Dienstag, 16. Juli 2019

„Sidequest: Sucht die Socken!“ (D&D 07)


Und aus der Erkenntnis heraus, das Krest ebenfalls keine sichere Bleibe für bestimmte Personen darstellen würde, schlug die Reisegruppe wieder den Weg nach Vallaki ein, im dem Mondaufgang entgegen. Doch auch dieses Mal wurde der Weg durch mehrere Ereignisse unterbrochen. So entdeckte Ogen mitten auf dem Weg eine goldene Taschenuhr, die immer noch funktionierte. Und da die Nerfen aller Beteiligter mittlerweile aufgrund der Umgebung und ihrer seltsamen „Anreise“ schon längst blank lagen entspann sich mit einem mal ein Streitgespräch darüber, dass die Wirtschaft dieser Ebene vermutlich nur auf zwei Wegen wirklich funktionieren könnte: Dadurch, dass an allen möglichen Stellen dieses Landes mit einem Mal Zeug auftauchte. Die verloren gegangenen Menschen anderer Ebenen betraten vermutlich alle die Baronie Barovia durch das Tor, durch das auch die drei Gefährten hier einlass erhalten hätten. Und hier an der Straße war vermutlich der Punkt, an dem einfach nur Zeug und Plunder landete. Und vermutlich müsste man nur die Zeit zum Suchen haben, um genau den Ort zu finden, an dem sich die ganzen im Waschzuber verloren gegangenen Socken in einem klammen Zustand auftürmten. Soviel dazu, was man bisher unbegründet dabei verdächtigt hatte.

Etwas weiter die Straße hinab kam dann ein schwarzer Reiter der Reisegruppe entgegen, der sich wieder einmal überraschend als Untoter herausstellte. Allerdings konnte diese Gestallt nicht wirklich viel mehr als zum „Angriff übergehen“, denn kaum begannen untotes Pferd und Reiter den Schritt zu wechseln besprenkelten auch schon auf geradezu unspektakuläre Weise unzählige Knochenfragmente in einem kleinen Radius die Umgebung, weil Ramius einen seiner unzähligen Blitze in die traurige Gestallt herabjagen lies.

In Valakis schaffte man es wieder nur mit knapper Müh und Not durch das Tor der Stadt vor der Sperrstunde. Dafür war der Empfang scheinbar um so Herzhafter, als man feststellte, dass die Reisegruppe tatsächlich die Weinlieferung wieder ermöglicht hatte. Als Dank dafür erhalten die Gefährten die besten Zimmer des Hauses. Wie sich später herausstellt, handelt es sich dabei zum einen um das bereits bekannte Zimmer, in dem die gesamte Reisegruppe schon eine Nacht verbracht hatte. Und zum anderen um das Zimmer daneben, bei dem man spontan zusehen konnte, wie es kurzerhand wieder frei gemacht wurde.

Und während man sich mit dem entsprechenden Abendessen vor Ort begnügte kam mit einem Mal eine neue Empfehlung aus der Küche, nebst Küchenchef. Der Koch der Gaststädte hatte isch anscheinend von ein paar Ausführungen Ogens inspirieren lassen und im Bereich der Soße rumexperimentiert. Dummerweise ergab das Ganze eine Mischung aus in Bier gekochtem Fleisch mit einer braunen Soße auf Weinessig-Basis, welche Reaktionen zwischen einem erheiterten Schmunzeln der nur zuhörenden Anwesenden sorgte oder aber auch für leicht pickierte bis verlegene Blicke der verkostenden Opfer. Letzten Endes fand Ramius die notwendigen Worte konstruktiver Kritik, die besagten, dass man nicht unbedingt alles auf einmal zusammenschütten sollte, welche der Koch mit Begeisterung an sich nahm, ehe er den Gastwirt der Herberge zur Seite nahm und von seinen neuen kulinarischen Ideen fabulierte.

Da der nächste Morgen düster und Nebelverhangen war stellte sich die Frage nach dem weiteren Forgehen der Gruppe. Ismak erklärt sich bereit, vorerst auf seine Schwester Acht zu geben, bis die Gefährten sowohl das Haus des Bürgermeisters, als auch das Geisterhaus endgültig klar gemacht haben. Und natürlich wollen sie auch noch einen Blick in die Mühle werfen, um eventuell notwendige Baumaterialien für die notwendigsten Ausbesserungen noch zu besorgen. Was sich allerdings dabei ergiebt ist folgendes Bild: Rein von der Lage her macht eine Windmühle laut Ogen und Ramius keinen Sinn. Und als sich die Gefährten dem ganzen Sehen sehen sie als erstes einen Raben, der Priester und Tiefling das Gefühl gibt, die Gefährten vor irgendetwas warnen zu wollen.
Jedoch war man nicht ganz auf das Vorbereitet, was man im inneren entdeckte: Das Erdgeschoß bestand anscheinend lediglich aus einer Küche, die nicht unbedingt den saubersten Eindruck machte. Außerdem fand man einige kleinere, menschliche Knochen an diesem Ort. Und was auch noch als Überraschung für die natürlich immer noch im festen Glauben befindlichen Grundstücksbesitzer hier aufkam, waren die aktuellen Bewohner. Eine alte Dame namens Morgantha überraschte die Drei. Sie sagte, dass sie und ihre beiden Töchter hier schon seid Jahren leben würden und ihren Lebensunterhalt durchs backen von Pasteten und Kuchen die sie nach Barovia liefern würde, um sie zu verkaufen. Stolz lies Morgantha Ramius eine Kostprobe ihrer Waren probieren, während Drusilla sich heimlich umzusehen versucht. Aus dem weiteren Gespräch über das Gebäck erfuhr man dann, das die Pastete aus Traumbeeren bestünde und anscheinend irgendein Effekt nicht eingetreten war, den die Frau erwartet hätte. Insgeheim erwähnte sie noch, dass sie den Dreien, mit einer besonderen Erwähnung Drusillas als besonders Unauffällig, eine Chance gäbe das Weite zu suchen, ehe sie die Maske fallen lies.

Mit großer Mühe mussten sich die Drei des kompletten Zirkels der Nighthags erwähren. Und nur mit sehr viel Mühe schaffen sie es nacheinander die Alte und die Mutter dazu zu prügeln, auf die elementrare Ebene zu wechseln. Drusilla hingegen schaffte es noch mit einer Kamikazeaktion die Jungfrau in einer blutigen Fontäne in der Mitte zu zerteilen. (Was wohl letzten Endes auch dafür sorgte, dass die „Rache der Vetteln“, sollte sie in der Zukunft nochmal eintreten, um einiges Harmloser ausfallen sollte, da der Zirkel durch diese Kation durchbrochen war.)

Beim weiteren Durchsuchen der Mühle stellen die drei nur noch fest, dass hier gründlichst ausgemistet werden muss. Außerdem kann man noch zwei Kinder aus Barovia (Hänsel & Gretel) bergen und entdeckt, dass die Vetteln einige Hühner und Kröten gehalten haben. Die Hühner beschließt man zu behalten und die Kröten am Nahegelegenem Fluß auszusetzen. Die Kinder werden wohl oder Übel mitgenommen, um sie zu Hause bei ihren Eltern abzusetzen.

Bei der weiteren Suche im Bürgermeisterhaus kann man leider keinerlei Ergebnisse über Irina finden. Auch kein Tagebuch des verblichenen Bürgermeisters. Allerdings nimmt man Kurzerhand alles mit, was in irgendeiner Weise die Müle für das Geschwisterpaar ein wenig heimeliger Machen könnte, ehe man am nächsten Tag wieder aufbricht, um alles zum neuen „zu Hause“ zu schaffen. (Außerdem schafft man noch einen Hund an, um im Zweifelsfall einen das Haus bewachenden Beschützer zu haben.)

Und so überlies man Ramius die Aufgabe, den Boden Rund um die Mühle mit einem Bannkreis zu belegen. Was Diesen in einen dermaßen ausgreifenden Übereifer verfallen ließ, dass die Gefährten in eine Atmosphäre bei der Mühle zurückkehrten, die ein unglaublich elektrisierendes Prickeln auf der Haut hinterlies. Mit einem mulmigen Gefühl suchte man also den zurückgelassenen Gefährten, der sich mit einem breiten Grinsen und weit abstehenden Haaren präsentierte um zu versichern, dass in diesem Tempel alles in Ordnung sei. Und somit lies man die beiden Geschwister zusammen mit dem Hund, einem Mastiv, dem man kurzerhand den ältesten Hundenamen aller Zeiten gab, auf geheiligtem Boden zurück.

Jetzt konnte man sich der Problematik des Geisterhauses ungestört widmen, ohne dabei von Sorgen um andere Probleme geradezu zerissen zu werden. Und erneut stiegt man über den Umweg durchs Dach in den Keller des Hauses hinab, dass einer gesammten Familie durch die Machtgier einer einzelnen Person zum Verhängnis geworden war. Ziel waren die Gräber, welche man bereits beim ersten Abstieg entdeckt hatte. Bei der Untersuchung der Särge ergab es sich zuerst, dass Gustav Durst Name einen leeren Sarg markierte. Jedoch brachen Schwärme von Insekten über die Gefährten hinweg, als man den Sarg von Elisabeth Durst berührte. Während Ogen direkt von diesen Attackiert wurde rannte die Elfe auf und davon, um irgendwo im Haus einen Eimer Wasser oder Lampenöl aufzutreiben, was Ramius als einzigen übrig lies, um sich den Tausendfüßlern zu stellen und seine Kameradin zu beschützen. So umarmte Ramius Ogen und drückte sie auf den Boden hinab, damit er sich auf dem Boden anschließend rollte, um die Insekten zu zerdrücken. Alles was dann noch passierte waren die Momente, als Insekten die Rüstung von Ramius attackierten und von entsprechenden elektrischen Funken geröstet wurden. Somit ergab es sich, dass sich ein gewalltiger, verbrannter Geruch im Raum verbreitete, als die Beiden von Insektenbissen gepeinigten von einem Schwall Wasser getroffen wurden.

Da man zumindest vorerst keine weiteren Überraschungen auslöst holen die Gefährten die Gebeine der Kinder, welche von Ramius unter entsprechend zynischen Kommentaren über die barbarischen Begräbnisrieten beigesetzt werden. Die Geister der beiden Kinder erscheinen noch ein letzte Mal um sich dafür zu bedanken, dass ihre Seelen durch diese Beisetzung endlich Erlösung finden.

Der weitere Vorstoß durch die Dunkelheit des Kellers lässt eröffnet die Gelegenheit die Unterkunft der regulären Kultisten zu plündern. Allerdings müssen sich die drei Gefährten auch einem Ansturm von Ghoulen erwehren, Ramius löst eine Fallgroube aus und in einem Schlafzimmer, das wohl für ein Ehepaar gedacht wahr, schaffen Ramius und Ogen es sich zwei hageren, untoten Gestallten mit einer Mischung aus Donnerwelle und Magic Missiles zu beseitigen.

Außerdem retten die beiden Frauen Ramius noch davor, von einem Tür-Mimic gefressen zu werden, ehe sich eine geheime Tür ins Erdgeschoss des Wohnhauses auftut. (Soviel zum Thema „man kommt nur über den Dachboden in den Keller“.)

Jedoch stand noch eine spannende Entdeckung bevor: Eine weitere Treppe führte hinab in eine kleine Schatzkammer, die aus einem Nachbarraum aus durch seltsame Gesänge beschallt wurde. Jedoch konnte erst der Einsatz einer Magehand durch Drusilla den Gefährten den zutritt in diese Halle ermöglichen, da ein Fallgitter sie ansonsten daran hinderte.

Einige verhüllte Gestallten, welche in der Luft schwebten und anstelle von Gesichtern nur Blicke in finstere Abgründe gewährten, versammelten sich in einem Kreis um einen Altar und Skandierten neben dem Gesang über den Zustand der Personalunion des Landes mit dem Ältesten auch eine Feststellung das einer Sterben müsse. Da die Gefährten dies als Unausweichliche Aufforderung sehen blicken sie sich im Raum um und Ramius schafft es einer Ratte habhaft zu werden, die er kurzentschlossen auf dem Altar opfert.

Die Gestallten verstummen und aus den tiefen des Hauses erschallt ein tiefes Grollen. Anscheinend hatte man es geschafft das seltsame Wesen „Haus“ irgendwie zu befriedigen.

Montag, 8. Juli 2019

Rezension: Matra Milan: Talisman Himari (Band 10)


Cover: Matra Milan
Talisman Himari
Band 10
Verlag: Planet Manga

Der Band beginnt anscheinend mit einer Rückblende auf einen glücklicheren Moment, in dem Himari etwas über das Leben von Yuuto zu erfahren versucht, nur um dann auf die aktuelle Situation überzuspringen: Tama hat ihren Angriff auf die Gruppe aus Menschen und Ayakashis rund um Yuuto gestartet und dabei das Haus zerstört, in dem die seltsame WG entstanden ist. Insgesamt bewegen sich jetzt alle Elemente hier wie auf einem Schlachtfeld.
Grundsätzlich muss man dabei erwähnen, dass es hier zwar auch zu dem einen oder anderen Übergriff und dementsprechenden Wutelementen der Comedy kommt, allerdings sind diese dabei doch um eine ganze Menge weniger fokussiert, als im vorangegangenen Band.
Insofern geht es in der gesammten Handlung eigentlich nur um drei Elemente: Das Chaos, durch das die meisten Figuren stolpern. Einen Kampf zwischen Shuten-Douji und Kuesu, sowie einen Kampf zwischen Tama und Himari. Der Punkt bei dieser ganzen Sache ist, dass hier tatsächlich zum ersten Mal so etwas wie ein echtes Schlachtfeld erzählt wird und für die einzelnen Figuren ihre jeweiligen Ziele mit direkten Konsequenzen aufgezeigt werden. Anders ausgedrückt: Hier kommen eigentlich immer nur zwei Folgen zum tragen: Wer ist bereit etwas für eine andere Person zu tun? Und was für Folgen aht das direkt. Man bemerkt dabei sehr direkt, dass dieser Band für Yuuto einen sehr zentralen Schritt in der Geschichte darstellt, weil er zum ersten mal die direkten Konsequenzen erfährt, die es für ihn hat, wenn er nicht bereit ist, zu kämpfen. Und zwar auf sehr drastische Weise. Allerdings sieht man auch eine sehr überraschende Szene, bei der es darum geht, was die direkte Zusammenarbeit aus Yuuto und den Ayakashis in diesem Szenario tatsächlich bewirken kann. (Wenn auch mit einer gewissen Heldenhaftigkeit.)

Was das insgesamt bedeutet? Sagen wir einfach: Leute sterben und begehen dabei noch einmal letzte Dummheiten. (Andererseits sind diese jeweiligen Tode so unglaublich Profan. Es ist irgendwie nichts überraschendes Dabei und außerdem bemerkt man auch noch, dass man die Figuren über die Erzählung gar nicht so sehr ins Herz geschlossen hat, wie man eigentlich meinte. Es wirkt so unglaublich banal.)
Das ist Schade. Denn eigentlich sollte diese Form von Erzählung am Ende mehr beinhalten als einfach nur einen Haufen überpowerter Abziehbilder, die einem irgendwie nichts mehr als ein Schulterzucken hervorbringen. (Und gerade Kuesu ist in dieser Erzählung so dermaßen auf Hassenswert getrimmt gewesen.) Insofern verfehlt dieser Band gerade einiges von dem, was da eigentlich an Potential hätte drin sein können. (Vor allen Dingen, wenn es auf einen dermaßen absurden Ansatz zuläuft.) Derzeit erfährt man eigentlich nur zwei Neuigkeiten: Anscheinend ist die Regierung eher daran interessiert, alle Fraktionen aneinander aufreiben zu lassen. Und offenbar wird Himari noch mehr in Richtung Bestie getrieben, wenn man sich das Ende des Bandes ansieht. (Sie beißt Tama in den Hals.) Daher verliert gerade genau dieser Band hier so unglaublich viel an möglichem Potential, was die vermeitliche Richtung anbelangt. (Aber das ist bereits eine Entwicklung, die aus den vorangegangenen Bänden entsprungen ist: Eigentlich hätte das ganze Thema um ein vielfaches Düsterer abgehandelt werden müssen, um wirklich die Ansätze überzeugend rüberzubringen, die hier durch den Comedy-Fleischwolf gezogen werden, um dann als Witz-Wurst herüber zukommen.

Fazit

Wenn man dieses Gefühl nicht mehr los wird, dass es eventuell doch vertane Zeit war, seine Begeisterung in eine solche Serie zu stellen, hat man eine sehr starke Ernüchterung erreicht. Fakt ist halt eben, dass hier die ganze Zeit über einige sehr interessante Ideen eingeführt wurden, allerdings in der letzten Konsequenz doch vieles bereits wieder verschenkt wurde. Die Idee, dass Talisman Himari einfach nur ein Harem-Ableger wäre, der sehr viel überdrehte Echi-Momente bietet und dabei immer wieder auf der Action ebene Monster of the Week Schlachten präsentiert, hätte aufgehen können. (Im Grunde genommen war das auch meine Erwartung gewesen, als ich die Reieh angefangne habe. Immerhin hatte ich mit Rosario + Vampire eine ähnliche Serie schon abgeschlossen.) Das hier hingegen baut jetzt deutlich mehr Drama mit wirklich finsteren Aspekten auf. Und zwar geht es dann dabei um eben um Opfer. Und zwar mit einem dermaßen überzogenen Aspekt an der ganzen Sache, dass es gar nicht so sehr überzeugen kann. Und wenn man sich dann noch vor Agen führt, dass nach diesem Band nur noch Zwei weitere bis zum Abschluss folgen, bekomme ich mit dieser letzten Szene jetzt leichte Magenschmerzen, wenn ich bedenke, dass hier gar nicht mehr so viele Möglichkeiten bestehen, um wirklich ein überzeugendes Ende zu erzählen. (Der Punkt bei der Sache ist nämlich, dass die ganze Zeit über eher auf der erotischen Ebene viel zu viel Wert gelegt wurde, um eine bestimmte Ästhetik zu schaffen, die aber jetzt mit einem mal einen uglaublich ernsten Kern bekommen soll.) Insgesamt bin ich also gerade hier jetzt mit einem unglaublichem „Mäh“-Gefühl am Ende des Bandes angelangt und Frage mich echt, ob ich noch die letzten beiden Bände angehen soll.

Montag, 1. Juli 2019

CCXP Cologne 2019… Ähm, ja.



Wie die meisten wohl im letzten Jahr mitbekommen haben, gab es hier in NRW eine gewaltige Verschiebung was die Planung potentieller Messebesuche in der ersten Hälfte des Jahres anbelangt. Namentlich dachte sich die Kölnmesse, dass es doch ganz gut sei, einfach mal die etablierte Marke RPC zu nehmen und gegen einen anderen Fokus auszutauschen. (Mit anderen Worten: Die Messebtreiber haben die Dollarzeichen in den Augen gehabt und wollten ein Stück vom Comic-Con-Kuchen für sich abhaben.) Das war am Anfang schockierend, dann mit einem holen Gefühl in der Magengegend eventuell noch akzeptierbar, allerdings kamen dann auch einige Details so im Nachhinein obendrauf, die nicht unbedingt jedem schmeckten. (Infernal_Teddy, der seine ganz eigene Beziehung zur RPC auf einer symbolischen Ebene hatte, hat darüber ja auch schon geranted.) Jetzt muss Veränderung ja nicht per se negativ sein. Nur ist halt eben der Einschnitt gerade bei der CCXP so speziell, dass man in der entsprechenden Position ist, immer jemanden vorschieben zu wollen, um auf dessen Einschätzung des Ganzen dann seine eigene Meinung aufzubauen. Nur dreimal dürft ihr raten, was in meinem Fall dabei dann die Problematik war: Ich bin, so gesehen, der kleinste gemeinsame Nenner in meinem direkten Bekanntenkreis, was die potentielle Zielgruppe der CCXP anbelangt. (Und damit ist die Meinung, auf der ich meine Meinung dann aufstützen kann… ja ihr habts erfasst: Dummerweise meine eigene.)

Insofern hatte ich mir nach einigem Zögern tatsächlich doch noch ein Ticket für den Donnerstag der CCXP besorgt. Also, gerade den Auftakt der ganzen Geschichte. Mit also möglichst niedrigen Erwartungen und keiner so richtigen Ahnung, was ich jetzt eigentlich überhaupt für mich erwarten würde bin ich demnach nach Köln aufgebrochen. (Der Punkt ist: Immer wenn man irgendwas über Comic-Cons hier in Deutschland hört, kommt da irgendeine seltsame Vorstellung von „Glamour“-Welt auf. Und abgesehen von meinem kurzen Eindruck auf der einen Comicbörse hier in der Gegend im Juli letzten Jahres kann ich auch nicht all zu viel sagen, was ich jetzt eigentlich erwartet hätte.)

Den Donnerstag zu nehmen war gut und schlecht zugleich: Gut, weil an diesem Tag mit wenig andrang zu rechnen war. Schlecht, weil einige der interessanteren Entwicklung an Programm überhaupt erst an anderen Tagen stattfanden. (Und wohl auch bis zum letzten Abend noch einmal durchgetauscht wurden, wenn man Beispielsweise den letzten Malstream der Orkenspalter vor der CCXP heranzieht, wo Niko Mendrek irgendwann im Chatverlauf reinpostete, dass er gerade noch in der Kommunikation mit den Veranstaltern war. Anscheinend wollte man irgendeine Show der Orkenspalter zu einem anderen Zeitpunkt ansetzen.)

Was war also für mich effektiv neu? Die ganze Veranstaltung hatte sowas wie mehrere Schleusen: Die erste prüfte das Gepäck auf problematische Gegenstände, vor der zweiten konnte man sich armbänder abholen, für die man seinen Pass vorzeigen musste, um einen entsprechenden Altersnachweis ans Handgelenkt gepappt zu bekommen. (Abgesehen von der Kino-Leinwand machte das hier aber noch keinen wirklichen Sinn. Es kann sein, dass auf lange Sicht auch noch spezielle Altersbeschränkte Bereiche sich entwickeln könnten, aber vorerst war davon hier nichts zu sehen.) Lustig war allerdings auch das ich, obwohl ich nicht damit gerechnet hatte, pünktlich zum Einlass in Köln aufzuschlagen, direkt beim Eintreten von einem gewalltigen Spalier aus Cosplayern „bgrüßt“ wurde, die ein sichtlich ergrauter Skar wohl „herbeigescheucht“ hatte. (Skar von den Blutschwertern hatte ich jetzt schon seid ein paar Jahren nicht mehr gesehen und dieser Alterungsprozess sorgte dann auch dafür, dass ich ihn gar nicht richtig erkannt hatte.) Aber auf der anderen Seite: Umsehen und Flurfunk ablauschen macht ja auch meistens Sinn. (Die Bestätigung für Skar holte ich mir dann von Hoffi ein. Und mehr werde ich über die Geschichte jetzt auch nicht erzählen, das ist jetzt schon Peinlich genug.)

Von daher: Wenn man nicht so genau weiß, was man eigentlich sucht, macht es Sinn eventuell auf ein paar Anlaufpunkte, von deren Existenz man weiß, sich zu fokussieren: Wie ich einen Tag zuvor erst herausgefunden hatte, war die Dorp mit einem Stand vertreten. Und Tom, der als einzelner den Donnerstag überstehen musste, war anscheinend auch ganz glücklich über ein wenig Abwechslung mit jemandem, dem man nicht die Dorp erklären musste.

Was ich aus diesem Gespräch erstmal über den Aufbau der CCXP herausgefunden habe: Es gab anscheinend für den Bereich Pen & Paper eine Einrichtung Namens „Indie Booth“, die kostenlos vier Stände für ausgewählte Projekte zur verfügung stellte. (Und über eben diese Einrichtung hatte auch die Dorp ihren Stand bekommen.) Dieser Potentielle Nachfolger der „Projekt Fandoms“ der RPC währe an sich ja gar nicht mal so schlecht gewesen, wenn da nicht über das Interview der Orkenspalter mit Ralph Sidek* ein paar Details über die „Kuration“ der Standvergabe herauszufinden war: So wie sich die Ausführungen von Ralph Siedek anhören, wurde gar nicht so sehr darauf geachtet, „Fanprojekte“ aus der Szene mit einzubeziehen, sondern eher kommerziellen Kleinstverlagen eine wie auch immer geartete Fläche möglichst Günstig anzubieten. Dementsprechend war abgesehen von der Dorp anscheinend kein einziges „Fanprojekt“ am Start, sondern schwerpunktmäßig eher solche Individuen wie Truant Spiele oder der Verlag „Nackter Stahl“. (Respektive: Von Siedek erwähnt wird im Besonderen für die Tabletop-Szene das Spiel „Dust 1947“, das von der polnischen Firma Warfactory vertrieben wird.) (Hatte ich schonmal erwähnt, dass das ganze irgendwas mit Dollarzeichen in den Augen der Kölnmesse-Betreiber zu tun haben muss?) Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass Siedek hier versucht hat, besondere Perlen aus den finanziell eh schon sehr umkämpften Bereichen heranzulocken, um auf eben diese sehr interessanten Produkte aufmerksam zu machen, falls man überhaupt noch eine wie auch immer geartete Minderheit der ursprünglichen RPC-Zielgruppe heranlocken möchte. Andererseits ist da halt dieses Geschmäckle dabei, dass eben eigentlich kommerziell orientierte Einrichtungen anstelle von Fanprojekten für die Zusammenarbeit herangezogen wurden. (Wobei potentiell Fanprojekte wahrscheinlich auch noch mit dem „vier Tage“-Problem zu kämpfen gehabt hätten. Ich meine: Tom von der Dorp wahr ja auch die ganze Zeit jetzt an seinen Stand gebunden gewesen, ohne die geringste Möglichkeit an diesem Tag irgendwas anderes leisten zu können.)
Ein anderer Umstand wahr wohl die lokale kölner Presse. Anscheinend wusste zumindest irgendein Radiosender selbst nicht so genau, was man mit der CCXP anfangen sollte und thematisierte das ganze wohl entsprechend irritiert, das man anscheinend auf der Comicmesse unter anderem den Umstand thematisieren würde, das Batman seinen 80sten Geburtstag dieses Jahr feierst. (Man fragt sich in solchen Momenten, wo die lokalen Journalisten ihre freihe Zeit verbringen. Im Internet sicherlich nicht.) Das an diesem Punkt allerdings was dran sein muss, kann ich insofern bestätigen, weil ich selbst nur wenig später von einer Dame für einen Kommentar fürs Radio gebeten wurde, „was ich denn an der Comic Con so toll fände, und was mein Grund währe hierherzukommen“. Ihr fast schon hysterisches Gelächter darauf, dass ich das gerade selbst hier noch herausfinden wollte, sprach dann schon Bände, was man hierhergeschickt hatte.

Apropos Ulisses: Was mich besonders erstaunt hat ist die Größe des Standes, den Ulisses aufgefahren hatte. Der wahr groß genug, dass neben dem Ulisses eigenem Verlagsprogramm auch noch ein Eskaperoom von „Live Escape Landsberg Mühlbauer & Lorenz GbR“, ein Zusatzmaterialstand von Yvis Nerd and Geek World und eine kleine Bühne für Streaming-Sessions, die Rund um die Uhr liefen, aufgebaut waren. Zum Vergleich: Die eigentlichen Riesen der Brettspielszene – Asmodee und Pegasus Spiele – hatten lediglich einen winzigen Tisch von vielleicht zwei Metern als Standfläche aufgestellt. Die Frage die sich hierbei stellt ist also: Wer war hier deutlich übermotivierter? Oder hatten hier eventuell die Messebetreiber am Ende alles getan, um den Platz voll zu bekommen?

Denn auch wenn vieles an der Sache dem neuen Fokus geschuldet nicht ganz so rund lief: Die moderne Sovial-Media-Blase wahr irgendwie vorhanden: Ich weiß nicht wie viele möglicherweise „Influencer“ mit Stabilisations-Selfiestäben durch die hallen liefen und dabei über irgendwas sprachen. (Stellenweise waren es vermutlich Handy-Streams, die da liefen, bei einigen anderen Aufbauten mit Systemkameras, die ja innerhalb der Youtube-Szene durchaus aufgrund ihrer Kompaktheit in Kombination mit Wechselobjektiven eine hohe Beliebtheit zu genießen scheinen, waren wohl eher aufnahmen für die spätere Konserven-Veröffentlichung.) Auch wenn man auf der anderen Seite auf der „Artist-Gallery“-Seite wohl sagen muss, dass hier vermutlich nicht mehr unbedingt das Beste von Allem vertreten wahr. (Aber das wahr dank der anderen Comic-Con in Stuttgard auch nicht anders zu erwarten gewesen.)

Ach ja: Und ich habe natürlich mal wieder einen kleinen Stalking-Ansatz fahren müssen. (Ich hatte aufgrund von Twitter gewusst, dass Tommy Krappweis auf der CCXP sein würde und deswegen mein Exemplar von „Mara und der Feuerbringer“ eingepackt.) Eher zufällig sah ich mein Ziel halt eben mit Bernhard Hennen gerade eine Runde über die Messe ziehen, wo die beiden natürlich mit allerlei Leuten Gespräche führten. Und weil ich eben nicht irgendwo reinplatzen wollte, wo die beiden sich entsprechend „amüsierten“ spielte ich eben vorrübergehend Satellit in einem erweitertem Orbit. Oh. Und natürlich darf man hier nicht auch noch Steff vom Youtubekanal Steffs Kleynkrämerey nicht unerwähnt lassen. Dessen unglaublich herzliche Begrüßung hatte mich extrem überrascht, nachdem ich ihm die abgewandelte Form meines Pseudonyms genannt habe, mit dem ich auf Youtube in der Kommentarspalte unterwegs bin. (Letzten Endes ist er ja einer von zwei Gründen, die mich wieder ins Tabletop gebracht haben.)

Allerdings: Der Part der ganzen Geschichte, der der „Mittelaltermarkt“ wahr, war im Vergleich zu den vorherigen Jahren ein Witz. Es waren zwar weiterhin die Falkner da, um wenigstens eine Konstante in der ganzen Veranstaltung noch zu erwähnen, aber ansonsten? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Stände nicht mit einer Hand ausreichend abzählbar waren, aber im Vergleich zu den Vorjahren war das erschreckend ausbaubedürftig. Gerade der Mittelaltermarkt brummte doch normalerweise und jetzt konnte man eher Bilder in den sozialen Netzwerken posten, auf die dann fragen kamen, ob der Ausblick auf den Mittelaltermarkt von dem Gebäude im Hintergrund verdeckt wurde. Insgesamt doch sehr ernüchternd.

Andererseits muss ich sagen: Ich weiß nicht ob die RPC in den vergangenen Jahren jenseits der Literaturinsel irgendwelche Vortragsveranstalltungen anzubieten hatte. (Wenn, dann waren sie nie so ganz auf meinem Schirm gewesen.) Dieses Jahr hatte ich absichtlich mir vorgenommen dieses Angebot wahrzunehmen: Auf dem entsprechend ausgedruckten Plan gab es zwei von drei Veranstaltungen auf der Ultra Stage, die mich durchaus lockten, was das Thema anbelangte. Vor Ort erfuhr ich dann, dass das Panel zur Science Fiction in Deutschland vertagt worden war und somit nur noch ein Vortrag über Perückenmachen im Cosplay auf Englisch und das Star Trek Let‘s Play auf der Bühne von den Orkenspaltern stattfinden würde. Ratet mal, was ich gemacht habe?

Zusammenfassend lässt sich also nur sagen: Die DNS der RPC ist in der CCXP dermaßen verwässert, dass man die ganze Veranstaltung auch ebensogut als nicht vorhanden betrachten kann. Es ist zwar durchaus interessant zu sehen, was hier neu auf die Beine zu stellen versucht wird, zumal einiges an Geld wohl gerade in die Dekoration geflossen ist, aber so im großen und ganzen war Köln in diesem Jahr nicht wirklich für mich so sonderlich interessant. Das was ich erlebt habe, war zwar definitiv sehenswert, aber ob sich der Preis dafür wirklich in der Form rechtferigt ist mir immer noch unklar. (Im übrigen versagte auch noch die Kommunikation um eine Besonderheit anscheinend völlig: In Kooperation mit dem Kölner Stadtanzeiger wollte man eigentlich Studenten am Donnerstag und Freitag kostenlos auf die Messe locken: So ganz hatte das nicht funktioniert, weil zumindest am Donnerst niemand bescheid wusste, dass das ging.
Ich muss mir fürs nächste Jahr nochmal sehr gut überlegen, ob ich die CCXP nochmal ansteuern werde. Allerdings habe ich genau deswegen aktuell auch vor, dieses Jahr noch wenigstens die Feencon in Bonn und die nicht mehr Eulencon in Wesel zu besuchen, um wenigstens die alterntiven einschätzen zu lernen. (Und ich muss mir wohl über kurz oder lang eine etablierte Comic-Medien-Con ansehen. Ich weiß zumindest aus Gesprächen mit den anderen Mitspielern meiner Shadowrun-Runde, dass die „Dokumi“, eine Manga-Con, wohl ähnlich teuer wie die RPC ausfallen soll. Eventuell findet sich auf diesem Weg ja irgendwas neues, über das man berichten kann.)

*Man kann mich ganz am Anfang des Videos, beim Interview mit Ulisses im hinteren Teil des Bildes am Stand von Yvis Nerd and Geek World sehen.

Montag, 24. Juni 2019

Vom Rausch der Jagd (Karneval der Rollenspielblogs)



Okay, okay. Ich bin schon eine ganze Weile irgendwie träge und Ideenlos einfach so hier auf dem Blog dahinvegetiert, während sich mein ursprünglich mal für ein anderes Projekt erstellter Vorrat an Rezensionen wieder aufgebraucht hatte. (Ohne einen Handschlag in Richtung des Projektes, wohlgemerkt.) Von daher ist es auch im Moment irgendwo eine mittlere Qual sich überhaupt zu etwas aufzuraffen, um mal wieder die eigenen grauen Zellen in Bewegung zu bringen. (Wobei dieser Begriff der „grauen Zellen“ bekanntermaßen ja eigentlich auch einer Fhelinterpretation zugrunde liegt: Eigentlich sind die Zellen nicht grau, sondern in der Regel betrachtet man abgestorbene Gehirne… ich schweife schon wieder ab.)

Wir haben den Monat Juni und dieses mal fordert Talasu den Rausch heraus. (Man könnte jetzt natürlich sagen, dass ich gar nicht so viel trinken kann, wie ich kotzen will, aber das scheint mir wenig produktiv für den Augenblick zu sein. Machen wir uns also ein paar mehr Gedanken.)
Mein Problem mit dem Thema ist dabei der Fokus auf das Mittel zum Rausch, als den Rausch an sich. Im Grunde genommen scheint unsere Evolution als Spezies darauf zu fußen, dass wir einen bestimmten geistigen Zustand zu erreichen versuchen, der weniger auf der Vernunft, als viel mehr aus der Abwesenheit eben dieser besteht. Das „Problem“ wenn wir es mal so nennen wollen, ist dabei eben der bewusste Zugang zu diesem Erfahrungshorizont, den manche Menschen als Extase bezeichnen würden. Wobei eben nicht die Kontrolle über die Extase das Zentrale Symbol ist, sondern viel mehr jeglicher Kontrollverlust über das eigene Handeln. Nicht umsonst sind sehr viele beschreibungen über den Rausch eher auf eine animalische Ebene reduziert, in der der betroffene weniger agiert, als eher passiv erleidet. (Schaden ist auf die eine oder andere Weise nämlich auch immer zwangsweise in dieser ganzen Geschichte mit eingemischt.)
Und gerade da hört dann früher oder später für mich dieser spezielle Moment der Tragbarkeit im Rollenspiel selbst auf. Ich meine: Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich eine sehr introvertierte Persönlichkeit bin und daher mit ein paar Dingen zu kämpfen habe, was den Umgang mit anderen Personen anbelangt. (Inklusive des Umstandes, dass ich am Spieltisch eher zu der stillen Sorte von Spielern gehöre.) Berauschte Charaktere hingegen sind etwas für die Downtime zwischen einzelnen Szenen, weil von ihnen nur bedingte Aktivität zu erwarten ist. (Jaja, mir ist bewusst, dass ich gerade von beruhigenden Mitteln ausgehe und man Leuten auf Speed eher nachsagt, dass sie plötzlich wie die bekloppten zu basteln anfangen.) Das Problem ist halt: In beiden Fällen ist der Rausch einhergehend mit dem Kontrollverlust. Und genau dieser Aspekt des Kontrollverlustes ist es am Ende, der Rauschmittel so schwierig einsetzbar macht.
Und selbst wenn wir das eigentliche Ziel des Rausches, die Extase, in den Vordergrund stellen ist da immer noch dieser Faktor des Kontrollverlustes das tragende Element. Wenn man also den Rausch, ob jetzt in Folge eines künstlichen Rauschmittels oder einer hysterischen Methodik, thematisieren will, bleibt eigentlich nur der Kater danach etwas, auf das man sich eigentlich fokussieren müsste.
Von daher ist es auch gar nicht so unverständlich, dass sich anthike Gottheiten wie Dionisos oder auch Hathor je nach Interpretation auf das Konzept von Sex, Drugs & Rock‘n‘Roll runterbrechen lassen. (Wenn auch gelegentlich in einem blutigen Ereigniss.)

Von daher sehe ich im Kern fürs Rollenspiel außerhalb des Raumes von solchen Geschichten wie „Bluebooking“ am ehesten zwei Verwendungsmöglichkeiten, was das Thema Rauschsubstanzen angeht:

1.) Der Morgen danach: Die Charaktere erwachen aus einem Rauschzustand mit dem berüchtigten Filmriss. Das an sich währe jetzt nicht so Problemtisch, wenn sie nicht direkt neben der Leiche einer jungen Frau (oder wahlweise auch der präverierten Geschlechts des jeweiligen Charakters) erwachen würden. Dieser Umstand an sich währe jetzt nicht sofort ein Problem. Wenn man jetzt aber noch Hinweise hinzu konstruieren würde, die entweder auf sexuelle Aktivitäten mit oder z.B. die befriedigung kanibalistischer Bedürfnisse an der kürzlich verstorbenen Person beinhalten, würde der Verdachtsmoment automatisch auf die Spielercharaktere fallen. Und als weiteren Verlauf könnte man dann ein gewisser Spiel mit einer Katz und Maus Thematik aufbrechen, in der es die ganze Zeit um das Aufklären der Frage ginge, was in der Nacht an sich passiert war. (Wahlweise gilt es also einen Feind zu überführen, der einem etwas auswischen wollte und hier seine Chance genutzt hatte, oder aber auch darum, dass die Charaktere sich selbst überführen sollen. Was durchaus auch auf die eine oder andere Weise früher oder später passieren kann, indem man die Wunderwerke der Technik in Form einer Video-Aufnahme via Handycam mit ins Spiel bringt.)

2.) Survive the Party: Die Idee für dieses Szenario ist im Grunde aus der zweiten Staffel von True Blood geklaut, in der man den Gott Dionisos letzten Ende als eine Interpretation von Satan darstellt. Im Kern geht es daraum, dass bei einer Feier immer mehr und deutlich offenere Excesse zelebriert werden, weil irgendjemand eine Droge den Teilnehmern durch irgendein Lebensmittel verabreicht hat. Nur halt eben nicht den Charakteren. Und während diese Zeugen des immer triebgesteuerteren Treibens werden kippt mit einem mal die Stimmung und alle raubtierhafte Aufmerksamkeit liegt auf en Charakteren. Das anschließende Ziel sollte klar sein: Der wilden Jagd zu entkommen und ebend en Festplatz wieder zu verlassen. (Wahlweise kann man auch noch den Verursacher dieses esasters dentifizieren. Und ein gesondertes Ziel daraus machen ihn unschädlich zu machen.)

Und jetzt muss ich offen gestehen, dass solche Artikel wie dieser hier gelegentlich organisch entstehen und auf der Festplatte ihrer Vollendung harren, während in meinem alltäglichen Leben sich bestimmte Ereignisse auftun: Auf der Arbeit unterhielten eine Kollegin und Ich mich über die entstehung des Gremlin-Mythos, der sich ja ziemlich gut auf den ersten Weltkrieg zurückdatieren lässt. (Und damit zu den wenigen Monstermythen gehört, die man heutzutage ohne irgendwelche spekulativen Elemente tatsächlich herleiten kann.) Und während dieses Gespräches kam mir der Einfall, dass so etwas tatsächlich noch ginge. (Für alle, die mit dem Begriff Gremlin jetzt nur den Mowais aus der kultigen Horror-Komödie von 1984 verbinden empfehle ich die entsprechende Folge des Hoaxilla-Podcasts.)

Der Punkt bei der ganzen Sache ist folgender: Unter bestimmten Umständen fängt man unter Einfluß von Rauschmitteln/Drogen an, „Dinge zu sehen“. Das genau solch ein Moment von Hysterie und Massenhalluzinationen ein Ende wie in dem oben beschriebenen Szenario 1) hinauslaufen kann, zeigte ja schon der nicht wirklich gelungene Versuch des zweiten Teils der „The Blairwitch Project“-Reihe auf Basis eines schlechten Films weitere schlechte Filme zu produzieren (und mit deren jeweiligen Bedeutungsebenen zu spielen.) Ja: Ich bin kein Fan des Found Footage Genres.

Da wir diesen Punkt des Nachklangs allerdings schon abgehakt haben, macht es vielleicht mehr Sinn, sich mit der Frage der Bewusstseinserweiterung eines Rauschmittels zu beschäftigen, was ja im Grunde genommen der Inhalt des bereits oben erwähnten zweiten Teils, der nicht wirklich großartig weiter zu erwähnenden Filme ist, aber auch im Grunde auch im verlängerten Rahmen das Konzept hinter dem eher surrealistischem, aber ebenfalls an sich nicht wirklich gelungenem Horror Films „The Cell“.

Der Punkt bei diesem Gedankenspiel ist folgendes: Unsere Wahrnehmungen definieren ja letzten Endes unser Verständnis von Realistät. Rauschmittel verzerren hingegen diese Form der Wahrnehmung. Einer der berühmtesten Fälle eines s.g. „schlechten Tripps“, der immer wieder im Film dazu genutzt wird mögliche Folgen des Erlebnisses unter Drogen darzustellen, ist vermutlich Albert Hofmans absichtlich herbeigeführter LSD-Rausch, den man gelegentlich auch als Bycicle Day bezeichnet. Meine Überlegung währe jetzt eher: Was währe, wenn es eine Droge gäbe, die am Ende aus der Wahrnehmung tatsächlich die Wirklichkeit machen würde? Man könnte unter diesen Umständen tatsächlich gewisse Abenteuersequenzen schaffen, die das Genre jeweils durchbrechen, in dem man gerade spielt. (Wobei ich natürlich bei meiner Wahl an Beispielfilmen immer den Horror natürlich im Hinterkopf habe.) Der punkt bei der ganzen Sache ist halt eben der: Man sagt Psychotrophen Substanzen gerne kreativitäts-fördernde Eigenschaften nach. (Was bei nüchternem Betrachten aber nicht stimmt.) Wenn wir allerdings mal den schöpferischen Aspekt hineinnehmen, dann könnte man aufgrund eines Rauschmittels in einem bestimmten Szenario allerdings diesen auch für Kreativität genutzten Begriffs des „schöpferischen Funkens“ ein wenig anders auslegen:
Die Droge sorgt zwar dafür, dass das eigene Gehirn eine neue Welt erschafft, die zwar dadurch das sie Drogeninduziert ist, immer wieder mit der Realität kollidiert und dazu führt, dass sich die Frage stellt, ob der Rausch der Sinnestäuschung wirklich haltbar ist, aber weil in der realen Welt unter Umständen Verwundungen auftreten, die sich nicht ohne die Komponente „Rauschwelt“ mehr erklären lassen, kommt es immer wieder mal zu bestimmten Momenten, wo etwas aus der einen oder anderen Welt dann die Schranke zwischen den Bewusstseinszuständen überschreitet.
Spannend wird das in dem Moment, wo nach einem langen Abenteuer und den schmerzen des Enzugs der Charakter eigentlich wieder in der normalen Welt follkommen verankert sein sollte. Gebranmarkt natürlich als Verlierer und Junkie mit potentieller Rückfallquote, aber halt eben trotzddem irgendwie „Clean“. Und dann tritt mit einem mal ein Wesen aus der anderen Welt erneut an seinen Schöpfer heran, weil es irgendwann im Rausch die Barriere zwischen den Welten überschritten hatte und jetzt festsitzt. Das kann sowohl das Monster des Alptraums sein, vor dem du immer wieder davongelaufen bist und dem du dich jetzt stellen musst, um schlimmeres zu verhindern. Das kann aber auch einfach nur die sprechende, grüne Katze mit den violetten Stiefeln sein, die sich fragt, wie sie wieder nach Hause gelangen könnte, weil ihr diese Welt nicht gefällt und ihr „Schöpfer“ die einzige Person ist, die sie in dieser Welt kennt.

Montag, 17. Juni 2019

Rezension: Matra Milan: Talisman Himari (Band 09)


Cover: Matra Milan
Talisman Himari
Band 09
Verlag: Planet Manga

Ich bin mir nicht ganz sicher, was das tragende Thema hinter diesem neunten Band ist.
Ich schwanke irgendwo zwischen „Brust grabschen“ und „Monsterjagdt-Vorbereiten“.

Im Kern sind letzten Endes zwei große Themen in den Kapiteln der Erzählung von Talisman Himari enthalten: Unabhängig davon, dass ein neues Schuljahr angefangen hat und Yuuto immer wieder in entsprechende Situationen gerät, in denen er von seinem Harem den herausstechensten Hinweiß der Weiblichkeit in den Händen festhält, kommt es zum einen zu einem Aufeinandertreffen zwischen Himari, Yuuto und den Oni-Tötern, die an einem runden Tisch einander „kennenlernen“. Jedoch muss man dabei hinzufügen, dass die oberen Ränge der entsprechenden Familien ein doppeltes Spiel treiben: Anscheinend vertraut man Himari nicht und versucht ein Wesen in ihrem Inneren heraufzubeschwören. (Und man erhält dabei irgendwie ein wenig den Eindruck,d ass der eigentliche Grund dahinter einfach nur eine lahme Ausrede sein sollte, einen weiteren Ayakashi zu töten, weil man irgendwie aus der Übung ist. Und Himari ist gerade da.) Allerdings wird dann doch noch so etwas wie eine Quest an die beiden weitergegeben: Sie sollen Tama und den Shuten-Douji „unterwerfen“. (Wobei aus dieser Wortwahl nicht so wirklich hervorgeht, ob es sich hierbei um ein „tödlich besiegen“ handelt, oder eben ein „gefügig und kontrollierbar machen“ gemeint ist.)
Zeitgleich entdeckt Rinko noch einen anderen, verzwickten Umstand: Tama ist im letzten Band ja auf die Klassensprecherin gestoße und lebt jetzt im Haus von deren Familie. (Wobei die Füchsin die Menschen durch eine psychische Manipulation gefügig gemacht hatte.) Der Punkt bei der ganzen Sache ist: Rinko scheint in diesem Zusammenhang zu der Überzeugung zu gelangen, dass sie irgendwie etwas ähnliches wie Informationen über den Feind sammeln muss und daher diese Entdeckung erst einmal verschweigt und stattdessen einen Mädels-Nachmittag mit der Füchsin und der Manipulierten Klassensprecherin durchlebt, der so etwas wie „Spaß“ zu sein scheint. Leider hat auch die Füchsin irgendwie zweite Gedanken bei der ganzen Geschichte und das große Ende, in dem Yuuto Rinko und die Klassensprecherin retten muss kommt erst noch.

In diesem Band geht es anscheinend eindeutig darum, dass man so viele, absurde Szenen produziert, in denen in irgendeiner Weise die weiblichen Figuren entweder eine Hand an der Brust haben (die nicht die eigene ist) oder aber einen Panty-Shot produzieren. Das darunter aber ein unglaublich bedrohliches Szenario aufgebaut wird, dass eigentlich darauf abzielt, die entsprechenden Figuren in tödliche Gefahr zu bringen macht die ganze Situation noch absurder, als sie unter normalen umständen aus einer europäischen Perspektive wäre. Das macht im Kern einen dermaßen hochgradig, spätpuberätren Eindruck, dass ich als Leser mich so langsam Frage, warum ich mich für diese Geschichten begeistern kann. Fakt ist jedenfalls, dass ich mich, nachdem die Füchsin jetzt mit einer eigenen „Familie“ als Schutzschild ausgestattet wurde, frage, was am Ende der Geschichte für ein entsprechender Endkampf hier eingeführt wird. Denn aufgrund der Art von Comedy-Elementen, wie sie hier in unglaublich fokussierter Form präsentiert werden hat man so langsam aber sicher das Gefühl, dass man Ende des Tages eventuell nur noch so etwas wie eine sehr abstruse, ins lächerliche Übergehende Szene mit Pseudo-Erotik überbleibt bei der dann mehr herausblitzt, als man in einer solche Szene eigentlich sehen will. Von daher muss man hier wohl wirklich ein sehr großer Fan von entsprechenden Erzählweisen sein.

Fazit

Dieser Band ist bescheuert. Schluß, aus, Ende.

Montag, 3. Juni 2019

Rezension: Matra Milan: Talisman Himari (Band 08)


Cover: Matra Milan
Talisman Himari
Band 08
Verlag: Planet Manga

Das übliche Geplänkel in dieser Serie geht weiter. Zum einen schaffen es die Mädchen Rund um Yuuto die neunschwänzige Füchsin zu besiegen. (Auch wenn das in diesem Bereich nur in Form eines „In die Flucht schlagen“ geschieht.) Der Kern dieses Bandes ist allerdings eine andere Geschichte: Mit einem mal gehen an der Schule von Yuuto gerüchte rum, dass verschiedene Schüler, die noch sehr lange Lern-Sessions eingelegt hatten, entkräftet zusammengebrochen seien, nachdem sie einen Geist gesehen hätten. Was danach passiert ist owhl mehr oder weniger zu erwarten: Angeheizt durch Kuesu (die, wie man nach und nach erfährt über Hitsugi Yakouin einen Tip erhalten hatte) kommt es also zu etwas wie einer Nachtbesichtigung des Geländes.
Was daraus folgt ist dann eine entsprechende Geistergeschichte, bei der sich sehr viele weibliche Figuren an eine bestimmte andere Figur verzweifelt klammern können, um ihre „Vorzüge“ gegen den entsprechenden Arm zu pressen. Der Punkt bie dieser ganzen Sache ist dann letzten Endes allerdings etwas anderes: In dieser Geschichte kommt es natürlich wieder zu einem weiteren Konflikt und gegen Ende muss Yuuto sich demnach nicht nur diesen Momenten erwehren, bei denen einem nicht so ganz klar ist, ob er sie als Figur jetzt genießt oder eher verstörrt ist, sondern auch noch die entsprechenden Fähigkeiten erlernen, welche ein Überleben (und vor allen Dingen Erreichen seiner Ziele) überhaupt erst möglich machen. (Und das alles natürlich unter den kritischen Augen sämtlicher Oni-Töter, wenn auch unbemerkt.)
Das Macht halt eben irgendwie den Reiz dieses Bandes aus: Irgendwie scheint jeder an dem Aspekt der „Entwicklung“ einer Person interessiert zu sein. (Und dadurch spielt das Konzept von „Zukunft“ in allen möglichen Varianten hier eine Rolle.) Die Frage, die aber jeden dabei aber immer interessieren dürfte ist halt der Punkt, welche Dame am Ende das Rennen machen wird. (Zumindest ist das die Perspektive des Lesers.)

Insgesamt aber bleibt dieser Band leichte Kost. Das Harem-Genre kombiniert halt jeweils leichte Aktion mit einigen Comedy-Aspekten und das alles kombiniert mit deisem sehr speziellen Faktor, der aus dem Umstand resultiert, dass der Protagonist hoffnungslos damit überfordert ist, von den weiblichen Co-Charakteren umworben zu werden. Dass das in den Beispielen, die ich bis hierhin gelesen habe irgendwie immer in diesem starken „Echi“-Ramen bleibt sollte wohl nicht unbedingt verwundern. Und auch das die Figuren meistens bestimmte, Archetypische Rollen dabei einnehmen, was Klischees von weiblichen Figuren angeht, mag stellenweise überzogen wirken, allerdings funktioniert dieser ganze Quatsch halt sehr gut. Von daher passt auch die Tasache, dass hier irgendso ein komisches Zwischending bemüht wird, dass entsprechende Comedy-Elemente mit einer ganzen Menge andeutungen von Verschwörungs-Drama kombiniert. (Und dann immer wieder diese entsprechenden, irgendwie nicht ganz zusammenpassenden Szenen setzt, die mal mehr oder mal weniger in die Beziehungs-Ecke gehen und dann bruchhaft unterbrochen werden. Was ich schreibe hier gerade wirres Zeug? Kann gar nicht sein, wenn der Band stellenweise ins Szenen verfällt, die keinen Sinn machen.)

Für den Augenblick muss man halt sagen: Einiges hier passt nicht, anderes passt wieder sehr gut zusammen. Und es werden mal wieder eher zwischenschritte in diesen Band eingebaut in denen man eher etwas über bislang nur angedeutete Gruppe gob erfährt, die aber vermutlich auf die eine oder andere Weise noch von Bedeutung sein werden. Aber: Die Frage, wie die neunschwänzige Füchsin und ihr Companion Shouten-Douji im weiteren Verlauf der Geschichte noch für eine Rolle spielen bleibt auch hier erst einmal unbeantwortet. Es wirkt nur so, als würde sowohl eine gewaltige, übergroße Bedrohung aufgebaut, als auch ein etwas seltsames Moment eingebaut werden, dass eventuell eine andere Wendung aufbauen könnte, als die, die wir bsi jetzt erwarten.

Fazit

Würde ich diesen Band jetzt für sich allein betrachten müssen wäre der Inhalt eifnach nur ein gewalltiges Kauderwelsch voller Sinnlosigkeiten. Da mir aber immerhin die sieben vorangegangenen Teile geläufig sind weiß ich immerhin, dass hier „nur“ ein wenig zwischenspiel betrieben wird. Das macht die stellenweise sehr wirre, unstrukturierte Präsentation der Erzählung nicht unbedingt besser, aber immerhin ein wenig verzeihlicher, falls auf lange Sicht hier einfach nur ein anderer Punkt vorbereitet wird, der die entsprechende Erzählung in einen anderen Kontext setzen würde. Also bleibt meine abschließende Wertung in diesem Fall einfach mal wieder „Abwarten und Tee trinken“.

Montag, 13. Mai 2019

Rezension: Matra Milan: Talisman Himari (Band 07)

Cover: Matra Milan
Talisman Himari
Band 07
Verlag: Planet Manga
Zur Rezension des letzten Bandes hatte ich ja schon die Vermutung geäußert, dass im Verlauf der folgenden Bände vermutlich noch mehr über die Natur der Ayakashis auf die eine oder andere Weise offenbart wird. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass die entsprechende „Auslösergeschichte“ ausgerechnet hier gleich nachgereicht wird: Der Band beginnt damit, dass Himari sich mit dem fliegenden Ayakashi unterhält, mit dem der letzte Band endete, und anschließend den Kampf sucht, um ihren jungen Herrn zu verteidigen.
Die Folge daraus ist allerdings auch, dass Yuuto einen kleinen Einblick in das vollständige Wesen seiner Beschützerin bekommt und daraus folgend anscheinend einen schweren Entschluss fasst: Er nimmt sein Schicksal als Oni-Töter an, wobei der Grund dahinter anscheinend eher der ist, Himari zu beschützen. Und darauf folgt dann eine Menge hartem Trainings, allerdings werden auch weitere Figuren einegführt, die man auf beiden Seiten bislang nur Angedeutet hatte. (Von daher werden jetzt wohl auch die Oni-Töter-Familien nach und nach weiter beleuchtet werden, aber vermutlich auch die Ayakashis, die sich um den neunschwänzigen Fuchs formieren.)

Den Abschluss bildet dann ein Tag in einem Feriengebiet fürs Schiefahren. Hier bitten die anwesenden Ayakashi Yuuto um Hilfe, wozu er auch durchaus bereit ist. Allerdings kommt es hier zu einer verfänglichen Situation: Ausgerechnet in einem Onsen, in dem es bereits zu einer etwas verfänglicheren Situation zwischen Yuuto, Liz und einer Schneefrau gekommen ist, macht sich mit einem mal die neunschwänzige Füchsin an Yuuto ran. (Unerkannt wohlgemerkt. Zumindest fürs Erste.)

So langsam wird die ganze Geschichte mehr und mehr zu einer Erzählung über das Erwachsenwerden. In diesem Band sieht man zum ersten mal tatsächlich Brüste dargestellt. (Also, die Blankgezogene Variante wohlgemerkt.) Der Punkt dabei ist aber auch, dass auf diesem Weg das „um Yuuto ringen“ eine wesentlich neue Dimension erlangt, weil hier anders als Bislang nicht das vermeitliche „Eigentumsverhältnis“, sondern tatsächlich das Thema physischer Weiblichkeit dabei zum Tragen kommt. (Kombiniert man das dann noch mit Himaris kurzem Ausraster, der die Katze als eine deutlich finstere Person darstellt, könnte man – angesichts der Tatsache, dass Yuuto der Protagonist in diesem Kammerspiel ist – auf die Idee kommen, dass der zentrale Kniff an diesem Band eine gar nicht mal so unwahrscheinliche Angst vor dem erwachen der weiblichen Sexualität zum Thema hat…. Und die zusätzlich in diesem Band eingeführte Hitsugi Yakouin mit ihrer Fähigkeit der Absoluten Wahrnehmung ist so etwas wie die zynische Biologie-Lehererin, die ganz genau weiß, wohin die Reise geht. (Ich bin ja schon still, was dieses Überinterpretieren von Dingen angeht.)

Punkt bei der ganzen Sache ist jedenfalls, dass dieser Band einen neuen Ton anschlägt, der so eventuell vorher noch nicht in der Serie war. (Und ich muss zugeben, dass ich für das Harem-Genre zu wenig Vertreter gelesen habe, um abschätzen zu können, dass sich solche Dinge im üblichen Rahmen abspielen.) Sollte sich dieser Ansatz wirklich aufrecht erhalten, dann haben wir hier wirklich einen sehr starken Vertreter des Echi-Vorwurfs. Allerdings bleibt es Abseits davon den Prinzipien einer leichten, seichten Comedy-Reihe rund um die erwachende Liebe unter Jugendlichen treu. (Okay, natürlich garniert mit den entsprechenden Faktoren die man schlicht mit dem Wort „japnisch“ umschreibt.)

Fazit


Gott, was soll ich jetzt dazu sagen? Der siebte Band dreht ein wenig an ein paar Stellschrauben und entlässt mit einem mal den Mädchen-Zirkus. Der Punkt bei dieser ganzen Sache ist halt, dass das Ganze dem Bild entspricht, dass ich bislang als „Stilmittel“ für das Harem-Genre identifiziert zu haben meine. Insofern macht das Ganze eigentlich alles Richtig, überdreht jetz tin diesem Band nru ein wenig, weil die weiblichen Figuren nochmal mit einer zusätzlichen Schüppe obendruaf präsentiert werden. Insofern ist das alles jetzt gerade, soweit man diesen Band für sich jetzt betrachtet, mit einem gewissen Geschmack versehen, aber ansonstne weiß der Band durchaus zu unterhalten. (Und ganz ehrlich: Wenn man nicht stellenweise damit rechnen würde, dass entsprechende Szenen existieren, würde man nicht unbedingt auf eine solche Reihe zurückgreifen, was die eigene Untrerhaltung betrifft.) Insofern kann man im Moment eigentlich nur reinen gewissens sagen, dass die ganze Sache „nett“ ist. Inwiefern da aber mehr bei herumkommt, muss man wohl wirklich jetzt abwarten.