Montag, 15. Januar 2018

Rezension: Stephen King: Es [Kindle-Edition]

Cover: Stephen King: Es
Verlag: Heyne
Wer mein Review zur 2017er-Verfilmung der Stephen King Geschichte „Es“ mitverfolgt hat, kann sich vermutlich noch grob daran erinnern, dass ich damals gestanden habe, dass ich mit der ursprünglichen Geschichte die Beziehung eines „weißen Wals“ gepflegt habe: Das Buch hatte ich mehrmals angefangen, nur um dann irgendwann im ersten Drittel wieder zu Kapitulieren. Zur Vorbereitung der neuen Verfilmung (bekannt war mir die Erste aus den 90ern natürlich schon länger) hatte ich mir dann vorgenommen, dass ich nochmal einen weiteren, vierten Anlauf wagen würde. Und was soll ich sagen: Alles in allem (und aufgrund der Tasache, dass ich diesmal eine ebook-Version zu Rate genommen habe) dauerte es dann nur bis in die Silvester-Nacht die das Jahr 2018 einleitete, in der ich kurz vor Mitternacht – anders als Kapitän Ahab – meinen verdammten Wal dann endlich zur Strecke brachte. (Und dieser Blog würde nicht von meinem Medienkonsum „leben“, wenn ich dieses Buch dann nicht auch hier irgendwie seziert bekäme.)

Also: Worum geht es?
Den Anfang macht eine geradezu ikonische Szene, wie an einem schwer verregnetem Tag zwei Brüder ein Schiff aus Zeitungspapier bastelt, wobei der ältere krank im Bett liegt. Das ist der Umstand, warum der Jüngere- Georigie – alleine mit dem Papierschiff nach draußen zum spielen geht und dort ein jähes Ende findet, nachdem ihn der Clown Pennywise aus einem Gulli heraus angesprochen hat und unter vortäuschung, ihm sein Schiff zurück zu geben und/oder lauter andere tolle Sachen zu zeigen, zuerst in greifbare Nähe des Abflußes gelockt hat nur um ihm anschließend einen Arm brutalst abzureißen. Laut der Geschichte geschah das im Jahr 1957 in der fiktiven Kleinstadt Derry in Maine.
Danach teilt sich die Erzählung in zwei Geschichtsstränge. Der Hauptstrang spielt im Jahr 1985. Mike Hanion ruft seine ehemaligen Kindheitsfreunde an, um sie an ein Versprechen zu erinnern, dass die Sieben sich als Kinder gegeben haben. Und obwohl keiner von ihnen mehr weiß, warum sie dieses Versprechen gegeben haben, weiß jeder der Sechs instinktiv, dass er nach Derry, dem Ort seiner Kindheit zurückkehren muss. (Einen Ort an den sich keiner von ihnen bis zu dem Zeitpunkt des Anrufes mehr erinnern konnte.) Der Grund? Es ist wieder da.
Die zweite Erzählstrang sind die Rückblenden auf das Jahr 1958. Wir erfahren, wie sich sieben elf Jährige Kinder trafen und dabei ein schicksalhaftes Band geknüpft wurde, dass diesen „Club der Verlierer“ dazu bestimmte sich gegen das Böse, dass die Stadt seit dem Tod von George heimsucht, zu stellen.
Diese beiden Erzälstränge wechseln sich immer wieder gegenseitig ab, wobei die Rückblenden auf das Jahr 1957 zeitgleich verzweifelt gesuchte, immer wieder zufällig auftretende Aspekte von Erinnerungsfetzen darstellen, welche die verzweifelte Suche nach eben dieser Vergangenheit der mittlerweile erwachsen gewordenen Freunde aufzeigt, die keine Ahnung mehr haben, was sie eigetnlich damals gemacht haben. Sie haben am Anfang der Erzählung nur noch den Hauch einer Ahnung, dass sie sich an etwas Erinnern müssen, was sie sich vor so vielen Jahren einmal geschworen hatten.

Das ist zwar eine knappe Zusammenfassung der Handlung, zeigt aber letzten Endes auch auf, dass diese selbst für die Geschichte gar nicht mal so übergroß wichtig ist. (Klar, ohne Handlung keine Geschichte, das weiß auch ich.) Das was ich meine ist aber etwas anderes: King deutet hier am laufenden Ende auf eine größere Kosmologie hin, die vermutlich auch zum Teil in seinem großen Zyklus „Der dunkle Turm“ aufgegangen ist. (Damit wir uns hier richtig verstehen: Ich behaupte nicht, dass Es von Anfang an Teild es dunklen Turms in irgendeiner Weise ist. Aber es fielen mir hier doch ein paar Elemente auf, an die ich mich auch lose noch aus den Romanen der Reise Rolands zu erinnern glaube.) Wichtiger in diesem Zusammenhang ist aber etwas ganz anderes: Am laufenden Meter geht es in diesem Band in gewisser Weise um Magie. Die Zahl der Sieben, welche den Kreis des Clubs der Verlierer bilden ist dabei nur eines von vielen Elementen. Klar ist zwar dabei, dass die verbindende Szene eben nicht auf magischen Praktiken aufbaut, sondern auf einer über unzählige Seiten laufenden Schilderung eines Dammbaus, doch danach werden immer wieder neue Details präsentiert, die in ihrer Symbolik entweder sehr Plakativ oder äußerst krude angedeutet aufgegriffen werden. (So scheint es, dass gerade die Bereitschaft zum Glauben, welche überaus kindliche Eigenschaften sind und „banaler“ Wahnsinn dieser Erzählung irgendwo eine Einheit bilden.) Und es ist erstaunlich wie hier unzählige Kleine Dinge ihre Funktion als moderne Totems oder Fetische übernehmen. Talismane, die direkt oder indirekt eine genaue Wirkung für die gesamte weitere Handlung bilden müssen.

Nur dummerweise gilt bei der ganzen Geschichte immer noch die entscheidende Erkenntnis: Am Ende ist der Schrecken meistens in Form von Gewallt zu sehen.

Fazit

Bislang war ich ja bekennendermaßen „nur“ mit den Verfilmungen vertraut. (Und gerade von der neuen, 2017er-Interpretation durchaus sehr angetan.) Was mir dabei bislang aber gar nicht so bewusst war, war die Tatsache das vieles von dem, dass der Film mit seinem Wechsel des Zeitpunktes der Kindheit in die 80er verändert hatte, eine variierte Form von anderen Elementen aus dem Buch war. Man findet alles entscheidende bereits hier. Es ist dabei allerdings sehr schade, wie stark gerade die entscheidenden Elemente der „Magie“ gegen stumpfe Gewaltbereitschaft ausgetauscht wurden. (Weswegen es sich also durchaus lohnt einmal einen Blick in diesen Band geworfen zu haben, auch wenn man sich irgendeinen der Filme bereits angetan hat.)

Das Seltsame dabei ist nur die entsprechende Auflösung der „wahren Form“ von Es. Ich weiß jetz tnicht, ob ich das Ganze als Gelungen oder Mißlungen betrachten soll.

Montag, 8. Januar 2018

Rezension: Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 06) [Kindle-Edition]

Cover: Jim Butcher
Der erste Fürst
Codex Alera 06
Verlag: blanvalet
Canea ist gefallen und die wenigen Überlebenden Cane befinden sich in einer Flotte, welche von Einfallsreichtum des Princeps von Alera, Gaius Octavian, genannt Tavar, errichtet wurde, auf dem Rückweg ins fast vollständig von den feindlichen Vord überrannte Alera.
Tavi wird in der Zwischenzeit von Alera, einem dem Reich selbst entsprungenem Elementar in Gestallt einer Frau, der ihm von seinem Großvater vermacht wurde, in der Kunst des Elementarwirkens unterwiesen. Zeitgleich bereiten sich die Überreste des Reiches von Alera darauf vor, sich ins Calderon-Tal zurückzuziehen, weil die Vord alle anderen, noch gehaltenen Stützpunkte längst überrannt haben und deutlich früher einfallen, als man es erwartet hatte. (Die Tatsache, dass die Vord zum einen selbst gelernt haben, wie man Elementarwirken betreibt und zum anderen unzählige Aleraner mit Hilfe der Züchtigungsringe versklavt hatten, sorgte dafür, dass die beschädigte Infrastruktur wieder aufbereitet wurde.)
Zeitgleich bemüht sich die Vord-Königin, welche die einzige, Fruchtbare ihrer Art geblieben ist, darum, ein Gefühl für das zusammensein der Aleraner zu erlangen. Das Ganze geht soweit, dass sie einen Wehrhof geschaffen hat und die dort lebenden Aleraner beobachtet und von der ehemaligen hohen Fürstin Invidia immer mehr Fragen beantwortet bekommen möchte, die sie nicht versteht. (Letzten Endes führt das Ganze dazu, dass Invidia und die Königin jeden Abend ein gemeinsames Mal zusammen einnehmen, dass aus zubereitetem Kroatsch besteht.)
Und führt alles zu dem einen Ort zurück, an dem vor so unfassbar langer Zeit alles Begann: Zu einer weiteren Schlacht um das Calderon-Tal.

Wenn man jetzt einmal davon absieht, dass die Geschichte diese letzten Bandes darum geht, wie Tavi sich einer letzten Herausforderung mit den Cane stellen muss, welche – angestachelt durch einen Anführer der Ritualisten – erneut zu Ärger füht ist diese Geschichte eine Tour de Force der schrägen Ideen. Wir wissen, dass dieses Setting Alera mit Magie spielt, die auf den Ideen der Elemente der Antike aufbaut. Hier werden zum ersten mal all diese bereits einmal aufgezeigten Fähigkeiten genutzt, um sie in einem gänzlich anderen, vollkommen durchgedrehten Kontext noch einmal durch die Mixer zu drehen und dabei zu sehr überraschenden Ergebnissen zu kommen.
Tavis erstes Leben als „Krüppel“ in einer Gesellschaft voller Superhelden, bringt dabei den entscheiden Faktor mit sich. Er benutzt ihm bekannte Faktoren, wie einen simplen Schlitten, der auf Kuven durch Schnee fährt, verändert diesen Effekt und sorgt auf diese Weise dafür, dass eine Armee, die aus zwei verschiedenen Völkern besteht innerhalb kürzester Zeit einen kompletten Kontinent auf dem Landweg überquert. Zeitgleich bricht er mit Traditionen alter Feindschaften, knüpft neue Verbündete und sorgt auf diesem Weg für unglaublich seltsame Lösungsansätze, die langfristig für Frieden sorgen könntne. (Manchmal fragt man sich, ob Butcher Trumps fixe Idee einer Mauer bereits voraus geahnt hatte.)

Das starke Element dabei bleibt allerdings der Umstadn, das Butcher komplette Schreibe von einem so dermaßen sarkastischem Humor geprägt ist, dass unzählige Bilder einem zum Schmunzeln verleiten, die eigentlich nicht zum Lachen sind. Dermaßen Absurd wirkt das Ganze.

Der Punkt bei der ganzen Sache ist halt eben, dass es hier gar nicht mal so viel mehr zu sagen gibt: Es ist immer noch die gleiche, schräge Form der Geschichtenerzählung, die die ganze Codex-Alera-Reihe bis hierhin ausgemacht hat. Dazu kommen noch ein paar neue Elemente, weil man vereinzelte Aspekte noch nicht gänzlich Ausgeleuchtet hatte, die aber noch in gewisser Weise von Bedeutung sein werden. Und das funktioniert unglaublich gut. (Und das am Ende alles gut ausgeht muss man wohl auch nicht großartig erwähnen, oder?) Wir haben es hier mit einer Famlien-Saga und einer Heldenreise zu tun, die sich im großen und ganzen um Tavi dreht, der irgendwo als kleiner Junge ohne Elementare im Claderon Tal anfängt und als erster Fürst von Alera Endet, nachdem er seinen schlimmsten Gegner, die Vord-Königin, besiegt hat. (Und sich dabei herausstellt, dass selbst diese in gewisser Weise teil dieser gesammten Famliien-Saga ist.) Von daher bleibt eigentlich nur festzustellen: Wer die Reihe bis hierhin mochte, wird auch diesen Band mögen. Wer nicht, der nicht.

Fazit


Nicht viel neues, aber sehr viel überraschendes. Im Grunde ein würdiger Abschluß für eine sehr lange Erzählung, bei der man nicht immer so ganz wusste, wo will die Geschichte eigentlich hin.

Montag, 1. Januar 2018

Rezension: Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera Band 5) [Kindle-Edition]

Cover: Jim Butcher
Die Befreier von Canea
Codex Alera Band 5
Verlag: blanvalet
Die Befreier von Canea ist der vorletzte Band von Butchers großem Fantasy-Zyklus. Und leider muss man sagen: Hier baut Butcher einen haufen Mist am Anfang. Aber dazu kommne wir erstmal später. Zuerst verschaffen wir uns einen groben überblick über die Handlung.
Tavi und seine Truppe haben sich einschiffen lassen, um für ein paar Monate in Canea dyplomatische Beziehungen aufzubauen. (Zwei Monate sind diesmal „nur“ vergangen, seid die Handlungen im letzten Buch ihr Ende gefunden haben und Tavi sich als Gaius Oktavian zu erkennen gegeben hat.
Dummerweise kommt es aber kurz nachdem die große, gemeinsame Flotte aus Cane und Aleraner in See gestochen ist zu einer entsetzlichen Entdeckung: Die Vord, jene alles verschlingenden, Insektenartigen Wesen sind wieder da und streben deismal nach der absoluten Macht mit aller Gewallt und vor allem mit neuen Kräften: Aus irgendeinem Grund scheinen die boshaften Wesenheiten die Quelle der Macht von Alera selbst, das Elementarwirken, erlernt zu haben.
Und dadurch kommt es dann zum großen aufeinandertreffen der hohen Fürsten von Alera und den Vord auf dem offenem Schlachtfeld: Zeitgleich hat Gaius Sextus, seines Zeichens erster Fürst von Alera noch zwei Gruppen mit speziellen Aufträgen ausgesannt: Bernard und Amara sollen die Vord auskundschaften und herausfiden, woher diese mit einem mal ihre Elementar-Kraft erlangt haben. (Und im allerbesten Fall diese Quelle ausschalten.) Isana hingegen wird an die Mauer im Norden von Alera geschickt, um Antillus Raucus dazu zu bewegen seine Truppen nach Süden zu schicken und in den Kampf gegen die Vord einzugreifen, indem sie einen vorübergehenden Waffenstillstand mit den Eismenschen aushandelt.
Wie sich herausstellt haben wir jetzt drei große Erzählstränge: Der erste ist Tavis Flotte, die „vollkommen Überrascht“ darüber ist, dass Canea von den Vord überrannt wurde und nur noch eine einzige, kleine Zivilisation der Cane existiert, die einen verzweilten Wiederstand gegenüber diesem übermächtigen Feind leistet. Der zweite Erzählstrang ist Isanna, die sich den Respekt der Bewohner des Nordens erkämpfen muss und sich dabei mehr Wiederständen gegenüber sieht, als man unter normalen Umständen vermuten könnte: Denn die Eismenschen des Nordens erweisen sich als ungehäuer Misstrauisch gegenüber Isanas Vorschlag. Aber auch Antillus Raucus hat eine ganz eigene Vorstellung, wie man in dieser Situation zu verfahren habe.
Und der dritte Erzähöstrang ist dann letzten Endes die Geschichte, welche das Schlachtfeld Rund um den ersten Fürsten von Alera und den Ermittlungen von Bernard und Amara beschreibt… letzten Endes kann man sagen: In diesem Erzählstrang geht es um den Fall von Alera selbst..

Ich möchte zwei Dinge klar stellen: Dieser Band ist schlecht. Er redconned nämlich einen ganzen Haufen Fakten, die bereits im letzten Band gesetzt waren. Hierbei geht es um die Beweggründe und Erwartungen von Tavi und seinen Legionen, welche nach Canea aufbrechen um das Volk von Botschafter Vargh darin zu unterstützen, einen Krieg gegen die Vord zu führen. (Sie stellen sich also aufgrund von Tavis Idee einem Bußekreuzzug gegen einen Gegner von dem sie Ausgehen, dass er – laut Band 4 zumindest – längst als gewalltige Bedrohung in Canea ist.) Nur um dann in Band 5 hier jetzt vollkommen überrascht darüber zu sein, dass die Vord es jemals nach Canea geschafft haben.
Man hat das Gefühl, dass Butcher an dieser Stelle selbst seine eigene Geschichte bereits vollkommen vergessen hatte, als er das Ganze zu schreiben begonnen hatte. (Oder, wie ich selbst schon mal an anderer Stelle befürchtet habe: Eventuell hatte er einfach die Lust an seinem eigenen Werk verloren und hetzt sich hier jetzt durch die Erzählung, um endlich zu einem Ende zu kommen.)

Zum anderen muss man aber Sacgen: Dieser spezielle Band ist toll, weil er unzählige Details aus den älteren Bände nochmal aufgreift und zu Ende spinnt, die nur eine kleine Nebenhandlung bisher waren. Figuren, die nur ein einziges Mal erwähnt wurden, sowie ihre Beziehung zu anderen Figuren, werden hier noch einmal erwähnt. Das gleiche gillt für bestimmte Details, was manche Gegenstände anbelangt, die hier noch einmal eine besondere Bedeutung erlangen. Aber: Es wird natürlich mit diesen Gegenständen vorbereitende Exposition betrieben, um auf eine Sache Aufmerksam zu machen, die dann deutlich später als List wieder auftaucht. (Und dann die große überraschung ist.) Leider gibt es dann ein anderes Problem in dem Bereich, dass daher resultiert, dass hier ein paar Fragen nicht geklärt werden, was die Funktionsweise auf einer Rein praktischen Ebene an dieser Stelle in dem Buch angeht, aber das sei mal dahingestellt.

Technisch betrachtet ist dieses Buch immer noch verdammt spaßig zu lesen, wenn man über die bereits erwähnten Logik-Mängel in der Handlung hinwegsehen kann. Man sieht etwas neues und liest, wie neuer Boden bereitet wird, um langsam aber sicher endgültig dem Ende entgegen zu kommen. Wir wissen, dass nur noch ein Band übrig bleibt, der die Geschichte von Codex Alera zu Ende bringen soll. Und am Ende dieses Bandes wissen wir dann auch, dass Alera noch ein großes Geheimnis hat.

Fazit

Ähm… ich meine mich gerade grob daran zu erinnern, mal an einer ähnlichen Stelle geschrieben zu haben „Wer bis hierhin durchgehalten hat, ist nicht mehr zu retten.“ … und das ich an dieser Stelle bereits ähnlich schlecht über den entsprechenden Band dachte. Das ist so gesehen hier nicht ganz der Fall, auch wenn ich an dieser Stelle ebenfalls nur bedingt zufrieden mit der gelesenen Geschichte bin. Die Erzählung weißt gerade in diesem vorletzten Band einige unglaublich unbefriedigenden Logik-Fehler auf. (Warum diese entstanden sind, kann ich an dieser Stelle nur spekulieren.) Aber die Geschichte überzeugt dann wiede rgegen Ende, weil hier einige Wendungen passieren, die offene Fäden darstellen und dann am Ende die Frage offen lassen, was jetzt tatsächlich noch als Auflösung dafür präsentiert wird. Butcher spielt daher anscheinend sehr gut mit den Erwartungen der Leser und schafft es Neugierde zu erwecken, dass man zumindest sich selbst fest Vornimmt auch hier noch weiterhin durchzuhalten. (Zumal es ja eh nur noch „ein Band“ ist.)

Womit mir hier noch eine Bemerkung nur noch übrig bleibt, die eventuell ins Spoiler-Territorium fällt (aber da gut gespoilerte Personen eine Geschichte besser genießen können, spielt das eh keine Rolle): Die Geschichte Endet damit, das die verbliebenen Canim Canea verlassen und zusammen mit den Aleranern nach Alera ziehen. In der gesammten Aufmachung her habe ich jetzt im Moment Erwartungen an eine große Endschlacht, an der eventuell noch andere Gruppen aus der Welt dieser Romanreihe teilnehmen. (Wobei mich sehr viel mittlerweile sehr oft an Dragon Age: Origins erinnert. Ohnehin immer noch das einzige Spiel aus dieser Reihe, das man gespielt haben muss.) Der Punkt bei der Sache ist, dass Butcher hier unglaublich viel mit Horror-Elementen spielt, die jetzt zu einem Abschluss kommen, in dem am Ende nicht unbedingt ein „festes“ Alera übrig bleiben kann. (Nicht nachdem man die Canim als verbündete wieder mit zurück nimmt.) Viel mehr würde ich persönlich eher vermuten, dass es auf eine größere Vereinigung mit „den Monstern“ hinauslaufen wird. Vor allen Dingen nachdem noch eine dermaßen psychologische Komponente über den Hass auf die Eismenschen mit ins Spiel gekommen ist. Sowas ist nicht immer schön: Aber nachdem die Geschichte bislang immer mehr offenbart hat, dass die Civitas Aleras selbst deutlich mehr Schrecken darstellt (und das obwohl jeder einzelne Charakter in dieser Geschichte mit unheimlichen Superkräften ausgestattet ist) wäre das nur eine all zu sarkastische Parabel auf Nietzches Menschen, der mit den Monstern kämpft.

Montag, 25. Dezember 2017

Rezension: Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera Band 4) [Kindle-Edition]

Cover: Jim Butcher
Der Protektor von Calderon
Codex Alera Band 4
Verlag: blanvalet
Wieder einmal sind zwei Jahre vergangen. Die Cane sind immer noch in Alera und Tavi in seiner Tarnung als Rufus Scipio hält die Elinarcus in ständiger Verteigung gegen die Agressoren. Und wieder einmal baut Butcher mehrere Erzählstränge auf, die irgendwie mehr oder weniger ineinader verwoben sind. Es fängt damit an, dass die Revolution des Hohen Fürsten Kalare immer noch offen ausgetragen wird, auch wenn sich sämtliche Truppen dieses Sklavenhalters auf dem Rückzug befinden. In der Zwischenzeit wird aber auch noch Seitens Aquitanias die auf Intrigen gespoenne übernahme der Krone vorangetrieben. Das Bedeutet, dass die hohe Fürstin Aquitania alles daran setzt den jungen Hauptmann der ersten Aleranischen außer Gefecht zu setzen, weil sich Gerüchte herumsprechen, dass jemand der verblüffende Ähnlichkeit mit dem Verstorbenem Priceps Gaius Septimus aufweist, die Truppen zum Sieg führt.
In diese Pläne verwoben ist aber auch noch der Aufstieg eines machtgeilen Senators, der zwar keinerlei Erfahrung mit irgendwelchen strategischen Fragen aufweist, sich aber durch absolute Grausamkeit auszuzeichenen scheint. (Was sich dadurch besonders als Problem aufzeigt, weil die Cane in dem von ihnem besetzten Gebiet von Alera eine eigene Legion von befreiten Sklaven ausgehoben haben, während sie ihre eigenen Pflichttruppen weiter formen konnten.)
Am Ende vom Lied besteht die Geschichte aber nur aus zwei sehr zentralen Geschichtssträngen, die alles andere Tragen: Gaius Sextus macht zusammen mit Amara und Bernard eine sehr lange Wanderschaft, die mit einer unfreiwilligen Elementarwirken-Zwangspause Seitens des obersten Fürsten verbunden ist. In der Zwischenzeit setzt Tavi alles daran, um Botschafter Vargh aus dem grauen Turm zu befreien, damit er in weitere Verhandlungen mit dem Anführer der Camin treten kann. Und das alles diehnt eigentlich nur zu einer einzigen Vorbereitung: Gaius OkTAVIan, Princeps von Alera tritt aus dem Schatten der Geschichte hervor.

Angesichts der Tatsache, dass die Reihe von Codex Alera nach sechs Bänden ihren Abschluss finden wird, bemerkt man hier sehr deutlich, dass die Geschichte die verschiedenen Elemente, die Butcher bis hierhin Eingeführt und Aufgebaut hatte, immer weiter zu Variieren scheint. Basisthema in diesem Band sind nämlich nicht die klassischen Monster, welche die Ganze Zeit über das zentrale Element von Codex Alera waren. (Und in der Art und weise, wie diese Monster funktionierten, sämtliche Aspekte der Geschichte als eine in der Dark Fantasy einzuordnende Erzählung präsentierten.) Der Fokus bleibt dabei auf Tavi gerichtet und wie dieser immer mehr über sich erfährt, darauf reagiert und dann anschließend erneut handeln muss, um schon wieder die richtigen Handlungen im passenden Moment einzuleiten. Aber es wird auch nochmal ganz eindeutig darauf aufmerksam gemacht, dass gerade in Alera, wo sämtliche Figuren im Grunde Superhelden sind, die Alte Weisheit, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf sei, der zentrale Part bei der ganzen Geschichte ist. Die Monster folgen ihren eigenen Prinzipien, handeln dabei mal mehr und mal weniger im Sinne der Koexistenz. Die Aleraner hingegen, die eigentlich Einheit bräuchten, um sich selbst am Leben halten zu können, zerfleischen und hintergehen sich am laufenden Meter. Von Mißgunst und eigenprovilierung getrieben wird dabei erpresst, intrigiert und letzten Endes auch gemordet, obwohl man einer permanenten Bedrohung ins Auge sehen muss.

Das es sich bei Codex Alera mehr oder weniger um eine Familiensaga handelt war ja spätestens nach dem zweiten band klar. In welche Richtung diese seltsame Geschichte allerdings gehen würde, konnte man erst ab dem letzten Band wirklich halbwegs einschätzen. Und jetzt sind wir halt mit dem vierten Band an einer Stelle angelangt, wo es so langsam spannend wird zu erfahren, welche Elemente hier genau was ausmachen könnten. Es werden letzte Aspekte offen gelegt, die bis hierhin eher mysteriös waren. (Was speziell die Cane betrifft.) Und es werden einige Vorbereitungen und andeutungen gemacht, was eventuell noch auf lange Sicht für Themen aufkommen könnten. Fakt ist aber: Wir werden höchstwahrshcienlich auch in Zulunft noch mehr über den Streit zwischen den beiden Häusern Aquitania und Gaius um die Krone erleben und vermutlich wird wenigstens eines der Monster-Völker, die wir bis hierhin erlebt haben, noch eine gewichtigere Rolle spielen. (Und damit den Horror-Aspekt, der seid dem zweiten Band starker Aspekt von Codex Alera war weiter ausbauen.) Das ist soweit nett, allerdings alles nicht unbedingt all zu überraschend.

Fazit


Ich mag zwar die Reihe bis hierhin, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass Butcher in diesem spzeillen Band ein wenig die Ideen mangelten. Eventuell liegt es auch daran, dass er nach einer gewissen Dauer an Erzählungen das Interesse an seiner eigenen Saga verliert und letzten Endes die Geschichte überambitioniert geplant hatte, was mir ja schon bei den Dresden Files seid Changes eher bitter aufstößt, und jetzt eben damit zu kämpfen hat das Ende der ganzen Geschichte endlich herbeizuführen. Das muss man abwarten. Wir haben immerhin die Halbzeit erreicht und können uns deswegen jetzt halbwegs entspannt zurücklehnen. Selbst wenn die letzten beiden Bände noch in der großen Katastrophe Enden, dass ist es einfach nur ein Ende mit Schrecken.

Montag, 18. Dezember 2017

Review: Star Wars VIII. Die letzten Jedi.

Hat hier irgendjemand wirklich geglaubt, dass dieser Blog vom alljährlichen Traditions-Gang ins Kino verschont bliebe? Nein? Gut!

Ich komme tatsächlich im Moment direkt aus dem Kino und bin mal wieder dabei in mich reinzuhorchen, was ich jetzt zu diesem Film zu sagen habe. (Außer rumgehüpfe und PewPew versteht sich.) Inhaltlich beginnen die letzten Jedi ungefähr dort, wo das Erwarchen der Macht aufgehört hat. Der Widerstand steht kurz davor von der ersten Ordnung überrannt zu werden, weswegen sie ihre aktuelle Basis aufgeben und eine verzweifelte Evakuierung durchführen. Und speziell diese Evakuierung und ihre Folgen sind letzten Endes das alles verbindende Plotelement, um das sich der ganze Rest der Geschichte dann dreht. (Im Grunde kann man sagen, dass hier ein „Space Race“ beginnt.) Der zweite wichtige Plotfaden ist Rey, die in der letzten Szene von das Erwachen der Macht auf den Jedi-Meister Luke Skywalker trifft und dabei einem Mann begegnet, der so tziemlich gar nicht das ist, was sie erwartet hat. Sie begenet einem alten, zynischem, verbitterten Sack, der mit sich selbst und dem Universum nicht mehr im Reinen ist und deswegen aufgegeben zu haben scheint. Dann wäre da natürlich der wandelnde Daddy-Issues Psychater-Patient Kylo Ren, der immer noch Dinge kaputt schlägt um sich abzureagieren. (Nur das auch seine Ersatz-Vater-Figur Snoke nicht wirklich zum Vorbild taugt. Technisch gesehen fasst dieser Snoke auch alles zusammen, was es über Ben Solo zu sagen gibt: Er ist nichts weiter als ein verängstigtes kleines Kind mit einer Maske.) Der Punkt bei der Sache ist dabei nur, dass sich zwischen Rey und Kylo immer wieder Visionäre Momente der Verbundenheit aufbauen, Während derer die beiden sich immer wieder gegenseitig austauschen, beinahe so etwas wie einen Dialog führen, bei dem es darum geht den jeweils anderen zu „retten“. (Wie erinnern uns an Ben Kenobis geständnis auf Dagobah, dass er Luke immer nur die Wahrheiten von einem gewissen Standpunkt aus betrachtet offenbart habe, was seinen Vater anging. Hier erfahren wir, was es bedeutet wenn dieser gewisse Standpunkt nicht ganz so wohlmeinend interpretiert wird.)
Ach ja… und Fin ist natürlich auch wieder mit von der Partie: Da die erste Ordnung eine neue Technologie entwickelt zu haben scheint, über die er als ehemaliger Deserteur der Sturmtruppen noch so gerade eben bescheid weiß, tut er sich in einer Verschwörung der jungen Rebellen mit einer Mechanikerin Namens Rose zusammen, um auf einem luxuriösen Casino-Planeten nach dem Meister aller Code-Knacker zu suchen, der ihm und Rose dabei helfen soll ein gewagtes Manöver zu beginnen, das dem Widerstand noch einmal die Flucht ermöglichen soll.

Wenn ich jetzt ganz Kritisch mit dem Finger auf diesen Film drücken soll, dann würde ich sagen, das wir hier eine Melange an Elementen haben, die Gleichermaßen aus „The Empire Strikes Back“ und „Return of the Jedi“ stammen. Anders angesetzt und mit gänzlich neuen Überlegungen versehen. Diese neuvermischung der Elemente war vermutlich auch deswegen notwendig, um weiterhin erst einmal einen gewissen Kurs fahren zu können, der Platz für etwas anderes schaffen könnte, dass dann Episode IX bedinieren kann. (Wobei dies nur reine Spekulation ist. Ich erinnere mich aber daran, dass der Episode VII dieser Prozess des Coverns sehr stark vorgeworfen wurde. Dabei ist die Formel eigentlich aufgegangen, zumindest hatte ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.) Anyways: Der Punkt bei der Ganzen Sache ist halt eben, dass einiges aus der alten Trilogie aus heutiger Produktionslogik wohl nicht mehr funktioniert hätte. (Zumindest habe ich bei einigen Filmen, gerade aus den Disney-Studios, in letzter Zeit das Gefühl, dass ein ständiges „höher, weiter, noch mehr“ bis zum ad-absurdum durchexerziert werden muss, das ständig neue Übertreibungen generieren könnte. Zumindest ist es das, was ich aus einer Szene die zwischen Luke und dem Geist von Yoda spielt herauslesen würde.)

Was kann man ansonsten noch aus dem Film herausziehen:
* Die Erste Ordnung besteht nur aus den verzogenen Abkömmlingen reicher Eltern, die Krieg spielen. (Und Kylo Ren.)
*Luke ist hier nicht wirklich „Der Gute“. Er wurde in eine Figur umgedeutet, die unglaublich verbittert ist
* CGI wird immer wichtiger in dieser Geschichte werden. Vor allen Dingen, wenn sie noch mehr Weltraumgeschichten in dieser Art erzählen wollen
* Rey bleibt ein Mary-Sue-Charakter
* und eigentlich müsste man, um Frieden in diese Galaxie zu bringen, gegen einen ganz anderen Gegner vorgehen. (Was insgesamt betrachtet einen erstaunlichen Grauton in das bis hierhin sehr schwarz-weiß erzählte Universum von Star Wars gebracht hat. Naja, Rogue One hatte bereits ein paar Ansätze in diese Richtung, aber diese waren deutlich heroenhafter Erzählt. Hier wird es plötzllich Kunterbund um einem übel werden zu lassen.)
*Offenbar hat die neue Ordnung dazugelernt und versucht es jetzt mit ähnlichen Droiden-Modellen, wie sie der Wiederstand besitzt. (Es gibt ein imperiales BB-8-Droidenmodell.)
*Man versucht es wieder mit Wesenheiten, die den Ewoks ähnlich sein könnten. (Und die dabei einfach nur Knuffig und herzallerliebst dreinschauen, während sie Chewie ein schlechtes Gewissen mit seinen Essgewohnheiten bereiten.)

Trotz alledem überzeugt die Story, was das Ziel des Filmes, die Unterhaltung des Publikums, anbelangt. Es ist natürlich nicht mehr die OT der alten Tage (aber ob man so etwas wirklich noch einmal hinbekommt ist eh fragtlich) aber glücklicherweise auch kein Totalversagen wie die PT.

Es ist im Moment nur ein Sache unglaublich schade: Man sieht während einer Szene Prinzessin Leia mit einem unglaublichen Geshcick auf die Macht zurückgreifen. Durch den Frühzeitigen Tod Carrie Fischers im letzten Jahr wird es jetzt vermutlich nie möglich sein herauszufinden, ob und was mit dieser speziellen Figur eventuell noch für Episode IX geplant war. Das der Staffelstab jetzt vermutlich entgültig weitergereicht wird ist klar, denn Luke stirbt gegen Ende des Films, womit eigentlich nur noch eine Heldin des alten Trios übrig bleibt, deren Abgang man noch hätte zelebrieren müssen. Das wird jetzt nicht mehr Möglich sein. (Dementsprechend war der Film im Abspann auch mit einer Widmung für Carrie Fischer versehen gewesen, die ja leider eines der letzten Opfer des Jahres 2016 wurde.)

Am Ende bleibt fü rmich allerdings ein ziemlich wichtiger Kritikpunkt über: Die Macht war bislang (wenn man vo niemals existenten Erklärungsmodellen ala Midiklorianer mal absieht) ein durch Zahlreiche, kryptische Formulierungen umschriebenes Mysterium, dass zwar durch die Jedi manipuliert werden konnte, das aber in der Introspektive zwar funktioniert, jedoch für den Zuschauer dann dementsprechend nicht erfassbar war. Wir erfuhren dass bestimmte Personen Visionen hatten. Wir erfuhren aber – von sehr dramatisch wichtigen Momenten auf Dagobah mal abegesehen – nicht, wie diese Visionen letzten Endes ausgesehen haben. Das wurde in diesem Film schlagartig verändert. Ich kann verstehen, dass man die Idee einer Art Video-Telefonie zwischen Kylo und Rey einfach nur entsprechende Gegenbilder der jeweiligen Situation nutzte. Aber wieso zur Hölle muss man jetzt wirklich jede verdammte Vision gleich als Bild darstellen? Traut man der heutigen Jugend nicht mehr genügend Fantasie zu, um solche Lücken selbst zu schließen? Wachsen wir mittlerweile wirklich in einer derartig zynisch gewordenen, hochtechnisierten Welt auf, dass entsprechender Zauber aus solchen Momenten bis ins letzte Detail visuell gepaced werden muss, um die entsprechende vereinheitlichung zu erreichen? Der Punkt bei der Sache ist, das hier unglaublich viel mit Komik während der drei Lektionen von Luke gearbeitet wird, um im Vorfeld die Situation aufzulockern, ehe sie dann auf der visuellen Ebene urplötzlich ernst wird. Das hatte man durch die entsprechende Wal des Standortes für den Dreh der Dagobah-Szenen mit Yoda besser hinbekommen. Ich will jetzt nicht sagen, dass diese neue Lösung unbedingt schlecht ist, ich frage mich nur, warum sie so unbedingt notwendig ist.

Fazit


Es ist Star Wars. Es ist ein weiterer Film, der Dinge abschließe um Spielraum für neue Ideen zu schaffen. Es ist zwar kein überragender Star Wars Film, aber immer noch ein sehr guter. (Da haben wir schon sehr viel schlimmeres im laufe der Jahre gesehen.) Ich bin jetzt nicht unbedingt mit riesen Erwartungen in den Film gegangen (außer das es Star Wars sein wird.) Wurde aber auch nicht enttäuscht. Insofern gibt es zumindest aus meiner Perspektive hier eine volle empfehlung.

Dienstag, 12. Dezember 2017

RPG-Blog-O-Quest #27: Ausblick auf 2018

Also. Wir haben das Jahr 2017 fast überstanden. Und während ich mal wieder hier so dumm rumstehe kann ich auch einfach in die Tasten hauen und mal wieder die Fragen zu Blog-O-Quest beantworten, die dieses Mal von Greifenklaue kommen, der gleich seine Antworten mit hinzugefügt hat. (Ob jetzt einfach, um sich den entsprechenden, zweiten Artikel zu dem Thema zu sparen, oder aber um aufzuzeigen,w as er damit gemeint hat, sei mal dahingestellt. ^^ )

1. Am meisten freu ich mich 2018 RPG-technisch auf ________________________.

Die erste Tisch-Runde, die ich jetzt nach sehr langer Zeit überhaupt wieder bespielen kann. Wie einige vielleicht mitbekommen haben, sind Infernal Teddy und Caninus von den neuen Abenteuern hier ins Ruhrgebiet „zurückgezogen“ und mehr oder weniger nur noch einen sprichwörtlichen Steinwurf von mir entfernt. (Okay, zugegeben: Rein Bahnhofstechnisch betrachtet trennt uns aktuell etwa eine halbe Stunde mit Umstieg voneinander, aber das ist deutlich näher als das, was in den letzten zwei Jahren in etwa angesagt war.)
Das hat jetzt nach dem gemeinsamen Besuch auf der Spiel die Frage nach einer gemeinsamen Runde aufgeworfen, die noch mit Barak Thor ergänzt wird. (Und aufgrund einiger Auslotung zum System Fading Suns als Kompromiss führte mit dem alle wohl mehr oder weniger Glücklich werden können und derzeit von Teddy unter der Artikelreihe Das Licht fahler Sonnen beschrieben wird.)
Das wird jetzt eine mehrfache Premiere: Wir alle vier kennen uns bislang aktiv nur über das Vampire Life (okay… letzten Endes hat Caninus auch meine extremen Stolpertritte mit Engel miterlebt… und ein paar Cthulhu-Runden als Supporter geleitet, an denen ich auch mitgewirkt habe. Und Unknown Armies haben wir auch zusammen gespielt. Aber das war‘s dann auch schon. Ehrlich.)
Insofern müssen wir mal alle schauen wie gut wir in dieser neuen Konstellation mit etwas gänzlich unbekannten uns zurecht finden. (Ich bin zwar ein großer Fan des Genres Science Fiction, habe aber bis Heute noch nie in einem Space-Opera-Setting mich aufgehalten. Dennoch bin ich im Laufe der Jahre immer auf der Suche nach etwas geeignetem in diesem Bereich gewesen, weswegen ich auch einmal über Fading Suns damals gestolpert bin, als Red Brick und Lulu noch miteinander harmonierten. Und die Krativen Leute bei Red Brick noch nicht zu Vagrant Workshop abgewandert sind, während die Buchhaltung sich dachte, dass sie doch sehr gut einen eigenen Verlag ohne die Kreativen machen könnten und jetzt das neue Fasa sind.) Jedenfalls bin ich jetzt in all diesen Einzelheiten gespannt: Auf die Mitspieler und das Setting. (Die Regeln sind dabei noch nicht ganz so wichtig, aber dazu kann ich wohl irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt wohl etwas in einem anderen Artikel schreiben, was ich über konventionelle Systeme denke.)


2. Mein nächstes Projekt für 2018 ist _______________________________.

Das Projekt dürfte „Konsumterror in der Hardwarelandschaft“ lauten. Ich musste vor kurzem mit erschrecken feststellen, dass der 2009er iMac, auf dem ich bislang meine Youtube-Videos geschnitten habe, anscheinend ein Festplattenproblem entwickelt hat. (Und ich weiß nicht, ob ich da noch etwas retten kann.) Jedenfalls wird wohl der zwar geplante, aber bislang etwas nach hinten verschobene Kauf eines Mac-Mini im Moment aus verschiedenen Gründen notwendig. (Bislang nutze ich für die meisten Sachen hier ein Acer Notebook, auf dem ich Ubuntu installiert habe, um den regulären „Büro-Kram“ zu erledingen, dass hier auf einem Notebook-Ständer steht und in den meisten Fällen – neben tippen – gute Dienste leistert. (Aber Ubuntu ist beim Video-Schnitt nicht unbedingt meine erste Wahl, als Betriebssystem.) Von daher dürfte ich wohl irgendwann etwas entnerft im essener Gravis aufschlagen, um dort dumme Fragen zu stellen, welche solche Geschichten wie Webcams und dergleichen mehr beinhalten.

3. Mein Pile of Shame, __________, ist 2017 ___________________________. Davon wird 2018 ___________________.

Ich weiß gerade nicht, wie ich hier ein schriftliches Äquivalent für ein Hyänen-Lachen hinzufügen soll. Das mit dem Schande zu Stapeln aufhäufen habe ich vor einiger Zeit schon längst aufgegeben. Es hat sich über die Jahre einiges hier angesammelt und ich will die Sammlung so nach und nach wenigstens hier auf dem Blog durchrezensieren, wenn ich schon nicht zum Spielen kommen. (Und bei solchen Rezensionen dürften dann und wann wohl auch noch andere Artikel abfallen, für die ich ja gelegentlich auch schon bekannt bin.
Erwartet aber keine Wunder, ich bin auch nur ein Mann, der in einem schlecht bezaltem Job im Schichtdienst arbeitet, weil ein paar schlechte Entscheidungen im Leben Ereignisse ausgelöst haben, die ihn überhaupt erst in den Schichtdienst getrieben haben.
Ansonstne kann ich dazu nur sagen: Ja, es gibt diese Sachen in allen Bereichen. Ich bin gelegentlicher Kunde von Humble-Bundles, wenn die mal wieder ein für mich interessantes Thema anbieten. (Zum letzten Mal habe ich zugeschlagen, als „Full Throttle“ von Lukas Arts im entsprechenden Bundle enthalten war.) Ansonsten habe ich aber viele Dinge, die aus der Ecke Medien-Konsum kommen, weitestgehend runtergeschraubt, was Neuanschaffungen betrifft. (Abgesehen von ebooks. Da verfolge ich diverse kleinere Verlage mit einschlägiger Genreliteratur und passe gelegentliche Angebote ab. Allerdings will ich die auch wirklich angehen, da mein ebook-Reader mittlerweile wieder verstärkt zum Einsatz kommt.)

4.) Auf welches RPG-Ereignis freust Du Dich 2018 am meisten?

Ich habe keinen Überblick darüber, was es aktuell für besondere Ereignisse im nächsten Jahr so geben wird. Mein Plan sind die beiden großen Messen in Köln und Essen wieder aufzusuchen, wo sich die Szene trifft und einfach mal selber feiert. (So mehr oder weniger.) Falls ich es darüber hinaus schaffen sollte mal wieder neue Kontakte zu knüpfen wäre das Spitze, ansonsten liebe ich auch einfach die Momente, wenn man mal wieder den jeweiligen, alten Bekannten begegnet, denen man nur einmal im Jahr auf diesen Ereignissen über den Weg läuft.

5.) Blogtechnisch hab ich mir für 2018 vorgenommen ________________________________.

Naja… von meinem Hardware-Problem habe ich ja bereits gespochen. Die Folge davon wäre eine Reaktivierung des Youtube-Kanals (hoffentlich).
Und wenn wir schon mal bei Bildern waren, da hätte ich noch eins:
Was ihr hier seht sind eine ganze Menge Manga-Einkäufe, die ich über das letzte Jahr immer mal wieder und gerade in den letzten Monaten etwas forcierter durchgeführt habe. (Neben einigen Titeln natürlich, die zu einem Großteil schon seit Jahren in meinem Besitz sind.) Mir ist bewusst, dass ich vermutlich aus der Perspektive der Meisten vermutlich sehr stark in Richtung „Comic-Rezensionsblog mit ein paar Rollenspiel-Themen“ abdrifte. Und daran wird sich vermutlich auch in nächster Zukunft nicht so viel ändern.
Aktuell versuche ich meine Sammlung ein wenig aufzustocken (und damit zwangsweise auch die Sammlung an Rezensionen im „Entwurfs“-Fach meines Blogs entsprechend zu vergrößern.) Für sich allein betrachtet hat das ein paar Gründe: Zum einen natürlich geht es mir darum, bestimmte Serien entweder „endlich doch noch“ durchzulesen, die mir im Zeitramen seit 2002, wo ich mit „Rostiger Engel“ zum ersten mal bewusst mit Magas in Berührung gekommen bin, aufgefallen sind, die ich mir damals aber aus finanziellen Gründen nicht leisten konnte, oder nicht leisten wollte. Bei diesen Serien (selbst bei den sehr trashigen Sachen ala „Rosario + Vampire“) denke ich aber auch immer, dass es Schade wäre, diese nicht in gewisser Weise zumindest ins Bewusstsein der Szene zu prügeln. (Gerade Würfelhelds Kommentar zu meinem Beitrag zum Science Fiction Blog-O-Quest zeigt mir, dass das eigentlich eine beinahe Notwendige Vorgehensweise ist. Wir haben eine vollkommen unübersichtliche Medien-Landschaft, was das Überangebot angeht. Warum sollte ich also nicht der Leuchtturm für die japanische Comic-Kultur werden, indem ich die Beispiele vorstelle, die ich unterhaltend finde?) Dafür wird sich aber auch in Zukunft am Tournus dieser Rzeensionen etwas ändern: Die Serien werden in Fünfer-Blöcken durchgenommen und wechseln sich dann entspechend ab. (Hat auch mehrere Gründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben, aber das würde dieses Format glaube ich sprengen, um sie vollständig aufzuzeigen. Ich werde wohl irgendwann mal in naher Zukunft nochmal an den Omphalos treten und ein paar Gedanken äußern.)

Der Hauptgrund, warum ich aber aktuell gerade so viel „Vorarbeit“ leisten will, ist eine Artikel-Serie, die ich im Moment einfach nur unter dem Arbeitstitel „Your ol‘german Basterd in Space!“ für mich intern laufen lasse. Es geht dabei um eine Groschenheftromanreihe, die mir mein Großvater mal vermacht hat, die es damals „nur“ auf 98 Hefte gebracht hat. Als mir diese Sammlung irgendwann im vergangenem Jahr wieder in die Hände fiel habe ich mich Zeitgleich auch an eine ganze Reihe von Gesprächen wieder erinnert, die ich und eine sehr gute Freundin während meines Studiums in Münster geführt hatten. Deren Gesprächsinhalt ging über die Unzugänglichkeit vieler Genres, die sich jenseits des EDO-Tellerrandes befinden. Ich will mal schauen, ob sich unter dieser Fragestellung im Hinterkopf aus dieser Form der Literatur, die ja eigentlich wöchentlich „schnelle Unterhaltung“ bieten sollte, nicht ein paar Regeln oder Tipps fürs Rollenspiel ableiten lassen, solange es um Space Opera geht. (Ich brauche deswegen jetzt auch den Vorlauf, weil die Serie dann auf 196 Artikel hinauslaufen soll und ich mit dem Veröffentlichen erst dann anfangen will, wenn ich die zweidrittel bis dreiviertel Marke geknackt bekommen habe. Hinterher kann man dann immer nochmal schauen, ob sich das Setting selbst nicht noch irgendwie für ein Regelsystem ala Fate aufbereiten ließe. (So many Projects, so little time.)

Und da ich vorhin auch noch von „Das Licht fahler Sonnen“ gesprochen habe: Schauen wir einfach mal, ob ich die Zeit finde mich da auch ein wenig einzuklinken und Quasi eine zusätzlich, begleitende Artikel-Reihe aus der Sicht des Spielers hinzusteuere. (Wie die dann aussieht müsste ich auch noch sehen. Sowas wie „Charakter-Diaries“ habe ich schon lange nicht mehr geschrieben. Eventuell sollte ich wieder damit anfangen.)

Bonus: 2018 dürft ihr Euch auf folgende Aktion/Artikel/Produkt/____________ von mir freuen: __________________________.


Da ich derzeit nicht wirklich in irgendwelchen „offiziellen“ Projekten der „professionellen“ Sparte unserer Szene drinstecke wird das schwierig sein, irgendwas anzukündigen. Falls ich allerdings wiedererwarten doch noch irgendwo plötzlich in einer Redaktion auftuache könnt ihr da ja mal entsprechend im Impressum nach meinem Namen ausschau halten. :P

Montag, 11. Dezember 2017

Rezension: Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera Band 3) [Kindle-Edition]

Cover: Jim Butcher
Die Verschwörung von Kalare
Codex Alera Band 3
Verlag: blanvalet
So langsam zeichnet sich ein Muster ab, was den entsprechenden Blickwinkel auf die Ereignisse von Codex Alera betrifft. Wieder mal sind zwei Jahre vergangen, seitdem Tavi die große Verschwörung der Cane mit den Vord aufgedeckt hatte und zeitgleich den Fürsten mit seinen Freunden beschützt hatte. Das bedeutet in diesem Zusammenhang aber auch: Seitdem ist der Botschafter der Cane, Varg, gefangener der Krone von Alera ist. Zwischen dem jungen Kursor und dem alten wolfsähnlichen Wesen hat sich so etwas wie eine entspannte Zweisamkeit entwickelt, da beide eine ganze Zeit mit dem Äquivalent zum Schachspiel dieser fantiken Welt gemeinsam verbringen. Jedoch, und das macht Varg dem Aleraner klar, handelt es sich hierbei eher um einen kulturellen Austausch in einer Zeit, die kein Blutvergießen ermöglicht.
Jedoch, und das ist das Problem, dass diesen Band jetzt ausmacht: Kalere, einer der hohen Fürsten mit großen Ambitionen startet einen gewalltigen, blutrünstigen Angriff auf Alera, indem er zuerst versucht weite Teile der ihm verhassten Fürstenfamilien durch hinterhältige Angriffe zu meucheln.
Tavi, der Zeitweise in den Süden Aleras vom Fürsten versetzt wurde um dort mit einem von der Akademie verstoßenen gelehrten mit exentrischen Ansichten über eine Zeit ohne Elementarkräfte als Forschungsgehilfe auszuhelfen, wird unter dem Namen Scipio in die erste alerische Legion, einem Bund zusammengewürfelten Haufen von unausgebildeten Neulingen, als Unteroffizier im Bereich der Versorgung, eingeschleust. Zeitgleich stellt sich aber auch ein weiteres Problem ein: Mit einem mal werden die Sterne Rot und die Cane fallen mit einer riesigen Armada nach Alera ein.
Und plötzlich sieht sich Tavi als verbliebener Offizier der Legion in der Rolle eines Hauptmannes wieder, der sich abertausender Feinde auf dem Schlachfeld erwehren muss.
Ein zweiter, immer wieder eingeschobener Erzählstrang beschreibt die Geschichte von Isana in Rückblenden. Wir wissen ja seid dem Ende des zweiten Bandes, dass nicht Isanas Schwester Tavis Mutter ist, sondern die Wehrhöferin wiederwillen und neues Spielzeug der Fürstin Aquitania doch eine Mutterschafts Rolle eingenommen hatte. (Jedoch ist die große Überraschung dabei eher, wer Tavis Vater war.)

Insgesamt hat dieser Band jetzt das gleiche Szenario immer noch weiter erzählt, was die beiden vorausgegangenen Bände bereits definiert haben: Ein überalterten Reich fantiker Art (nicht wie ich es zuerst in einer der vorherigen Rezensionen noch versehentlich als Fantelalter tituliert habe), dass seine Macht aus den klassischen Elementen der Antike zieht und damit einiges an Wirkung verursacht. Und mit den Cane als übermächtigen Gegnern ist auch wieder ein Horror-Element im Sinne klassicher Monster hier unterwegs – wenn auch mit kurioser Figurenform.
Allerdings bleibt dieser spezielle Band dabei auf der klassischen Heldenform behaften: Was auch immer für eine Gefahr sich aufzeigt, Tavi stellt sich ihr und obsiegt. (Wenn auch in diesem Fall mit deutlicher mehr militärischen Mitteln und in Blutig.) Man erfährt aber auf diesem Weg einiges über die Art und Weise, wie das Militär innerhalb der Welt von Butcher tickt, da der gesammte Fokus hierbei auf die Lebensweise der Legionen gelegt wird. (Das dürfte dann vermutlich ein Nebenthema in Variation sein, wenn man die übergänge von Band Eins auf Band Zwei und weiter zu diesem Band als Struktur nimmt. Das kann sowohl spannend werden, als auch hoffnungslos nach Hinten los gehen.) Und wie immer schreit Okel Ben im Hinterkopf „Mit großer Macht kommt große Verantwortung“

Fazit


Das Thema Militär, sei es jetzt Aktuell oder halt eben wie hier antik angehaucht, ist natürlich nicht jedermanns Sache. Genausowenig wie die heroische Umschreibung von großen Kriegsschlachten. Das ist der große Nachteil dieses speziellen Bandes. Abgesehen davon bekommt man das, was schon die vorherigen Bände alles beschrieben haben: Eine spannende Geschichte rund um heldenhafte, aufofperungsvolle Helden, verrückte Bösewichte und gerissene Intriganten. Wer damit etwas anfangen kann, hat Spaß beim lesen.