Montag, 10. Dezember 2018

All hail to Benny Hill (Hoard of the Dragon Queen III)


Bevor sich meine D&D-Runde dieses Jahr noch einmal sammelt, sollte ich eventuell zusehen, dass ich die letzte Runde noch einmal hier zusammenfasse. (Ansonsten sähe es ja dämlich aus, wenn ich hier innerhalb von zwei Wochen gegen Ende des Jahres gleich beide Sitzungen nachreichen müsste… oder gleich drei, weil ich es immer noch nicht geschafft hatte, vor der übernächsten Sitzung die anderen beiden niederzuschreiben.
Leider muss ich hier schon mal eine Vorwarnung geben: Weil ich irgendwann während des Tages mit einem mal eine gewaltige Kopfschmerzattacke bekam und danach auch nur noch zu wenig zu gebrauchen war und mehr am Spieltisch rumhing, kann es sein, dass diese Erzählung gegen Ende bestenfalls unvollständig ist.


Nach den Ereignissen der letzten Runde stießen die drei Gefährten weiter in das Höhlensystem vor. Und während man eine weitere Fallen umging stieß man irgendwann auf einen Übungsraum, von dem aus eine weitere Treppe in die Tiefe führte, die in einer Grube zu enden schien. Da Ramius, der Priester, aus den bisherigen Erfahrungen klug geworden wahr, suchte er aus den Waffenständer ein Werkzeug, dass den weiteren Verlauf des Dungeoncrawls vereinfachen sollte. Das dadurch erlangte Werkzeug in Form eines ultimativen Stab des Fallenfindens +5 sollte aber nicht die einzige „Entdeckerhandlung“ in diesen Räumlichkeiten sein. Der kaum das er einen Blick in die Grube dieser Räumlichkeiten warf nahm sein Gesichtsausdruck einen skeptischen Blick an und er warf einen Stein hinunter, der dafür sorgte, dass sich die Bewohner dieser unteren Ebene blicken ließen.
Was in dieser Grube gefangen halten wurde, waren in den Augen der meisten einfach nur drachenartige Kreaturen, bei denen man vermutlich froh war, wenn man sie nicht weiter im Weg hatte. Außer Ogen natürlich, die in heller Begeisterung und einem laut formuliertem „Sitz!“ den Zustand der potentiellen Abrichtbarkeit der Wesen zu prüfen versuchte. Anschließend schnappt sie sich allerdings nur den Schlüssel der scheinbar die Tür entriegeln könnte, um zu den Wesen zu gelangen.
Jedoch sollte der nächste Kampf nicht lange auf sich warten lassen, denn während Ramius im weiteren Gang durch die Höhlen seinen Fallenauslöser auf dem Boden rumstochern lässt, schaffte er es mit einem mal die Decke des Höhlengange zum Einsturz zu bringen und während Drusilla und Ogen nur Mühsam aber verletzt schlimmeren ausweichen konnten sahen sich die drei Gefährten mit einem mal Kobolden gegenüber: 6 Normale, aber zu allem Überfluss auch noch sechs weitere Kobolde, die fliegen konnten. (Mit anderen Worten: Die Kobolde hatten ihre göttlichen Außerwählten auch noch in den Drachenkult mit eingeschleppt.) Was folgte war ein Scharmützel, in dem sich Ramius daran versuchte die fliegenden Kobolde mit Windstößen abzulenken und dadurch den Angriff insgesamt zu zerfasern, während Drusilla und Ogen versuchten diejenigen zu erschlugen, die es zu ihnen durchschafften. Während Drusilla dabei eigentlich eher damit beschäftigt war, sich selbst nicht zu verletzen, schaffte es Ogen dabei umso erfolgreicher mit Hilfe von Scorching Rays die Höhle mit dem Geruch nach Sonntagsbraten zu erfüllen.
Was danach noch folgte war ein verhältnismäßig kurzes Gemetzel unter den verbliebenen Kobolden, nachdem Ramius wieder Blitz und Donner in seinem Körper chanelte und Drusilla einen letzten fliegenden Kobold in der Luft filetierte.
Nach diesem Kampf erholten sich die Drei noch einmal kurz in der Nähe des Lagers der Kobolde, aus dem man ein paar Münzen fischte und nach einem kurzen Überblick auf verschieden Kunstobjekte diese einfach links liegen ließ. (Scheinbar hatten die Kobolde jedes Abbild eines Drachens geraubt, was für ihre kleinen Hände tragbar, sofern es nicht Niet- und Nagelfest daherkam.)

Schwierig wurde es dann allerdings in dem Moment, als man dann ausgerechnet in den Schrein Tiamats stolperte und dort anscheinend drei Gestallten beim Beten erwischte. Da Einer der Drei dann ausgerechnet der schwarze Drachling war, der während der großen Feier zu den versammelten Kultisten gesprochen hatte, als Ramius gefangen genommen wurde.
Die drei Gefährten schafften es irgendwie, sich aus der Frage herauszureden, warum sie an diesem Ort währen und wurden anschließend weggeschickt, um herauszufinden, warum die Wachen am Eingang keinen Rapport geleistet hatten. Ein letzter Kommentar des Drachlings, dass man sich in Richtung der persönliche Gemächer eines weiteren Kommandanten gerade bewegte erwiderte Ogen nur, dass das doch der schnellste Weg in Richtung des Höhleneingangs sei. Unwissend darüber, was der entsprechende Kommentar letzten Endes bedeuten würde, stand man mit einem Mal vor einer Leiter in eine etwas niedriger gelegenen Höhle in der an einem Schreibtisch ein weiteres bekanntes Gesicht des Angriffs auf Greenest saß. Mit ein paar kurzen Ratschlägen untereinander entschloß man sich mit Hilfe eines Ablenkungsmanövers Drusilla in die Höhle zu bekommen, damit diese sich um den Menschen kümmern sollte. Ogen bewirkte daher einen Ghostsound, der so klang als würde an der Tür am anderen Ende der Höhle jemand klopfen, was den Anführer des Angriffstrupps dazu brachte seine Aufmerksamkeit vollkommen auf die Tür zu richten. Die Folge war, dass Drusilla mit geradezu überelfischem Geschick sich in die Höhle bewegte und mit einem mal in den Bewegungen des Mannes so verschmolz, dass sämtliche Bewegungen ihrerseits von diesem gar nicht mehr wahrgenommen werden konnten und ihr deswegen ihre blutige Tätigkeit erleichterte. Mit einem eiskalten Blick voller Mordlust in den Augen rammte sie die beiden Klingen ihrer Schwerter in den Hals des Menschen, so das diese sich über den Wirbeln des Halses kreuzten und anschließend die Kehle von innen heraus aufschlitzten, so dass sich das Blut des Mannes in einem gewaltigen Schwall über die Papiere auf dem Schreibtisch ergoss.
Ogen, wenig begeistert darüber, dass jetzt so wenige Schriftstücke eventuell einfach zu lesen seien, tadelte ihre Gefährtin daraufhin. Trotzdem entdeckte man Truppenbewegungspläne, die in Richtung Beregast angesetzt waren, um von dort aus weiter in Richtung Norden vorzudringen.
Nachdem durchsichten dieser Dokumente und einem Abwegen der Möglichkeiten entschloß man sich zu einem verwegenen Plan: Innerhalb dieser Höhle hatte man noch eine Person in der Kommandokette entdeckt, die potentiell Gefährlich werden könnte. Daher entschlossen sich die Drei, dass man ebenfalls den schwarzen Drachengeborenen los werden müsse.
Und somit erschuf Ramius eine Wand aus Nebel in der man sich zu einem Überraschungsangriff auf den schwarzen Drachling und seine zwei barbarischen Bodyguards anschlich. Drusilla und Ramius nehmen den schwarzen Drachengeborenen glücklicherweise noch im Nebel in die Zange, allerdings ohne sofort sichtbare Erfolge damit zu erzielen. Da der Nebel sich allerdings nur kurzzeitig Aufrecht erhalten lies konnten sich weder Ramius noch Drusilla auf Dauer auf den Vorteil der schlechten Sicht verlassen. Und somit ergab es sich, dass Drusilla, kaum das der Nebel verflogen war, schwer verletzt zu Boden ging. Ramius in der Zwischenzeit wirkte einiges, während Ogen einfach nur durch die Halle flitzte, dicht verfolgt von einem Barbaren. Zum einen wirkte er eine heilige Waffe, die einen der beiden Barbaren herausforderte und für den Rest des Kampfes an dem entsprechenden Platz Band, weil dieser anscheinend blind vor Kampfeszorn den unsichtbaren Herausforderer erlegen wollte. Zeitgleich griff Ramius auf seine Fähigkeit als wandelnde Batterie zurück und konnte seinen geschuppten Gegner mit Hilfe von Blitz und Donner auch noch erlegen.
(Zeitgleich wahr es Donnerstag in der WoD und der Blechblaßchor der büttenwerderer Geschwister-Scholl-Gesamtschule stimmte während der Proben das Benny-Hill-Main-Theme an.) Jedenfalls rannten sowohl Ramius als auch Ogen für den Rest des Kampfes im Kreis durch den Raum und schafften es mit Hilfe ausschließlich von Cantrips den verbliebenen Barbaren zu erlegen, während sein Kollege von der immateriellen, heiligen Waffe herniedergerafft wurde.
Ramius, selbst schwer verwundet, schleppte sich mühselig zur schwerverwundet am Boden liegenden Gefährtin und dachte im ersten Augenblick schockiert, dass hier sämtliche Hilfe zu spät zu kommen schien, nur um dann doch noch ein ganz schwaches Atmen zu bemerken. Mit Hilfe eines erbeuteten Heiltracks half man der Elfe wieder auf die Beine und betrachtete danach den Tiamat-Schrein, in welchem dieser sehr knappe Kampf entschieden worden war. Das Auffälligste dabei war die sehr starke Betonung des schwarzen Drachen-Aspektes der Drachengottheit.

[Weiter sind meine Notizen in diesem Fall nicht gegangen. Wie gesagt: Ich wurde zu dem Zeitpunkt von einer sehr heftigen Kopfschmerzattacke geplagt.]

Montag, 26. November 2018

Rezension: Yukito Kishiro: Battle Angel Alita Last Order (Band 03)


Cover: Yukito Kishiro
Battle Angel Alita
Last Order Band 03
Verlag: Carlsen Comics

Während der letzte Band sehr viel noch zum Thema Zalem und dessen indirekte Beziehung zur Erde ausgedrückt hatte geht es mit Band 3 in gänzlich neue, bislang vollkommen unbekannte Phären hinauf. Wie man bereits sehr genau wusste stellt Zalem nur die irdische, schwebende Komponente eines Orbital-Lifts dar, der in eine weitere menschliche Kolonie führt, der Stadt „Jeru“. Alita hat sich Desty Nova und den verbliebenen Tunes angeschlossen, um zu Melchizedek zu gelangen, um dort das Gehirn von Lou zu bergen, das anscheinend irgendeine Funktion im Computer dieser ganzen, seltsamen Welt innehat, die anscheinend eine Art Experiment mit Menschen darzustellen scheint.
Womit man in diesem Fall nicht so wirklich rechnet ist die Art von Gesellschaft, welche sich auf Jeru gebildet zu haben scheint: Kaum angekommen wird der Stoßtrupp von der Erde von einem Mann Namens Aga Mbadi willkommen geheißen (der zusätzlich den Namen „Trinidad“ trägt.) Dieser offenbart Desty Nova, dass dieser das Ergebnis eines besonderen Experimentes war, bei dem die Bewohner Jerus ungewöhnlich hochbegabte Menschen auf Zalem erschaffen wollten. Drei dieser Personen wären bereits im Laufe der Jahre nach Jeru hinausgestiegen. Desty Nova ist jetzt der Vierte, der nicht gänzlich auf der Erde verrückt wurde. Womit allerdings keiner dabei gerechnet hatte: Trinidat ist eigentlich gar nicht an Desty Nova selbst, sondern nur dessem Gehirnchip interessiert. Die Folge daraus ist, dass der ganze Trupp in seltsamen Stase-Kuben (teilweise halbiert) ins All hinausgeworfen wird. Desty Nova hingegen wird von Trinidad in Scheiben geschnitten um an den Chip dieses Backups zu gelangen. (Ich denke mal, dass die ganze Kopiererei des „verrückten Karma-Wissenschaftlers“ im weiteren Verlauf der Reihe nochmal eine wichtige Rolle spielen wird.)
Alita hat in sofern Glück, dass sie von eimem Schrottsammler noch im All geborgen wird und auf einer der unteren Ebenen Jerus aus ihrem Gefängnis befreit wird. Dummerweise ist dieser Mann „Pingu“ sowohl ein betrügerischer Ganove als auch ein Flüchtling Jerus, der die oberen Ebenen nicht mehr ertragen konnte. Dummerweise ist er aber auch der einzige Mensch in dieser Welt des Sonnensystems, der Alita weiterhelfen kann. Und so schmieden die beiden einen durchaus als zerbrechlich anzusehenden Packt voller Misstrauen auf Seiten von Alita, bei dem Pingu am Ende zwei der Hirnchips von Desty Nova für sich als Bezahlung bekommen kann.
Ziel ist dabei ganz klar: Alita will immer noch das Gehirn von Lou bergen. Pingu hingegen macht sie darauf aufmerksam, dass vermutlich nur ein bestimmtes Kampftournir, dass alle zehn Jahre stattfindet, und jetzt kurz bevor steht, die vermutlich beste Möglichkeit sein wird, um dieses Ziel zu erreichen.

In einem Seitenstrang der Erzählung wird dabei dieses neue Setting in Form einer heimlich verfolgten Konferenz an der sämtliche Vertreter des Sonnensystems teilnehmen beleuchtet: Die mehrheit der Befölkerung dieser Welt ist einem Zustand der „Methusalemisierung“ abträglich geworden. Das heißt, dass es sogar verboten ist Nachwuchs zu erzeugen, um zu verhindern, dass entsprechende Individuen die nicht Teil dieses uralten Systems sind umstürzende Ideen ins Spiel bringen. Die Menschheit dieses Sonnensystems hat hingegen weitestgehend über die Jahrtausende andere Formen angenommen. Scheinbar sind sämtliche Planeten des Sonnensystems kolonisiert, wobei Jupiter und Venus eine führende Rolle innerhalb dieser Gesellschaft auf politischer Ebene einnehmen. (Und Jupiter ist bevölkert von Cyborgs in nichtmenschlichen, robotischen Körpern, während die Venus von „Kopffüßlern“ mit kannibalischer Ernährung bevölkert wird. Die Bevölkerung des Erdorbits (wozu wohl auch der Mond gehört) nimmt dabei eine vermittelnde Rolle zwischen den Stühlen ein, die eher unklar definiert ist. (Wobei gerade Trinidat sich hier als der ränkeschmiedende Strippenzieher im beleuchteten Hintergrund präsentiert.)
Eine dritte Fraktion ist dabei der Mars, der als anscheinend älteste Kolonie sich dem alten Kreislauf aus Geburt und Leben als zentrale Philosophie weiterhin higegeben hat und derzeit von einer anscheinend immer noch jugendlichen Prinzessin mit alterndem Beraterstab und einer Leibwächterin, die zumindest dem Anschein nach ähnliche Techniken wie Alita beherrscht, beherrscht wird. Dummerweise ist der Mars aktuell aber auch ein Kriegsgebiet, in dem mehrer Parteien gegeneinander in einem gewalltigen Bürgerkrieg kämpfen, der von unterschiedlichen Fraktionen aus dem restlichen Sonnensystem mit angestachelt wird.

Grundlegend betrachtet bleibt dieser Manga ebenfalls der alten Alita-Formel treu, in der andauernd neue, noch mächtigere Gegner mit ungewöhnlichen Fähigkeiten eingeführt werden, die in ihrer jeweiligen Form so fürs erste nicht direkt zu erfassen sind. Dadurch aber, dass diese neue Welt eben nicht mehr die in irgendeiner Weise von der Erde definierten Gebiete darstellt benutzt Kishiro in seiner Erzählung auf diese Weise einen sehr interessanten Trick, indem er das gesammte Szenario in Form einer politischen Konferenz sich selbst entfalten lässt. Was hier erst einmal aufgebaut wird ist ein verhältnismäßig schneller Überblick in dem man eine recht gute Übersicht über „die Bösen“ bekommt. (Und irgendwas, dass anscheinend sowas ähnliches wie „die Unschuldigen“ sein könnte. Ob dieser erste Eindruck sich aber wirklich bewahrheiten wird bleibt erstmal abzuwarten.) Fakt ist nur: Zeit spielt für diese seltsame Gesellschaft in der für uns verständlichen Form erstmal keine wirkliche Rolle. Sie ist „überwunden“, wenn man das so aufdrücken will. (Daraus ergibt sich dann zwar zwangläufig auch ein Prinzip von Langeweile, dass in den meisten Gedankenexperimenten die derartige Popkulturelle Geschichten erzählen, zwangsweise in Grausamkeit ausartet, aber wie das dann tatsächlich im Falle dieser Serie sich ausprägt bleibt erstmal abzuwarten.)

Jedenfalls bleibt man am Ende dieses speziellen Bandes irgendwie mit einem flauen Gefühl in der Magengegend zurück, das einen um die ganzen Liebgewordenen Charaktere des Battle Angel Alita Universums irgendwie noch mehr bangen lässt, als wir es in der ursprünglichen Erzählung bereits getan haben, als wir Alitas ständige Rückschläge erlebten. Fakt ist aber auch hier: Die Erinnerungen an Yoko werden weiterhin immer wieder an stellen eröffnet, wo es für Alita unglaublich wichtig ist, sich an etwas aus ihrer Vergangenheit zu erinnern, dass ihren bisherigen Fähigkeitslevel erneut erhöt. (Es ist irgendwie fast shcon als sarkastisch zu betrachten, dass ausgerechnet in der Notwendigkeit noch mehr Blut zu vergießen kleinere Schnipsel einer Person hervorgespühlt werden, bei der unklar ist, ob wir sie wirklich in dieser Form noch einmal erleben wollen.)

Fazit

Der dritte Band versöhnt mich mit einigen Schwächen des zweiten Bandes. Zwar wäre es indirekt durchaus interessant gewesen zu beobachten, ob noch etwas mit Zalem selbst geschieht. (Immerhin wurde im zweiten Band angedeutet, dass langfristig Schrottstadt Richtung Zalem wächst. Und von da an wäre es eigentlich nur ein verhältnismäßig kleiner Schritt um auch nach Jeru vorzudringen. Wobei man dann abwarten müsste, wie Jeru auf die vermeitlichen jungen Wilden reagieren würde.)
Jedoch sind auch weiterhin alle Komponenten innerhalb dieses Bandes vertreten, die gerade die Geschichte rund um Alita so dermaßen stark auszeichnet. Es wird nur noch stranger als bisher, da sich ein gänzlich neuer Kosmos gerade auftut, in dem sich der „Battle Angel“ behaupten muss.

Montag, 19. November 2018

Rezension: Yukito Kishiro: Battle Angel Alita Last Order (Band 02)


Cover: Battle Angel Alita
Last Order
Band 02
Verlag: Carlsen Comics

Nach der doch etwas holprigen Einführung, die der erste Band der zweiten Battle Angel Alita Serie letzten Endes darstellte, kommt es jetzt so langsam in eher „interessante“ Sphären. Die Geschichte von Last Order zwei wird jetzt auf das zweite Lager fokussiert, dass die überlebenden von Zalem konstruiert haben. (Wir begegnen also in diesem Fall den Erwachsenen.) Und wie sich herausstellt ist diese Gruppe nicht nur durch psychisch Kaputte Monster definiert. (Um genau zu sein sehen wir, dass Pa sich nur deshalb Alita angeschlossen hatte, weil sie eine deutlich festere Bindung zu ihrer „Mutter“ entwickelt hatte, als die meisten Jugendlichen Zalems es angedeutet hatten.) Zwar bedeutet das nicht, dass diese Erwachsenen, die sich mit Pfannen und sonstigen, eher promitven Hiebwaffen dem MIBs erwehren, alle vollkommen normal wären, aber das Bild in seienr Gesamtheit ist doch ein deutlich anderes: Scheinbar dreht nicht jeder automatisch durch und verliert jegliche Menschlichkeit, nur die entsprechende Person von einer bestimmten Idiologie geblendet wurde und jetzt Chipbetrieben in einer neuen Welt erwacht ist.

Dazu kommt dann noch der Umstand, dass Jim Rosco sein Bewusstsein anscheinend in den Körper seines Monsters kopiert hatte und jetzt sämtliche Kontrolle über sich selbst verloren hat. (Okay, das trifft es so auch nicht. Was ich meine ist: Aus dem zerbrechlichen Winkel eines Menschen war Jim einfach nur ein aufgeblasener, wenn auch genialer Junge. Jetzt ist er ein Monster und nimmt die ganze Welt aus der Perspektive eines kleinen, verzogenen Bengels in der Trotzphase war, der irgendwelche Bauklötzchen zusammenfallen lassen will. Das dies insgesamt nur dazu führt, dass Alita in ihrer ständigen Selbstfindungsphase neue Erinnerungen an Yoko wachruft und sich auf diesem Weg immer wieder der Frage stellt, warum sie eigentlich kämpft oder gezwungen ist zu kämpfen, muss ich hier wohl nicht erst extra erwähnen, oder?

Jedenfalls bleibt schon allein deswegen der Fokus weiterhin irgendwo in diesem ständigen zwischending zwischen Kampf-Aktion und der Frage, wie man letzten Endes leben will irgendwo hängen und bewirkt dabei immer wieder aufs neue interessante Wandlungen. (Es ist schon ziemlich spannend, was sich Kishiro bei der Variierung seines Themas des nicht zynisch werdens innerhalb einer Welt, die immer mehr gegen einen ist.) Das macht diese neue Serie unglaublich spannend, schon allein weil das Ziel hier nicht in Zalem selbst endet, sondern über die Erde selbst hinausgehen soll.

Den Abschluß des Bandes bildet dann tatsächlich ein Blick zurück auf die Erde. (Wir erinnern uns: Innerhalb der ursprünglichen Serie hatte Alita unzählige „Freundschaften“ zu Verbündeten geknüpft, die eigene Motive hatten. Hier bekommen wir einen einzigen, kleinen Ausblick auf Khaos und den Hehler Vector sowie das Mädchen Koyomi zu sehen. Die verbindugn in dieser Geschichte ist ein kleines Papierflugzeug, das von Zalem herabfällt und Khaos daran erinnert, dass er auch ein jahr nachdem Alita verschwunden ist immer noch einen Traum hat, für den es sich zu kämpfen und zu überleben lohnt.

Fazit

Wie ich vermutlich schon mal irgendwo gesagt habe: Battle Angel Alita ist erstmal Unterhaltung für eine sehr spezielle Zielgruppe. Das bedeutet für sich betrachtet, dass man Spaß an dieser sehr speziellen Form der Erzählung haben muss, in der es immer wieder darum geht, dass Gegner auf die eine oder andere Weise ungewöhnliche Stärke erlangen und auch die Hauptperson mit all ihren Macken sich im Kampf beweisen muss. (Und natürlich darüber hinaus, dass die gesamte Geschichte ständig irgendwelche wirren Wendungen nimmt.) Ich verbinde gerade mit Battle Angel Alita eine ganze Menge positive Erinnerungen, die es für mich schwierig machen, hierbei nicht unterhalten zu sein. Für den Augenblick sehe ich zwar in diesem spezifischen Band jetzt, über ein Jahrzehnt nachdem das ganze erstmals Erschienen ist, defintiv ein paar Schwachstellen in der Erzählung, aber da sind trotzdem unzählige schöne Ideen, die immer noch bemerkenswert sind. Von daher bleibt gerade ab diesem Band abzuwarten, wie sich die Geschichte rund um Alita weiter entwickeln wird. Denn fest steht: Es wird einiges gänzlich anders aufgebaut, als es bislang der Fall war. Und das wird zwar immer noch das entsprechende, ständige Thema „Kampf bis aufs Blut“ enthalten, dabei aber auch einige, sehr unterschiedliche Wesenheiten mit ins Spiel bringen, die auf ihre Weise sowohl menschlich sind, als auch Monster.

Mittwoch, 14. November 2018

Excelsior! (R.I.P. Stan Lee)

Stan Lee 2014
Rechte: Gage Skidmore unter CC BY-SA 3.0

Normalerweise schreibe ich bei solchen Gelegenheiten ja eher etwas zentraler auf eine Person fokussiert, um meine eigenen Gedanken gerade zu ordnen. Mein Problem bei dieser speziellen Geschichte ist jetzt eher etwas anderes: Diesen Nachruf hier kann ich nicht wirklich auf die betroffene Person fokussieren. Und das muss man wohl sehr anekdotisch verstehen: Es muss so um 1987 oder 1988 herum gewesen sein, als mir meine Mutter im moerser Horten einen Reprint der Ausgabe 31 der vom Condor-Verlag veröffentlichten Serie „Die Spinne ist Spiderman“ kaufte. (Das dürfte so die zweite Auflage gewesen sein, wenn ich mich richtig erinnere.) Nur damit wir uns hier nicht falsch verstehen: Das war definitiv nicht mein erster Comic gewesen. Aber letzten Endes wohl der insgesamt prägenste.
Denn unabhängig davon, dass sich Spiderman in dieser Geschichte mit dem neu eigeführten Helden „Captain Britain“ aufgrund eines Missverständnisses prügeln musste, sollte der Comic danach über lange Jahre mein go to Genre was Comics betrifft definieren. (Und bis Heute gehört Spiderman neben Batman, Wolverine und „Licht und Schatten“/“Mantel und Degen“/“Cloak & Dagger“ zu meinen absoluten Lieblingssuperhelden.
Und ich denke, dass genau dort meine indirekte Beziehung zum Werk Stan Lees beginnt: Denn auch wenn abgesehen von Spiderman alle andere „Lieblingssuperhelden“ von anderen Autoren ersonnen wurden, hat zumindest die Marvel-Mehrheit sehr viel mit dem zu tun, was gerade Stan Lees Sichtweise auf das Superhelden-Genre ausmachte. Denn auch wenn alle diese Figuren eien besondere Kraft mit sich führten, die es ihnen unglaublich einfach machte, andere Superhelden in Grund und Boden zu verprügeln: Am Ende waren sie alle dann doch mit dem Umstand geschlagen, dass gerade die kleinen Probleme um ein Vielfaches tragender sind: Spiderman kämpft als Peter Parker darum, am Ende des Monats seine Miete noch bezahlen zu können. Wolverine ist als Mitglied der X-Men der üblichen Rassismus-Problematik ausgesetzt. (Auch wenn diese letzten Endes etwas war, das man nachträglich in die Mutanten-Truppe rund um Professor X hineininterpretierte.) Und Cloak & Dagger waren als „Runaways“ eigentlich ständig auf der Suche nach einer Heimat gewesen, wenn sie nicht gegen die Drogenkartelle vorzugehen versuchten.
Jedoch: Alle diese Faktoren hatten mich damals bereits begeistern können, ohne das mir der Name „Stan Lee“ jemals über den Weg gelaufen wäre. Stan Lee war damals schon weitestgehend aus dem aktiven Autoren-Geschäft für Comics raus gewesen.
Der erste Kontakt zu Stan Lee waren dann ein paar Einseiter in den Comics, die etwa Mitte der 90er erschienen sind. In diesen Comics trat eine bärtige Figur auf und erzählte ein wenig über das Comic-Machen (wenn ich mich richtig erinnere.) Aber das tragende Element, dass jeden einzigen Einseiter miteinander verband war dann das Wort „Excelsior!“, das heutzutage eigentlich wie eine Punchline mit Stan Lee verbunden ist. (Woher das letzten Endes stammt konnte ich jetzt nicht nachvollziehen.)
Und dann bin ich irgendwann mit dem Internet gegen Ende der 90er in Kontakt gekommen und einer meiner ersten Aufschlagpunkte war das Comic-Forum. Nach einigem hin und her bin ich darüber dann tatsächlich über die Bedeutungsebene gestolpert, die diese komische, bärtige Figur mit ihrem Excelsior eigentlich indirekt hatte. Und dabei erfuhr ich auch einiges über Stan Lees Art zu arbeiten. Seine Themen und was ihn sonst noch so bei Marvel besonders gemacht hatte. Und dann war da dieser Moment, als sich das ganze Internet darüber zu überschlagen schien, das eine bestimmte Person in jedem einzelnen verfickten Marvel-Film einen Cameo hatte. (Stan Lee hatte sich eine Möglichkeit erkämpft seinen geistigen Kindern dabei zuzusehen, wie sie die Leinwand eroberten.)

Und Mittlerweile wurde auch diese Ansammlung an Cameos kanonisiert. Stan Lee selbst stellt in alle diesen Filmen ein weiteres Produkt seiner Fantasie dar: Er ist Uatu, der Beobachter.

In den letzten Jahren ging jetzt die eine Nachricht rum, das Stan Lee am 12 November im Alter von 95 Jahren verstorben wäre.

Ein letztes Excelsior, alter Mann.

Montag, 12. November 2018

Rezension: Yukito Kishiro: Battle Angel Alita. Last Order (Band 01)

Cover: Yukito Kishiro
Battle Angel Alita
Last Order Badn 01
Verlag: Carlsen Comics
Den Hintergrund von Last Order zu erklären wird jetzt ein wenig komplizierter, da es sich hierbei nicht direkt um eine Fortsetzung im eigentlichen Sinne handelt.Wenn man einem bestimmten Narativ glauben schenkt, dass um 2003 herum in der deutschen Fanszene umherging war Yukito Kishiro aufgrund von Gesundheitlichen Problemen dazu gezwungen die Ursprüngliche Battle Angel Alita Reihe vorzeitig abzubrechen. (Wohl gemerkt: Ich habe diese Erklärung zu Last Order das erste mal zu einem Zeitpunkt gehört, als es noch unklar war, ob Carlsen auch diese zweite Geschichte veröffentlichen würde. (Das sie es dann ein Jahr später wirklich in die Tat umsetzten war dann eine positive Überraschung.) Ziehen wir das Ganze jetzt aber mal strenger von hinten auf: Die Ursprüngliche Geschichte von Battle Angel Alita endete in Hyper Future Vision ja durchaus in sich abgeshclossen und mit einem positivem Ergebnis, dass ein Opfer seitens Alitas forderte und Zalem mit der Erde einfach verband. Dieses sehr stark ins kitschige fallende, zu Ende erzählen einer Geschichte ist in Last Order nie passiert. Genaugenommen setzt Last Order vorraus, dass der komplette Zalem-Plott aus dem neunten Band in dieser Form nie passiert ist. Es gab die Explosion, die Alitas Körper zerfetzte. Und die Erzählung von Last Order setzt jetzt zu einem Zeitpunkt ein, an dem Desty Nova mit Teilen von Alitas Gehirn nach Zalem gelangte und damit beschäftigt ist, die Cyborg-Kriegerin mit Hilfe seiner Naotechnologie zu rekonstruieren. (Und zu reparieren.)
Die Folge daraus ist, dass Alita zu irgendeinem späteren Zeitpunk in einem Zalem zu sich kommt, dass längst vor die Hunde gegangen ist, weil ein gewisser Nova es sich nicht nehmen lassen konnte der Welt kundzutun, dass sämtliche erwachsenen Bewohnern der Himmelsstadt ein Computerchip implantiert worden ist. (Ach ja, bevor ich es vergesse: Zeitgleich werden wieder kleinere Erzählungen eingestreut, die auf langsam zurückkehrende Erinnerungen Alitas aufbauen. Wir erfahren hier, wie Yoko – was ja Alitas Name in einem früheren Leben anscheinend war – in ihrer Kindheit zum ersten Mal mit der Panzerkunst in Kontakt kam.)
Derzeit existieren zwei Gruppen: Die Kinder unter neunzehn Jahren, welche noch nicht mit den Ritus der Initiation durchlaufen haben und dementsprechend noch über ihre Gehirne verfügen und die überlebenden Erwachsenen, welche die veänderte Wirklichkeit zumindest dem anschein nach Akzeptiert hatten, dafür aber zu gewaltätigen, irren Psychopathen verkommen sind. Und irgendwo dazwischen tanzt natürlich auch noch Desty Nova herum, der die verbliebenen drei Exemplare der Tuned-Serie (6, 11 und 12) um sich gescharrt hat und eigene Ziele verfolgt.

Zuallererst einmal möchte ich festhalten: Man bemerkt sehr deutlich, dass zwischen der Veröffentlichung von Battle Angel Alita und Last Order etwa 6 Jahre lagen. Die Geschichte, die Zalem darstellt ist um einiges ausgereifter, die Welt wirkt Steriler und durchdachter. Zeitgleich hat aber auch Kishiros Zeichenstil weiterentwickelt. (Das heißt in diesem Fall nicht, dass an der alten Erzählung auf visueller Ebene irgendetwas schlecht war, Last Order wirkt nur mit einem mal in gewisser Weise Detailreicher, so das sich die Vermutung auch aufdrängt, dass hier neben einer deutlich cleaneren Vorstellung einer solchen „Zukunftsstadt“ auch verbesserte Darstellungsformen in der Reproduktionstechnik mit am Werk waren. (In gewisser Weise kann man sagen, dass Kishiro seine Auszeit in dem Sinne Positif genutzt hat, um seine Geschichte insgesamt ausreifen zu lassen.)
Das verändert aber an sich nichts an der Tatsache, dass Alita noch nie eine Geschichte für besonders Zart beseitete Gemüter war. Auch hier wird weiterhin einiges an Gewallt und Brutalität zelebriert, um eine durch und durch zynische Welt zu zelebrieren.Insofern sind heir High-Tech-Barbaren im Fokus, die ihren jeweiligen Zielpunkt gerade eben erst formulieren. Zalem zerfällt und was davon übrig bleibt ist maximal nur noch Blutdurchtränkt. Insofern wird der Schwerpunkt der ganzen Geschichte wohl wie gehabt seine Darstellung immer noch in so etwas wie „Bloodsport“ haben. (Nur das diesmal keine Kopfgeldjäger vorkommen werden.) Die Frage ist dabei zwar auch, ob es irgendwann wieder einen Rückbezug zu den Ereignissen auf der Erde geben wird, jedoch sind sehr viele Anspielungen hier schon darauf ausgerichtet, dass es eher in Richtugn Weltraum gehen wird. (Und bevor hier jemand kommt: Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Rezension gerade in die Tastatur hacke ist bereits eine Nachfolgeserie zu Last Order namens „Mars Chronicles“ erschienen und drei Bände stark: Von daher wird es wohl nur weiter in Richtung Weltraum gehen.)

Insofern ist Last Order erst einmal – einzig aus der Perspektive dieses ersten Bandes heraus betrachtet – eine sehr interessante, sehr vielversprechende Fortsetzung zu Battle Angel Alita. Nur man muss halt eben Fan dieser Art von Darstellung sein, wenn man die ganze Geschichte lesen will.

Fazit


Das Battle Angel Alita zu Recht zu den Klassikern aus dem Manga-Sektor gehört brauchen wir wohl gar nicht mehr großartig zu diskutieren. Last Order verfolgt jetzt ein anderes Ziel, als es vermutlich die ursprüngliche Geschichte mal angesetzt hatte. Dafür werden im ersten Band verschiedene, Fans bereits bekannte, Elemente variiert und neu interpretiert, um auf diesem Weg eine etwas andere Form zu finden, mit der es hier weiter gehen wird. Wie diese Geschichte genau aussehen wird bleibt abzuwarten. Fest steht dabei nur eines: Es wird vermutlich mehr hinweise auf das große Rätsel von Alita geben: Wer ist Yoko?

Montag, 5. November 2018

Rezension: Hiroki Endo: Eden (Band 05)

Cover: Hiroki Endo
Eden Band 05
Verlag: EMA:adult
Kurz ausgedrückt: Im fünten Band geht es darum, das die heruntergekommene Zivilisation sich nur dadurch vom Kriegsgebiet unterscheidet, indem hier das Blutbad mit verdeckten Mitteln vorbereitet wird.
Die lange Erklärung: Wie ich bereits vermutet hatte geht es mit dem fünften Band in „zivilisierte“ Gefilde. Das Problem bei der Sache ist nur, dass durch den Wechsel von einem umkämpften Kriegsgebiet zu dem Dschungel der Großstadt sich nicht so viel verändert. In diesem Band erfahren wir ein wenig über Sophias Hintergrund. Allerdings nur insoweit, dass sie aus ihrem Gehirn bestimmte Daten extrahieren lässt, welche scheinbar für die meisten Gruppen in dieser Geschichte irgendwo von Interesse sind. Das Problem ist nur, dass sich diese Daten als „Maya“ herausstellen. Die künstliche Persönlichkeit eines künstlichen Lebensform, welche sich wie ein Virus zu theoretischer Unsterblichkeit kopieren kann. (Allerdings ständige Weiterentwicklung im eigentlichen Sinne anstrebt und deswegen ihren derzeitigen „Wirt“ in einem digitalen Gespräch über deren Leben ausfragt. Man erfährt nicht viel über Sophia – zumindest nicht soviel, wie man theoretisch zu erwarten hofft, wenn man den Hintergrund von Kenji im letzten Band in betracht zieht. Aber zumindest erahnt man, dass die gute Cyborg-Hackerin wohl im Kern eine unglaublich eitle Persönlichkeit mit eher unterentwickelten sozialen Kompetenzen zu sein scheint.

Allerdings bleibt es nicht allein dabei: Eliah ist immer noch der eigentliche Fokus dieser gesamten Geschichte. Letzten Endes scheint gerade die Geschichte seiner Familie im allgemeinen und die daraus resultierenden Einflüsse auf ihn im speziellen der tragende Aspekt hinter dieser ganzen „Saga“ zu sein. (Ich will jetzt nicht behaupten, dass wir es hier mit einer ähnlichen Famlien-Sage zu tun hätten, wie es Star Wars für lange Jahre war. Aber eine gewisse Parallele um einen verlorenen Sohn in einer durch und durch zerrütteten Familie, zumindest solange es das Umfeld betrifft, ist hier durchaus ebenfalls vorhanden.) Der Punkt bei der ganzen Angelegenheit ist, dass wir innerhalb deises Bandes erfahren, dass Eliahs Vater anscheinend ein Bündnis mit Propatria beinahe eingegangen ist und jetzt diese Gruppierung versucht diesen Mithilfe der Geiseln in Form von Hannah und Mana Ballard doch noch in Reihe zu bekommen. Die Folge daraus ist ein verzweifelter Befreieungsversuch auf einem Flughafen, bei dem Enoias Leute eine Kooperation mit Nomad durchziehen. Das Ziel ist zum einen die Befreiung der Geiseln, zum anderen aber auch noch die Bergung eines speziellen Stücks Hardware: Mayas Körper.

Und in dieses Chaos fällt Eliah noch zusätzlich mit einem repariertem Cherubun mit hinein. Nur das er sowohl zusätzliche, sicherlich hilfreiche Unterstützung auf diesem Weg geben kann, allerdings auch noch den komplette Plan durch seine undurchdachte Handlung überhaupt in Gefahr bringt.

Und heir kommen wir letzten Endes zu dem großen Thema, dass irgendwo alle Fäden dieser Erzählung mitbestimmt: Am Ende geht es in Eden um Entscheidungen, die man im Leben trifft, ohne zu wissen, wie der jeweilige Ausgang sein wird. Und diese Entscheidungen sind es dann, die Ausgänge herbeiführen, mit denen die jeweiligen Personen leben müssen. Das sind unschöne Ergebnisse, um die es gegen Ende geht. Aber wie es so schön heißt: Kann man sicher sein, dass die Situation besser ausgegangen wäre, wenn man sich überhaupt nicht zum Handeln entschieden hätte?

Fazit


Eigentlich kann man hier nur eines festhalten: Endo bleibt seinem immer wieder auftretenden Prinzip treu, dass das Leben Scheiße ist. Denn dieser Band endet mit dem krassen Gegenteil eines Happy Ends. Und irgendwie sind alle Figuren, die in dieser Geschichte auftreten einfach nur Arschlöcher.

Montag, 29. Oktober 2018

Spiel 2018: Wenn man abwechselnd mal nicht nur den Kaufrausch erlebt.


Das die Spiel in Essen jedes Jahr für mich einer der großen Termine ist, auf die ich auf jeden Fall hinpilgere, dürfte ja jetzt über die letzten Jahre so mehr oder weniger eindeutig klar geworden sein.
Und wie ich auch schon mehrmals schon angedeutet habe war die Spiel bislang immer nur ein reiner „Kaufrausch“ für mich gewesen. Ein tragendes Element davon war dabei wohl meistens der Umstand gewesen, dass ich eh immer Samstags über die Messe geschlendert bin. Ein anderer Umstand wohl auch, dass die meisten Gesichter auf der Spiel in Essen für mich in die Kategorie „eher unbekannt“ gehörten. Aufgrund eines kurzfristigen Terminchaos, das sehr viel mit den entsprechenden Terminen des Movie Parks und familieninternen Umständen zu tun hatte, war ich dann am Ende gezwungen einmal von diesem gewohnten Trott abzuweichen und anstelle des Samstags den Donnerstag als meinen Tag erkoren zu halten.

Da jetzt bereits letztes Jahr Infernal Teddy hier in die Gegend wieder gezogen ist (und wir beide unsere jeweilige Urlaubswoche anscheinend so gelegt hatten, dass wir ungestört die Spiel anlaufen konnten), ergab es sich aber auch noch, dass wir uns zumindest für ein gemeinsames über die Messe bummeln verabredeten. Und auch wenn ich eigentlich 10 Uhr als Aufschlagzeitraum für Essen geplant hatte, gab es ein paar Verzögerungen an dem entsprechenden Morgen: Zum einen etwas privates, dass ich hier nicht all zu groß breit treten möchte. Der ander Grund war der Umstand das in Mülheim an der Ruhr derzeit eine Brücke abgerissen wird und ich deswegen in der nicht ganz so gut einschätzbaren Hölle des Schienenersatzverkehrs festhing. Jedenfalls war es dann so in etwas 10:30 Uhr, als ich endlich am Messegeländer angekommen war und dürfte nochmal bis circa 11:30 Uhr gedauert haben, bis ich dann endlich in den Messehallen drin war. (Infernal Teddy hatte an dem Tag eine andere Anreisemöglichkeit gehabt und war deswegen bereits deutlich früher vor Ort gewesen.) Und da ich ihn eh nicht sofort ans Handy bekam konnte ich zumindest zu meinen persönlichen Guilty Pleasure Einkäufen über gehen, die mir anscheinend außerdem einen gewissen Ruf in ein paar Bereichen des Internets eingebracht haben, wie ich später erfahren hatte. Fakt ist jedenfalls: Diese Spiel war nicht nur der reine Einkaufsbummel gewesen. (Was natürlich nicht heißt, dass ich nicht einiges an Geld auf den Kopf gehauen habe.)

Das ich Abends vorher erfahren hatte, dass aus dem Nerdvana-Forum sowohl Sir Padras als auch Dirty little Dice anwesend sein würden, hatte ich noch am gleichen Abend zumindest mit Padras Nummern ausgetauscht. (Der aber später als ich erst in Essen sein wollte. Und da ich aus einem der Facebookstreams zumindest wusste, dass Andreas Melhorn, den ich aus meiner Unknown Armies Zeit her kenne, am System Matters Stand sein wollte, war das auch noch einer der Anlaufpunkte gewesen.) Aber bis auf die Tatsache, dass ich Infernal Teddy zuerst tatsächlich vollständig übersehen habe, konnte ich tatsächlich eigentlich diesen Punkt zuerst gar nicht abhaken. (Amel wollte nämlich auch erst zwei Stunden später vor Ort sein.)

Das führte dazu, dass ich zuerst auf Teddy traf, danach am System Matters Stand dabei zusehen konnte, wie Daniel und Hilfskraft verzweifelt versuchten ein Regal aufzubauen, das anscheinend am Vortag hatte warten müssen, nachdem das fast schon sprichwörtliche Pech dieses Kleinstverlages mit der Post dafür gesorgt hatte, dass 150 Pakete „Im Schatten des Dämonenfürsten“ persönlich zur nächsten Post gebracht werden mussten und dort (so die entsprechende Anekdote) auch noch beinahe nicht angenommen worden wären. Zufälligerweise standen aber auch Tom und Janine von DorpTV in dem Augenblick am selben Stand. Und da Teddy sich persönlich bei den Beiden für die Jahrelange gute Arbeit einmal bedanken wollte, kam es zu einem kleinen Austausch über die Szene und die einzelnen Tage der Spiel. (Offenbar ist der Freitag der ruhigsten und besucherärmste Tag… seltsamerweise.) Und natürlich war auch die RPC, deren potentielle Zukunft und eine Pressemitteilung von Adre Kuschel, die die Tage auf Facebook veröffentlicht wurde, Thema. (Und diese Pressemitteilung ging wenigstens an Neue Abenteuer raus, so das Teddy sich das ganze auch in seinem Mail-Postfach durchlesen durfte und mit entsprechend amüsiertem Unterton eine eigene Interpretation des Ganzen zum besten gab.)

Was dann folgte war ein entsprechendes Irren durch die einzelnen Gänge und Hallen, mal auf der Suche nach Dingen, die eine Bekannte von Teddy suchte. Mal einfach nur um Leute zu finden oder einfach Dinge zu betrachten. (Ich muss hierbei hinzufügen: Ja, Teddy und ich wollen eigentlich in 40K wieder einsteigen. Was mich allerdings in meiner übertriebenen Angewohnheit Informaionen zu sammeln nicht davon abgehalten hat ein vermutlich gutes, mittelmäßiges Wissensniveau über den derzeitigen Stand der aktuellen Szene, was die produzierenden Macher angeht, anzuhäufen. Zumindest konnte ich auf diesem Weg sowohl den Stand von „Brother Vinnie“ einen polnischem Miniaturenkneter, der besonders für seine Figuren bekannt ist, die nackte, weibliche Formen repräsentieren, identifizieren, aber auch einiges mehr einfach so mit gesteigertem Interesse betrachten, das Infernal Teddy zu dem Zeitpunkt wohl noch halbwegs unbekannt gewesen sein dürfte. (Hierbei muss man hinzufügen, dass die RocketBeans-Show „Diced“, die ja aus dem Magabotato-Kosmos entsprungen ist, echt gut ist, um sich erstmal zu informieren.)

Aber diese Spiel war, wie gesagt, in erster Linie ungewöhnlicherweise stark Socialising fokussiert. Neben Padras, der seinen Sohn im Schlepptau hatte und Dirty little Dice, sowie Amel , die ja ohnehin alle auf meiner Liste standen, begegnete ich somit auch am Uhrwerkstand Friederike Bold, die ja zumindest über meine „schlechte Angewohnheit“ alle möglichen von mir konsumierten Medien auch zu Kommentieren in ihrer Funktion als eine der drei Stimmen des Fatecasts mit meinem Pseudonym „Orakel“ mittlerweile ein wenig vertrauter ist. (Im übrigen muss ich hierbei noch erwähnen, dass Teddy dabei auch noch auf eine sehr wichtige Paralele der Fate-Produkte der Uhrwerk Verlages hinweisen musste, die diese mit der Partei „Die Partei“ gemeinsam haben… ihr dürft raten, welche das ist.)
Und kaum dreht man sich um, um von dannen zu schleichen rennt man auch noch in Chosen und Plastiklöffel rein. (Ich glaube ich muss mich zwar immer noch anstrengen, um auf jedem Meter ein bekanntes Gesicht zu treffen, aber so langsam muss ich mir wohl doch ein paar Gedanken zum Thema „Vernetzung innerhalb der Szene“ und meine eigene Rolle dabei machen.) Da Teddy sich im Anschluß noch mit ein paar Freunden am Südeingang im dortigen Restaurant treffen wollte verbrachten wir noch etwa eine Dreiviertelstunde dort gemeinsam, wobei ich mehr zuhörte und die anderen Reden ließ. (Das war halt letzten Endes ein Austausch und schwelgen von alten Freunden in Erinnerungen und gegenseitigem auf den neuesten Stand bringen. Und ich war „nur“ das Anhängsel, dass maximal die lose Verbindung Livejournal aufzuweisen hatte.)

Danach brachen eigentlich auch schon fast alle mehr oder weniger auf. Und auch Teddy und Ich entschlossen uns, dass ich nur noch eben die letzten paar Einkäufe auf meiner eigenen Liste erledigen wollte. Das führte zu einer schnellen Stippvisite bei Q-Workshop vorbei, wo ich den alten DonKamillo mal wieder begegnet bin. (Und mir direkt die Würfelpacks an Vampire- und Changeling-Würfeln gesichert hatte, bei denen es unklar war, ob diese nach den Kickstartern nochmal in den regulären handel übergehen würden.) Ich verkniff mir einen direkten Ansturm auf Chessex (die ich dann auch dieses Jahr gänzlich ausließ, weil mein Geldbeutel am Ende ein eindeutiges „Nein!“ sagte) und es ging nochmal kurz ein paar Weitere Stände von Tabletop-Herstellern anlaufen.

Schade war nur, dass ich weder Thomas Michalski noch Steff Tannert am Ulisses-Stand antreffen konnte, die wohl beide aus unterschiedlichen Gründen ausgefallen waren, wie Michael Mingers uns berichten konnte.

Und somit entschlossen Teddy und ich am Ende meines Geldes dann, das es wohl oder übel an der Zeit währe ins Horn zu stoßen und aufzubrechen. Mit einem Haufen neuem Zeugs verabschiedete ich mich also am essener Hauptbahnhof von meinem Freund, lief nocheinmal Padras in die Arme, der unbedingt wissen wollte, was das für eine große Kiste sei, die ich in einer Tasche bei mir mitführte und konnte dann doch irgendwann nach ein wenig rumirren den richtigen SEV-Bus in Richtung Duisburg besteigen.

In diesem Sinne bleibt mir also nur noch das entsprechende Bild ala „Loooooooot!“ hier übrig zu präsentieren. (Zugegeben: Der Schatten des Dämonenfürsten ist geschummelt, allerdings kam das Päckchen am selben Tag an, wie ich auf der Spiel war, dementsprechend verbuche ich es einfach mal darunter.)