Montag, 15. Oktober 2018

Rezension: Hiroki Endo: Eden (Band 04)

Cover: Hiroki Endo
Eden Band 04
Verlag: EMA:adult
Der vierte Band von Eden bleibt weiterhin auf dem Schlachtfeld der erzählten Gegenwart. Nur das diesmal ein Rückblick auf Kenji im Fokus steht. Wir erfahren, dass dieser in einer Art paramilitärischen Gang Namens „Artisan“ (wobei das eher ein Meta-Begriff ist, als ein wirklicher „Gangname“) aufgewachsen ist und gegen den Willen seines großen Bruders zum Krieger deren Sache wurde. Die Geschichte, die heir erzählt wird ist weiterhin im Zusammenhang dieser fragwürdigen, grauen Moral gehalten, die sämtliche Mitglieder der Gruppe Rund um den Oberst irgendwie verbidnet. Und wir erfahren, dass Kenji scheinbar inmitten des ersten Schlachtfeldes zwischen den im letzten Band eingeführten Aionen und Nomad das erste Blut vergossen hat.

Insofern wird hier nach und nach aufgezeigt, dass anscheinend jede Person in dieser Welt zumindest bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eher unter den Bedingungen einer bröckelden Fassade der Zivilisation erwachsen werden musste um kurz darauf sich in eine Richtung zu überleben, die nicht zwingend das ist, was man als positiv für die psychische Gesundheit betrachten kann. (Um es mit Nietzsche auszudrücken: Kenji hat die Grenze überschritten, die den Menschen, der gegen Monster kämpft, vom Monster unterscheidet.)

Dadurch das der Band aber auch mit einigen Helikoptern endet, die Nomad-Truppen in diesen Strang der Erzählung bringen (und einen Bekannten von Eliahs Vater) muss man wohl davon ausgehen, dass wir im nächsten Band dann den Eitnrit in die Zivilisation und danach einige weitere absurde Momente erleben werden, die diese Serie so stark macht.

Wenn wir allerdings am Ende alles hochhalten, so sieht man auch hier, dass der spezielle Twist in diesem Setting, das Closure-Virus einiges definiert, auch wenn die Krnakheit an sich wohl deutlich geringere Ausmaße im ganzen hatte, als wirklich apocalyptische Ausmaße vorzuweisen. (Insgesamt kommt hier das Gegenstück zur Rollstuhlszene dann auch zum Tragen, die wesentlich stärker im Gedächtnis bei mir geblieben ist, als es der Anfang eigentlich getan hatte.

Fazit


Alles in allem ist das hier ein weiteres „Originstory“-Band. Wir erfahren etwas mehr über eine der ganzen Figuren, die wir bis hierhin kennen gelernt haben. Nur das dieses Kennenlernen am Ende nur Dinge erklärt, aber kein Verständnis für die jeweiligen Handlungsweisen der jeweiligen Personen mit sich bringt. Die Tatsache, dass diese Welt einfach nur Kaputt ist und deswegen anscheinend nur kaputte Personen hervorbringt, zeigt das diese Serie wirklich mit dem Thema der Menschlichkeit herumexperimentiert. Das mögen jeweils alles nur Gedankenkonstrukte sein, aber das bedeutet auch, dass hier durchaus einiges an Erfahrungen mit Menschen mitspielt. (Zumindest wenn man die entsprechenden Personen für Glaubwürdig in ihrem jeweiligen Rahmen hält. Auch wenn bei einigen Personen ungewöhnliche Fähigkeiten zum tragen kommen, die sie irgendwie schon wieder fast unglaubwürdig machen. Andererseits: Irgendwoher müssen die Wuxia-Vorbilder in ihrer Bildästhetik dann auch wieder kommen.)

Dienstag, 9. Oktober 2018

Maltagebuch: Wenn man wieder in etwas einsteigt.


Der Teddy hat ja die Bombe drüben bei den neuen Abenteuern bereits platzen lassen. Nachdem ich so um ca. das Jahr 2000 rum dem Tabletop-Hobby den Rücken gekehrt hatte, weil ich weder Zeit noch Spieler zu dem damaligen Zeitpunkt noch so wirklich fand, haben ein paar Tropfen den Stein doch so langsam ausgehöhlt und ich sitze derzeit hier und habe mal wieder aus irgendeiner Perspektive zu viel Geld ausgegeben. Schuld sind dabei vor allen Dingen die Orkenspalter, die ihren Kumpel Steff vor die Kamera gezehrt haben und mir mit der Steff Stoff Show irgendwie wieder die Lust aufs Malen bereitet haben. (Insgesamt steckte bei mir wohl noch eine menge Sehnsucht drin. Irgendwann in der zweiten Hälfte der frühen 2000er hatte ich nämlich auch schon mal aus einer blöden Idee heraus einige Minis von Reaper Miniatures nochmal gekauft. (Man könnte ja einfach nur so, für die Vitrine ein wenig malen. Ähm ja. Daraus geworden ist nichts.) Jedenfalls gehören die Streams die Steff, seid er sich mit seinem Regieeichhörnchen selbstständig auf einen eigenen Kanal austobt, mittlerweile auch schon seid einer ganzen Weile zu meinem gelegentlichen Abendprogramm. (Und wer den Chat der Streams verfolgt weiß, dass mein Ausweichpseudonym „OrakelofDeath“ nicht gerade leise in der Beteiligung ist.) Das gleiche gillt zwar auch für die Meditativen Malstreams von Mhaire, die jetzt die Steff Stoff Show irgendwie ersetzen müssen, da diese ja ausgewandert ist, aber irgendwie hänge ich doch mehr beim Original rum. Man muss dabei allerdings eine Sache gleich hinzufügen: Meine bisherige Karriere mit Minis-Schubsen war immer schon GW-Geprägt, von daher kenne ich auch gar keine anderen Tabletop-Spiele bislang. (Gut: Hier steht irgendwo ein Hordes-Grundregelwerk im Regal rum, aber das hatte ich damals auf einer Tombola gewonnen und fand keinen, der es haben wollte. Egal ob jetzt geschenkt oder getauscht.) Von daher dürfte es eigentlich nicht verwunderlich sein, dass ich bei entsprechenden Überlegungen eigentlich immer nur mit der Frage im Kopf rumspielte: Welche 40K-Armee sollte es denn sein? Und hierbei muss ich dann jetzt gestehen, dass meine abstruse Gehirnchemie meinen Mädels-Tick, den ich auch schon im Rollenspiel austobe, hier ebenfalls zu einem Ziel gebracht hat: Ich möchte eigentlich eine Armee des Adeptus Sororitas erstellen. (Und ihr dürft mir jetzt ruhig sexistische Grundtendenzen vorwerfen, weil ich auf Boob-Armor abfahre. Scheinbar feiert sich die komplette Szene ja im Moment selbst dafür, weil sie jede Form der Darstellung weiblicher Formen gleich unreflektiert mit dem Schlagwort „Sexismus“ brandmarken will.)

Anyway: Am Ende war es eine Äußerung von Infernal Teddy auf Twitter gewesen, die zu einem Austausch zwischen uns Beiden geführt hatte. Und der zu dem Ergebnis, dass ich jetzt gerade die Death Guard-Minis zu hassen anfange. Es gibt nämlich akut in diesem Zusammenhang zwei Gründe, warum ich nicht direkt mit den Töchtern des Imperators einsteige: Fürs nächste Jahr sind neue Bausätze auf Plastikbasis angekündigt. Sprich: Offizielle Miniaturen bestehen aktuell nur aus Restbeständen, die in den 90ern für die damals auslaufende, zweite Edition gestaltet worden sind.
Und für den zweiten Grund habe ich hier zwei Bilder vorbereitet:


Was ihr hier seht ist zum einen meine allererste Miniatur überhaupt, ein Captain der Spacemarines mit E-Faust,Den ich etwa um 1993/1994 bemalt haben muss. Und direkt daneben steht eine Miniatur, die ich aus den 3D-Druckern der Firma Hero Forge habe für mich anfertigen lassen. (Was ihr seht ist der jetzt bemalte Marker für Drusilla, meinen Charakter aus der D&D-Kampagne.) Der Grund warum ich diesen historischen Bezug aus meiner allerersten Mini überhaupt zu der ersten Mini nach ca. 18 Jahren herstelle sollte klar sein: Ich will hier eine Antwort auf die Frage gleich mit abliefern wie viel ich mich eventuell seitdem weiter entwickelt habe und wo ich jetzt Verbesserungsbedarf sehe. (Die Antworten darauf lauten: Nicht sonderlich und eigentlich überall.) Denn auch wenn die Steff Stoff Show bei mir erstmal eine Sehnsucht wieder geweckt hat: Den Handwerklichen Teil hatte ich damals nur in seiner Funktion erahnen können. (Und Steff ist Technisch leider noch nicht weit genug ausgebaut, als dass man seine Streams als wirklich nützliche Tutorial-Ansätze bezeichnen könnte.) Aber Youtube währe nicht Youtube, wenn da nicht noch ein paar andere Anlaufstellen wie Beispielsweise die Rocket Beans Sendung „Diced“ existieren würden. Und Denis bringt zumindest einiges an nützlichen Tutorials auf den Bildschirm. Mein derzeitiges Ziel ist also weitestgehend klar: Abseits davon, dass ich derzeit einiges an Geld in Farben und Werkzeugen verpulvere hat die Death Guard den simplen Grund, dass ich mir mit Hilfe von Chaos Marines über Kurz oder Lang möglichst Systematisch die Maltechniken aneignen will. (Und selbst die Chaosmarines sind da immer noch die dankbareren Opfer für, da sie auch mal wirklich beschissen aussehen können dürfen.) Dementsprechend war einer meiner ersten Schritte natürlich eine Sondierung meiner alten Farben, mit ein paar Erkenntnissen: Citadel hatte anscheinend in den frühen 90ern noch die besten Farbtöpfchen. Während nämlich meine allerersten Farben mit den Oktaeder Plop-Verschlüssen immer noch brauchbar aussehen, kann ich die gesamte Ansammlung an Farben mit Schraubverschlüssen schlicht und ergreifend wegwerfen, weil sie ausgetrocknet sind. Ergo hieß es für mich in diesem Sinne auch erstmal aufstocken. Sowohl „normale“ Farben, als auch gewissen Farben für das Projekt Death Guard. Und da hat sich aus der Erfahrung und ein wenig Youtube-Recherche für mich folgendes Bild ergeben: Meine Hauptmarke wird wohl in Zukunft die Firma Valjecho sein. Ein paar Töne habe ich allerdings auch von Army-Painter erworben, weil ich gerade die entsprechenden Farben von Valjecho nicht bekam. (Kein Problem, ist ja Alles irgendwie vergleichbar.)
Falls aber trotz alledem irgendjemand ein gutes Tutorial zum malen von Haut (speziell im Gesicht) weiß: Bitte her damit!

In diesem Sinne haben meine Freunde auf Facebook natürlich bereits ein paar erste Bilder davon beobachten dürfen, wie die gesamte Geschichte anfing, was Zusammenbau und Grundierung betrifft. (Und meinen langsam wachsenden Hass auf die Feinteiligkeit der Minis, bei denen ständig Dinge abzubrechen drohten/drohen oder sogar bereits abgebrochen sind.)

Und ich habe einen Zufallsfund gemacht, den ich außerhalb jeglicher Planung sofort für mich haben musste.

Unabhängig davon: Natürlich bleiben die Sororitas mein Ziel. Allerdings heißt das ja nicht, dass ich nicht schon mal einen Blick auf die Möglichkeiten dieser Armee werfen kann. (Okay, zugegeben. Das ist jetzt alles ein wenig gefuscht, weil Raging Heroes eigentlich ein alternativer Hersteller ist. Aber auf diese Weise kann ich mir dann schon mal ein paar Gedanken über mögliche Farbschemata machen. Wenn auch nur im Kleinen. Und auch Wargames Exclusive bieten eine kleine Auswahl an, die ich mir noch ansehen muss. Zumal beide Hersteller auch mögliche Minis anbieten, die nach Adeptus Mechanicus und Co. aussehen. Somit habe ich im Hinterkopf immer noch die Frage, ob es nicht Möglich wäre eine kleine „All Female“-Armee auszuheben, die einfach auf einen Trupp der Inquisition als Alliierte zurückgreift.) Allerdings ist das halt noch die eigentliche Zukunftsmusik.
Ach ja. Der kümmerliche Ist-Zustand des derzeitigen Bemalstatus sollte hier wohl auch erstmal noch gezeigt werden:

Und was soll das Ganze hier jetzt eigentlich insgesamt? Da ich hier ja eigentlich einen Rollenspielblog vom Grundgedanken her betreibe ist dieser Ansatz mit dem Tabletop-Minis als zusätzliche Rubrik nur eine Ergänzung, um mich gelegentlich über ein anderes Hobby auf die eine oder andere Weise auszukotzen. Da wir allerdings im Hobby auch immer wieder mal mit Miniaturen als Markern für irgendwelche Kämpfe hantieren (auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass mich dieser Aspekt mancher Systeme eher langweilt) kann es durchaus interessant sein, denke ich, wenn ich hier gelegentlich über das bemalen ein wenig fachsimple. (Außerdem habe ich vor kurzem auch noch eine Box mit unbemalten Minis aus den 90ern und die paar Neukäufe aus der anderen Versuchsphase wieder gefunden. Von daher ergibt sich hier durchaus ein Bild, auf dem man in mehreren Richtungen auch für das Rollenspielhobby dabei aufbauen kann, indem mal entweder über Farbwahl philosophiert, oder einfach mal in der Miniszene ein paar Einblicke gibt.) Fakt ist nur: Das Maltagebuck soll nicht zu den Montagsartikeln kommen. Die bleiben mit ihren Schwerpunkten so wie sie sind unangetastet, sondern wir haben hier jetzt eine unregelmäßig an einem anderen Tag erscheinende Reihe, die ein eigenes Thema abbekommt. Und eventuell kombiniert sich der ganze Klumpatsch auch gegenseitig mit den Artikeln von Teddy. Schaun wer mal.


Montag, 8. Oktober 2018

Rezension: Hiroki Endo: Eden (Band 03)

Cover: Hiroki Endo
Eden Band 03
Verlag: EMA:adult
Um es kurz zu sagen: Dieser Band war der Grund, warum eine Freundin von mir zu Studienzeiten die Serie Eden abgebrochen hat, weil es spätestens hier wirklich unappetitlich wird. Technisch geht es in der Geschichte dieses Bandes um zwei Funktionen: Zum einen wird eine Schlacht gegen einen unglaublich überlegenen Gegener vorbereitet, zum anderen werden mit Wycliff und Katia zwei Charaktere im Sinne ihrer menschlichen Hintergründe ein wenig näher beleuchtet.
Wobei das noch nicht mal der zentrale Punkt bei der Sache ist: Im großen und ganzen wird Propatria hier endgültig als Gruppierung präsentiert, die mit Kanonen auf spatzen schießt. (Und die so ziemlich jeden nur erdenklichen Vorteil – sei er aus ethischer Perspektive heraus noch so verwerflich – tatsächlich nutzt, um im militarischen Konflikt einen Vorteil zu erlangen. Das heißt nicht nur, dass man tatsächlich Propatria-Soldaten als Schlächter vorstellt, die einfach auf alles schießen, was sich bewegt und letzten Endes als Leitmotiv simple Rachefantasien dabei befriedigen, die übergeordnete Organisation ist auch noch abgestumpft genug, um die vorhandene, cybernetische Technologie bis zum äußersten zu treiben und biologische Waffen auf Basis menschlicher Körper zu erschaffen.
Dieser Hauptstrang diehnt aber – wie bereits erwähnt – dazu, Wycliff und Katia noch einmal mit ausgewählten Szenen aus ihrer Vergangenheit zu präsentieren, um aufzuzeigen, dass beide Momenten erlebt haben, die sie im hier und jetzt der Geschichte nachhaltig geprägt haben, und die letzten Endes Faktoren des Bedauerns sind. (In gewisser Weise geht es dabei um Sühne.)
Klar ist, was man hier entsprechend hinweisen muss: Es wird bei diesen Rückblicken eine Art vorshadowing betrieben, um „den großen Knall“ am Ende anzudeuten, der damit aufzeigt, dass hier zwei Figuren eine bestimmte Wirkung aufeinander haben werden.
Und, um es kurz vorwegzunehmen: Die lakonische Feststellung am Ende ist wohl dann nur noch, dass manchmal nur der Gnadenschuss übrig bleibt, um einer Person noch zu helfen.

Ich glaube ich habe in den vorangegangenen beiden Rezensionen zu dieser Serie bereits häufiger erwähnt, dass diese Serie sehr stark über den Aspekt der Gewallt getragen wird. Dabei geht es weniger um die Verherrlichung dieses Zustandes, sondern leider um die gelegentlichen unausweichlichen Momente, in denen diese das tragende Element ist. Dieser Band hier unterstützt nur noch einmal alles bis in die letzte Konsequenz und zeigt auf, dass die entsprechenden Akteure innerhalb der Geschichte keinen einzelnen Grund haben, durch den sie sich drücken können. Sei es Alter, Hautfarbe oder Geschlecht: Am Ende bleibt eigentlich nur die Auswahl ob man Opfer oder Täter ist. (Und in allerletzter Konsequenz: Ob man überlebt.)

Das ist Stellenweise sehr anstrengend zu lesen. (Und wie ich auch schon am Anfang angedeutet habe sagt das auch nicht jedem zu.) Trotz alledem bleibt diese Serie in ihrer Erzählung überaus Lesenswert.

Fazit


Sollte man mit einer sehr explizieten Darstellung von schwerwiegender Verstümmelung durch Landminen nicht zurecht kommen sollte man die Finger von diesem Band lassen. Ansonsten führt auch der dritte Band mit letzter Konsequenz weiterhin in die Serie ein, ohne dabei in irgendeiner Weise auch nur am Rande darauf hinzuweisen, ob und wie eine eventuelle Zivilisation aussehen mag. Fokussiert sind wir bis hierhin weiterhin auf „Randgebiete“, Orte also, an denen die schlimmsten Handlungen überhaupt geschehen. (Oder zumindest das, was man sich entsprechend einredet, dass es besonders Schlimm sei.) Das kann auf lange Sicht betrachtet zu zwei Dingen führen: 1.) Entweder haben wir hier ein Kriegsdrama, dass ausschließlich auf die Momente fokussiert ist, an denen jegliche Moral schläft, oder 2.) es geht hier darauf vorbereitet, dass man sich auf eine zivilisierte Fassade vorbereitet, die aber im Kern nicht fiel besser ist, als das, was auf einem „richtigen“ Schlachfeld passiert. Was von beidem dann aber genau hier zutrifft, bleibt abzuwarten.

Montag, 1. Oktober 2018

Rezension: Hiroki Endo: Eden (Band 02)

Cover: Eden - Band 02
Verlag: Feest Manga
Nachdem wir im letzten Band so ziemlich den größten Teil der derzeitigen Gruppenformation eingeführt vorgestellt bekommen haben, wobei Eliah und Cherubim vermutlich sowas ähnliches wie einen „Fokus“ der Geschichte bilden, wird jetzt ein wenig mehr auf Eliahs Hintergrund eingegangen. (Das in Kombination mit ein bisschen mehr südamerikanischem Setting.)

Den Auftakt dieses Bandes stellt ein Angriff der militärischen Gruppe, die Eliah als Begleitung sich aufgezwungen hat, auf ein Lager der „Guerrilla“ da. Man erfährt hierbei wenig darüber, was diese Guerilla eigentlich sind. Es sieht so aus, als handele es sich um eine Mischung aus Paramilitärs und Drogenschmugglern. Während der Vorbereitungen, bei denen Sophia, die cybernetisch veränderte Hackerin der Gruppe in Cherubin herumpfuscht, werden den Guerilla einige Frauen/Mädchen herbeigeführt, die dazu genötigt werden, den Guerilla zur Verfügung zu stehen.
Bei dem anschließenden Überfall, der dieses kleine Detail ausnutzt, werden zwei der Frauen verschont: Helena, die anscheinend ihr Leben lang schon als Prostituierte tätigt ist und Katia, eine Nachfahrin der Inka, die einfach so aus ihrem Dorf verschleppt wurde, um „soziale Dienste“ an einer nicht näher beschriebenen Front zu tätigen.
Aus dieser Situation in ihrer Gesamtheit erfährt man allerdings noch eine ganze Menge mehr an Setting-Informationen: ProPatria waren anscheinend in den letzten Jahren nicht ganz untätig, seid sie in der Vorgeschichte von Eden das erste Mal erwähnt wurden: ProPatria scheint zu so etwas wie einer rassistischen Tyrannei sich aufgeschwungen zu haben, die ethnische Säuberungen und andere Kriegsverbrechen durchgeführt hatte. (Wobei das nicht allein für ProPatria an sich zu gelten scheint.) Außerdem hat Eliahs Vater – Enoa – sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Der Mann hat sich zu Süd-Amerikas führendem Drogenbaron aufgeschwungen.

Aus diesen Umständen wachsen eine ganze Menge Spannungen, in denen es daum geht, das Eliah nicht „einfach so“ sterben will… und das Helena als erfahrene Hure sowohl Katia als seelischen Trost Stabilität bildet, aber auch immer wieder Eliah bis aufs äußerste trietzt, obwohl sie ganz genau weiß, dass es am Ende Eliahs seltsame „Doppelmoral“ war, die sie am Leben in dieser Situation hält. (Und das Ganze wird wieder einmal von dem bis hierhin ständigem Thema des kriegerischem Konfliktes unterstrichen. Auch wenn dabei immer wieder neue Details aufgezeigt werden, die noch lange nicht geklärt sind.)

Insgesamt bemerkt man allerdings immer wieder, dass der Fokus bei deiser Serie gerade eben nicht auf mglichst vielen Explosionen liegt. Sondern um es kurz zu sagen: Es geht um „Gelaber“. (Was nichts daran ändert, dass die meisten Szenen innerhalb dieser Manga-Reihe unglaublich viele blutige Szenen zeigen. (Und zwa rnicht unbedingt auf der appetitlich ptäsentierten, kinderfreundlichen Ebene. Wobei wir hier im zweiten Band natürlich noch harmlos voranschreiten.)
Vier mehr geht es in Eden gerade eben nicht darum einfach nur einen Killcounter zu erzeugen, sondern es geht um die menschliche Bereitschaft für das eigene Überleben „alles“ zu tun. Hier wird sehr viel auf eine ganze Menge fragwürdige Ereignisse eingegangen und dabei auch noch erzählt, was die jeweiligen Personen dahinter tatsächlich anzutreiben scheint. Sei es jetzt nur ein spezifisches Ereignis, dass zwei Menschen miteinander Teilen, die Familie dabei verloren haben, oder eben dieser sehr spezielle Part, der besagt, dass man weiterhin ein Teil dieser Welt sein will, wie Eliah an einer Stelle seine eigenen Gedanken sehr blumig Formuliert.

Technisch bemerkt man dabei allerdings immer eines: Es geht die meiste Zeit darum, dass man aus irgendeinem Grund eine gewisse Beritschaft an den Tag legt, Dinge zu tun, die man in einem zivilisiertem Zustand eigentlich mit Abscheu bedenkt. Doch wie heißt es so schön „homo homini lupus est“. Letzten Endes zielt dieser Manga an dieser Stelle einfach nur auf die alte Erkenntnis, dass Krieg das Ende aller Wertsysteme sei, ab.

Fazit

Diese Manga-Serie ist keine leichte Kost. Es geht hierbei nicht darum gewallt als ein Unterhaltungsmedium darzustellen, sondern sie bringt im inneren Aufbau der gesamten Geschichte
einen wichtigen Aspekt zum Vorschein. Hierbei geht es nicht darum, dass man sich nach dem lesen „gut“ fühlen soll. (Und aus diesem Grund greift man auch nicht zu Eden, meiner Meinung nach.)
Der Punkt bei der Sache ist zwar, dass einiges von der ganzen Geschichte eher über den Aspekt läuft, dass es hier um Fragen geht, die man normalerweise nicht stellt. Und die Antworten, auf die Endo in seiner Erzählung kommt, sind zwar irgendwo auch wieder Plakativ, zeigen aber auch, dass der Mann vermutlich manchen Menschen in ihrer wiedersprüchlichen haltung sehr genau aufs Maul geschaut hat. (Nicht umsonst schreibt Endo immer am Ende eines der Bände seine kleine Kolumne „Gedanken eines Mangaka“, in der es entweder ums menschliche Miteinander oder um seinen eigenen Werdegang geht.

Bleiben wir also einfach mal gespannt, wie sich die gesamte Geschichte weiter entwickeln wird.

Montag, 24. September 2018

Rezension: Hiroki Endo: Eden. It‘s an Endless World (Band 01)

Cover: Eden. It's an endless World
Band 01
Verlag: Feest Manga/EMA
Hiroki Endos „Eden. It‘s an Endless World“ ist eine dieser seltsamen Serien, die mir zumindest nie so ganz aus dem Kopf gehen wollten. Insofern ist es vermutlich kein Wunder, dass ich hier gerade einen der Titel vor mir habe, die ich auf jeden Fall in meiner Sammlung verfollständigen wollte, als ich vor ein paar Jahren wieder auf den Geschmack von Comics insgesamt gekommen bin.
Doch bevor ich hier zu sehr in Sentimentalitäten abschweife: Worum geht es eigentlich bei diesem ersten Band?

Technisch gesehen ist die Geschichte zweigeteilt. (Und so ganz klar „Wann?“ Eden spielt ist mir jetzt auch nicht.) Wir haben es aber zumindest mit einem Nahem Zukunft-Szenario zu tun.
Was aus meiner Perspektive etwas ungewöhnliches ist, ist der Umstand, dass Eden mit einem Prolog anfängt: Wir erfahren zuerst die Geschichte von Hanna und Enoa, die in der Namensgebenden Biosphäre „Eden“ aufgewachsen sind. Scheinbar gab es in der Vergangenheit dieser Welt eine Virusepedemie, die dazu führte, dass die erkrankten Menschen eine kristallisierte, verhärtete Haut entwickelten, die sie schließlich daran hinderte sich überhaupt Bewegen zu können und somit zu einem wie auch immer geartetem Tot durch verhungern führte. Die Folge davon ist, dass in dieser Welt überall leere Hüllen herumliegen. (Und es hat zumindest am Anfang der Geschichte beinahe den Eindruck, dass die beiden Kinder die einzigen Überlebenden der gesamten Katastrophe sind, die jetzt dem Menschen, der sie Großgezogen hat dabei zusehen, wie dieser stirbt.
Wir erfahren dabei in Rückblicken ein wenig über den Vater von Enoa, wie dieser zuerst nach Eden kam und die Biosphäre nach einem Zwischenfall wieder verließ, um mit Hilfe einer „Gruppe mit Idealen“ Namens Propatria und einem scheinbaren Impfstoff die Menschheit doch noch zu retten.
In diese Situation bricht mit einem mal ein Gruppe von Helikoptern ein. Auf den ersten Blick scheint es sich dabei um die Wieder in Kraft gesetzte UNO zu halten. Nur das kaum das die militärischen Gruppen einen Fuß in das Szenario gesetzt haben ein „Putsch“ erklärt wird und „Propatria“ die Führung übernimmt. Das Ende der ganzen Geschichte ist dann ein Eingriff von einem alten, militärischen Roboter Namens Cherubim, den Enoa in einem verschlossenem Lager gefunden hatte, welcher die Eindringlinge auslöscht.

Danach kommt es zu einem Zeitsprung (ohne das man sofort merkt, dass dieser Zeitsprung passiert.) Wir beobachten Eliah (dessen Namen man auch erst deutlich später erst erfährt) dabei, wie er in einer heruntergekommenen Ruinenlandschaft zu überleben versucht. Das einzig vertraute Element dabei ist Eliahs begleitung: Der Roboter Cherubim, der anscheinend seid 20 Jahren im Einsatz ist. (Was alles jeweils Details sind, die man sehr spät und in Nebensätzen an den Kopf geworfen bekommt.) Der Punkt bei dieser ganzen Sache is tnur: Während Eliah die ganze Zeit über das eigene Überleben und ein wenig unsinnigen „Schick“ nachdenkt hat Cherubim so etwas wie einen moralischen Gedanken im verlauf der Zeit entwickelt. (Man darf das nicht missverstehen: Der Roboter ist nachwievor eine KI gesteuerte Kriegsmaschine. Nur das diese Kriegsmaschine so etwas wie Fragen entwickelt hat, was sein Unverständnis zum menschlichen verhalten anbelangt. Es kommt tatsächlich zu einer Diskussion, ob man nicht – auch um das eigene Überleben zu sichern – nicht wenigstens ein paar Küken eines getöteten Vogels, der in dieser Situation gerade auf dem Feuer gegrillt wird, hätte mit sich nehmen und aufziehen können. Nur das dieser Umstand später dadurch unterbrochen wird, dass Eliah von Guerilla-Kämpfern überwältigt wird, die ihm im Schlaf überrascht haben. (Technisch gesehen handelt es sich dabei um eine sehr bunte Truppe unterschiedlicher Hautfarben.) Diese vermutlich Paramilitärische Truppe drängt sich Eliah auf und sagt, sie würde mit ihm und seinem begleiter „mitfahren“, um die Anden zu überqueren. (Der Grund dabei ist, dass man davon ausgeht, dass beide Reisegruppen anscheinend durch Propatria-Gebiet wollen.)

Eden fällt – wie bereits gesagt – in den Bereich der „Near Futur“-Geschichten. Dabei spielt es noch nicht mal eine so große Rolle, ob diese Zukunft jetzt aus unsere Perspektive 20 oder 100 Jahre in die Mögliche Zukunft gesetzt ist. Der Punkt bie der gesammten Sache ist letzten Endes: Wir haben es hier mit einem postapocalyptischen Cyberpunk-Artigem Setting zu tun, bei dem noch nicht so genau klar ist, wie die Welt eigentlich im großen und ganzem Aussieht. Was auffällt ist, dass dieser Band – obwohl sehr viele Andeutungen für blutige Gewallt gemacht werden – einen unglaublich „schwafeligen“ Auftakt macht, indem er zuerst die Menschfrage stellt. Also genau gesagt, was es letzten Endes bedeutet, ein Mensch zu sein. Was grundlegende Bedürfnisse seien, die scheinbar jeden Menschen gleichmaßen verbinden. (Und vor allen Dingen: Was ist man letzten Endes bereit zu tun, um die eigene Haut zu retten.) Ich erinnere mich daran, dass die Serie sehr stark als „philosophisch“ beworben worden ist, als ich damals zum ersten mal auf sie aufmerksam geworden bin. Und wenn wir aus diesem ersten Band eine Art Prognose für den weiteren Verlauf stellen wollen, würde ich für den Augenblick davon ausgehen, dass moralische Dilemma immer wieder im Fokus stehen dürften. (Der Punkt hierbei ist, dass ich selbst zum ersten mal seid Jahren wieder diese Bände in die Hand genommen habe. Von daher ist das hier auch für mich gerade ein „Wiederentdecken“ und eventuell auch ein „Neuverlieben“. Die Erinnerungen selbst sind bei mir allerdings nur noch sehr Schwammig, wie ich gerade festgestellt habe. Eine Szene des Prologs ist z.B. gar nicht so geendet, wie ich sie vermeidlich in Erinnerung hatte.)

Grundsätzlich muss man aber sagen: Dieser Manga ist garantiert keine leichte Kost. Er ist blutig und an manchen Stellen immer wieder unglaublich verstörend. Zeitgleich ist er aber auch immer wieder um einiges menschlicher, als man es bei dieser Form von Unterhaltung normalerweise erwartet. Wir haben hier kein klar definiertes Gut oder Böse, sondern ständig unglaubliche Grautöne, die man in dieser Form auch erst einmal verdauen muss. Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass Cyberware auf einer alltäglichen Ebene eine Notwendigkeit geworden zu sein scheint, die mal mehr und mal weniger Umfangreich ausfallen kann. Insofern dürfte diese Serie insgesamt erst einmal eine sehr interessante Entwicklung durchmachen.

Fazit


Wenn man sich vollkommen darüber im klaren ist, dass auf den Seiten dieses Mangas Gewallt eine sehr zentrale, storyimmanente Notwendigkeit darstellt und dabei immer wieder seltsame Augenblicke des Schwafelns hinzugepackt werden bekommt man eine herrlich verstrickte, langfristig wohl sehr eigenwillige Zukunftsspekulation zu sehen, in der es erst einmal nur über so etwas wie den „alltäglichen Überlebenskampf“ in einer nicht mehr ganz so alltäglich lebenswerten Welt zu gehen scheint. Es bleibt abzuwarten, was es mit den angedeuteten Gruppierungen wie Propatria auf sich haben wird und wie diese zu dem vermeitlich freien Rest der Welt stehen. Klar ist nur, dass wir es hier anscheinend mit einer sehr fokussierten Familienerzählung zu tun haben. (Wir verfolgen Quasi die Entwicklung von Hanna, Enoa und deren Kindern in der Welt, in der das Virus so weit gewütet hat, dass scheinbar ganze Großstädte nur noch Ruinenlandschaften sind. (Und das über Jahrzehnte.)

Montag, 17. September 2018

[About the Scene] Die RPC macht was? (Oder Wachstum um jeden Preis.)


Okay, es gibt immer wieder mal Sachen, die ich mir selbst in ihrem jeweiligen Zusammenhang erstmal erschließen muss. Und dann kommt dieser Moment hinzu, dass ich als gelegentliches Lästermaul natürlich irgendwann eine Meinung habe. Dann kann man diese Situation auch gleich zu einer „zusammenhängenden“ Artikelreihe erklären. Und Schwups unterhalten wir uns mit dem Mittel des Kommentars über die Szene.
Einige dürften es vermutlich bereits in der letzten Woche mitbekommen haben: Die RPC wird in einer neuen Veranstaltung in Köln, die ein Konkurenzprodukt zu den ganzen ComicCons ist, aufgehen. Und ich denke erst einmal viele werden so ein wenig die Augen hochgezogen haben, weil sie nicht vollständig die Zusammenhänge hier jetzt gerade kennen, die hinter dieser Nachricht an sich stecken. Die erste Frage, die sich zumindest mir dabei stellte war: Die RPC ist doch im Besitz eines gewissen Andre Kuschels, oder etwa nicht? Zumindest war dieser Mann, der hinter der Enjoy Event Marketing Gmbh steckt, immer das Gesicht, dass das Konzept RPC überhaupt erst in Münster ins Leben gerufen hatte und dann auch dafür gesorgt hatte, das der Klumpatsch nach Köln umzieht. Insofern doch eigentlich ein klares Spiel, oder? Tja anscheinend habe ich mich da selbst irgendwie geirrt, weil ich nicht wirklich mit Markenrechten und dergleichen gerechnet hatte. Also: Soweit wie ich die ganze Geschichte für mich jetzt herausfinden konnte stellt Andre Kuschel im gesamten Betrieb RPC „nur“ die Rolle des Veranstalters da. (Sprich: Der Mann organisiert für die Kölnmesse zwar sein eigenes Baby, aber wie das Kind jetzt heißt kann er nicht mehr dabei bestimmen.) Die Marke RPC ist nämlich gar nicht im Besitz von Kuschel, sondern gehört tatsächlich der Kölnmesse. Im Umkehrschluss klingt das so, als würde die Kölnmesse effektiv den Auftrag für die Veranstaltung RPC an eine Firma übertragen, mit der sie schon länger zusammenarbeitet. (Und die im Kern überhaupt erst dafür verantwortlich ist, dass da etwas entsprechendes passieren kann.) Fühlt sich irgendjemand gerade an den Lizenz-Zirkus erinnert, der aus der Rollenspielszene entspringt? Ich schon.
Der Punkt bei dieser ganzen Sache ist noch nichtmal die Idee einer Kooperation, die ja in der Geschichte der RPC schon ein paar mal passiert ist. (Mal mehr und mal weniger Passend. Man erinnere sich nur an die eine niederrheinische Handwerksmesse, die schließlich die Übergangspforten schloß, weil die RPC Besucher in Form von Familien abzog, deren Kinder sich nunmal nicht so sehr für das neuste Dämmmaterial aus Deppenhausen am Rhein begeistern konnten.) Die Idee hinter diesen Kooperationen war zwar immer mehr Publikum auf die Messe zu ziehen, die aus Interessensnahen bereichen kam, jedoch den Fokus der RPC, nämlich Rollenspiele an sich beibehält. (Es waren halt immer zwei Messen, die Zeitgleich stattfanden, aber die RPC als Rollenspielmesse war dabei der eindeutige Exot oder aber der große Werbeträger, der einen kleinen jetzt gleich mitzog.) Was man der RPC aber auch in den letzten zehn Jahren bescheinigen musste: Sie war nie eine boomende Messe im eigentlichen Sinn gewesen. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, dass wir in diesem Zeitrahmen urplötzlich eine deutliche Steigerung an Hallen-Bedarf hatten. Und ich denke mal, dass auch das schon fast der Grund war, dass die Kölnmesse hier einen relativ frühen Zeitpunkt im Jahr gesetzt hat, um diese Veranstaltung zu haben. Ich meine: Wann fängt die Messesaison eigentlich richtig an? Wirklich bewusst sind doch die meisten Messen, von denen ich zumindest Wind bekomme alle auf die zweite Jahreshälfte verteilt. Insofern spielt mit einem mal das Wachstum und Marktanteile eine nicht zu übersehende Rolle. Auf was fokussiert sich die RPC denn in letzter Konsequenz anderes als Popkultur? (Wenn auch auf einen sehr nischigen Aspekt davon.) Und durch den sehr nischigen Fokus sind die Trenngrenzen ähnlich schwierig zu Kommunizieren, zumal die RPC von Anfang ja „alle Aspekte des Rollenspiels“ unter einen Hut bekommen wollte. Da waren halt nicht nur wir Pen&Paper-Leute und eventuell auch noch die stark zersplitterte Larp-Szene mit dabei. Und da das nicht genügend Zugkraft hatte begrüßte man auch noch die Künstler und Cosplayer mit der Zeit. Und und und. Das letzte Bild, dass dabei entstanden ist könnte man also durchaus als Gemischtwarenladen betrachten, der wenig Profil aufweist. (Zumindest aus der Sicht eines außenstehenden.) Und wenn man sich dann in den Medien so umsieht: Was ist da mehr in aller Munde als Cosplay? Nun ist es aber so, dass Cosplay an sich kein kulturelles Erzeugnis der Rollenspielszene ist. Es gibt zwar mit unserer Larpszene ein ähnlich gestricktes Mindset, aber letzten Endes sind die jeweiligen Foki doch insofern Unterschieldich, dass am Ende eigentlich nur das Handwerkliche Basteln von Kostümen als gegenseitg Befruchtende Möglichkeit übrig bleibt. Im Kern ist Cosplay aber ein Erzeugnis der Comic-Szene. Und wenn man sich einen allgemeinen Blick mal auf die Strukturen der jeweiligen Comicmessen hier in Deutschland gönnt, dann schwingt da potentiell deutlich mehr Glamour mit, als die paar Jugger, die lauthals schreiend durch die Messehallen stampfen, jemals hatten überhaupt vertreiben können. Und da scheint tatsächlich bei der Kölnmesse gerade das Dollar-Zeichen das wichtigste Medium überhaupt in den Augen zu sein: Die Cosplayer kann man weiterhin anziehen, selbst wenn man eine andere Messe für Popkultur heraufbeschwört. Wenn man aber eine andere Messe mit deutlich verändertem Fandom-Fokus hat, kann man potentiell mehr Marktanteile heranziehen, mehr Einnahmen generieren. Damit sowas wie die RPC funktioniert, muss man sozialbewußtseins-ähnliche zugeständnisse machen und potentiell vermietbare Standfläche für Umsonst an solch obskure Projekte wie die Dorp oder den Nerdpol abgeben. Da macht es vermutlich aus der Perspektive der entsprechenden Veranstalter mehr Sinn die Messe so umzubauen, dass man aufgrund aktueller Trends etwas schafft, wo man auf lange Sicht eventuell die echten Stars herlocken kann. (Comicmessen sind zumindest eher ein Ort, wo man C-Stars treffen kann, als es die RPC je war. Klar. Musiker hatten dort ihren Auftritt. Vermutlich sogar ein paar Bekanntere in ihrer jeweilgen Szene. Ich kann mich allerdings an eine Comic-Börse in Münster erinnern, die Kenny Baker als Stargast aufwies. So betrachtet hätte die RPC eventuell das notwendige Publikum aufbringen müssen, um einen Wil Weaton aus den Staaten einzufliegen. Oder halt. Das ist für unsere Szene etwas zu hoch gegriffen. Kenny Baker hätte im Vergleich eher das Potential einer Satine Phoenix gehabt.)
Der Vergleich, der hier am ehesten zutrifft ist also die derzeitige Situation der Comic-Action, welche über lange Jahre eine sehr gute Ergänzung der Spiel in Essen war. So wie es allerdings in den letzten zwei Jahren ausgesehen hat, wage ich es zu bezweifeln, ob überhaupt noch eine Comic-Action 2018 stattfinden wird. Die Spiel spezialisiert sich mehr auf den eigentlichen Fokus ihres Geschäftes, die Köln-Messe richtet sich mit einem neuen Organisator bei ihrer Nerd-Messe neu aus. Wie die RPC danach noch als potentielles, unerwünschte Anhängsel übrig bleibt, muss wohl abgewartet werden, jedoch erwarte ich nicht allzu viel Positives am Ende. Das Problem ist nur: Wie verlieren den am Ende doch noch irgendwie „familiäreren“ Aspekt der doch verhältnismäßig kleinen Messe. (Es war in den letzten Jahren dann doch einfacher die kleinen Kontakte zu einzelnen Nasen aus der Szene zu pflegen, indem man nach Köln gereist ist, als das man im Gewühl der Spiel in Essen die entsprechend Verantwortlichen bei einigen Verlagen von der Arbeit abgehalten hätte. Und ob man so einfach an die mit der Szene noch irgendwie verbandelten Autoren an einem anderen Termin hier in NRW so einfach antrifft bleibt auch erstmal zu bezweifeln.)
Das Problem ist nämlich, dass ohne eine derartige Dachveranstaltung für uns nur die weitere Zersplitterung in unterschiedliche „Verlagsveranstaltungen“ übrig bleibt, die an unterschiedlichen Stellen der Republik stattfinden. Und ob jetzt Beispielweise die fürs nächste Jahr angekündigte Eulencon in Wesel einen ähnlichen Einschlag hat bleibt auch abzuwarten.
Und das ist extrem Schade. Wir sind wieder mal „nur“ ein Randphänomen.

Montag, 10. September 2018

„Merken: Kampf gewinnen, indem man Barak Thor schlagen lässt.“ [Infernal Teddy] – Hoard of the Dragon Queen Teil 2


So. Und da wären wir auch schon beim zweiten Teil, den unser illustres Trio erreicht hatte. Diesmal muss ich hinzufügen: Wir saßen kurze Zeit OT da und erfuhren von Infernal_Teddy, dass wir gerade den Plott gesprengt hätten und jetzt eigentlich frei durch die Gegend ziehen dürften. (Allerdings hatte er uns nach einigen kurzen Protesten seitens Caninus wieder auf die Gleise gestellt.) Man muss wohl oder übel davon ausgehen, dass „Hoard of the Dragon Queen“ gerade am Anfang einige Schwachstellen aufweist, was einen potentiellen, zu hoch angesetzten Powerlevel angeht. Insgesamt haben wir dann aber schon erstaunlich viel an diesem Sonntag geschafft. Teddy war wohl zwischendrin ein bisschen ins Schwimmen geraten, weil er nicht mehr mit diesem Kapitel an dem Tag gerechnet hatte, das wir dann erreichten und anfingen zu bespielen, aber was soll‘s?

Ich hatte, nachdem beim letzten Mal das Bedürfnis nach Dungeontiles seitens meiner Mitspieler geäußert wurde meine Neugierde hinsichtlich einer bestimmten, technischen Spielereich befriedigt und mit Hilfe des Anbieters „HeroForge“ eine Platzhalter-Miniatur für meinen Charakter aus dem 3D-Drucker anfertigen lassen. (Bislang war mir das zu Teuer gewesen, um „einfach so“ aus Jucks und Dollerrei einen entsprechenden Gegenstand zum Zustauben anzufertigen. Aber so scheint mir das dann doch halbwegs gut angelegt zu sein. Ich muss nur auf der nächsten Spiel mal schauen, ob der Lagerkoffer-Anbieter „Safe & Sound“ anwesend ist. Die Produzieren anscheinend als Visitenkarten kleinere Exemplare ihrer Produkte, die dann für eine einzige Mini geeignet sind. Das wäre im Grunde Ideal für die Transportfrage. Naja, derzeit muss ich außerdem nochmal zum Baumarkt ein paar kleinere Werkzeuge besorgen, um anschließend zum Miniatruen-Bamahlen überzugehen. (Teddy und Ich haben eine 40K-Box aufgeteilt. Das heißt hier liegen gerade Gußbögen an Seuchenmarines rum, die für mich eine Übergangsarmee darstellen sollen. Aber das geht hier zu Weit.)

Und ich habe einen Entschluß zum Retconnen gefaßt, über das ich ja schon beim letzten Bericht geschrieben habe: Mein Charakter heißt jetzt wirklich Drusilla, wie die Vampirin an die ich direkt denken musste, als ich die Namensvorschlagsliste für Elfen im Players Handbook sah.


Trotz einigermaßen guter Vorwarnung durch den Fackelschein änderte wohl das klappern von Ramius‘ Rüstungsteilen letzten Endes nichts daran,d ass unsere Kampfgefärten die Aufmerksamkeit der in diesem Bereich nach ausbrechenden Flüchtlingen Suchenden Kultisten auf sich zogen. Zumindest näherte sich der Fackelschein nach einigen Geräuschen des Priesters, was die jeweiligen Personen doch arg in Bedrängnis hätte bringen können. Doch während Drusilla sich nur mit den Worten „I‘m the night!“ auf den Lippen eine Kaputze überzog und urplötzlich mit der Dunkelheit verschmolzen schien, was die Tieflingsdame Ogen dazu brachte sich nach der ursprünglichen Anzahl der vier Reisegefährten zu erkundigen, weil sie sich mehr als irritiert suchend umblickte und niemanden fand, schaffte es Ramius die Nerfen zu behalten und suchte nach einer Möglichkeit, die heraneilenden Ferne an seinen Kampfgefährten vorbeizulocken, so das diese anschließend den entsprechenden Leuten in den Rücken fallen konnte.
Womit dummerweise beim anshcließenden Kampf keiner wirklich gerechnet hatte, war der Umstand, dass Ogen nicht mal mehr im Ansatz genügend magische Energie aufbringen konnte, um auch nur einen einzigen, winzigen Spruch zu wirken. Umso mehr schafften nach leichten Startschwierigkeiten Drusilla und die orkische Kämpferin Sutra ihren Angriff auf die menschlichen Kultisten zu einem Teilerfolg zu bringen. Dummerweise schafften sie es allerdings beide nicht zu verhindern, dass einer der entsprechenden menschlichen Diener des Drachen das Weite suchte.

In der Zwischenzeit sah sich Ramius von Kobolden umgeben, die ihm ans Leder wollten. Doch im tiefen vertrauen an seine Göttin wurde er eins mit den Elementen und mit einmal entsprang ein gewalltiger Blitzschlag seiner Rüstung, der alle ihn bedrängenden Feinde kurzerhand röstete. Mit dem unguten Gefühl im Nacken, dass sie nicht wirklich genügend Zeit zur Verfügung haben würden, stürmten die Gefährten weiter von der Burg weg, um den Tempel zu erreichen und möglichst viele Gegner zu umgehen. Leider stellte es sich, sobald sie sich ihrem Ziel näherten, heraus, dass auch hier bereits zu einige Drachenkultisten und Kobolde damit beschäftigt waren, das Innere des Tempels zu betreten. Die Fronttür wurde von einem Trupp der Kobolde, die mit einer Sturmramme dagegen polterten angegriffen, am Hinteren Ausgang stapelte ein zweiter Trupp Reisig und sonstige, brennbare Materialien auf. Und außerdem stand das ganze überblickend ein in einer besonderen Rüstung gekleideter Krieger, der vermutlich größere Befehlgewallt hatte, vor Ort, während ein weiterer Trupp Kobolde, die von zwei seltsamen Echsenwesen begleitet wurden, den Tempel patroillienmäßig umrundeten, um anscheinend einen entsprechenden Ausbruch der im inneren Eingeschlossenen abzufangen.

Schweren Herzens entschlossen sich unsere Gefährten dazu, dass sie hier keinen Vorstoß in ihrer bisherigen Aufstellung wagen könnten und zogen sich zurück. Das eigentliche Ziel dabei war von Anfang an, dass man versuchen wollte Soldaten der Stadtwache abzuziehen in der Hoffnung noch nicht zu spät zu sein, um wieder zu kehren und alles doch noch zu einem guten Ende zu bringen. Und so kam es, dass man dem Bürgermeister auf den Zinnen der Burg die gründe für eine erfolglose Rückkehr anvertraute, während man einen hervorragenden Ausblick auf den Tempel erlangte, dessen Dachstuhl gerade in Flammen aufbrach.

Und auch wenn der Bürgermeister und der Seneshall bereits der Verzweiflung nahe einfach nur aufgeben wollten, hatten zumindest drei anwesende Personen immer noch das Bedürfnis die Morgensonne des nächsten Tages aufgehen zu sehen. Und während man auf den Bürgermeister einredete um ihm klar zu machen, dass es eigentlich nur eine Frage von Zeit wäre, bis auch die Burg erstürmt würde gelang es schließlich ein einsehen zu erlangen: Unter den Worten „Rettet mein Volk!“, wurde bestimmt, dass die drei einen kleinen Stoßtrupp aus den jüngeren Soldaten, welche noch Familien hatten abgestellt würde, damit man die Frauen und Kinder sicher aus der Burg geleiten könnte, während der Bürgermeister, der Seneshall und die andere Hälfte der Soldaten, welche ihr Leben bereits gelebt hatten, sich für eine letzte, verzweifelte Schlacht rüsten würden, um diesen Rückzug zu decken. Die Befehle konnten so gerade eben noch gegeben werden, bis mit einem mal Blitze vom Himmel regneten und den Bürgermeister, den Seneshall und Sutra tödlich Rösteten. Und während sich der Geruch nach verbranntem Fleisch in der Umgebung ausbreitete, schafften es die drei Gefährten so gerade eben noch, die Ruhe zu wahren und diesen letzten Befehl umzusetzen. Unter dem akzeptierenden Nicken der älteren Soldaten eilten die drei in Begleitung der ihnen anvertrauten Bevölkerung von Greennest in Richtung des Geheimtunnels, während hinter ihnen nur noch der Tod sein Tagewerk vollführen würde.

Und somit konnte man ungehindert durch den Geheimgang der Burg in den Wald verschwinden. Doch damit allein sollte es an sich nicht getan sein. Denn kaum hatte man den notwendigen Abstand zwischen sich und den rauchenden Trümmern der Stadt gebracht wurde auch schon über die weitere, zukünftige Handlung beraten. Während Ramius festhielt, dass er einer Göttin des Wandels diente und der Bevölkerung der Stadt so lange behilflich sein würde, bis dieser sehr drastische Wandel vollzogen wäre, den sie hier erlebten, überlegte Ogen bereits, dass die entfernung bis Baldurs Tor zu weit sei für einen Flüchtlingsmarsch und ob es nicht besser und sicherer für die Überlebenden währe, sie kurzerhand nach Amn in die Sklaverei zu verkaufen.

Und als dann am nächsten Morgen die Überlebenden 60 Menschen der Bevölkerung von Greenest sich dazu entschlossen hatten, zurück in die Stadt zu gehen und diese wieder aufzubauen hätten unsere Helden beinahe diese Geschichte wieder verlassen, hätten nicht bestimmte Götter anscheinend ein Einsehen gehabt und ihre infernal pelzigen Hände ausgestreckt. Denn nachdem man sowohl durch Späher als auch durch eigene Überzeugung festgestellt hatte, dass die Rauchenden Trümmer der Stadt so weit keine Gefahr mehr darstellten, hätten sich die drei Gefährten zum Aufbruch bereit gemacht, währe nicht ein vollkommen entkräfteter Mann aufgetaucht und sofort, als er die Drei erreicht hatte, in sich zusammengebrochen. Ramius kümmerte sich um den Verletzten und in der Zwischenzeit suchten sich die anderen in den rauchenden Ruinen noch das wenig verwendbare, dass hier zu finden war. (Irgendwo barg Drusilla eine Weinflasche, anscheinend daran interessiert, sich einfach nur zu betrinken, wenn sich die Gelegenheit dazu ergab.)

Als der Verwundete wieder zu sich kam, konnten Ramius, Ogen und Drusilla erfahren, dass er der Diener eines gelehrten wäre, den der Drachenkult entführt hatte. Alles anscheinend deswegen, weil „Meister Leto Leosin“ sich offen gegen den Drachenkult ausgesprochen hatte und aus Sorge versucht hatte etwas zu unternehmen. So wie es aussah waren der Junge nur mit Glück entkommen, konnte aber immer noch eine Beschreibung des genauen Standortes des Lagers der Plünderer abgeben. Und so wie jeder der Drei noch immer ein Hühnchen mit den Kultisten zu rupfen hatte, entschloß man sich kurzerhand dazu mehr erfahren zu wollen und zumindest den Versuch zu wagen Silbergus zu befreien. Also plünderte man ein paar Leichen um Roben zu erbeuten und brach auf.

Irgendwo auf dem Weg näherte man sich einem Kochfeuer und auch wenn zunächst große Skepsis herrschte konnte ein kurzer Kundschaftsgang seitens Drusillas schnell aufklären, dass hier ein paar menschliche Kultisten darüber stritten, wie man einen Truthahn vernünftig zubereitete, während sie von einigen Kobolden skeptisch beäugt wurden. Zeit für einen ersten Test mit den Roben Kultisten zu täuschen. Wie man herausfand, hatte man hier die Überlebenden eines Erfolglosen Raubüberfalls auf Nargelgast vor sich hatte. Diese Kultisten waren dermaßen erfolgreich gewesen, dass sie zum einen ihr eigentliches Ziel nicht gefunden hatten, weil sie die notwendige Karte der Gegend verlegten. Zum anderen hatten sie danach auch noch den größten Teil ihres Stoßtrupps im Kampf gegen einen Baum verloren. Und gerade letzteres hätte zu einem Bruch mit den Kobolden geführt.
Ramius versuchte weiterhin so viele Informationen wie nur eben möglich aus den Menschen herauszubekommen, indem er sie bis zum letzten Fertig machte. Dummerweise hatte dies nach einiger Zeit dazu geführt, dass die verhinderten Plünderer sich dazu entschlossen, die vermeitlichen „Musterschüler“ des Kultes zu töten. Ramius wandte sich mit einem sarkastischen Lippen auf den Lippen an die Kobolde, sagte ihnen, dass er jetzt das Kommando übernehmen würde und sorgte auf diesem Weg dafür, dass die drachenartigen Wesen an diesem Abend gar fürstlich (wenn auch aus der Perspektive anderer Anwesenden ein wenig widerlich) speisten.

Am nächsten Morgen wanderte man mit den neuen Begleitern los und schaffte es auf diesem Weg auch ohne größere Probleme ins Hauptlager des Drachenkultes. Und das erste, was die drei Gefährten dabei erschlug war die schiere Größe dieses Ortes. Kurzerhand entschloß man sich, sich vorerst zu trennen, um jeder für sich Informationen über den Kult und die Situation zu sammeln.
Während Ogens Neugierde dabei sehr schnell von einer Höhle am hinteren Ende des Tals eingenommen wurde, indem der Kult allerlei hortete, begann die Schurkin Drusilla eher auf der socialising Ebene mit den Kultisten zu feiern. Das erste was wohl jeder recht schnell erkannte war der ein spezielles Handzeichen, dass von den Worten „Gepriesen sei Tiamat“ begleitet wurde.

Einzig Ramius stellte sich eher ungeschickt an. Denn auch wenn er das Glück hatte, erst in einer dunklen Ecke von dem geflohenen Kultisten aus Greennest erkannt worden zu sein dauerte es nur einen kurzen Ausruf und einen durch Ramius selbst herbeigerufenen Blitzschlag, bis er von den verbliebenen Kultisten ergriffen und abgeführt wurde. Einmal Quer durchs Lager geschleift, was einiges an Aufruhr sorgte, kam Ramius auch an Ogen vorbei, die ihm heimlich ihre Glückwünsche andeutete, auf was für eine geniale Idee er doch gekommen sei, um in die Nähe der Gefangenen des Kultes zu gelangen. Und auch wenn die Rufe nach Blut laut wurden sorgte ein Kommandant des Drachenkultes, der seine Vorfahren im Lager der schwarzen Drachen nicht verheimlichen konnte, wieder für Ruhe, indem er festellte, das der Sünder seine angemessene Strafe für sein Vergehen in Form einer Opferung schon erhalten würde. Und nachdem er definitiv nicht gefragt hatte, ob irgendwelches Weibsvolk in dem Augenblick anwesend wäre, forderte er seine Brüder im Geiste auf, weiter zu feiern, während Ramius feststellen musste, dass die Gefangenen in Wahrheit nur aus einem einzigen Mann bestanden, der an einem Pfahl festgebunden war. Und angesichts der Tatsache, dass er eh nichts besseres in dem Augenblick zu tun hatte, fing er mit seinem jetzt Mitgefangenen ein Gespräch an, durch das er zumindest erfuhr, dass der alte Mann der gesuchte Gelehrte wäre, welcher die in letzter Zeit erstarkende Macht des Drachenkultes hochgradig bedenklich gefunden hatte und deswegen anfing Nachforschungen zu unternehmen. Geradezu naive Begeisterung entlokten Ramius die Worte hervor, dass der Drachenkult sich das Ziel gesetzt hatte, Tiamat selbst auf die vergessenen Reiche zu beschwören. Allerdings war diese Begeisterung nicht geteilt, weswegen Leosin sich an die Wachen wandte und zuerst lauthals forderte woanders angebunden zu werden, weil sein Nachbar offensichtlich den Verstand verloren habe. Was danach folgte war ein Gespräch über Glaubensfragen, in dem Ramius betohnte, dass er nur die Hingabe der Gläubigen vor Ort bewunderte, mit der diese sich ihrem Gott hingaben. Er selbst habe allerdings eindeutig andere Ziele, als sich für diese Zwecke in einem Ritual als Menschenopfer zur Verfügung zu stellen.

In der Zwischenzeit verbrachte Drusilla die entsprechenden Informationsbeschaffung bei Wein und Tanz und stellte irgendwann fest, dass ihr diese Party zu viel wurde. Jedoch konnte sie mit sehr viel Mühe die eine oder andere vom Alkohol gelöste Zunge dazu bewegen ihr Dinge ins Ohr zu flüstern, womit sie mit sehr viel Mühe und harter Arbeit über Stunden all das herausfand, was Ramius in nur wenigen Minuten an einem Pfal gebunden erfahren hatte. Zusätzlich dazu erfuhr sie aber noch, dass dieses Lager zwar im Kern wichtig wäre, eine noch wichtigere Aktion aber irgendwo im Norden stattfand, die für die entsprechende Beschwörung um einiges mehr Bedeutung hatte, als die ganzen Söldner und Jung-Kultisten mit ihren Plünderungen hier vor Ort. Und sie erfuhr so etwas wie einen kurzen Moment der Apotheose, als innerhalb des Rausches sie innhielt und sich mit einem mal einer finsteren Gestallt gegenüber sah, die sie inmitten des Getümmels mit einem breiten Grinsen einfach nur herausfordernd ansah. Drusilla hob den Kelch mit Wein in ihrer Hand und Prostete der Erscheinung zu, sich noch nicht gänzlich bewusst, dass sie damit ihren Deal mit dem mystischen Trickster perfekt gemacht hatte. Denn ihre Aufmerksamkeit sollte je von einem Feuerwerk abgelenkt werden, dass die Stimmung der Feierlichkeiten noch mehr anhob.

Ogen hatte in der Zwischenzeit nämlich beschlossen, dass es an der Zeit währe, die Befreiungsaktion endlich einzuleiten. Dafür schlich Sie sich zu dem überdimensionalem Vorrat an Alkohol-Fässern, der die Kobolde bei Laune hielt. Mit ein wenig Chaos Magie sorgte sie zuerst für eine kleine Flamme und anschließend für eine gewalltige Kettenreaktion, als sämtliche Fässer in die Luft flogen. Letzteres konnte sie allerdings nicht mehr mit eigenen Augen verfolgen, weil sie ihren immer noch ungeklärten spontanen Ebenenwechsel auf die Astralebene der Githjunkie durchlebte. Das hatte allerdings zum Vorteil, dass sie zurück an den nächsten freien Platz versetzt wurde, weil ihr ursprünglicher Ausgangspunkt von einer Horde anderer Wesen gerade besetzt war, die allesamt verzweifelt versuchten das durch die Explosion verursachte, auf Zelte und ähnliches übergreifende Feuer zu löschen. Da Sie sich allerdings im Rücken der Kultisten dadurch befand konnte sie den Augenblick Ideal nutzen, um sich auf den Weg zu Ramius zu machen, um diesen zu befreien.

Untätig war aber auch der Priester nach der Explosion nicht geblieben. Kaum war die Aufmerksamkeit des ganzen Lagers ungeteilt an den spontanen Lichtblitz gerichtet worden, riss er die Fesseln auf und befreite auch Meister Leosin von seinem Pfahl. Kurzerhand stolperte er mit dem alten Mann auf den Schultern weg von dem Ort ihrer direkten Gefangenenschaft und war sich dabei nur all zu bewusst, dass sie Beide ohne eine geeignete Tarnung nicht all zu weit kommen würden. (Egal wie sehr der Drachenkult in der Mehrheit jetzt gerade abgelenkt war.) Daher schlich er sich heimlich in eines der Zelte ind er Nähe und erbeutete hier zwei abgelegte Roben, die so gerade eben für sie beide Passend waren. Aus diesem Grund fand Ogen auch nur noch zerissene Stricke, als er am Platz der Gefangenen ankam, konnte aber noch so gerade eben in einiger Entfernung ein ungleiches Paar Kultisten ausmachen, die aufeinandergestützt das Weite zu suchen schienen und von denen zumindest der größere von der Statur her unglaubliche Ähnlichkeit mit Ramius aufwies. Kurzerhand entschloß sie sich den beiden zu folgen.

Drusilla in der Zwischenzeit, welche das Feuerwerk als Show unglaublich amüsiert hatte und die nicht verstand, warum im Anschluß alle wie von der Tarantel gestochen darauf zu rannten, pickte sich irgendwo im Chaos eine Flasche Wein auf, um die Partie einfach weiter gehen zu lassen. In dem Moment stolperten zwei Gestallten in den Roben des Drachenkultes an ihr vorbei. Zuerst hob sie ihren Kelch und prostete mit den Worten „Gepriesen sei Tiamat.“ den beiden vermeitlichen Kultisten zu, ehe sie die Statur von Ramius realisierte und sich deswegen dazu entschloß, dass das fürs erste genügend Wein für diesen Tag gewesen sei, so das auch sie den Beiden aus dem Lager folgte.

Und so entschloß man sich vorerst dazu, nach Greennest zurück zu kehren, um sich ein paar Tage zu erholen. Als Leosin erneut zu Kräften gekommen war wandte er sich wieder an die Gefährten und bat sie noch einmal dem Ungeheuer ins Maul zu schauen. Da sie selbst sich halbwegs im Lager auskannten, wäre es für sie ein leichtes, noch einmal hineinzugelangen und den Drachenkult auf seine direkten Ziele hin auszukundschaften. Er selbst wollte nach Norden reisen, um sich dort mit einem Gleichgesinnten, einem Paladin Namens Onthra Thrum in El Torrel zu treffen und eventuelle nächste Schritte zu planen. Doch dafür bräuchte man mehr Informationen. Schweren Herzens stimmten alle Drei zu und machten sich erneut auf den Weg, das Lager des Drachenkultes zu infiltrieren, nur um angekommen festzustellen, dass sie eine beinahe verlassene Stelle vorfanden. Anscheinend war der größte Teil des Heeres nach dem großen Feuerwerk von Ogen abgezogen worden und Richtung Westen geschickt. Alles was noch von Bedeutung übrig blieb, war die bewachte Höhle, die Ogen schon bei ihrem ersten Besuch aufgefallen war, und vor der immer noch Wachen hockten. Man entschloß sich also, dass man diese Höle anlaufen sollte, während Drusilla am oberen Rand des Talkessels über dem Höhleneingang Stellung beziehen würde, um im Zweifelsfall als Unterstützung vom Himmel zu fallen. Innerhalb des Lagers selbst waren noch zwei Kundschafter, die aber kaum Beachtung von Ogen und Ramius nahmen. Dafür allerdings waren die Wächter vor dem Höhleneingang um einiges Aufmerksamer und ließen sich nicht so leicht Sand in die Augen streuen.
Und auch die Ausrede, dass ein Thrulan Mundaw sie geschickt habe, der als besonders Strenger Befehlshaber unter den Kultisten galt, sorgte Maximal dafür, das einer der Wächter in die Höhle gehen wollte, um den entsprechenden, nach eigenen Aussagen, zu Fragen, ob er die beiden Kasper kennen würde. Ogen wirkte Kurzerhand einen Feuerball-Artigen Zauber, um genau das zu verhindern und während der Geruch nach Sonntagsbraten weider verflog, gab man Drusilla an der Spitze der Klippe Zeichen, das sie ihren Hintern herabbewegen solle. Dem inneren Schelm nachgeben stürzte sich die Schurkin mit einem Lächeln auf den Lippen Rückwerts von der Klippe und kam von einem Federfall getragen anmutig wie eine Katze auf dem Boden wieder an. Der arkane Trickster hatte eine neue Avatarin gewählt.

Vorsichtig schlich sich die Elfe daraufhin ins Höhlensystem und fand nur breit Gänge ohne größere Gegenwehr. In einer großen Höhle entdeckte sie etwas, das wie ein Pilzwald aussah und nach einigen weiteren Gängen stand sie mit einem mal vor dem Eingang in einen Aufenthaltsraum, der Wachen der Kultisten enthielt. Unbemerkt schlich sie wieder zurück zu ihren Gefährten, um sich mit denen zu beraten, wie man weiter in die Höhle eindringen wolle, denn allein würde sie dies nicht mehr schaffen. Da die Späher bereits weiter gezogen waren, musste man hier auch keine weiteres Massaker verursachen, um die eigene Tarnung aufrecht zu erhalten. Man entschloß sich in der Höhle selbst allerdings nicht dafür, den Weg zum Aufenthaltsraum der Kultisten zu nehmen, sondern stattdessen erst einmal den Pilzwald unter die Lupe zu nehmen. Dummerweise war dieser von violetten Fungi bewohnt, die nur langsam in Ragout-Geeignete Stücke gehackt werden konnten.

Und auch der weitere Verlauf dieses Weges war nicht sonderlich Ereignisarm. An einer Stelle, die von toten Fledermäusen auf dem Boden gesäumt wurde, stürzten sich mit einem mal Stirge auf die Gruppe herab, welche sich in einem Schwarm aus Fledermäusen verbargen aber anscheinend bereits im Vorfeld damit begonnen hatten, diese eigentlich im Kern eher symbiothische Beziehung in eine Parasytäre zu verwandeln. Ein Stirge saugte sich an Drusilla fest, und die Elfin brachte einige Hiebe, um den Blutsauger in Zwei zu teilen. Auf diese Weise besudelt übersah sie leider ein getarntes Loch im Boden und stürzte in eine Fallgrube hinein, aus der sie zwar auch wieder herauskam, allerdings nur in einem Zustand starker Verwirrung, weil sie einige Verletzungen von den Spießen am Boden davongetragen hatte.

Zitate des Abends

Ramius liegt schwer verwundet am Boden.

Caninus: Womit mache ich denn erste Hilfe?
Barack Thor: Mit Medicine
Caninus: Da bin ich nicht so gut drin.
Barack Thor: Ja. Dafür bin ich ja da.

Im Lager des Drachenkultes. Drusilla hat gerade eine Weinflasche mitgehen lassen.

Barack Thor: Ist das jetzt dein Ding? Du lässt überall eine Weinflasche mitgehen, wo wir hinkommen? Und anschließend machst du dann einen Keller auf und kannst zu jeder Flasche bei Führungen die Geschichte zu erzählen? Ala Und diese Flasche habe ich erstanden, als wir mitten in einer Drachenhöle ausgeräumt haben.