer Waldhütte verbringen wollen. Irgendwann viel der Strom aus, ein Typ mit Hockeymaske griff sie an und jetzt ist eine Person tot. Viel Potential für Schuldzuweisungen aller Art, während eventuell weitere Personen das zeitliche Segnen.
Dread Geschichte 4 „Unter den Schatten von Insmouth“. Ist im Grunde genommen genau das. Oder besser gesagt: Es handelt sich um eine Variation der berühmten Geschichte „Schatten über Insmouth“ von H.P. Lovecraft. Nur das diesmal nicht eine Person zufällig im Städtchen landet, sondern ein paar sich gegenseitig vollkommen unbekannte Personen hierher eingelden werden. Und dann geht der Sturm auf Insmouth los, der in der ursprünglichen Geschichte eigentlich nur die letzten wenigen Zeilen ausgemacht hatte.
Jede dieser Geschichten ist in entsprechende Handlungsblöcke unterteilt, welche die Dramaturgie und den Fortgang der jeweiligen Runde beschreiben und außerdem sind noch entsprechende Fragebögen für bis zu 6 Charaktere hier eingepflegt. Alles um einem entsprechendem Neuling ersteinmal den Zugang zu diesem doch eher eindeutig sehr fremdartigen Spielgefühl in seinen diversen Geschmacksrichtungen zu ermöglichen.
Den Abschluss bildet dann eine kurze Überlegung, wie man Dread eventuell mit Würfeln emulieren kann. (Es ist definitiv die sinnigere Variante, sich einen Wackelturm zu besorgen, allerdings ist selbst mir klar, dass diese Investition nicht mal eben einfach so bei jedem aus dem Ärmel geschüttelt wird. Selbst ich habe mir den Jenga-Turm erst etwa einen Monat nachdem ich das Regelwerk erworben habe mir zugelegt. Würfel sollte hingegen jeder im Haus haben. Die bessere Variante bleibt allerdings immer noch der Wackelturm, auf den das ganze Spiel von Anfang an zu desighnt wurde.)
Den Abschluss bilden dann noch 8 Seiten, auf denen nichts anderes als Fragen abgedruckt sind. Dieser abwechselnd in rot und grün gehaltene Fragebogen sollte auf keinen Fall als „Charakterbogen“ missverstanden werden. Allein wenn man sich die Fragebögen in den entsprechenden Dread-Geschichten in diesem Band ansieht wird eigentlich klar, dass es sich hierbei um inspirationsquellen handelt, wenn man mit einer eigenen Idee für eine Dread-Geschichte nicht weiter weiß. Man wählt also aus diesen Fragen jeweils eine Handvoll Fragen aus, die man anschließend einem Spieler vorlegt, der dann seinen Charakter aus ihnen formen soll. (Sprich: Es gibt keinen Standard in diesem Spiel, sondern man ist als freier, radikaler Spielleiter tatsächlich dazu gezwungen in alles selber Arbeit reinzustecken.)

Was macht Dread jetzt im Kern aus? Ich persönlich denke mir mittlerweile, dass sich sehr viele Personen unglaublich stark durch die gesammte Konzeption gegängelt fühlen werden und schon allein deswegen eine starke Abneigung dem ganzen gegenüberbringen. Der punkt bei der ganzen Geschichte ist das hier Railroading auf eine ganz neue Ebene geführt wird, wenn auch mit einer ganz anderen Bedeutung dabei: Gerade weil man das sehr spezielle Experiment gewagt hat einen Näherungswert für ein sehr spezielles Erlebnis zu erzielen, dass ansonsten eher in der Disziplin der Spieler selbst zu suchen wäre überzeugt auf eine sehr überraschende Weise. Es ist im Kern eigentlich sehr überraschend, dass nicht eher jemand auf die Idee gekommen ist sich mit der Frage über den Gefühl Horror an sich zu beschäftigen und dann auch noch mit einem derartigen Ergebnis daber herauszukommen. (Das Problem ist halt eben, dass Horror selbst meistens über die kognitive Ebene funktioniert. Wir erfahrne ihn innerhalb unserer geschützten Bereiche nur über eine sehr empatische Situation, weil wir uns immer bei jeglichem Konsum dieses doch sehr speziellen Genres eigentlich unserer eigenen Sicherheit bewusst sind.) Wenn man allerdings mal ein paar Minuten zeit zum Nachdenken verschwendet kommt man relativ schnell dahinter, dass man für ein ungewöhnliches Experiment hier ein geradezu erschreckend effizientes Regelwerk an die Hand gelegt bekommt. Alles was dabei fehlt ist vermutlich ein wenig Übung in Sachen Spannungsbogen und der Rest sollte schon allein deswegen geritzt sein, weil man als Spieler eben nicht daran interessiert ist einen Stein zu ziehen. (Und vermutlich ungemein froh ist, wenn der ganze Terror dann endlich vorbei ist.)

Fazit

Streichen wir jetzt einfach mal die Sache weg, dass Dread bereits zehn Jahre alt ist und eigentlich der kompletten interessierten Spielerschaft der Rollenspielszene da draußen bereit sbekannt sein sollte. (Ja, ich habe ein wenig auf twitter gelugt, was so über das Spiel bereits gemosert worden ist.) Wir haben hier immer noch ein extrem ungewöhnliches Spiel, dass einfach zu lange nicht mehr in irgendeiner Print-Fassung „einfach“ zu erhalten gewesen ist. (Es gab zwar immer noch das PDF. Aber wie das halt so ist: So wirklich warm wird man mit dieser Form der Informationsbeschaffung nun wirklich nicht. Vor allen Dingen da die meisten Tablets früher oder später doch aus welchen Gründen auch immer ein unglaubliches Problem darstellen, wenn sie ein paar Seiten darstellen sollen.) Die sehr simple Philosophie hinter dem Regeldesighn ist unglaublich genial und die funktionsweise des Wckelturms in diesem Spiel doch schnell einleuchtend. (Auch wenn man leider dem Autoren am Ende abzüge geben muss, weil er nicht Ehrlich genug ist zu sagen, welche emotionalen Faktoren tatsächlich sein System am laufen halten. Poetische Umschreibungen wie die Symbolik von Angst und Hoffnung in den Wackelturm zu projezieren ist zwar ein lustiges Werbegesprächsargument, jedoch hilft es am Ende nur bedingt weiter, wenn man sich die entsprechende Methodik von Dread aneigenen will.) Jedenfalls ist Dread bis jetzt immer noch unter den mir bekannten Systemen der stärkste Annäherungswert an das Erlebnis Horror das es geben kann. Zumindest so lange man das Ziel der Immersion für den Spieler im Blickfeld haben.
Darüber hinaus kommt noch der extra Aufwand, den sich System Matters anscheinend mit jedem ihrer Produkte macht. (Zumindest habe ich dieses Gefühl mittlerweile.) Insgesamt wertet das alles das Spiel ungemein auf und man hat wirklich das Gefühl eine Edelvariante eines sehr ungewöhnlichen Spieles in der Hand zu haben, das insgesamt Lust auf mehr macht. Ich hoffe einfach mal, dass die deutsche Szene diese doch sehr einmalige Gelegenheit wahrnimmt und sich zumindest in den Versuch stürzt das ganze auszuprobieren. Alles in allem ist das hier einfach nur ein unglaublich gelungenes Gesamtpaket.

Montag, 6. August 2018

Ein Tag im Sommer? [Karneval der Rollenspielblogs]



Hallo im August. Das aktuelle Thema, dass sich die gute Niniane hat einfallen lassen heißt „Ein Tag im Sommer“. Und mir viel auf, dass hier schon fiel zu lange zu wenig zum Thema Rollenspiel in irgendeiner Weise abging, so das ich jetzt ein paar Dinge erst mal so richtig aufholen soll. Und wie sich die meisten Leute denken können ist für mich aktuell das tragende Element in diesem Sommer eine Begleiterscheinung des Klimawandels: Diese verdammte Hitze!

Und das erinnert mich an Etwas, dass direkt vor meiner Haustür gerade stattfindet.
Das auf dem Foto ist ein kleiner Teil des inerstädtischen Bachbettes des dinslakener Rotbaches. Unter normalen Umständen ist dieser Bereich, der hier gerade zu sehen ist kein scheinbarer Trampelpfad sondern ein verhältnismäßig flacher Bachverlauf mit niedrigem Wasserstand. Vor ein paar Jahren ist hier einmal eine entlaufende Schmuckente auf einen wilden Erpel getroffen und schaffte es mit diesem ein Gelege groß zu ziehen. (Seitdem erinnern in jedem Jahr immer wieder ein paar vereinzelte Enten aufgrund ihres phänotypischen Federkleides an eben diese Ente.) Und es gibt… besser gesagt gab hier immer wieder einen konkreten Grund sich darüber schwarz zu ärgern, wenn wieder mal der Fischreiher durch den Bach stelzte. Wasser wird dieses Bachbett sicherlich irgendwann wieder führen. Ob und wann wieder Leben in dem Gewässer auftaucht, wird sich zeigen müssen. Und ich habe mich gerade genau deswegen an ein bestimmtes Thema erinnert:
Wie ein paar Leute eventuell mitbekommen haben, bin ich durchaus in jungen Jahren mit diversen Medien in Kontakt gekommen, die eigentlich für die weibliche Zielgruppe bestimmt waren. (Ich bezeichne mich nicht als Brony, aber ich besitze noch irgendwo einige alte „My little Pony“-Figuren. Wichtig ist jetzt nur: Es gab bereits damals Fernsehserien rund um das Franchise.)
Diese ersten Zeichentrickfilme waren dabei immer sehr wiedersprüchlich im Kern, was die Bewohner des jeweiligen Settings anbelangt. Mal gab es Menschen, mal nicht. Und die jeweiligen Geschichten wollten sich auch nicht so ganz Einig werden, was einen möglichen „technischen“ Status des entsprechenden Settings anbelangte. In einer dieser Geschichten, die Menschen auf einer relativ modernen Zeitebene (zumindest der Kleidung nach zu schließen) enthielt kam es zu einer Überschneidung der Erdgebundenen Ponys und zumindest der Seepfedchen-Ponys (die dann Schwimmreifen um die Hüften hatten.) Eines dieser Seepfedchen fand auf dem Grund des Flusses eine vermeitliche Schatzkiste. Gefüllt war diese mit seltsamen Motivmünzen, die – wie sich im weiteren Verlauf der Geschichte herausstellte – Wünsche erfüllen konnten. (Welche von sehr unterschiedlich großer Macht waren.) Während eines gewalltigen Gewitters trat eines der Ponys auf eine der Münzen und wünschte sich, dass es niemals wieder Regnen sollte. Die Folge darauf war binnen kürzester Zeit verhehrend. Der Regen hörte auf, das Land verdorrte, der Fluss vertrocknete. Und um herauszufinden, was mit dem Fluss los war (und weil man noch nicht verzweifelt genug war, um an magische Münzen zu glauben, die Wünsche erfüllen konnten und danach sich in Luft auflösten) zog diese Menschen-Pony-Truppe los um die Quelle des Flusses zu suchen. (Nur um im ausgetrocknetem Flußbett die Seepferdchen-Ponys zu finden, die aufgrund der trockenheit kurz davor standen zu verenden.) Und dort hörte diese spezielle erzählung tatsächlich auf. (Zumindest in der Fassung, an die ich mich erinnere. Ich vermute, dass es sich dabei um einen Zweiteiler gehandelt hatte und wir lediglich nie die nachfolgende Video-Kassette zu Gesicht bekommen haben.) Wisst ihr wie unglaublich traumatisierend es ist für ein sieben jähriges Kind mit den folgen eines dermaßen unbedacht dahergesagten, egoistischem Wunsches konfrontiert zu werden? Noch dazu ohne Möglichkeit jemals herauszufinden, ob die Geschichte ein Happy End gehabt hat.

Der Vorteil dieses Kindheits-Traumatas ist jetzt aber, dass man diese spezielle Erzählung jetzt allerdings nutzen kann für anderen Unfug. Ich denke hier gerade an ein Meta-Gerüst für eine Kurzkampagne. (Hier werden also gerade nur meine losen Gedanken gesammelt, und noch kein endgültiges, fertiges Ergebnis zu lesen sein.) Im Zweifelsfall sogar für sowas wie „Beyond the Wall“ aus dem System Matters Verlag. Aber ich will diesen Gedankengang hier erst einmal möglichst Systemfrei formulieren.
Und denke ich gerade an einen boshaften Trickster-Gott, der den Menschen mit Hilfe von entsprechend kleinen Talismane eben genau diese Möglichkeit bietet. Sie tauchen irgendwann auf und es verbreiten sich zuerst entsprechende Gerüchte in einer kleinen Ortschaft, in der diese Münzen aufgetaucht sind und eher spontan entsprechende Auswirkungen festgestellt werden. (Man könnte hier auch entsprechend eine ähnliche Geschichte noch einbauen, wie ein entsprechender Satz Talismane entdeckt wurden.) Und zuerst kommt es dann ganz langsam zu einer Art Goldrausch, während die Leute sich darum bemühen entsprechende Wünsche für sich zu erlangen. Das kann so lange gut gehen, bis zu einem entsprechendem Ereignis tatsächlich jemand den Wunsch äußert, dass er auf jeglichen Regen verzichten könnte. (Mit entsprechenden Folgen.)
Das schöne bei dieser ganzen Sache ist dann, dass sich hier jetzt langsam eine entsprechende abwärtsspirale beschreiben lässt, wie ganz langsam die Stimmung in der Ortschaft kippt. (Und man kann beschreiben, wie allmählig zuerst Hilfe aus der nächsten, größeren Ortschaft herbeigeholt werden soll.) Dabei könnte es auch nebenbei zu Aufständen aufgrund der Wasserknappheit kommen.

Wichtig bei der ganzen Geschichte ist aber eine Sache: Sobald die weltlichen Belange abgespielt wurden, muss die überweltliche Komponente dieser ganzen Situations ins Spiel kommen: Zum einen ist ja immer noch die Frage, was mit dem Fluss an sich los sei im Raum, zum anderen muss man ja irgendwie die Geschichte mit dem Hintermann in dem ganzen Ereignis noch klären.
Ich denke, dass früher oder später die Idee aufkommen könnte, die Quelle des Flusses zu suchen, der ja bisher eigentlich sehr zuverlässig Wasser gespendet hatte. Alternativ könnten auch diejenigen, die bislang Wünsche erfüllt bekommen hatten, sich eines Nachts ferngesteuert auf den Weg den Fluss entlang aufmachen.Wichtig bei der Sache ist, dass ein paar seltsame Eigenheiten zu Stande kommen. (Und hier bietet die Phantasie ja durchaus Möglichketien: Eine Denkbare Möglichekeit währe, dass die Scs in diesem Fall an eine Quelle kommen, an der eine gewalltige Skulptur aus Wasser sich gebildet hat, damit kein Wasser mehr in Richtung Ortschaft fließt und somit einer der direkten Garanten für Regen sich nicht mehr für direkte Luftfeuchtigkeit sorgen kann.)

Und spätestens hier müsste man dann den Trickster irgendwie einführen: Denkbar wäre die Möglichkeit, dass er vorher in der Ortschaft eindeutige Erfahrungen in verkleideter Gestalt sammeln konnte und jetzt auf diesem Weg den Sterblichen einen Denkzettel verpasst hat. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, wie man das Szenario wieder auflösen könnte. Denkbar ist, dass es hier zu einer Art Wettstreit kommen kann. (Wobei eher Geschick oder Raffinesse gefragt sind, als pure Körperkraft. Wer die Sandman-Comics kennt, kann sich eventuell an den entsprechenden Wettstreit in der Hölle zwischen Dream und einem anderen Dämonen erinnern, den Dream für sich entscheiden kann, weil er am Ende die Hoffnung ist.) Ich glaube nicht daran, dass jemand, der einen derartig perfiden Plan der Rache schließt auf Blut aus ist. Denkbar ist auch, dass der Trickster selbst von den Scs keine direkte Forderung stellt, sondern viel mehr einen späteren Gefallen einfordert, weswegen er jedem von ihnen ein Mal aufsetzt, dass sie Zeit ihres Lebens an ihn binden wird.

Das sind, wie gesagt, noch vollkommen unausfgearbeitete, erste Überlegungen, die das Gerüst bilden sollen, auf dem ein späteres Abenteuer dann aufbauen könnte. Mehr hatte ich aber auch von Anfang an nicht zum Ziel gehabt. Es ist einfach nur einer dieser kurzen Gedankenblitze, die einem manchmal aufkommen, wenn man ein bis zwei Details zusammenträgt und sich dadurch zu etwas inspirieren lässt.

Edit: Nachdem ich den Fatecast gehört habe möchte ich hiernochmal auf etwas hinweisen: Ninianes scheinbare Überlegungen über vertrocknende Landschaften und dergleichen waren mir gänzlich unbekannt, als ich damit angefangen habe, in die Tasten zu hauen. Im Nachhinein betrachtet fülen sich meine Zeilen fast shcon so an, als hätte ich ihr in die Hände gespielt.

Montag, 30. Juli 2018

Wahre Helden sind das nicht. Doch was besseres gab‘s grad nicht. (Ein Bericht über eine D&D 5 Runde.)


Wie einige bereits mitbekommen haben, die in der seltenen Position sind sowohl neue Abenteuer, als auch diesen Blog hier zu lesen, haben Infernal Teddy, Caninus, Barak Thor und meine Wenigkeit nach der Spiel im letzten Jahr versucht eine Fading Suns Runde zu starten. Leider ist aus dem Projekt nicht viel mehr geworden als zwei Spielsitzungen und ein paar vorbereitende Artikel drüben bei Neue Abenteuer. Der Grund dafür ist dabei eine Verquickung unglücklicher Umstände: Einer sind meine ziemlich bescheidenen Arbeitszeiten, die es unmöglich machen einen wirklich festen Termin festzuhalten. Der andere ist der Umstand, dass Teddy einfach aufgrund der Tatsache, dass wir anfangs ein unglückliches Kommunikationsmedium gewählt haben und deshalb ein paar Termine doch nicht zustande kamen den Überblick über seinen eigenen, möglichen Plot verloren hatte und deswegen die Reisleine zog. Folglicherweise einigten wir uns nach einem gewissen Austausch, bei dem Teddy in seinen Augen geeignetere Systeme für unsere Gruppendynamik vorschlug nach einigem Abwegen für D&D 5. Ich hatte bis jetzt einiges über die neueste Iteration der Grand Dame der Rollenspielwelt gehört, was ich selbst noch nicht wirklich vollständig zugeordnet bekommen hatte. (Nach etwa einem Jahrzehnt D&D 3.5, was beinahe in einer Pathfinder-Runde hätte aufgehen können, bin ich diesem speziellen Systemnamen doch irgendwie ein wenig mit überdrüssigen Gefühlen entgegengetreten. Andererseits hatte ich mir dann zwei Dinge vorgenommen: 1.) Wenn ich eine Sache nicht ins Spiel bringe, dann wird es eine Darstellung von Ernst sein. (Wo ist die Flachwitzkasse?) 2.) Mit den richtigen Leuten kann auch ein gewisser Überdruss kompensiert werden. (Und ich war mir eigentlich bei dieser Kombination an Leuten relativ sicher, dass ich hier die richtigen Leute im Zweifelsfall habe.)
Und damit verbrachten wir dann tatsächlich den ersten Nachmittag damit, in der Gruppe die ersten Charaktere zu erstellen und mal wieder festzustellen, dass ich nie Baldurs Gate gespielt habe. (Zumindest zu dem Zeitpunkt. Mittlerweile bin ich dank Steamsale zwar ein bisschen weiter in der Erkenntnis über dieses eine Spiel, aber nachdem ich andauernd in den unteren Ebenen irgendeines Turm abkratze habe ich frustriert wieder abgebrochen. Ich werde wohl doch erstmal die SNES-Klassiker unter den Rollenspielen nachholen.)

Aniway. Soweit wie ich das jetzt nachvollzogen habe, dürfte sich Teddy für „Hoard of the Dragon Queen“ als Kampagne entschieden haben, der wir im Moment folgen. Insofern wird sich dieser Bericht (und die daraus dann entstehenden, weiter folgenden) um den Inhalt dieses Kaufabenteuers drehen. Ich bin mir allerdings auch relativ sicher, dass wir als Runde genügend Unsinn anstellen werden, der vom eigentlich Pfad der vorgegeben Erzählung dann soweit leicht abweicht, dass am Ende hier nicht nur die von weniger klugen Personen so abweisend gehandelte Spoiler-Partie stattfindet. (Nachwievor gillt natürlich die Devise: Nur verspoilerte Menschen haben einen höheren Genuss der Geschichte. Ich habe die empirische Psychologie auf meiner Seite.)


Und so ergab es sich, dass eines Abends drei vom Schicksal getriebene Gestalten auf einer Anhöhe kurz vor einer Ortschaft namens „Greennest“ irgendwo in einer Welt liegt, die als die Forgotten Realms in die Geschichte eingegangen ist, sich einfanden. Jede dieser Personen hatte einen eigenen Grund, der sie zu diesem sehr speziellen Moment an eben diesen Platz gebracht hatte. Da war „Ramus, der Jüngere“. Ein weiser Priester der lange Zeit in der Wildnis ein zurückgezogenes Eremitendasein gelebt hatte und nur deswegen in die zivilisierteren Lande zurückkehrte, um herauszufinden was sein Vater „Ramius, der Ältere“ auf dem Sterbebett damit meinte, dass er Handel mit einer Organisation namens Drachenkult getrieben hätte, als er ihm die Lebensbeichte abnahm und dies als schlimmste Sünde erfuhr. Dann war dort die Tieflingsmagierin Ogen, welche visionäre Träume vom Weltuntergang im fernen Sigil ein Portal betreten ließen um am anderen Ende die nächstbeste Person geradezu belästigend Aufgeregt nach dem direkten Weg nach Greennest zu fragen. Und dann war da die elfische Schurkin Drusillia (deren Spieler immer noch überlegt den Namen doch noch in Drusilla zu retkonnen.) Einst im Herzen des Drachenkultes groß geworden kannte ihr Herz jetzt nur noch Rache an denjenigen, die ihr alles genommen hatten.
Diese drei Personen hatten sich über die letzten Monate immer wieder anderen Reisegruppen angeschlossen und waren dabei schließlich aufeinander gestoßen und schließlich dazu entschieden das letzte Stück der Reise zusammen abzuschließen.
Doch was auch immer sie jeweils erwartet hatten: Einen blauen Drachen am Nachthimmel zu sehen, der von gelegentlichen Blitzen erhellt wird, während die Ortschaft zu ihren Füßen niederbrannte, gehörte sicherlich nicht dazu. Von der Faszination des Augenblicks erfasst und aus Wissbegierde getrieben, den Drachen so gut es ginge zu erforschen. (Zumindest was die sichtbare Erscheinung anging.) Zeitgleich unterhielten sich Ramius und Drusillia über die Frage, wie man sich entsprechend hier verhalten solle. Ramius vermutete, dass alles an dem Drachen liege, der am Himmel seine Kreise drehte. Drusillia hingegen machte darauf aufmerksam, dass man sich nicht des Vergehens des Spezieszimus schuldig machen dürfe. Immerhin sei es genauso denkbar, dass der Drache nur zufällig vorbeiflöge, während eine noch unbekannte dritte Gruppe eigentlich nur geheime Nachrichten mit Hilfe der brennenden Hausdächer weiterreichen wollte.
Und um zumindest die falschen Vermutungen ausschließen zu können begann die Schurkin damit ihren Reisegefährten Gegenargument für Gegenargument abmildernd den Hügel hinunterzuschubsen. Wohl wissend, dass der beste Ort bei einem Angriff direkt hinter dem schwergepanzertem Priester sein würde.

Diese Taktik sollte schon bald aufgehen, denn wie aus dem Nichts tauchten mit einem Mal Kobolde auf, die die Gefährten angriffen. Nach einem kurzen Augenblick des Zögerns sollte dann diese erste Feuerprobe des Kampfgeschicks der drei Weggefährten aufgehen. Zwar wurde Drusillia musste Drusillia durchaus einiges Einstecken, allerdings beeindruckte ihr beidhändiges Geschick mit den Schwertern dermaßen, dass Köpfe über den Boden purzelten. Und kaum war man auf diesen Weg näher an das Dorf gekommen, konnt eman beobachten, wie ein paar Bewohner verzweifelt die alten Kinder in Sicherheit brachten. (Um genau zu sein, eine Kriegerin, die von Kobolden bedrängt wurde, versuchte den Rückzug eines alten Mannes zu decken, der einige Kinder mit sich führte.) Kurzentschlossen stürzte man dieser Gruppe von Überlebenden zur Hilfe und trotz einigen unkoordinierten Ereignissen von Friendly Fire schaffte man es irgendwie verletzt und mit diesen neuen Bekanntschaften im Schlepptau die Festung der Ortschaft zu betreten. Wie sich hier erst herausstellte schien der Angriff Seitens des Drachens und der Kobolde eine seltsame Koordination zu erfahren: Offenbar hatte man beobachten können, wie Kobolde und noch weitere Spukgestallten die Häuser der Ortschaft durchsuchten und sobald diese verlassen worden waren, ein Blitz vom Himmel regnete und nichts als Trümmer von der einstigen Behausung zurücklies. Außerdem befürchteten einige, dass im Tempel der Ortschaft noch weitere Überlebende eingeschlossen waren. Dem Trio der Helden wurde also der Auftrag zuteil, dieser Gruppe auch noch zu Helfen. Und während sich Ogen aus den Trümmern des abgebrannte Wohnhauses der Festung eine nicht ganz so verkohlte Matratze herauszog, um eine kurze Pause des Schlafes zu finden, hörte sich Ramius noch einmal weiter unter den Wachen der Festung um, um den Bürgermeister der Ortschaft besser einschätzen zu können. (Was er dabei herausfand lies ihn wohl mit gemischten Gefühlen zurück.)

Allerding sgab es noch ein Problem: Man kommt nur schwierig aus einer Festung heraus, wenn die Stadt ringsum von Feinden überfallen wird. Zwar ging man davon aus, dass man am nächsten Morgen wieder „Sicher“ sein würde. (Woher diese Hoffnung auch immer herrührte.) Zum Glück war einer der älteren Herren über die Burg vorsichtig genug gewesen, nicht gänzlich ohne Hinterausgang die Burg zu befestigen. Und während Ogen noch darüber stichelte, dass man jetzt vermutlich über den Abort die Burg verlassen sollte bekam sie einen Schlüssel in die Hand gedrückt, und erfuhr, dass im Keller ein Geheimgang sich befinden würde, der von Außen als Abwasserkanal konstruiert worden war. Somit mussten im Keller einige Vorratsfässer zur Seite geräumt werden, um die Tür in den Gang zu freizulegen.

Und während man sich durch die Tür und einige Ratten im Gang durchkämpfte erwies sich der eigentliche Gegner als eine weitere Tür, für die der Schlüssel in Ogens Besitz gedacht war. Und das dieser zerbrach, kaum das die Tieflingsfrau ihn im Schloß umzudrehen versuchte. Somit blieb es bei Drusillia mit ihren eigenen Handwerksfähigkeiten zu versuchen den Ausgang zu bezwingen. Und mit einem langen, nachdenklichen Blick auf ihre Gefährten schwang diese nach nur kurzer Zeit auf.

Doch kaum im Freien musste man sich der Tatsache stellen, dass man glücklicherweise noch unentdeckt in der Nähe einer weiteren Gruppe von Angreifern sich befand, die am anderen Ufer des „Burggrabens“ irgendetwas zu suchen schienen.

Montag, 23. Juli 2018

Rezension: Clamp: X (Band 02)

Cover: Clamp: X/1999
Verlag: Carlsen Comics
Ich sagte ja schon in der Rezension zum ersten Band, dass X in vielerlei Hinsicht bekannt ist. Von dahe rist es auch schwierig im Moment aus der Perspektive eines gänzlich unbeleckten Lesers an die Sache heran zu gehen. (Trotzdem versuche ich diese Haltung auch bei dieser Rezension weiter aufrecht zu erhalten.)
Das Setting von X wird in diesem Band noch weiter eröffnet. (Respektive, um es anders auszudrücken: Es werden weitere Elemente in die Geschichte eingebracht und darüber hinaus neu definiert.) Es gab am Ende des ersten Bandes eine Andeutung, dass anscheinend zwei Gruppen „etwas mit dem Weltuntergang zu tun haben“, wie es so schön prosaisch an diversen Stellen innerhalb der bisherigen Erzählung des Mangas immer wieder hieß. Dies wird hier insofern bestätigt, dass am Anfang von Band 2 ein Kampf zwischen zwei Mitgliedern der unterschiedlichen Lager zustande kommt. Das besondere an dieser Sache ist jetzt nicht unbedingt dieser Kampf an sich. Er verläuft schlicht und ergreifend zwischen zwei Individuen, deren Fähigkeiten mystischer Natur sind und weit jenseits jeglichen Durchschnittes liegen. Das Besondere hier ist viel mehr, dass ausgerechnet Fuma einen der Bannkreise durchbricht, die dazu geschaffen werden, um die Auseinadersetzungen zwischen den einzelnen Parteien möglichst außerhalb des Blickfeldes der Öffentlichkeit zu lösen. (Und um zu verhindern, dass die Umgebung zu schaden kommt.) Das stellt etwas absolut ungewöhnliches da und weißt bereits darauf hin, dass Fuma anscheinend innerhalb der Geschichte noch eine bis hierhin ungeklärte, aber höchstwahrscheinlich sehr wichtige Rolle übernehmen wird.
Abseits davon erfahren wir etwas mehr über die Strukturen der beteiligten Gruppen. Wobei der Fokus dabei ganz klar nicht auf der Gruppe von Hinoto liegt. Dazu wird eine Art Spiegelung in der Struktur der „Boten“ vorgenommen, die ähnlich zu der Struktur der Siegel zu sein scheint. Beiden Gruppen steht jeweils eine Seherin voran, die das verbindende Element ist. Beide Seherinnen haben jeweils direkte Kontakte in die höchsten Ebenen der japanischen Politik. Nur während Prinzessin Hinoto die Siegel um sich scharrt und direkt unter dem japanischen Parlament ihre Vorraussagen für entsprechende Abgeortnete macht und weithin als die beste Seherin des Landes gillt, ist es im Falle von Kanoe, die den Boten vorangeht eher so, dass sie durch Blutsverwandschaft einen Weg gefunden hat, sich in die Visionen von Hinoto einzuschleichen und auf diesem Weg ihre Truppe mit den wichtigsten Informationen versorgen kann.
Darüber hinaus gibt es immer wieder äußerst verstörende Rückblicke auf die Vergangenheit, die vermutlich auch etwas mit der Gegenwart zu tun haben: Wir erfahren auf deisem Weg, dass die Mutter von Fuma und Kotori ein Ende in Einzelteilen gefunden hatte. (Und das Kotori diese zerfetzten Überreste gefunden hatte.) Fuma, der kurz darauf an derselben Stelle eintraf hatte es anscheinend geschafft seine Schwester davon zu überzeugen, dass sie nicht die sterblichen Überreste der Mutter dort sah, sondern dass diese an einer Krankheit verstorben sei. (Nur das aus irgendeinem Grund diese Erinnerungsfetzen jetzt immer wieder nach oben brechen.)
Zeitgleich bewacht der Vater der beiden im Schrein, dem er vorsteht, ein heiliges Schwert, das in einem direkten Zusammenhang mit dem Tod seiner Frau zusammenhängt. Und natürlich kommt es gegen Ende zu einem tödlichem Duell um dieses Schwert, dass vermutlich ebenfalls eine unglaublich starke Bedeutung im Zusammenhang um den bevorstehenden Weltuntergang spielt.

Dieser Band verfolgt weitestgehend diselbe Strategie, die auch schon der erste Band gespielt hatte: Er stellt das Setting vor. Hier werden noch mehr neue Elemente eingebracht, ihre Strukturen jeweils vorgestellt und andeutungen Gemacht, was eventuelle Funktionen anbelangt. Der Punkt ist nur: Alles bleibt dermaßen auf der Ebene des angedeuteten, dass selbst die angedeutet Kampf-Sequenz nur dazu dient eine andere Funktion – Fumas Rolle in der weiteren Geschichte – anzudeuten. Bis hierhin werden durch die Bank weg nur Dinge vorgestellt, die in ihrer Struktur vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt in der Geschichte noch eine Rolle spielen werden. Was diese Funktion nicht einnimmt wird im warsten Sinne des Wortes innerhalb kürzester Zeit einfach nur umgebracht. (Die ganze Geschichte Endet sogar damit, dass Fumas Vater noch mit seinen letzten Atemzügen erfolglos versucht seinem Sohn zu erklären, dass er irgendwas im Verhätlnis zu Kamui sein. Ob das jetzt allerdings ein Diener, ein Mörder oder ein Festmal sein soll bleibt an dieser Stelle natürlich offen.

Von daher bleibt eigentlich nur festzuhalten: Das diese ganze Reihe ihren Kult-Statu szu recht irgendwann erworben hat mag klar sein. Der Punkt ist nur, dass an dieser Stelle nicht wirklich ersichtlich ist, was diesen Kultstatus ausmachen wird. Die Story ergiest sich nur so dermaßen um Andeutungen, dass der Weltuntergang bevorsteht. Was man sich als Leser spätestens nach der Lektüre dieses Bandes aber wünscht ist wirklich der notwendige Decoder, um aus dem ganzen endlich einmal schlau zu werden. (Also das man wenigstens den Status Quo begreifen kann.)
Ich hoffe inständig, dass diese Aufschlüsselung endlich mit dem dritten Band beginnt.

Fazit


Immer noch ein sehr interessanter Ansatz. Das Problem ist nur, dass die Story sich an dieser Stelle zu sehr darin verliert andeutungen zu machen, die man als uninformierter Leser nicht unbedingt kennen muss. Die Frage die sich an dieser Stelle halt stellt ist, ob hier Elemente enthalten sind, die in dieser Form für den durchschnittlichen Japaner lesbar währen. Der Europäer an sich ist erst einmal verwirrt.

Montag, 16. Juli 2018

Rezension: Clamp: X (Band 1)

Cover: X/1999
Band 01
Verlag: Carlsen Comics
Was ich mir aktuell vorgenommen habe ist eine Serie, die so ziemlich den „Zeitgeist“ der 90er auf ihre eigene Weise atmet und dabei noch einige Aspekte mit sich bringt, die viele Personen heutzutage maximal noch als „Schade“ in Erinnerung habe sollten. „X“ ist eine Serie des japanischen Zeichnerinnen Teams „Clamp“, die hierzulande auch noch unter den Namen „Clamp X“, „X: 1999“ oder „Their Destiny was Foreordained“ läuft. (Technisch gesehen läuft das alles auf die sehr einseitig gestalteten Cover der Serie zurück, die Einfach nur den Schriftzug „Clamp X Their Destiny was foreordained. 1999.“ trugen. (Wobei dieser Schriftzug noch jeweils eine entsprechend wechselnde Farbe von Band zu Band aufwies.) Wenn überhaupt dürften den meisten eigentlich nur die Anime-Verfilmungen bekannt sein, die einmal als Serie und einmal als OVA durch unterschiedliche Ende von sich reden machten. (Was im Unterschied zur Manga-Serie deshalb so bemerkenswert ist, weil der Manga seid 2003 offiziell als pausiert gilt und deswegen bislang nur 18 von ursprünglich einmal 21 angedachten Bänden veröffentlicht wurden. Innerhalb der Fan-Szene wurde zumindest in meinen Beobachtungen noch sehr lange in der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre spekuliert, so das entsprechende Gerüchte wie moralische Skrupel bezüglich bestimmter Katastrophen, die Japan in den entsprechenden Jahren heimsuchten, sehr oft die Runde machten. Andere Quellen lassen die Vermutung zu, dass ein bestimmtes Manga-Magazin im Land der aufgehenden Sonne die Serie einfach als zu unrentabel empfand und deswegen keine weiteren Kapitel mehr bezahlen wollte. Die Wahrheit dürften wohl am Ende nur die vier Damen des Mangaka-Studios Clamp selber wissen. Und da ich kein Japanisch beherrsche kann ich diese nicht fragen.)

Wieauchimmer, ich verlaufe mich gerade in ein paar Gedankengängen: Worum geht es eigentlich in diesem ersten Band?
Technisch gesehen haben wir hier eigentlich erst einmal drei Erzählstränge, die sich um unterschiedliche Figuren(-Konstellationen) drehen und gelegentlich berühren:
Den Anfang macht dabei das Geschwisterpaar Kotori und Fuma, beides „normale“ Schüler, die sich durch ihren Schulalltag in diesem Band kämpfen. Kotori wirkt meistens extrem Ernst, scheint ein ungewöhnlich guter Sportler zu sein und hat eigentlich nur alle Beschützerinstinkte für seine Schwester hochgefahren. Fuma ist das, was man als „everybodys Darling“ bezeichnen würde. Ein bisschen verhuscht und romantisch veranlagt. Das Besondere dabei ist, dass Fuma ausgerechnet an dem Tag, der den Start dieser Geschichte darstellt einen Visionären Traum hatte, dass ein alter Jugendfreund, Kamui, der vor sechs Jahren spurlos aus Tokyo verschwand, zurückkehrt.
Zweite Figur ist besagter Kamui. Was wir in diesem Band eigentlich erst einmal nur erfahren ist, dass er gerade einen großen Verlust erlitten hat, weil seine Mutter in einem Feuer umgekommen ist. Die Tatsache, dass er nach Tokyo zurückgekehrt ist, stellt die Erfüllung eines letzten Willens dar, den sie ihm noch zugerufen hatte, während er dabei zusehen musste, wie sie in den Flammen des eigenen Hauses verstarb. Darüber hinaus erfahren wir, dass Kamui über ungewöhnlich hohe Fähigkeiten verfügt, die er gewissenlos einsetzt. (Anscheinend existiert so etwas wie eine Schutzvorrichtung, die im Band nur als „Bannkreis“ bezeichnet wird, auf welche Kamui in einem Zustand von Gewissenlosigkeit nicht zurückgreift. Man erfährt nur ein wenig mehr innerhalb der Geschichte dieses Bandes über die Funktion dieser Bannkreise, allerdings ist dabei zuallererst „nur“ die Darstellung von der Person Kamuis und dessen Verhältnis zur gesammten Situation von Bedeutung. Wie diese Situation allerdings insgesamt aussieht erfahren wir dann erst von der vermeintlich dritten Figurenkonstellation.)
Die dritte Figurenkonstellation sind enige Personen, die sich Rund um eine Blinde Wahrsagerin sammeln, welche als „Prinzessin Hinoto“ bezeichnet wird und einen Traum/Vision von einem Ereignis hatte, dass ersteinmal nur als „Tag der Verabredung“ in der Geschichte der Mangas bezeichnet wird. (Womit wir auch zum eigentlich Thema, dem Zeitgeist der 90er kommen: Bei diesem „Tag der Verabredung“ handelt es sich um nichts anderes als das Ende der Welt, weswegen Hinoto um sich herum die „Himmelsdrachen“ versammelt, die hier noch nicht bei diesem Namen genannt werden. Da ich allerdings davon ausgehe, dass zumindest die Verfilmungen bereits bekannt sein dürften, erwähne ich diesen Namen besser schon einmal, als Grundlegend ständig um den heißen Brei herumzureden, bis die „Erddrachen“ dann auch noch entgültig in irgendeiner Form in den weiteren Bänden eingeführt werden und deren ganze Bedeutung ebenfalls erklärt wird.)

Dieser erste Band erklärt erst einmal nichts. Man wird als Leser einfach nur in die Ereignisse eines seltsamen Settings hineingeworfen und erfährt mit einem Haufen leicht sphärisch wirkender Zeichnungen etwas über einen mythologischen Überbau, der unglaublich Symbolgeprägt ist. (Und das zwei Drachen sich gerade darum streiten einen Glasmurmel, die die Welt sein soll, zu zerdeppern.) Was wir aus dem Band eigentlich – abseits davon, dass die Figuren in dem Manga alle unglaublich dramatisch wichtig sein müssen – nur erfahren ist, dass der „Tag der Verabredung“ (was eine selten bescheuerte Bezeichnung ist… ich glaube in der Anime-Serie hies die ganze Geschichte noch Tag der Abrechnung) kurz bevor steht, und das Kamui dabei irgendeine ganz gewichtige Rolle spielt. (Und das zumindest die Gruppe, die die „Himmelsdrachen“ sein sollen, auch nicht so ganz genau weiß, was sie mit ihm anfangen soll.)

Und ich muss von Vornherein hier noch etwas sagen: Ich bin bislang nicht wirklich mit dem Werk von Clamp groß in Berührung gekommen. Von daher fällt es erst einmal sehr stark auf, dass diese Zeichnungen zu einem Großteil unglaublich hölzern wirken. Das kann damit erklärt sein, dass X mit seinem erscheinen im Jahr 1992 noch zu den sehr frühen Arbeiten des Studios auf professioneller Basis gehört. Andererseits hat dieses hölzerne aber auch etwas unglaublich ansprechendes an sich, so dass ich diesem Stil nicht vollkommen abgeneigt gegenüber bin. Der Punkt ist nur, dass ich eher mit der Verfilmung vertraut war, als ich den Band erworben habe und zumindest die Anime-Fernsehserie ist stilistisch etwas anders gestaltet. (Insofern mag der Manga für entsprechende Erstleser erst einmal ein Schock sein, was die Erwartungshaltung anbelangt.)

Fazit


Die Story ist ersteinmal wirr, weil hier aufgrund der sehr starken mythologisch angehauchten Atmosphäre der Leser in ein Wirrwarr an Symbolen geworfen wird, die zumindest aus der westlichen Perspektive heraus betrachtet erst einmal unzugänglich, geradezu sperrig wirkt. Wenn man allerdings sich ins Gedächtnis ruft, dass die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sehr stark von der „Milleniums-Panik“ des Jahres 2000 geprägt waren macht es durchaus Sinn, dass hier jemand schon sehr Früh mit den entsprechenden Mitteln der japanischen Mythologie vermutlich gearbeitet hat. Die Zeichnungen sind wie bereits erwähnt ersteinmal aus der heutigen Perspektive heraus betrachtet gewöhnungsbedürftig. (Wenn man sich die bereits von mir hier auf dem Blog vorgestellten Mangas ins Gedächtnis ruft ist man ersteinmal etwas anderes von der Darstellung her gewöhnt. Und man muss sich dabei vor Augen führen, dass ich das in keinster Weise abwertend meine. Es ist lediglich eine Feststellung.) Der Punkt bei der ganzen Sache ist, dass dieser erste Band die gesammte Arbeit sehr Wirr erscheinen lässt. Man hat nicht unbedingt sofort einen leichten Zugang zu der ganzen Geschichte. Insofern muss ich leider sagen, dass dieser erste Tankubon definitiv nicht den Kult-Status erklärt, den X damals genoss, als die Reihe heirzulande publiziert wurde. Von daher muss man abwarten, was der weitere Verlauf der dargestellten Geschichte rund um den Weltuntergang sein wird. Historisch betrachtet war diese Manga-Reihe absoluter Kult. Rein vom ersten Band aus betrachtet ist das allerdings nicht nachvollziehbar. Insofern müssen wir davon ausgehen, dass hier vermutlich etwas vorliegt, dass zur Sorte „das wird später besser“ und „man muss ein wenig Geduld mit der Serie haben“ gehört. Und diesen Punkt muss man wohl wirklich finden.

Montag, 9. Juli 2018

Oberhausener Comic und Mangaconvention




Mittlerweile sollten ein paar Leute mitbekommen haben, dass ich mich ein kleines bisschen für das Medium Comics begeistern kann. Das hatte gerade während meiner Schulzeit in den 90ern deswegen einen Höhepunkt gehabt, weil ich mich regelrecht auf jährlich stattfindende „Comicbörse“ in der Duisburger Mercatorhalle freute. Der Punkt bei diesen Comic-Börsen war, dass sie Grundsätzlich reine Verkaufsveranstaltungen für gebrauchte, alte Comichefte waren. Im Grunde handelte es sich dabei um einen großen Flohmarkt, der nur sehr spezialisiert war. (Abgesehen von Comics gab es damals natürlich auch noch ein paar andere Angebote. Damals waren Ü-Eier noch sowas wie gefragte Sammelobjekte. Allerdings waren damals vor allem die alten Kenner Star Wars Actionfiguren in unterschiedlichen Zuständen zu haben gewesen.) Von daher war damals (zumindest für mich) eine entsprechende Liste mit Nummern aus meinen Serien, die ich noch suchte, eine selbstverständliche Ausrüstung.
Warum ich das erwähne? Ich erwarte unter der Bezeichnung „Con“ etwas anderes. Meine erste Convention war die Mitspielen der Blutschwerter in Münster. Damals, im fernen Jahr 2006. Das war zwar eine Rollenspielcon, allerdings muss man dabei hinzufügen, dass damals ein paar Dinge mit hinzukamen, die schon ziemlich charakteristisch für meine Erwartungshaltung wurden: Die Grundlage boten natürlich die Spielrunden, von denen Unzählige da waren. Damals gab es aber auch noch ein paar Autorenlesungen und entsprechende Vorträge, die irgendwas mit dem Thema Rollenspiel zu tun hatten. (Ja, mir ist durchaus bewusst, dass das sehr stark variieren kann je nach Veranstaltungsort und Ausrichter.) Wobei es keinerlei Verkaufsstände gab, weil der Anbieter des Veranstaltungsort in diesem Zusammenhang entsprechende Bedingungen stellte.
Was aber passiert, wenn mit einem mal eine Veranstaltung aufplöppt, die sich „Oberhausener Comic und Mangaconvention“ nennt? Das ist nämlich irgendwann in der letzten Woche in meinen sozialen Netzwerken passiert. (Die Veranstaltung selbst war jetzt am Samstag und ich bin mir nicht ganz Sicher: Entweder war es der Donnerstag oder der Freitag, dass ich den entsprechenden Hinweiß gesehen habe. Jedenfalls hatte ich mich sehr kurzfristig dazu entschlossen, an der ganzen Geschichte Teil zu nehmen.)
Veranstaltungsort war ein Gebäude am „Revierpark Vonderort“. (Ein Teil Oberhausens, den ich bis dahin ehrlich gesagt noch nicht kannte. Von daher: Öfters mal was Neues.) Von daher war ich mit gemischten Gefühlen angekommen. (Wie gesagt: Irgendwie befürchtete ich damit, dass sich hinter dem Begriff Convention hier eine Comicbörse verbergen würde, die positive Überraschung wären dann Panels und Cosplay gewesen… oder zumindest sowas in der Art.)
Der Veranstaltungsort war rein vom Raum her gesehen extrem Klein. (Wer sich an den Bericht über die „Spiel doch!“ erinnert: Die Con hier war noch kleiner als diese Extrem kleine Messe im Landschaftspark Nord in Duisburg.) Und das war dann sogar nochmal halbiert in zwei Faktoren, die nicht so ganz klar Sinn ergaben: Die Hälfte war tatsächlich eine reine Comicbörse gewesen. Das Angebot war um einiges Bescheidener, was natürlich den Anbiertern und meinen doch sehr speziellen Interessen in diesem Fall geschuldet war.) Die andere Hälfte war dann aber so etwas wie eine „Künstlermeile“ in Form eines Hadnwerkermarktes (ich weiß das klingt seltsam, aber genau das sind meine Assoziationen gewesen: Man bekam hier sehr viele Drucke von Figuren, die im Manga-Stil erstellt worden waren. Sowas wie „die eigene Charakterskizze“, wie man sie zumindest über lange Jahre von der Künstlermeile von der Spiel her kannte, war das hier so betrachtet eher nicht gewesen. Zumindest hatte ich nicht diesen Eindruck.) Und überraschenderweise war da auch noch ein Shop, von dem ich glaube, dass er eigentlich in Hamburg ansässig ist. (Von dem ich allerdings auch schon über Umwegen mal etwas gehört habe… und ich meine ich habe irgendwo einen Youtuber gesehen. Zumindest assoziiere ich die entsprechende Frisurgestalltung mit ein paar wirren Videos, in denen die entsprechende Person sich über Manga-Serien ausgelassen hatten… ohne das diese sonderlich viel Sinn gemacht hätten.)
Cosplay gab es trotzdem, allerdings ohne irgendwelche organisierten Fakotren dahinter, welche die entsprechenden Personen als Anregung hätten dienen können. Das war wohl eher die „Sehen und Gesehen werden“-Fraktion, die einfach nur aus der Gegend kam.

Insgesamt bin ich also nach etwas anderthalb Stunden mit sehr gemischten Gefühlen wieder nach Hause gefahren. Eventuell wird die ganze Geschichte in anderen Städten anders aufgebauscht. (Hinter der ganzen Aktion steckt ein zentraler Veranstalter, der die Marke „Comic und Magaconvention“ anscheinend in sehr vielen Städten hier in NRW aufzieht.) Jedenfalls war Oberhausen ein sehr seltsamer Rückblick in meine eigene Vergangenheit unter anderen Vorraussetzungen. Nur hat mir das Gerade gezeigt, dass es vermutlich Sinn macht eine entsprechende Sammelliste anzulegen. Nur das sie dieses mal nicht in einem Schnellhefter einmal im Jahr herumgetragen wird, sondern besser in der Dropbox geparkt wird, um bei Gelegenheit bemüht zu werden.

Montag, 2. Juli 2018

Rezension: Naoki Urasawa: Nach der Kirmes (Monster 05)

Cover: Naoki Urasawa
Nach der Kirmes
Monster 05
Verlag: ema:adult
Der fünfte Band der Serie Monster ist ein wenig kompliziert zu erfassen. Hatten wir bislang irgendwo einen halbwegs zusammenhängenden Verlauf pro Band in der Erzählung gehabt, die danach nur noch um einzelne, wenige erweitert wurden, ist dieser Band eigentlich nur noch durch seine kurzen Episoden gekennzeichnet.
Tenma sucht einen ehemaligen Studienkollegen auf, der meint, dass er noch eine Rechnung offen habe. Außerdem beobachten wir, wie Tenma und Dieter bei einem britischen Ehepaar als Anhalter mtifahren, die gerade dabei sind, ihren Sohn im Gefängnis zu besuchen. Nina stalkt in der Zwischenzeit den zweiten Polizisten, der ihre „Eltern“ im Auftrag von johann umgebracht hat und stellt dabei fest, dass auch dieser Mann von Johanns Spielzeugen weiterhin im Auge bahlten wurde.
Und Inspektor Runge vom BKA stellt Tenma eine Falle, indem er den Fall eines Nachahmungstäters in eine andere Richtung aufbauscht.

Eigentlich ist der Inhalt all dieser Geschichten für sich betrachtet gar nicht mal so wichtig. Zentral geht es aber die ganze Zeit um unterschiedliche Variationen eines Themas: Schuld und Sühne. In jeder dieser Geschichte gibt es eine Person, die etwas sehr zentrales in ihrem Leben zu bereuen scheint. Einen Fehler, den sie sich nie so ganz vergeben kann. Und es gibt jeweils einen Augenblick in der ganzen Geschichte, wo aus dieser Schuld ein Moment der Katharsis erfolgt, der zur Sühne genügt. Das wirkt zwar ebenfalls in diesem ganzen Zusammenhang sehr konstruiert, allerdings funktioniert gerade diese episodenhaften Erzählweise dabei sehr gut, weil man im Grunde einiges über das Thema „Dreck am Stecken“ erfährt und zeitgleich auch noch einsieht, was letzten Endes Menschen alles jeweils Bewegen kann. Der Punkt dabei ist (so vermute ich) das man die ganze Zeit über dieses sehr komplexe, psychologische Spiel betreibt, bei dem es letzten Endes darum geht ein Verständnis für das unverständliche Wesen Johanns auf lange Sicht zu entwickeln. (Oder zumindest den Punkt anders zu Hinterfragen, was die beiden Extreme „Gut“ und „Böse“ eigentlich innerhalb dieser ganzen Grauzonen, die menschliches Handeln eigentlich darstellen.) Insofern ist dieser Band vermutlich die bislang schwerste Kost in der Serie bis zu diesem Punkt.

Fazit


Eigentlich kann ich dazu keinen so wirklichen Abschluß bringen. Die Erzählung von Monster war bis hierhin nie so ganz einfach gewesen und gerade dieser Band bricht nochmal einiges weiter auf. Von daher mag ich diesen Band, allerdings verstehe ich so langsam wirklich gut, dass gerade Monster nicht wirklich auf dem deutschen Markt funktioniert hat. Die Erzählung verliert sich andauernd in abzweigungen,d ei zwar für weitere Verständnis wichtig sind, allerdings dabei um so verwirrender für ein eher jüngeres Zielpublikum werden, was zumindest für eine sehr lange Zeit hierzulande in erster Linie Magas konsumierte. Alles in allem bleibt der Band aber unglaublich lesenswert und ist definitiv unter all diesen Aspekten (und mit dem Geschehen bis hierhin im Hinterkopf) definitiv der stärkste der bisherigen Serie.

Montag, 25. Juni 2018

Rezension: Naoki Urasawa: Ayses Freundin (Monster 04)

Cover: Naoki Urasawa
Ayses Freundin
(Monster 04)
Verlag: EMA:adult
Mittlerweile kennen wir die groben Grundsätze von „Monster“ ja schon. Diesmal gibt es in gewisser Weise ein Wiedersehen: Abgesehen davon, dass Tenmas ehemalige Verlobte ihr Anwesen niederbrennt und jetzt ihre komplette Existenz darauf setzt, Tenma hinter Gittern zu sehen kommt es zu einem Wiedersehen mit Nina. Tenma und Nina sind gleichermaßen auf derselben Spur, was Johanns Vergangenheit und mögliche Aufenthaltsorte anbelangt. (Nur das sie jeweils andere Methoden dabei verwenden.) Tenmas zentrale Spur aus dem letzten Band, dem Kinderheim 511 war der Name von General Wolf, welcher anscheinend ein hoher Funktionär in der ehemaligen DDR war. Dieser Spur folgen Beide unbewusst undabhängig voneinander, wie es scheint.
Nina nutz dabei ihren weiblichen Charme, während Tenma alles daran setzt, um die entsprechenden Informationsquellen zu beanspruchen, die sich ihm ergeben. Das Problem bei der ganzen Sache ist nur: Derzeit führt die entsprechende Information mitten in die Neo-Nazi-Szene. (Und gerade ein Asiate muss sich in dieser Gesellschaft in Acht nehmen, wie man sehr schnell merkt.)
Grundlegend geht es darum, dass irgendeine Gruppe einen großen Plan hegt, in der Johann anscheinend das zetrale Rädchen im Getriebe spielen soll. (Einen Plan, den das Monster natürlich nicht unbedingt aufgreifen möchte.) Und dementsprechend läuft alles ein bisschen anders, als es sich die fanatischen Personen in diesen Kreisen vorgestellt haben.
Den Abschluß bisldet dann nochmal ein Blick auf Nina, und wie sie ein halbes Jahr damit verbracht zu haben scheint, sich die notwendigen Eigenschaften anzueignen, um mit einer Schußwaffe umzugehen. Inklusive der Tatsache, dass mal wieder eine Figur eingeführt wird, der man am Ende eher zwiegespalten gegenüber steht.

Also, was haben wir diesmal hier vorliegen: Der Ausblick auf die eher schattenhafte Seite der deutschen Kultur der 90er wird hier durchaus ganz gut mit dem Holzhammer aufgeführt. Das Problem bie der Sache ist nämlich, dass abgesehen von ein paar Skinheads, die durchaus überzeugend als „Spatenköpfe“ darstehen können, die Mehrheit der anscheinend tatsächlich präsentierten Figuren (allen vorran Babyface) eher an amerikanische Mobster aus den 20ern von der Darstellung her erinnern. Und trotzdem ist deren Ziel nicht etwa das Ausrauben einer Bank, sondern das infernale Niederbrennen eines türkischen Viertels. (Und dabei spielt es noch nicht mal so einen große Rolle, wo der etwaige Handlungsort jetzt genau stattfindet.) Die Figuren wirken nur stellenweise Charismatisch, bemühen ansonsten aber eher komisches Zeug. (Und das der „große Plan“ eher in Richtung Größenwahn ausartet, braucht man dabei auch nicht unbedingt großartig erwähnen.) Der Punkt bie der Sache ist nur, dass ein paar Punkte eventuell funktionieren könntne, allerdings das Ziel dieses Planes dann auf einen sehr absurden Faktor, wie dem wechsel der Windrichtugn aufgebaut ist, dass man sich schon fragt, ob hier ein paar Hellseher am Werk waren. (Das spielt aber auch eher eine geringe Rolle. Der Punkt bei der Sache ist viel mehr, dass hier eine bestimmte Tat von Menschenverachtendem Ausmaß erdichtet wird, die eventuell sogar funktionieren könnte.) Wichtig an dieser Geschichte ist halt, dass die entsprechenden Motive zu dem vermuteten Ausmaß der Macht des Monsters angesetzt worden sind.

Fazit


Die Geschichte ist ein wenig bedrückend, wenn man bedenkt, auf welches Milieu hier in Deutschland innerhalb dieser Serie gerade der Fokus gesetzt wird. Aber letzten Endes passt es auch dazu, wenn man sich vor Augen führt, dass die 90er nochmal eine kurzfristig eine wahre Erstarkung des rechtsextremen Abschaums gerade durch die Wiedervereinigung erfahren hatten. Innerhalb der Geschichte muss man allerdings sagen, dass die Geschichte als eine Jagdt nach einem Phantom unglaublich gut funktioniert. Es geht weniger um Johann, als vielmehr darum, was andere in Johann sehen. Und am Ende wird dann jeweils nur eine bestimmte Andeutung gemacht, was das Monster vielleicht getan hat. Klischeemäßig aus heutiger Sicht ist dann der punkt, dass plötzlich die Vermutung einer gespaltenen Persönlichkeit auftritt. Dieser Ansatz war gerade in den 90ern unglaublich Modern und in beinahe jedem zweiten Medium musste wenigstens ein Erzählstrang auftauchen, in dem mindestens eine multible Perösnlichkeit und die entsprechend darauf folgenden Handlungen auftraten. (Aus unserer Sicht heraus betrachtet ist das also eindeutig unglaublich abgedroschen. Für die 90er allerdings ist – selbst wenn dieser Ansatz sich eventuell als nicht stimmig herausstellen sollte – der Twist um das Gedankenspiel der gespaltenen Persönlichkeit immer noch sehr interessant. Insofern bleibt also abzuwarten, was hier weiteres passiert.

Montag, 18. Juni 2018

Rezension: Naoki Urasawa: Kinderheim 511 (Monster 03)

Cover: Naoki Urasawa
Kinderheim 511
Monster 03
Verlag: EMA:adult
Im dritten Teil von Monster wird es wieder einmal auf eine absurde Weise nur all zu Menschlich. Tenma stolpert auf seiner Suche nach der Vergangenheit von Johann über ein ehemaliges Waisenhaus der DDR und einen jungen Namens Dieter, der in der Obhut eines ehemaligen Bezirgsleiters der DDR-Regierung war. Dabei bleiben die meisten Informationen weitestgehend ungeklärt: Was man im Kern erfährt ist, dass die DDR ihre Kinderheime scheinbar Nummerierte. In der Geschichte von „Monster“ war das Waisenhaus 511 dabei eine Tarneinrichtung, deren eigentlicher Zweck einen unglaublichen Schrecken zur Folge hatte, und dem Anna wohl nur beinahe entkommen ist.
Vieles hier hat viel mehr einen sehr zentralen Faktor, der darin besteht, dass bestimmte Personen schlimmes eigentlich vorhatten, aber Johann sämtliche Erwartungen irgendwie übertraf, die man an das Projekt 511 richtete. Was wir wir in der Geschichte die meiste Zeit dabei erfahren ist, dass Johann irgendwie eine sehr spezielle Eigenschaft zu haben scheint, was die Manipulation von Menschen angeht, die daraufhin bereit sind die grausamsten Taten überhaupt zu begehen.
Am Ende hat Tenma zwar immer noch keine Ahnung, was es mit dem Monster jetzt wirklich auf sich hat, aber neben einem weiteren, unbrauchbaren Puzzlestück hat er dabei in Dieter einen Begleiter gefunden, der ihn Scheinbar an seine Menschlichkeit erinnern wird.
Dieser Umstand wird dann in der zweiten Geschichte dieses Bandes auch n ochmal extrem wichtig werden: Während Tenma Dieter nämlich eigentlich loswerden will, stolpert er in einer Kleinstadt über einen Arzt, der mit seinem eigenen Gewissen zu kämpfen hat. Zum einen fällt Tenma auf, weil er seine eigenen Fähigkeiten nicht zurückhalten kann, um einen Alkoholiker, der in einen Unfall verwickelt war, zu retten. Zu anderen ist da aber diese alte,s ture Frau, die sich Partou nicht behandeln lassen will, bei der sich aber herausstellt, dass sie nur noch wenige Stunden zu leben hätte, wenn man ihr Leben nicht retten könnte. Am Ende erfährt man dabei dann, was den Arzt dazu bewegt hatte, von einer vielversprechenden Karriere abstand zu nehmen und sich (als Strafe für seine eigenen Taten) in ein kleines Dorf zurückzuziehen.
Der letzte Part beschäftigt sich dann mal wieder um den BKA-Inspektor mit dem seltsamen Ermittlungs-Eigenschaften. (Und damit, dass auch er im Grunde nur seine Arbeit kennt und sonst nichts besitzt.)
Am Ende geht es in diesem dritten Band abgesehen von einem weiteren Blick auf eine unglaublich beängstigende Gabe Johanns in den meisten Situationen um zwischenmenschliche Beziehungen und wie diese auf unterschiedlichster Weise zu Obsessionen werden. Es geht um Menschen, die sich darauf Konzentrieren, ihre Beziehungen fallen zu lassen und anschließend nicht mehr in der Lage sind überhaupt eine weitere einzugehen. Und es geht darum, dass man sich am Ende der Frage stellt, was jetzt genau noch so unbedingt die Menshclichkeit dann eigentlich ausmacht. (Nicht zu vergessen, dass Tenma ganz klar das Ziel verfolgt einen Menschen umzubringen.) Das ist wunderbar Plakatif gelöst, wenn man die Geschichte verfolgt, aber halt eben auch nicht mehr. Das durchgehen dieses Bandes macht daher Spaß, bringt aber leider nicht so ganz die Faszination mit sich, die man bei den wichtigen Szenen der ersten beiden Bände durchlebt hatte. Aber irgendwie scheint es dabei Notwendig zu sein, dass hier Schrittweise, Stück für Stück ein Mysterium aufgebaut wird, dass mit jeder neuen Antwort eher weitere Fragen in mehrere Richtung aufwirft. Für den Augenblick muss man dabei allerdings erst einmal abwarten, ob auf lange Sicht wirklich alle Fragen Rund um das Mysterium Johann wirklich beantwortet werden können. Das Monster bekommt aber mit jeder Episode über seine Vergangenheit nur noch mehr den Beängstigenden Faktor eines unerklärlichen Phänomens.

Fazit


Wenn man erst einmal davon ausgeht, dass hier wieder einmal die übliche Antagonisierung des DDR-Regimes auf besonders grausame Weise betrieben wird, ist das Ganze sehr nett gemacht. Der Punkt bei dieser Sache ist dann nur: Was zur Hölle soll man von den Andeutungen, die hier gemacht werden, eigentlich halten? Stellenweise scheint es so, als würde der Täter-Opfer-Typus bemüht, nur um dann im nächsten Augenblick wieder gebrochen zu werden. Warten wir also einfach ab, dieser Band ist Lesenswert, auch wenn er definitiv nicht sonderlich stark ist.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Gedanken am Omphalos: Auf der Suche nach einem wiederkehrendem Element

Ich bin hier auf dem Blog jetzt schon etwas länger unzufrieden, was bestimmte Gestaltungselemente anbelangt. Einige setzen hier und da bestimmte Werkzeuge und sehr viel Eigenzeit voraus, aber ein paar kann ich eventuell auch schneller lösen.
Und zwar ist die ganz große Baustelle dabei, dass ich nicht mehr "einfach so" das Cover im Rahmen von Rezensionen zeigen will. (Ähnliches gillt dabei übrigens auch für die Filmplakate von Kino-Filmen. Allerdings werden entsprechend regelmäßige Leser hier auf dem Blog bereits festgestellt haben, dass die letzten beiden Revies zu Es und Star Wars VII. Die letzten Jedi in genau dem Bereich eine kleine Änderung im Modus-Operandi erfahren haben. Diese entsprechenden Selfies waren bislang nur Leuten auf meiner Freundesliste auf Facebook bekannt und fing im Dezember 2015 als "Tradition" an.
Das Kino-Selfie: Wie alles 2015 begann.

Tja, dieses war der erste Streich, doch der nächste folgt nicht unbedingt sogleich standardisiert.
Als nächstes soll es nämlich dann tatsächlich um die Rezensionen gehen. Und da hat mich Infernal Teddy im Grunde auf das passende Element gestoßen: Seid einiger Zeit sieht man auf den Bildern der Rezensionen drüben bei den neuen Abenteuern einen kleinen, grünen Tintenfisch als Maskottchen, dass ständig die Fotos von Buchcovern und ähnlichem bombt. (Und dieser Ansatzpunkt ist da auch schon der Endpüunkt einer Evolution gewesen. Von daher beneide ich den guten Teddy wirklich aufrichtig um diesen genialen Zufallsfund.) Fakt ist nur: Ich möchte in eine ähnliche Richtung mit einem Maskottchen, dass hier eventuell für den Blog stehen kann, allerdings soll es gerade kein Tintenfisch sein. Und damit steht dann die Suche gerade offen. (Natürlich hat sich auch shcon eine delegation alter Freunde von mir gemeldet, die aus ihrer Vitrine gestiegen kam und mich darauf hinwieß, dass man aufgrund einer Beziehung, die stellenweise 35 Jahre zurückgeht wenigstens eine Chance fordert, um in die potentielle Auswahl genommen zu werden.

Drei Bewerber mit Maskottchen-Attitüde
Das schöne hierbei wäre: Diese speziellen Plüschies bekämen auf eine unauffällige Weise einen abstrakten, perönlichen Charme in den Blog. Eine Bildhafte, zurückreichende Anekdote die nicht jeder sofort verstehen muss. )Auch wenn das dann der Funktion eines Heinz Featherly sehr ähnlich käme, der ja Quasi als Running Gag den Kanal von Orkenspalter TV über lange Jahre hin geprägt hatte.) Auf der anderen Seite sind diese speziellen Plüschtiere auch schon wieder zu eindeutig besetzt, weswegen ich in alle Richtungen weiterforsche. Beispielweise währen da auch noch zwei Wesen, die mich indirekt immer wieder über die letzten Jahrzehnte heimgesucht hatten, ohne dabei direkt aktiv in dieser Form gewählt worden zu sein. (Ein Umstand, weswegen ich diese beiden Wesenheiten gerne shcon mal Scherzhaft als meine Inoffiziellen "Wappentiere" bezeichnet habe: Die Rede ist vom Drachen und vom Wolf.) Und es gibt selbstverständlich noch eine kleine Anzahl an Potentiellen Meerestieren, die ich - je nach Desighn - mir in dieser Form sehr spannend vorstellen würde. (Da ich bis Heute die Firma Steiff mit sehr angenehmen Kindheitserinnerungen verbinde bin ich auch shcon bei dehenen auf der Website vorbeigesurft und habe eher mit Bedauern festgestellt das die Vogelspinne Eusebia nicht mehr zu haben ist.)

Ich werde wohl einfach einige Probeaufnahmen schießen müssen, die dann hier auf dem Blog Mittelfristig immer wieder mal auftauchen könnten.

Allerdings habe ich auch eine Frage hier in die Runde: Kennt ihr eventuell irgendwelche Anbieter von Häkeltieren oder auch Perlbeutel-Tieren, die nicht unbedingt das klassische, natürliche Desighn nachzuahmen versuchen, sondern durchaus ein wenig Abstrakt genug denken, um auf eine unauffällige Weise auffällig zu sein? Wenn ja, gibt es dazu irgendwelche Webstores, um sich die entsprechenden Kreationen zumindest auf abbildungen ansehen zu können?

Montag, 11. Juni 2018

Rezension: Naoki Urasawa: Surprise-Party (Monster 02)

Cover: Naoki Urasawa
Surprise-Party
Monster 02
Verlag: EMA:adult
Der zweite Band von Monster beginnt mit dem Fokus der Erzählung auf eine junge Frau Namens Nina Fortner. Nina ist eine neunzehn jährige Studentin der Rechtswissenschaften in Heidelberg, die keinerlei Erinnerungen an ihr Leben for dem zehnten Lebensjahr zu haben scheint und für lange Zeit von Alpträumen über ein Monster verfolgt wurde. Kurz vor ihrem zwanzigsten Geburtstag bekommt sie mit einem Mal seltsame E-Mails, die einen romantischen Aspekt aufzuweisen scheinen.
Der zweite Erzählstrang verfolgt Doktor Tenma, der einer Spur über einen Jungen nachzuforschen Scheint, der immer für ein Jahr von einem Kinderlosen Ehepaar mittleren Alters aufgenommen wurde, dass irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt dann ermordet worden ist.
Irgendwann fällt ihm dabei die Frage auf, dass Johann anscheinend an einer Stelle seiner Mordspur, die ihn durch Deutschland hatte wandern lassen seine Zwillingsschwester zurückgelassen haben muss, weil sämtliche Ehepaare, die er ermordete nur ihn, nicht aber Anna bei sich leben hatten.
Die Folge daraus ist, dass Nina und Doktor Tenma irgendwann zusammentreffen und eine kurze Zeit lang miteinander einen Austausch führen, an dessem Ende nur die Erkenntnis steht, dass Tenma unwissentlich eine langwierige Mordserie, die wohl bereits in Ost-Europa begonnen hatte, erneut hatte ermöglichen können.
Und durch die darauf verknüpften Umstände führen dann dazu, dass Tenma untertauchen muss, weil eine falsche Aussage dazu führt, dass die Polizei ihren Hauptverdächtigen hat, den sie festnehmen will.
Den Abschluss bildet dann ein Verhör, dass der BKA-Inspektor Runge mit einem ehemaligen Kriegsveteranen führt, der Doktor Tenma über den Zeitraum von fünf Monaten im Umgang mit der Waffe ausgebildet hatte. Tenma verfolgt damit anscheinend ein Ziel, das noch nicht vollkommen klar ist. Nur erfährt man in den Rückblicken mehr über die Art, wie Menschen, deren Aufgabe eigentlich das Töten ist, leben, die von ihren eigenen Dämonen aufgrund ihrer Handlungen verfolgt werden.

Gefühlt ist dieser Band mit seiner Erzählung noch nicht vollständig dort angekommen, wo die Serie eigentlich hin will. Wir erfahren über ein paar Mysterie-Elemente mehr über den Hintergrund von Johann, oder das Monster, wie er eigentlich bezeichnet wird. Und es werden Andeutungen darüber gemacht, dass das Monster sehr Geschickt darin ist, Menschen in die Richtung zu nutzen, die er braucht. Das entscheidende Element wird dabei eigentlich auch weiterhin die Frage bleiben: Was passierte mit dem Geschwisterpaar? Schön ist bei der ganzen eher deprimierenden Grundstimmung in diesem Zusammenhang, dass jenseits dieser Geschichte, die nur Morde zu kennen scheint auch noch ein zweiter Fokus in die Geschichte gebracht wird, die das menschliche Miteinander in den Fokus steckt. (So, wie es hier allerdings präsentiert wird, scheint es sich dabei allerdings auf lange Sicht eher um die Frage zu drehen, welche Werteskala wirklich ein Monster auszumachen scheint.)

Weiterhin bleibt die Zeichenweise Urasawas schwer zu lesen, was die jeweilige Herkunft der dargestellten Personen anbelangt. Das wird jenseits von karikativen Darstellungen sich wohl auch niemals ändern können. Insofern bleibt es spannend abzuwarten, in welche Richtung Tenmas Flucht/Suche ihn weiterhin verschlagen wird. (Und gerade jetzt bleibt die Frage ganz groß, was aus Nina geworden sein mag. Man möchte einfach ein Wiedersehen nach diesem ersten Auftakt haben.)

Fazit


Die Serie bleibt spannend, weil die Geschichte von Monster hier einen sehr menschlichen Fokus anzunehmen scheint. Die Tatsache, dass hier mehr auf die Frage hinter dem Begriff der Menschlichkeit wert gelegt wird, scheint gerade in der Grundannahme des Settings irgendwie logisch, aber auch unerwartet. Nur eines ist jetzt endgültig klar: Bis hierhin war die explizite Darstellung von Gewallt sehr zurückhaltend. Man muss also sehen, was es gegen Ende bedeutet, wenn eventuell mehr Wert auf drastische Szenen gelegt werden könnte.

Montag, 4. Juni 2018

Rezension: Naoki Urasawa: Herr Doktor Tenma (Monster 01)

Cover: Naoki Urasawa
Herr Doktor Tenma
Monster 01
Verlag: EMA:adult
Monster war, als es hier in Deutschland 2002 erschien, von Anfang an etwas ungewöhnliches. Wir alle kennen die üblichen Setting-Versatzstücke, die Maga-Reihen allgemein ausmachen. Entweder sind es „unbekannte“ Orte in einem eigenen Universum (wobei hier auch eine wie auch immer geartete Zukunft mit eingeschlossen gemeint ist) oder aber Konkret ein Japan der jeweiligen kontemporären Gegenwart. Das Setting des im Thriller-Genre angesiedelten Mangas Monster war mit einem mal ein kontemporäres Deutschland (okay, im weiteren verlauf wohl insgesamt ein Mitteleuropa) und es wird genau deswegen gerne erzählt, dass Urasawa eine Zeit lang konkret in Düsseldorf gelebt habe und daher dieses außergewöhnliche Setting gewählt habe. (Wenn man sich heutzutage im Nachklang die entsprechenden Wikipedia-Artikel über Urasawa dann durchliest scheint das zwar nur ein moderner Mythos zu sein, dessen Narativ gerne weiterverwendet wird, aber was solls? Manchmal sind auch falsche Anekdoten schöne Geschichten.)

Also: Worum geht es?

Den Anfang der Geschichte stellt ein Ereignis im Jahre 1986 da, Handlungsort ist das bereits erwähnte Düsseldorf. Dr. Kenzo Tenma ist ein vielversprechender Nachwuchsarzt, der als Hirn-Chirurg wahre Wunder vollbringt (irgendwie erinnert das alles ein wenig an die Origin-Story von Doktor Strange). Privat ist er mit der Tochter des Leiters der Klinik in der er Tätig ist verbandelt. Problem bei der Sache ist nur, dass eine Reihe von Ereignissen dazu führt, dass sein Gewissen aktiv ist, während sein Chef eher eine Pragmatische Machtposition anstrebt. Dementsprechend wird Tenma aus Operationen abgezogen, bei denen er durchaus bessere Chancen gehabt hätte, einen Erfolg zu erzielen, um dafür Personen zu behandeln, die aufgrund ihrer Popularität oder Einfluß-Position oberflächlich betrachtet „wichtiger“ sind. Die Zäsur bei diesem Handeln entsteht erst in dem Augenblick, wo er sich gegen den Befehl seines Vorgesetzten dazu entscheidet einen mit einer Kugel schwer verletzten Jungen dem Bürgermeister von Düsseldorf vorzuziehen. (Der junge Überlebt, allerdings bleibt seine Zwillingsschwester, die Blutüberströhmt bei dem Vorfall, bei dem die Eltern der beiden umkamen, als einziges unverletztes Familienmitglied aufgefunden wurde, vollkommen apatisch und traumatisiert.)
Scheinbar ist damit Tenmas Karriere endgültig beendet, da der Klinik-Leiter ihm verspricht, alles in seiner Macht stehende dafür zu nutzen, den Nachwuchs-Chirurgen zu vernichten.
Eine plötzliche Veränderung bei dieser ganzen Geschichte stellt urplötzlich der Tod der kompletten Klinik-Leitung durch vergiftete Bonbons da. Die Zwillinge sind verschwunden und Tenma scheint von den leitenden Ermittlern erst einmal genauer durchleuchtet zu werden.

Schnitt ins Jahr 1995: Dr. Kenzo Tenma ist inzwischen zum Chef-Chirurgen avanziert. Manche munkeln zwar bereits, dass er ebenso zum Klinik-Leiter aufsteigen könne, aber dieser Posten ist erst einmal in weite Ferne gerückt. Das besondere ist, dass die Ereignisse, die vor neun Jahren überhaupt erst dazu geführt haben, dass er seinen jetzigen Posten einnehmen konnte, ihn jetzt in Form eines neuen Patienten einholen: Adolf Junkels. Junkels ist ein Schlossknacker, der bei einem Auto-Unfall schwer verletzt wurde. Tenma wird hinzugezogen, um den Mann zu retten. Er begegnet dabei einem BKA-Ermittler, der vor neun Jahren den Fall an der ermordeten Klinik-Leitung übernommen hatte und immer noch an diesem dran ist. Wie sich heraus stellt, war Junkels nur einer von mehreren Helfershelfern, die für eine Person arbeiteten, die Junkels nur als „das Monster“ bezeichnet. Bei einer Art Showdown begegnen sich Tenma und das Monster erneut, der Junkels vor den Augen des Arztes hinrichtet und sich dabei als „Johann“ herausstellt. Jener Junge, den Tenma vor neun Jahren gerettet hatte.

Grundlegend ist die Geschichte ersteinmal das, was ein erster Band immer sein sollte: Ein Auftakt. Wir haben hier eine Reihe, die typischerweise mit allem Rumbandelt, was das Genre Thriller so ausmachen kann. Ein Psychopathen mit nicht vollkommen durchsichtigen Motiven, ein Geheimnis, dass vermutlich irgendwann aufgeklärt werden könnte und vor allen Dingen eines: Einen Mann ohne jeglichen kriminalistischen Sachverstand, der in die ganze Sache hineingezogen wird. (In diesem Fall sich noch nicht einmal richtig an die Polizei wenden kann, weil diese auf Basis von gewissen Indizien eher davon ausgeht, dass die entsprechende Person der Hauptverdächtige sein muss.) Fakt ist jedenfalls, dass hier einiges abzuwarten bleibt, wie sich die gesammte Geschichte noch entwickeln wird.

Das besondere bei der ganzen Angelegenheit ist dabei aber immer noch der Handlungsort der gesamten Geschichte: Es ist einfach zu seltsam, dass ausgerechnet so ein zurückgebliebenes Nest wie es ausgerechnet Düsseldorf ist mit einem mal zum Handlungsort wird. (Überhaupt, dass ein japanischer Mangaka auf die Idee kommt, seine Erzählung ausgerechnet in Deutschland stattfinden zu lassen ist extrem überraschend.) Jetzt muss man halt abwarten, in wieweit hier wirkliche Detailversessenheit am Ende das ganze ergänzt. Da bei dieser Geschichte allerdings schon einiges an Zeit verstrichen ist dürfte auch der kulturelle Blick aus der heutigen Perspektive noch zusätzlich interessant werden. Die 90er waren halt technologisch ein drastisch anderer Platz gewesen, als wir es heutzutage, zwanzig Jahre später, noch unbedingt erinnern können.

Rein grafisch muss man allerdings eines festellen: Man bemerkt, dass die stilistische Darstellung, die das Comic-Medium „Manga“ nutzt, auf einer sehr reduzierten Ebene liegt. Wenn man nicht wüsste, dass der Protagonist der Reihe Japaner ist, könnte man es anhand der Zeichnungen nicht erkennen. (Hier ist also ganz klar die Exposition der Dialoge das leitende Medium.) Letzten Endes gibt es zwar eindeutige Unterschiede, welche die jeweiligen Figuren voneinander unterscheidbar machen, allerdings nicht in der Hinsicht, dass man eine asiatische Person wahrnimmt, die von einer Gesellschaft von Individuen des kaukasischen Typs umgeben ist. (Das ist allerdings keine Kritik an der Qualität der Zeichnungen.)

Fazit


Monster ist nach all den Jahren immer noch ein sehr spannender Titel. Die ungewöhnliche Umgebung und die seltsame Verwebung der Figuren zueinander könnten auf lange Sicht noch ein paar spannende Veränderungen mit sich bringen. Insgesamt bleibt es aber abzuwarten, was sich Urasawa damals für eine Geschichte ausgedacht hat.