Montag, 5. Dezember 2016

Underworld Blood Wars (Review)

Kino ist das größte, heißt es ja immer in den entsprechenden Werbeclibs… naja, schaun wir mal.
Als 2003 der erste Film der „Underworld“-Reihe herauskam, begannen diese Filme das Publikum sher polarisierend zu spalten. Der Punkt bei der ganzen Sache war, dass die Geschichte, welche erzählt wurde, auf keinem besonders starken Drehbuch beruhte. Dafür allerdings lebte der Film von einer grafisch unglaublich durchkomponierten Bildwelt, welche mit zahlreichen, damals noch sehr seltsam wirkenden Effekten durchaus begeistern konnte. Das Problem war nur: Die Geschichte rund um die Todeshändlerin Selene war Eigentlich schon mit dem zweiten Teil zu Ende erzählt worde. Als dann aber 2012 erneut in genau dieses Universum zurückgekehrt wurde, fand man wieterhin die altbekannte Formel vor: Starke Bilder mit einem leichten Blaufilter (um die Nacht dazustellen) und jede Menge Ungeheuer aus dem Computer. (Nur das die Geschichte erneut mit am Kliff hängen blieb und einen deswegen leicht verärgert zurücklies… zumal auch noch lange unklar war, ob der Mix aus Action und Ungeheuern auch zehn Jahre noch dem ersten Film immer noch aufgehen konnte.)

Mit Underworld Blood Wars kommt die Saga jetzt hoffentlich zu einem halbwegs befridigenderem Ende. Aber fangen wir von Anfang an an: Der Film beginnt damit, das Selene in ihren üblichen Monologen in den derzeitigen Stand des Szenarios rund um den Kampf um Vampire und Lycarner den Zuschauer einführt, während sie in Atemberaubender Geschwindigkeit auf einem Motorad eine nächtliche Straße irgendwo in einer Großstadt entlangjagdt. Offiziell gilt die Paraderolle von Kate Beckinsale jetzt mitlerweile als Paria. Gleichermaßen von den Vampiren, wie den Werwölfen gejagdt… und gerät natürlich in die Falle eines der beiden Lager. (Nur um anschließend von einer der neuen Figuren, die im letzten Film eingeführt werden, gerettet zu werden.)

Die Anschließenden Szenen führen daraufhin weitere, neue Figuren ein: Zum einen ist da Marius, der Anführer der Lycaner. Ihm geht es darum, die Tochter Selenes in seinen Besitz zu bringen und (scheinbar) das zu Ende zu bringen, was die Lycaner im vierten Film noch versucht hatten.
Auf der anderen Seite (bei den Vampiren) existiert dann Semira, eine Vampirin, die in der derzeitigen… nennen wir es mal „Interimsregierung“ ihre Fäden innerhalb der Vampirgesellschaft spinnt und dabei versucht Thomas, einen andere Vampir von hohem Ansehen dazu zu bewegen, Selene unter dem Vorwand eine Ausbilderin für die Rekruten unter den Todeshändlern zu gewinnen, in den scheinbar letzten verbliebenen Orden der Vampire zurückzubringen.

Was zu erwarten war passiert: Es kommt zu einer schnellen Eskalation der gesammten Situation, Selene wird hintergangen und ehe man sich versieht befinden sich Selene und David auf der Flucht Richtung Norden, wo noch ein weiterer, letzter, für die Lycarner und den Rest der Vampirwelt vollkommen uninteressanter Orden mit sehr seltsamen, geradezu spirituell wirkenden Vampiren existiert.

Und bevor ich jetzt endgültig in die reine Nacherzählung verfalle, fassen wir einfach mal die zentralen Eindrücke zusammen, die sich so ergeben haben: Der Film hält sich an die bisherigen Stärken, welche den ersten Teil so ausgezeichnet haben. Es gibt immer noch ein unglaublich Waffenlastiges herumgeballere (wobei die entsprechenden Wesenheiten aber zetigleich ständig utner beweiß stellen, dass sie allesamt auch ohne diese Waffen in der Lage sein müssten sich gegenseitig in der Luft zu zerfetzen) und mit alle 20 Minutne verändert sich mal wieder der Grundthenor ein wenig, weil man noch eine Intrige in der Intrige vorgesetzt bekommt. Dazu kommen die unglaublich schön gefilmten Bilder und Szenen noch hinzu, die allesamt einen irgendwie an etwas anderes Erinnern. (Nur weiß man nie so genau, was.) Die Vampire des Ordens sind erneut allesamt gekleidet, als kämen sie direkt aus dem nächstgelegenem Gothic-Club. Die Lycarner haben im Vergleich dazu einen deutlich heruntergekommeneren Look.
Aber: Die die Ganze Zeit geht es (wenn man denn überhaupt davon reden kann) in den Geschichten von Underworld um die Frage nach der jeweils überlegenen Macht. (Und jedes mal wird dabei eine neue Schüppe aufgelegt.) Quasi wie in einer „Rote-Königinnen-Effekt“-Strategie. Und genau das ist sowohl die Stärke, als auch das Problem von Blood Wars: Scheinbar hat man nach dem vierten Teil erkannt, dass die Geschichte rund um Eve nicht wirklich für weitere Abenteuer ausgereicht hatte. (Und das man die entsprechenden Stärken der Serie nicht wirklich weiterführen konnte, wenn man die entsprechende Figur noch weiter durchschleppt.) Von daher musste die Welt der Vampire und Werwölfe noch einmal aufgebrochen werden und ein weiteres Element wurde eingeführt, dass mit dem „nördlichen Orden“ zwar einigermaßen Glaubwürdig erklärt wurde, warum es nicht so bekannt war. (Trotzdem stellt sich die Frage: Warum ist diese Besonderheit der Vampire so Isolationistisch gehalten worden?) Der Punkt bei der Sache ist, dass hier ein noch übernatürlicheres Element in Form von… ich möchte es mal eine Mischung aus Elfen, Wikingerkriegern und Tagariens nennen, bei denen die richtige Seite der Münze oben blieb … als das, was man mit Vampiren und Werwölfen bereits hatte. (Okay. In gewisser Weise wurde Underworld seit Anfang an vorgeworfen, dass die Macher bei Vampire: The Masquerade geklaut haben. Von daher hätten wir hier jetzt entweder die Einführung von einer sehr seltsamen Art Gangrel, oder aber von deutlich Spirituelleren Tremeren.) Und das ist vermutlich sogar irgendwo wieder Notwendig gewesen, denn eigentlich ging es in der Geschichte von Underworld immer um den Fall der Art der Vampire, welche sich in ihrer Selbstgefälligkeit und Arroganz einen unglaublich problematischen Gegner erschaffen (und ignorierend übersehen) haben. Da mit der Rolle von Kate Beckinsale aber die Heldin der Geschichte zu den Vampiren gehört, steltl sich die Frage, wie man aus dem verzweifelten Kampf weiterhin eine halbwegs coole Geschichte mit siegenden Helden macht. (Und das gelingt dann doch irgendwie.)

Fazit

Blood Wars ist der altbewehrte Mix, der Underworld ausmacht: Keine brilliante Story, aber unglaublich sehenswerte Bilder, die von sehr viel Action geprägt sind. Schnell und dynamisch erzählt, wenn auch nicht immer bis zum letzten Punkt logisch aufbereitet. Hierbei geht es auch nicht darum, bis ins letzte durchanalysierte Fragen auf hohem Detailgrad zu klären, sondern viel mehr einen Abschluss für eine Geschichte zu finden, die man besser erstmal nicht unbedingt auf diesem Weg hätte erweitern sollen. (Auch wenn man sagen muss, dass sich der Film durchaus gelohnt hat.)

Von daher ist das hier altbewehrtes Popcorn-Kino für die Leute, welche die Underworld-Formel mochten.

Dienstag, 29. November 2016

Rezension: Katsuhiro Otomo: Takashis Sieg (Akira 08)

Cover: Takashis Sieg
Akira 08
Verlag: Carlsen Comics
Ich bekomme langsam den leisen Verdacht, dass George R.R. Martin sich eventuell bei der japanischen Kultur hat inspirieren lassen, was den großen Anteil an sterbenden Charakteren anbelangt. Also: Auch im achten Band geht es letzten Endes auf die gleiche Weise weiter, wie die Bände davor. Die Szenerie hat sich nur minimal gewandelt. Im Grunde ist weiterhin Akira das große Ziel der utnerschiedlichen Gruppen, die sich um Akira reißen. (Und von denen jeder irgendwann mal den Jungen an der Hand zu führen scheint.)
Das Problem ist jetzt nur: Es gibt den Colonell, der vermutlich wieder irgendwo einen großen Gefrierschrank aufstellen möchte, in den man Akira einfach einsperrt und vergisst. Dann gibt es Ryus Gruppe, die sich irgendwas von Akira versprechen, die aber selbst nicht so genau zu wissen scheinen, was das sein soll. Kaneda stolpert mit seinen Freunden einfach nur so durch die Gegend und ärgert sich darüber, das er im Kreuzfeuer steckt und will wenigstens Antworten haben. (Die er sich anscheinend von Akira oder irgendjemanden in dessen Umgebung erhofft.)
Dann gibt es noch die „Greisen“ mit ihren ungewöhnlichen Fähigkeiten, die scheinbar eine sehr direkte Verbindung zu Akiras vergangenheit haben und die jungen Kinder von Miyakos Gruppe, die irgendwie ein wenig mehr zu wissen scheinen, aber auch nicht so ganz sicher sind, welchen Part in dem ganzen Spiel sie spielen.
Und dann stolpert auch noch Nezu in dem ganzen Chaos rum und scheint am laufenden Meter seine Agenden zu wechseln, von denen man von Anfang an nicht so genau wusste, was diese jetzt ursprünglich einmal waren.
Technisch geht in diesem Band die Materialschlacht nur noch weiter, mit all ihren Explosionen und sonstigen Grausamkeiten. Die einzelnen Figuren rennen durch ein Labyrinth aus Nebenstraßen und stolpern gelegentlich immer wieder mal übereinander, wobei mal die einen und mal die anderen kurzfristig die Oberhand zu gewinnen scheinen. (Was allerdings wenn überhaupt nur verschwinden belanglose Siege sind.) Und in der Zwischenzeit bricht im Hagel von Projektilen und Explosionen scheinbar die komplette Stadt nach und nach in sich zusammen.
Wobei der zentrale Höhepunkt die absolute Katastrophe dabei ist, weil man für einen Moment feststellen muss, dass die Fähigkeit, die Akira auszeichnet, anscheinend die totale Zerstörung ist.

Und ja, das ist es letzten Endes: In den Panels wird viel gerannt, (anscheinend) Geschrien und es kommt zu einer Zerstörungsschlacht sondergleichen. Mehr nicht. (Aber auch nicht weniger.) Und letzten Endes bleibt die Person, auf die es dabei ankommt die ganze Zeit über eigentlich immer Stimmlos, bis kurz vor Schluß. Denn die große Katastrophe ist, das der Titelgebende Takashi zwar tatsächlich in einer der Zahlreichen, belanglosen Nebenhandlungen so etwas wie einen Sieg davonträgt, dieser aber bedeutungslos ist, weil er zum einen kurz darauf seinem Schicksal erleidet, man zum anderen Erkennt, das die greisen Kinder und Akira anscheinend noch enger miteinander verbunden sind, als man es bislang auch nur erahnen konnte.

Fazit

Wenn ich in meinen Walking Dead Rezensionen häufiger von einem „Zwischenband“ gesprochen habe, der dafür da gewesen zu sein scheint, ein wichtiges, nachfolgendes Kapitel einzuleiten, dann muss ich mich hier fragen, wie viele Bände noch dafür genutzt werden müssen, um den eigentlich zentralen Plot dieser Geschichte endlich einmal wieder vorwärts zu bewegen. Man bemerkt irgendwie die wirklich großen Macken, welche die Erzählkultur noch in den 80er Jahren anscheinend ausgemacht hatte. (Oder eben die Tatsache, das entsprechende Erzähltechniken gerade für Comics noch gar nicht vorhanden waren.) Jedenfalls ist dieser Band wieder nur eine fast schon stupide aneinanderreihung von bloßen Handlungsfragmenten, die allesamt zwar zum Hintergrund der Situation passen, aber die eigentlich Situation an sich nicht erklären. Ich für meinen Teil sitze hier gerade, nach der Lektüre des Bandes, und frage mich, ob ich mich verarscht fühlen soll. Fakt ist: Es passiert ständig irgend etwas. Fakt ist aber auch, dass diese ständige passieren gerade eben nicht dafür spricht, dass die Handlung auf irgendein geplantes Ziel hinauslaufen würde.So gesehen ist zwar eine Art Storybogen da, aber dieser besteht nur aus Handlungen. (Und diese sind allesamt hochgradig wiedersprüchlich im Sinne jeder gegen jeden.) Ich hoffe jetzt gerade wirklich inständig, dass in einem der nächsten Bände endlich mal eine Erklärung kommt. Ansonsten ist das ganze Worldbuilding, das scheinbar bis hierhin durch die simple darstellung von „Alltagssituationen“ passiert ist, einfach nur hochgradig fragwürdig. (Und im großen und ganzen mag ich eigentlich den Ansatz, der durch die ganzen Andeutungen passiert. Aber es ist mir immer noch nicht klar, ob diese Andeutungen auch tatsächlich das eigentliche, vermutete Ziel verfolgen.)

Montag, 21. November 2016

Rezension: Katsuhiro Otomo: Sakakis Mission (Akira 07)

Cover: Sakakis Mission
Akira 07
Verlag: comicArt/CarlsenComics
Die Story bleibt weiterhin verwirrend: Akira mutiert in dieser Geschichte immer mehr zum Wanderpokal der „Capture the Flag“-Mäßig von einer Gruppierung zur Nächsten gelangt und einfach mitgezogen wird. (Und in der zwischenzeit versuchen andere Gruppierungen Akira entweder zum ersten mal zu erobern oder, weil sie ihn irgendwann im Verlauf der letzten sechs Bände schon einmal hatten) wiederzuerobern. Der Punkt bei der Sache ist, dass in der Zwischenzeit das Militär Putscht und dabei die Staatsgewalt an sich reißt, immer mehr „Sicherheitsmaßnamen“ mit tödlichen Folgen ergriffen werden... und so gut wie jedes Bündnis, dass bislang zu bestehen schien auseinanderbricht und am Ende einfach nur noch ein Haufen Einzelpersonen im gewaltigen Kampf jeder gegen Jeden duch die Gassen Neotokyos rennen. (Nicht zu vergessen, dass dabei mit viel List und Tücke im eifer des Gefechts auch mal das eine oder andere Militärfahrzeug übernommen wird und dabei anschließend im Stile Chaos und Zerstörung unglaublich viele Gebäude innerhalb der Stadt zu Bruch gehen.)
Die verwirrenden Element bleiben bestehen, einen überblick wer jetzt eigentlich was ist (und vor allen Dinge auf welcher Seite die jeweilige Person eigentlich steht) gibt es auch nicht: Nur das Akira irgendjemand unglaublich wichtiges ist, der dabei als Spielball zwischen den Gruppen in diesem „Katz und Maus“-Spiel hin und her geworfen wird, hat man jetzt entgültig verstanden denke ich.
Otomo läßt sich unglaublich viel Zeit damit, ein paar Details zu enthüllen und Fragen zu klären. Das kaschiert er – wie gewohnt – dafür mit einem haufen Actionsequenzen innerhalb der einzelnen Panels auf den Seiten dieses Bandes, die einfach nur für Handlung sorgen, auch wenn diese immer noch so aussieht, als hätte sie kein Ziel. Akira bleibt anscheinend eine einzige Materialschlacht aus verwirrenden Plotelementen, Explosionen und Fragezeichen, die über dem eigenen Kopf Tango tanzen.

Fazit

Ich frage mich im Moment wirklich, wie diese Manga-Reihe ihren Kultstatus erlangen konnte, den sie hat. Die Charaktere sind da, aber man hat die ganze Zeit über das Gefühl, dass sie einfach nur Reagieren. Ich fände mittlerweile wirklich ein bisschen mehr Charakterzeichnung eigentlich ganz gut. Irgendwas, dass etwas mehr ergeben würde. Ein paar Aufklärende Hinweise. (Oder wenigstens die Beantwortung der Frage, warum alle so unglaublich Panishc sind, was Akira angeht, der im Moment einfach nur passiv allen Hinterherläuft. So ist es einfach nur ein Maga, der beinahe alle schlechten Elemente in diesem Band vereint, die man gerne Hollywood-Action-Filmen in den späten 80ern und frühen 90ern Vorgeworfen hatte: Viel Blut und Explosionen. Story? Was ist eine Story? Naja, wir müssen abwarten. Eventuell bringt der nächste Band ja endlich ein paar Antworten.

Montag, 14. November 2016

Rezension: Katsuhiro Otomo: Der Killer-Satellit (Akira 06)

Cover: Der Killer-Sattellit
Akira 06
Verlag: comicArt/CarlsenComics
Und weiter geht dieser komische Ritt, den die Geschichte rund um Akira ausmacht. Der sehcste Band der Reihe ist letzten Endes grob in zwei Abschnitte Einteilbar, was die Handlung angeht:
Teil Eins würde ich mit „Der Mutant der aus der Kälte kam“ grob umschreiben.
Nachdem Tetsuo im letzten Band die Kriokammer unter der alten Stadt geöffenet hat, beginnt das absolute Chaos erst so richtig auszubrechen. (in einem der vorherigen Bände stand, dass Akira unter Minusgraden gehalten würde, die im dreistelligen Bereich sich befänden.) Jedenfalls ist dabei ein Junge der großen Gefrierkammer entstiegen und das große Chaos bricht aus. Die Militärs versuchen sich selbst vor der Kälte zu retten und/oder das zu retten, was noch zu retten ist. Dadurch entsteht noch mehr Ärger und gewallt und gegen Ende weiß keiner mehr so genau, wer auf wessen Seite eigentlich steht. Wichtig ist dabei nur eine Sache festzuhalten: Bis hierhin hatte der Colonel, der ja scheinbar die meisten Stricke in der Hand hatte und Quasi das Mastermind hinter der ganzen Verschwörung war, eigentlich den Weg der halbwegs rationalen Erklärugn gesucht: Davon nimmt er jetzt absstand und scheint sich zu einer ungewöhnliche Verzweiflungstat hinreißen zu lassen: Es kommt zum Einsatz des Titelgebenden Killer-Satelliten „Sol“ der mehrere Schüße auf Tetsuo und Akira abgibt, dabei in einem bestimmten Umkreis um seinen Einschlag für „Chaos und Zerstörung“ sorgt... und eigentlich auch nichts bewirkt.

Der zweite Teil der Geschichte ist dann wieder etwas ruhiger, wenn auch auf einer hysterischen Ebene. Notstandsgesetze sind in Kraft getreten und die Öffenltichkeit ist weitestgehend lahmgelegt. Jetzt kommen einige bislang nur angedeutete Organisationen ins Spiel, die scheinbar nochmal eigene Ziele verfolgen. Und irgendwie beginnt das Ganze gebilde der Geschichte bis hierhin ein wenig unübersichltihc zu werden. (Einfach weil sich mit einem Mal Schichten offenbaren, die man bis dahin nicht gekannt hatte. Und die große Trophäe „Nr. 28“ ist immer noch „nur“ mit einem großen Fragezeichen verbunden, auch wenn man weiß, dass es Akira ist. (Aber immer noch nicht weiß, warum Akira so wichtig ist.)

Der Band ist insofern verwirrend, weil man einfach hier irgendwo den Faden als Leser endgültig verliert und dabei nicht mehr weiter weiß. Sicher: Die Tatsache, dass das Erwachen Akiras einer Katastrophe von GAU-Format gleichkommt, ist nichts neues. Das kennt man bereits. Allerdings stellt sich hier halt eben die große Frage, wie man diesen ganzen Bereich noch einmal „anders“ gelost bekommen könnte. Von daher kann man jetzt in diese Moment wohl davon ausgehen: Die Welt der Akira-Reihe ist Dreckig, ihre Moral ist verwerflich und jetzt ist auch noch das größte Schreckgespenst aller Zeiten aufgetaucht und tritt wohl demnächst alles in Richtung Apokalypse. (Denn drunter geht nicht.)

Fazit

Ich würde mir eigentlich im Moment ein paar straigtere Elemente wünschen, die die Geschichte etwas entmystifizieren würden. Man bemerkt zwar, dass Katsuhiro Otomo mit dem Manga irgendwohin möchte, immerhin werden an dieser Stelle neue, bis dahin unbekannte Gruppen als Machtfaktor zusätzlich eingeführt, aber es bleibt alles auf der Ebene der nebulösen Andeutung behaftet. Der Grundlegende Spannungsbogen war bis hierhin eindeutig eine permanente Steigerung von Aktion. Allerdings kann die ganze Geschichte nicht auf diesem Niveau bleiben oder einiges wird auf die eine oder andere Weise für den Leser endgütltig unzugänglich werden. (Und wir wollen ja nicht, dass die werte Leserschaft frustriert die komplette Reihe abbricht, oder?) Wie gesagt: Mit diesem Band ist dieser Punkt erreicht, an dem Man als Leser wirklich endlich mal ein paar Antworten braucht, die man bis jetzt nicht geliefert bekommen hatte.

Dienstag, 8. November 2016

Wie aus wachsender Dummheit stumpfe Gewalteinwirkung entsteht. [Karneval der RSP-Blogs]




„If you’re happy and you know it, then the chemtrails are finally working.”
Welcome to Nightvale-Twitteraccount


Ich sitze hier gerade vor meinem Notebook, starre den weißen Hintergrund der LibreOffice-Datei an und versuche meine Gedanken über den neuen Karneval der Rollenspielblogs zu ordnen. Der Punkt bei der Sache ist dabei nämlich die Zwiespältigkeit, die sich hinter dem Begriff der “Rebellion” letzten Endes verbirgt. Die westliche Welt ist in ihren demokratischen Grundsätzen und Werten letzten Endes durch die französische Revolution geprägt und gefestigt worden. (Mit den vorrübergehenden Abstrichen wie dem Chaos, dass die napoeleonischen Eroberungsfeldzüge und der Wiener Kongress letzten Endes verursacht haben.) Das heißt, dass wir mit den entsprechenden Abstrichen wie der in unserer Hemisphäre immer weiter auseinanderklaffenden Schere zwischen Arm und Reich und der entsprechenden, mehr oder weniger öffentlich stattfindenden Einflußnahme von Lobby-Interessensgruppen auf die eigentlichen Volksvertreter, uns eigentlich als “die Guten” per se zu definieren suchen. Auf der anderen Seite wird diese westliche Wertegemeinschaft akutell aber ein wenig aufgeschreckt, weil aus dem nahen Osten, jenseits des Bosporus, im Moment mit dem IS eine weitere Gruppe uns den aktiven Kampf angeseagt hat, die sich selbst als Aufstand gegen den moralisch verkommenen Westen sieht. Also aus dem eigenen Blickwinkel sich selbst ebenfalls als “die Guten” sieht. (Und ich versuche, das will ich hier ganz explizit festhalten, definitiv nicht die Terrorherrschaft den IS inklusive “abschlachten der Ungläubigen” und Sklavenahndel mit dem “Handelsgut Frau” in irgendeiner Weise zu rechtfertigen.)
Der Punkt bei der Sache ist folgender: Beide Bewegungen entspringen aus einem Gefühl der Unterdrückung durch eine dominante gesellschaftliche Struktur und sind Aufstände gegen eben diese gesellschaftliche Struktur. (Ich glaube es macht mehr Sinn, von Strukturen zu sprechen, als von Regierungsformen, weil eine ähnliche argumentation auch auf die OpenSource-Bewegung im Computer-Bereich letzten Endes angewendet werden könnte.)
Wichtig sind bei solchen Faktoren am Ende zwei Punkte, wie man lakonisch festhalten könnte: Am Ende wird Geschichte von Siegern geschrieben. Und aus diesem Umstand heraus definiert sich dann auch die sprachliche Semantik, was “Terror” und was eine “Rebellion” war. (Wobei man traurigerweise festhalten muss, dass abgesehen von Mahatma Gandhis gewaltfreiem Wiederstand gegen das britische Empire größere gesamtgesellschaftliche Umwälzungen immer nur mit Waffengewalt erreicht wurden.)

Was man aus diesen Zusammenhängen letzten Endes ziehen kann ist: Rebellionen entspringen in der Regel einem Gefühl des Unterdrückt werdens und richten sich dabei zumeist gegen eine bestehende gesellschaftliche Ordnung, um diesem Umstand des Unterdrückt werdens zu beenden. (Und das ist bis hierhin vollkommen moralfrei gesprochen. Wenn wir nämlich das Beispiel des IS wieder mit heranziehen stellt sich nämlich die Frage, ob die unterdrückte Gruppierung nicht letzten Endes das schlimmere Übel darstellt, dass auf rechtsstaatlicher Ebene einfach nur im Zaun gehalten wurde, um die entsprechende gesellschafltiche Wertegemeinschaft – ich rede jetzt z.B. von der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern – aufrecht zu erhalten? Und das ist jetzt nur ein sehr liberaler Gedankengang.

Soweit die Einführung des Themas: Kommen wir jetzt zu dem Teil des Artikels, den man als “Mindfuck” bezeichnen kann. Ich bin ein großer Fan der 90er Jahre Fernsehserie “The X-Files” und finde Verschwörungstheorien als reine Fiktion betrachtet daher natürlich überaus reizvoll in allen ihren Bereichen. (Und war natürlich lange Zeit dem naivem Glauben verfangen, dass die Verschwörungsgläubigen ein reines Problem von ‘Merica sind.) Tja… ich habe mich geirrt.
Es ist gerade mal ein paar Wochen her, das ein sogenannter “Reichsbürger” einen Polizisten erschossen hat. (Und das ist nur eine von vielen Verschwörungstheorien, die hierzulande ihre Gläubigen hat… also nicht, dass der Polizist erschossen wurde, ist die Verschwörungstheorie, sondern dass die Reichsbürger glauben, die BRD währe kein Staat, sondern eine wirtschaftliche Institution auf Basis einer GmbH, die von den Siegermächten betrieben wird und deren Vorstand aus den Parlamentariern besteht.)
Folgt man jetzt dem Psychologen Sebastian Bartoschek, der über das Thema Promoviert hat, so liegt in jedem Menschen letzten Endes die Grundlage zum Glauben an Verschwörungen, weil wir einen spezifischen Hang zu Mustererkennung haben. (Und dieser natürlich nicht rational geprägt ist.) Das heiß, in Kombination damit das die Mehrheit der entsprechenden Individuen in unserer Gesellschaft auf der sozialen Leiter mit deutlichen Problemen zu Kämpfen haben, sucht man schon in verzweifelter Absicht nach Mustern, die darauf Hinweisen, dass es einen boshaften Grund dafür gibt, dass man sich auf dem sozialen Abstellgleis befindet. Ein anderer Punkt, der hier ebenfalls ins Spiel kommt, ist, dass wir Menschen in unserer sozialen Interaktion Wahrnehmungen, die andere aussprechen, unbewusst kopieren. (Um ein weniger drastisches Beispiel zu nehmen, dass aus einem anderen Kontext stammt: An meinem achten Geburtstag hatte meine Mutter einen mehrstöckigen Kuchen mit Marzipan-Bezug gebacken – ich mag Marzipan. Als dieser Kuchen dann endlich der versamelten Öffentlichkeit aus geladenen Gästen präsentiert wurde waren alle ganz begeistert, bis sich eine damalige Kindheitsfreundin in den Raum stellte und laut “Bäh… Marzipan!” ausrief. Die folgen waren Katastrophal und so richtig über meinen Kuchen konnte ich selbst mich auch nicht mehr freuen, weil die Stimmung in dem Moment im Eimer wahr.)
Auf einer ähnlichen Ebene funktioniert letzten Endes die Chemtrail-Szene. Dieverse Personen Kämpfen dagegen an. Raik Anders versuchte sogar anhand der aufgezählten Symptomatiken darauf hinzuweisen, dass eventuell eine Umstellung des Lebenswandels wesentlich effektiver sein könnte, als die komplette Marktdurchdrigung der Chemtrailgläubigkeit. (Das das natürlich einen etwas geringeren Erfolg hat, ist bekannt. Allerdings wird das Thema in der ZDF-Dokumentation “Verschwörungstheorien – Leben im Wahn” noch einmal aufgegriffen und ein paar mehr Stimmen werden aufgezeigt. Unter anderem auch Jörg Kachelmann, der seid Jahren – zumidnest eigenen Aussagen nach – ebenfalls versucht Vernunft in den ganzen Unsinn zu bringen.) Der Punkt bei der Sache ist, dass sich Chemtrails auf einer sehr objektiven Ebene unglaublich einfach wiederlegen lassen: Sie sind auf methodischer Ebene absolut ineffektiv! (Was sogar der Postillion als Ansatz für seine Satire zu dem Thema als Punkt aufgegriffen hat.) Und letzten Endes ist das atmosphärische Schichtenmodell mit seinen Luftströmen dabei sogar der Punkt, der am Einfachsten nachzufollziehen ist… auch wenn man die Mathematik dahinter nicht begreifen sollte.
Von daher verstehe ich noch am wenigsten, warum es ausgerechnet Chemtrail-Gläubige gibt. Aber gut, um ein anderes Mem aus der Popkultur zu zitieren, respektive zwei: “Ein Mensch ist intelligent, aber ein Haufen Menschen sind dumme hysterische gefährliche Tiere, das wissen Sie.” und “Alle Menschen lügen.” (Und wenn man Jörg Kachelmann in der ZDF-Doku glauben schenkt ist dei Gewaltbereitschaft in der Chemtrail-Szene ähnlich hoch wie die unter den Reichsbürgern. Also von tödlichem Potential für ihre vermeindlichen Gegner.)
Jetzt kommt der Punkt hinzu, der mich dazu bewegt diesen Artikel ausgerechnet für den Karneval der Rollenspiele zu schreiben: Wir wissen, was es bedeutet, wenn es eine Welt gibt, in der alle Verschwörungstheorien stimmen. Letzten Endes leben sehr viele Pulp-Runden von diesem Ansatz.
(Und ehrlich gesagt: Ich finde es langsam zum Kotzen, dass man den Ideen von diesen Idioten auf dieser Ebene eine Plattform gibt.)
Drehen wir den Spieß also einfach mal um: Wenn der Inhalt der Verschwörungstheorien nachweißlich falsch ist, wem nützt dann die Instrumentalisierung dieser Panikmache? (Und da käme dann Methodisch der IS wieder ins Spiel.)
Gerade von meiner derzeitigen Arbeitsstelle her weiß ich, was es heißt, wenn man einem wirklichen Gläubigen gegenüber steht. (Also nicht einen Gläubigen des IS, sondern einem Gläubigen der Verschwörungstheorien.) Die Gefahr ist, dass solche Personen – blind gemacht durch ihren Glauben – dämagogen abbilden, die weitere Personen anstacheln, welche ebenfalls nicht mehr die hellsten Lichter unter der Sonne sind. Wir wissen aber auch, dass die meisten Reichsbürger dazu tendieren, sich selbst besondere Posten zuzuschreiben, die sie im wirklichen Leben nicht haben. Wenn jetzt unter den sozialversagenden Reichbürgern nur ein paar Individuen sich befinden, die ein wenig mehr Grips im Kopf haben, als der deutche Durchschnittsverschwörungstheoretiker, könnte er das Ganze mit Hilfe der Chemtrail-Gegner eventuell sogar tatsächlich instrumentalisieren. (Quasi als einen Aufstand der besorgten Büger. Ein paar flammende Hetzredner hier, ein paar Massenagitatoren da, die allesamt mehr oder weniger an “die gute Sache” glauben und dazu ein langsam steigendes Gewalltpotential in den Gruppen überhaupt. Fertig wäre ein langsam köchelnder Aufstand.) Das Problem bei der ganzen Sache ist nur: Die meisten Gläubigen der Chemtrail-Szene, die unter dieser Interpretation demnach der zukünftige, militärische Arm der ganzen “Bewegung des Vokes gegen … irgendwas halt” darstellen sollen, sind natürlich aufgrund mangelder körperlicher ertüchtigung entsprechend Schlaff und demnach müssen ersteinmal “Demonstrationen gegen Chemtrails” als Exerzierübungen durchgeführt werden, bei denen aufgrund des entsprechend forsichtigem Vorgehens die zukünftigen Revoluzzer ersteinmal weider ans körperliche Bewegung herangeführt werden. (Was natürlich im Laufe der Zeit dann deutlich stärker betrieben wird.) Andere Gläubige kümmern sich dann um die Bewaffnung der Truppen. (Was natürlich aufgrund der gerigen finanziellen Möglichkeiten ähnlich lange von statten gehen muss, wie die körperliche Aufbereitung der zukünfitgen Soldaten aus der Chemtrail-Szene, aber wenn Sozial-Versager mit großen Zielen eines Haben, dann ist es Zeit.) Man hockt derweilen in den zukünftigen Parlamenten und brütet über die Struktur des von der Deutschland GmbH befreiten Reiches nach.)
Der Punkt bei der Sache ist dann nur, dass es irgendeinen wie auch immer gearteten Auslösers braucht, der zu einem bestimmten Zeitpunkt, an dem die notwendigen logistischen Strukturen hoffentlich stehen, losgeschlagen wird und eine vereinte Befreiungsfront aus Wutbügern, Chemtrailern und diversen Reichsbügern sich über die vollkommen unvorbereitete, da unschuldige Gesellschaft erströhmt und Stadt für Stadt im Sturm nimmt. (Dabei dann entweder Leute rekrutiert, ungläubige Exekutiert und sonstige schlimme Dinge anstellt, die man halt in diesem Zustand des rechtschaffen Aufgebrachtseins so begeht.) Vermutlich würde bei einer entsprechend gewallttätigen Vorgehensweise der Zulauf an verängstigten Opf… ähm Pardon, „neuen Rekruten“ zwangsweise relativ groß sein, weil man in dem Falle mit der vermeintlichen Masse aus Wölfen mitschwimmt (und hinterher immer noch behaupten kann „nur Befehle“ befolgt zu haben und sich selbst in eine Opferrolle aus Zwang und Gewallt befunden zu haben.)
Und wenn jegliche Organisation platt gewalzt ist kommt das bisherige Reichsschattenkabinett auf den Plan und versucht die selbst zertrümmerte Lehre mit eigener Unfähigkeit wieder zu füllen. (Was desaströse Folgen haben würde.)

Ja, ich nutze hierbei sowohl die Methoden der Verschwörungstheorie, um meine eigene Verschwörung aufzustellen… mit hinweise darauf, was ich aus einem derartig sarkastisch gestaltetem Bild letzten Endes erwarte, aber gehen wir jetzt gerade mal das Ganze einen Schritt weiter: Technisch haben wir hierbei auch schon eine Art Hintergrund geschaffen, welche die Entwicklung einer entsprechenden Verschwörung haben kann, um im Rahmen eines kontemporären bis zu einem „Nahe-Zukunft“ Settings mit jeweils eigenen Ansatz zu finden, der ein wie auch immer geartetes Abenteuer als Auftakt mit sich führen würde. Gerade Vampire würde sich z.B. durchaus anbieten, wenn man einige Hinweise streut, die auf der einen oder anderen Seite jeweils auf diese „Chemtrail-Befreiungsfront“ hinweisen würde. Zwar sind die World of Darkness Settings allgemein Hintergründe großer, verschworener Gruppen, aber je nachdem wo man den Einsatz hinsetzt würde das eine oder andere durchaus bedenklich werden. Nehmen wir die urbanen Monster der Vampire mal als Beispiel: Ich glaube kaum, dass sie die Verschwörungsgruppen als solche wirklich ernst nehmen würden. Aber ein vergrößerter Waffenankauf? Hinweise zu größeren, organisierten Gruppierungen (und dabei auch noch potentielles Chaos in Form eines kriegerischen Konflikts?) Es könnte sein, dass man mit diesem Ansatz zumindest ein paar Abende mit einer menschlichen Gefahr füllen könnte, das wenigstens der Kriegszustand an sich für einen Vampir auf Nahrungssuche eher unerwünscht ist. (Und ähnliches gilt in gewisser Weise auch für andere Systeme, in die man diesen Bereich verlagern könnte.)

So seltsam das auch klingen mag: Manchmal bedarf es nur eines sehr gefährlichen Spinners, um größeres Unheil zu veranstallten. (Und da Krieg die umwertung aller Werte ist weiß man irgendwann nicht mehr so genau, was jetzt eigentlich die Wahrheit hinter einem bewaffneten Aufstand eigentlich wahr.)

Montag, 31. Oktober 2016

Review: Doctor Strange

Mal wieder einen ereignissreichen Kino-Tag hinter mich gebracht. Diesmal ging es in die Einführung des Meisters der Magie ins Marvel Cinematic Universe. Und das war ziemlich überraschend.

Der Film beginnt mit einem Einbruch in irgenteinde Bibliothek. Eine Truppe von Personen töten den Bibliothekar, entwenden einige Seiten eines eines sehr alten Buches und am Ende kommt es zu einem Kampf zwischen den Dieben und einer verhüllten Figur. Allesamt sind mit besonderen Kräften ausgestattet, allesamt scheinen sich durch eine Welt zu bewegen, die so aussieht, als währen in der Matrix diverse Grafikprozessoren durchgebrannt.

Und dann beginnt die eigentliche Geschichte: Benedikt Cumberbatch spielt Dr. Steven Strange, einen hochgefeierten Arzt im Bereich der Neuro-Chirurgie. Bei einem Auto-Unfall werden seine Hände dermaßen verletzt, dass er nicht mehr in der Lage ist, seinem Beruf nachzugehen. Für einen dermaßen egozentrischen Mann wie Strange eine Katastrophe. Nachdem sämtliche Versuche mit experimentellen, riskanten Wegen der Schulmedizin (die also aus der Wissenschaft geboren wurde) fehlgeschlagen sind, folgt er in äußerster Verzweifelung einer Spur, die ihn schließlich nach Nepal führt und auf die von Tilda Swinton verkörperte „Ancient One“ stoßen lässt. Diese weißt ihn zuerst ab, gibt jedoch der Hardnäckigkeit eines verzweifelt vor ihrer Tür kauernden Strange (und dem guten Zureden eines ihrer direkten Vertrauten) schließlich nach und unterweist ihn doch noch in ihren Lehren.
In einer unglaublich kurzen Zeit (zumindest erscheint das dem Zuschauer so) eignet sich Strange ungeheures Wissen über das Multiversum und die Magie an. Und erfährt letzten Endes auch, was es eigentlich mit dem Ort in Nepal, der Acient One und dem Orden der Magier auf sich hat: Es existiert ein Multiverum voller Gefahren. Und gerade ist eine dieser Gefahren dabei akut die Erde auslöschen zu wollen: Der von Mads Mikkelsen dargestellte „Kaecilius“, welcher am Anfang des Films die Seiten aus dem Buch gerissen hat, greift die Siegel der Erde an, welche dafür sorgen, dass unser Planet geschützt wird.

Doctor Strange ist wieder einmal eine Origin Story, wei man sie fast shcon gefühlt hundert mal in den Marvel-Filmen gesehen hat und gerade im Falle von Spiderman im letzten Jahrzehnt gar nicht mehr sehen will. Im Falle von Doctor Strange ist das allerdings nochmal sehr viel anders: Bis jetzt hatte Marvel einen unglaublichen Aufwand damit betrieben in den Filmen eben nicht den Eindruck von übernatürlichem Mambo-Jumbo zu erwecken, sondern das MCU nach möglichkeit so „Wissenschaftlich“ wie nur eben möglich erscheinen zu lassen. (Selbst die Bewohner Asgards waren in diesem Zusammenhang Aliens und keine Götter gewesen.) Mit Doctor Strange springt jetzt in diesen Kosmos ein bis dahin absolut unberechenbarer Powerlevel rein, der die bisherige „heile Welt“ der Avengers langsam zum Platzen bringen sollte. (Ich weiß jetzt zwar nicht, in welchem Kosmos von „Phase Drei“ das Ganze jetzt weiter aufgebaut wird, aber ich befürchte die nächste Bedrohung innerhalb des MCU dürfte nochmal deutlich größer werden, als bisher.)
Kommen wir jetzt zum eigentlichen „Spiel“ des ganzen: Doctor Strange lebt im großen und ganzen von unglaublich großen, computergenerierten Effekten. Das heißt, dass jeder Zauber in irgendeiner Weise auf visueller Ebene automatisch zu erkennen ist. (Und in sehr vielen Aspekten hat man das Gefühl, dass es gerade dieser Umstand des Magie-Wirkens sehr Handwerklich aufgebaut ist. Fast schon wie ein Webstuhl, aus dem energetische Fäden entspringen. In sehr vielen Fällen wirkt die Magie auf der kleinsten Ebene tatsächlich wie gewebtes Licht.)
Und auf der anderen Seite kommt dann natürlich das dabei raus, was gerade die Trailer ausgemacht hat: Dieser Bildgewalltige Effekt einer sich ständig neu auf- und umklappenden, urbanen Landschaft. (Zugegeben: Wenn man den Hintergrund dabei kennt, denkt man automatisch an die Manga-Reihe „X“ des Zeichernerinnen-Studios „Clamp“, aber das tut dem ganzen keinen Abbruch.) Die Erklärungen überzeugen zumidnest auf der Ebene, dass man Doctor Strange erst einmal außerhalb der bisherigen MCU-Filme agieren sieht. Dazu kommt dann noch ergänzen der Humor, der bis mir bei meinem letzten Besuch in einem Marvel-Film (Guardians of the Galaxy) auch schon aufgefallen ist. (Hier wird zwar eine andere, eher bissige Art von Witz bemüht, aber es passt.) Jedenfalls finde ich den Film an sich und in der Art wie er sich jetzt einbringt sehr sehenswert, in seiner opulenten Bidlgewalltigkeit. Ob er allerdings wirklich am Ende in das große Gesammtbild passt, wird man abwarten müssen. Denn auch wenn die Figur des Doctor durch Benedict Cumberbatch sehr treffend dargestellt wird, bleibt immer noch das bisher eher Schießwütige „haudrauf“ der anderen Marvel-Filme bis jetzt, in die die neue Figur ebenfalls hereingebracht werden muss.

Von bleibt am Ende nur zu sagen: Wer die Formel der Marvel-Origin-Storys abkann kriegt hier einen wunderschönen, absolut bildgewalltigen Film vorgesetzt, bei dem es Spaß macht ihn zu sehen.

Montag, 24. Oktober 2016

Rezension: Akihisa Ikeda: Rosario + Vampire Season II Band 04

Cover: Akihisa Ikeda
Rosario + Vampire
Season II Band 04
Verlag: tokyopop
Und wieder einmal stürze ich mich in die Welt der Yokai High. Auf den üblichen 208 Seiten des Tankubon geht es gewohnheitgemäß in dem großen Trubel rund um den Kampf der Yokai gegeneinander und um die Menschheit (und ganz nebenbei um das Harem-Gewerbe, das in gewisser Weise das Liebesleben von Tsukune Aono ersetzt) weiter. Zusammengefasst sind dabei fünf Episoden hierbei aufgeführt, die aber in irgendeiner Weise 3-4 mehr oder weniger zusammenhängende und aufeinander aufbauende Geschichten erzählen.
Den Anfang stellt dabei die Fortführung der Geschichte um das Dorf der Schneefrauen, die sich in irgendeiner Weise an abstruse Prophezeiungen gebunden sehen und nach dehnen leben. In gewisser Weise ist das die Einführung eines neuen Gegners, die Organisation „Fairy Tail“, dar. In diesem Band wird dabei nur aufgezeigt, dass diese Organisation Existiert, es werden drei Mitglieder aufgeführt, von denen eines für Moka von familiärer Bedeutung ist und ein anderes eine direkte Verbindung in die erste Season darstellt.
„Episoden“ „Drei und Vier“ beschäftigen sich dann mit den aus diesem Problem entspringenden Notwendigkeiten. Tsukune wacht inmitten eines Dschungels auf, ohne die geringste Ahnung davon wo er ist. (Und durch zufalle stellt er fest, dass er via sehr lange Handschellen an die Hexe Ruby gefesselt ist, die ihm erleutert, dass diese komische Situation dafür Notwendig ist, dass er den Umgang mit seinen Yokai-Kräften beherrschen lernt. Für diesen Umstand wird ihm zusätzlich eine besondere, magische Peitsche überreicht.
Die vierte Episode baut darauf auf. Und zwar hat die unversiegelte Moka sich die Peitsche geklaut und geht mit Tsukune auf einen Shopping-Tripp in die Yokai-Welt. (Paralelen mit der Winkelgasse schreien dabei geradezu einem ins Gesicht... in gewisser Weise.)
Den Abschluss beginnt dann ein kurzer Einschnitt von Kurumu, die sich in letzter Zeit von Tsukune „vernachlässigt“ fühlt, da er sich immer weiter in die Trainingseinheiten hineinsteigert. Durch einen von Cocoa herbeigeführten Unfall setzt sie daraufhin Tsukune mit ihren besodneren Sukkubus-Kräften unter ihren Bann. Das was dann folgt ist dieser seltsame Aspekt, den das Gedankenspiel „Liebestrank“ darstellt. Jedenfalls spielt die Episode ein wenig damit, dass Kurumu sich dem Umstand stellen muss, dass eine magisch betörte Person eben nicht „echt“ von den Gefülsäußerungen her anfühlt.

Was soll ich sagen: Wenn man den üblichen Monster-of-the-Week-Anteil Rund um „Fairy Tail“ mal abstreicht geht es hier sehr stark um die einzelnen Beziehungen von Tsukune mit den einzelnen Mitgliedern des Harems. Zumindest werden hier sehr stark fokussiert die jeweils etwas gestörten Punkte der Beziehungen von Tsukune zu den jeweils sekundärer Hauptharem-Mitglieder. (Okay, Ruby gehört eigendlich nicht zum Haupt, sondern zum erweiterten Harem, aber was solls?) Und dabei wird jeweils Thematisiert, wie unglaublich gestört diese jeweiligen weiblichen Yokai jeweils irgendwie sind. (Und das die „Vampir“-Moka wirklich ein extremes Miststück ist.) Der absurdeste Part bei der ganzen Sache ist diese große Frage nach den Gefühlen die man hegen kann für eine Person und was man zuweilen sich selbst dabei antut, wenn man eben auf Stellvertreterhandlungen dabei zurückgreifne muss. Allerdings auf sehr Plakativer Art und Weise. (Und ich bin mir Sicher, dass gerade die feministischen Vertreter des weiblichen Geschlechts diese Serie jetzt auf keinen Fall lesen sollten.)

Fazit

Die Serie ist bekloppt, aber das wussten wir ja schon. Nur wird hier ein unglaublich düsterer Humor mit einem mal mit eingeführt, der nur so sehr vor Sarkasmus trieft, das einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Ansonsten ist die Serie genau das, für das man sie kennt: Ein Junge ohne jegliche besonderen Eigenschaften wird mit einem mal von unzähligen Mädchen umworben und kommt damit nicht klar. (Und die Mädchen kommen damit nicht klar, das er damit nicht klar kommt.) Das macht auf allen Ebenen Spaß, ist allerdings eindeutig seichte Unterhaltung. (Und dadurch, dass hier „die große Liebe“TM thematisiert wird, inklusive aller zusätzlichen Probleme, die daraus folgen, macht das ganze zu einer spannenden Abenteuer-Geschichte.) Nur wie gesagt: Spätestens hier wird das ganze – aus westlicher Sicht – zu purem Sexismus. Passt aber sehr gut zu dem Bild, was man sich gelegentlich über die japanische Kultur macht. Auch wenn gerade diese Kultur aus unserer Sicht nie ganzheitlich, sondern nur in Ausschnitten erfasst werden kann.