Montag, 18. März 2019

Review: Captain Marvel


Da der Flut an Filmen ind en letzten Jahren kaum Herr zu werden ist, scheine ich im Moment verstärkt beim Label Marvel auf die Origin-Storys zu gehen. (Zumindest muss ich offen gestehen, dass ich nur am Rande von der Existenz von Filmen wie den Avenger-Streifen etwas mitbekommen habe.) Umso faszinierter war ich dann, als ich dann mitbekam, dass Marvels eigener „Haussuperheld“ eine Verfilmung bekommt. Insofern war ich vom ersten Trailer an ziemlich gespannt, wie sich die ganze Situation auflösen würde. (Vor allem als Samuel L. Jackson mit Haaren immer häufiger mit einer Katze spielte.)

Worum geht es?
Nachdem als Einleitung ein Epitaph in Memoriam an den im November letzten Jahres verstorbenen Stan Lee den üblichen Marvel-Schriftzug füllt, beginnt der eigentliche Film.
Der Fokus der Geschichte liegt auf einer Kree-Kriegerin Namens Vers, welche von Alpträumen geplagt, immer wieder eine Szene aus einer scheinbaren Vergangenheit erlebt, welche für sie seid sechs Jahren nicht mehr greifbar ist. Aus dem weiteren Verlauf heraus ergibt sich, das Vers wegen dieser verlorenen Vergangenheit als emotional und wenig rational gilt. Der Punkt bei dieser ganzen Angelegenheit ist: Die Fähigkeiten Photonenstralen zu verschießen wurden ihr von der künstlichen Intelligenz, die das Kree-Imperium anführt verliehen. (Und können ihr ebensogut wieder genommen werden, wenn sie ihre Schwäche nicht unter Kontrolle bekommt.) Wir erfahren außerdem, dass sich die Kree derzeit im Krieg gegen ein anderes außerirdisches Volk Namens Skrull befinden. Formwandler, die jegliches Äußeres bis auf die genetische Ebene perfekt kopieren können. Und das ist sozusagen der Punkt, in dem Vers ins Spiel kommt, um sich zu bewehren. Sie wird zusammen mit einigen anderen Kree-Kriegern auf einen entlegenen Planeten entsand, um dort einen Agenten der Kree zu befreien. Dummerweise erweist sich das als eine ausgeklügelte Falle der Skrull, Vers wird gefangen genommen und hängt anschließend Kopfüber in einer Maschine der Skrull, die tief in ihre Erinnerung eindringen und verschüttetes anfangen wachzurütteln. Einige Explosionen und einen Fluchtversuch später stürzt Vers über einem unbekannten Planeten ab, nur um durch das Dach einer amerikanischen Videotheken-Verleihkette Namens Blogbusters zu stürzen und mitten auf der Erde der 90er Jahre zu landen.
Was weiter folgt ist eine riesige Verfolgungsjagdt auf der Flucht vor den Skrull, die ständig auftauchenden Details der Vergangenheit einer gewissen Carol Denvers, die Frage nach der Identität einer Dr. Wendy Lawson… ach ja: Und nachtürlich jede Menge Cat-Contend, der aus der Interaktion von Nick Fury und der Katze Goose hervorgeht.

Das mag jetzt gerade gegen Ende extrem Abgedroschen klingen, allerdings ist der Film an sich die „typische“ Marvel-Origin-Story, wie wir sie schon zig mal gesehen haben. Nur dadurch aus dem ganzen Kontext gerissen, weil hier zwei spezielle Faktoren mit eingeflossen sind: Zum einen geht es um eine weibliche Superheldin. Und zum anderen werden hier mit unzähligen Querverweisen auf die damalige Pop-Kultur einfach nur die 90er abgefeiert. Grunge, utrageheime Regierungsoperationen, Außerirdische... wenn man richtig Penibel ist fällt sogar das Trope der „außerirdischen“ Katze als Anspielung auf Men in Black perfekt in diese Zeit. Und inmitten dieses Szenarios einer no-future Alien-Invasion Endzeit Attitüde wird eine Geschichte um Unabhängigkeit und der Positionen von Parteien innerhalb eines Krieges erzählt. (Letzten Endes sieht man hier die Ankläger als festen Bestandteil der Kree-Zivilisation bei der Arbeit zu einem Zeitpunkt, bevor Ronan der Ankläger aktiv gegen das Nova Corps im ersten Teil der Guardians of the Galaxy auftaucht.) Und dadurch, dass das ganze somit zu einer Parabel auf die eigene Courage am Ende wird, bekommen auch die Skrull – klassischerweise in den Comics von Marvel – bis auf wenige Ausnahmen – immer die Superschurken-Infiltratoren aus dem All, auch eine etwas andere Rolle zugeschrieben, soweit es die Dramatik des Filmes angeht. Der Film arbeitet hier sehr stark mit dem stellenweise fürs Marveluniversum der 90er zumindest deutlich stärker vorhandenem Grauansatz was eventuelle Motive einzelner Gruppen einiger Geschichten angeht, als es zum Beispiel in DC-Comics normalerweise der Fall war. (Wobei man auch hier ganz klar sagen muss: Sowohl Marvel als auch DC waren stehts die Saubermänner der Comic-Industrie, wer da wirklich „finstere“ Anti-Helden erleben wollte musste da schon eher auf andere Titel ausweichen, wie es Beispielweise Top Cow, Image oder Vertigo stellenweise waren. (Auch wenn Vertigo als Tochter von DC natürlich immer noch deutlich Sauberer war, als die anderen Verlage.)
Insgesamt ist dieses 90er-Jahre-Retro-Charme-Feuerwerk also eine durch und durch sehr gelungene Neuverfilmung des bestehenden Stoffes an Marvel-Filmen, von denen ich zugegebenermaßen immer noch viel zu viele Nachholen muss. Insofern dürfte sich hier eigentlich jeder mit einer guten Tüte Popcorn bewaffnet von einem Flair, der selbst im Soundtrack auf die Charts der 90er vollsätndig zurückzugreifen scheint gut unterhalten fühlen.

Mittwoch, 13. März 2019

Von ethisch-relativistischem Konsequentialismus (Hoard of the Dragonqueen Teil 4)


Gott… ich brauche echt langsam mal wieder etwas mehr Zeit um Dinge einfach nur so runterzutippen. Jetzt sind schon wieder fast drei Monate vergangen (die üblichen Probleme mit der Terminfindung) und ich sehe mal wieder die „Deadline“ für unser nächstes Treffen näher rücken. (Und die Zusammenfassung von unserem letzten Abenteuer wartet hier auch noch im Zustand einer Leinwand voller Klischees. Wieso habe ich gerade das Gefühl, dass niemand diese Anspielung auf die Arbeitsweise des britischen Malers Francis Bacon nachvollziehen kann?)
Aniways: Regelmäßige Leser der Neuen Abenteuer werden bereits mitbekommen haben, dass innerhalb der Gruppe mehr als Einmal über das Abenteuer „Hoard of the Dragon Queen“ gesprochen wurde und eine gewisse Unlust sich bei einer Mehrheit von uns Spielern breit gemacht hatte. (Was auch schon daran lag, dass wir eben nicht – wie es das Abenteuer vorgesehen hatte – eine gewisse Kirche gestürmt haben, sondern lieber Verstärkung holen gegangen sind.)

Außerdem hatte ich bei meiner letzten Zusammenfassung vergessen (aufgrund der bereits erwähnten Kopfschmerzatacke), das wir bereits weiter waren, was das aufgegebene Lager der Drachenkultes anbelangte, und schon wieder von Greenest aus mit Pferden Richtung El‘Torel uns aufgemacht hatten.


Mit den Erkenntnissen über den Drachenkultes und seine Ziele mehr oder weniger Schlecht ausgerüstet (und der endgültigen Erkenntnis befriedigt den ersten Namen von einer gewissen Liste Todgeweihter gestrichen zu haben), eilten die Reisegefährten gen El‘Torel, soweit sie ihre Pferde tragen konnten. Nach einer Reise von vier Tagen hielten sie in einer Ortschaft Namens Sconubel an, um zumindest für eine Nacht zu Rasten. (Und eventuell Ausrüstung zu erneuern.)
Dummerweise fand Ramius nichts, das ihn zufriedenstellte und Ogen war über die Preise des örtlichen Händlers für magische Schriftrollen dermaßen erbost, dass die Beiden mit Blick auf Dusilla einen geradezu teuflischen Plan ausheckten, den die Elfe eher mit hochgezogener Augenbraue bedachte. Und zwar planten die Beiden vor dem Laden einen derartigen Streit vom Zaun zu brechen, das sie die Aufmerksamkeit des kompletten Ortes auf sich ziehen wollten, während die Schurkin einem Teil ihrer Profession nachgehen sollte, der sehr viel mit Fingerfertigkeit zu tun hatte.

Während Dursilla sich also erst einmal abwartend gegen eine Wand lehnte und beobachtete schienen Ramius und Ogen tatsächlich wie in ihrem Element, als sie urplötzlich und wie aus dem Nichts ihren Streit über die die moralischen Verantwortung und göttliches Wirken von Zaun brachen, der in seiner Lautstärke und Ungezügeltheit tatsächlich innerhalb kürzester Zeit die Aufmerksamkeit der kompletten Ortschaft auf sich zu ziehen schien. Nach einer ganzen Weile des Zögerns schließlich testete Drusilla deswegen erst einmal die Ablenkung in der direkten Nähe der Menge, indem sie die Gruppenkasse kurzerhand über unfreiwillige Spenden anderer Personen aufbesserte und als der örtliche Priester irgendeiner Flammengottheit meinte sich in den Streit einmischen zu müssen, indem er einen Stiefel verlor (aus den Beobachtungen von Ramius sah es so aus, dass zuerst ein Stiefel knapp an seinem Kopf vorbeiflog und er, als er sich umdrehte, sich dazu gezwungen sah, den entsprechenden Priester darauf aufmerksam zu machen, dass dieser einen Stiefel verloren hätte. (Was diesem anscheinend bis dahin noch gar nicht aufgefallen war.) Jedenfalls endete der Disput ohne eine endgültige Einigung. Und als sich die Menge auflöste sah Drusilla es für dringend nötig an endgültig die Ortschaft zu verlassen (ob offene Rechnungen im Gasthaus jetzt noch existierten oder nicht, während sie Ramius die erbeuteten Börsen und Ogen Drei der im Laden angebotenen vier magischen Schriftrollen überreichte.

In El‘Torel schließlich angekommen erkundigte man sich nach dem Namen Onthar Thrum, den Leosin als seinen Kontaktmann genannt hatte. Jedoch war dabei dann nur ein Hinweiß auf eine Taverne mit dem seltsamenen Namen „Zum schwarzen Geweih“. (Zumindest solle der entsprechende Paladin sich dort mit seinen Leuten in der Regel aufhalten.) Das schwarze Geweih im Namen ist tatsächlich als entsprechender Neunender über der Eingangstür angebracht und Thrums Leute gehoren dem „Orden der Panzerfaust“ an.

Leosin begrüßt seine Freunde aufs Herzlichste und macht uns darauf aufmerksam, dass Uthar seltsame Vorstellungen hat, was vertrauen angeht. Sowohl Ogen als auch Ramius sind wenig begeistert darüber, dass sie sich hier irgendjemandem Beweisen sollen, was zu einem Streit folgt, bei dem Uthar schließlich entsprechend angepisst geht und Leosin sagt, dass er versucht zu retten, was zu retten ist.

Ramius ist Unklar, was er jetzt von der Sache halten soll und versucht daher seine Ausrüstung aufzubessern. Bei einem Rüstungsschmied will er eine Plattenrüstung für sich anpassen lassen und kriegt außerdem einen Tipp, bei welchem Waffenschmied er sich für einen halbwegs akzeptablen Preis Waffen versilbern lassen kann. Für beides bekommt er entsprechende Tips und erfährt auch, dass er etwa eine Woche warten muss, bis beides endlich da ist.

Nachdem diese Einkaufstour schließlich beendet ist und man das schwarze Geweih wieder betreten hat werden die Drei von einem Knappen erwartet, der sie in einen der Hinteren Räume der Taverne führt, wo uns Uthar erwartet zu haben scheint. (Offenbar haben Leosins Bemühungen in der Zwischenzeit zu einem Umdenken bei dem Paladin geführt. So erfahren die Begleiter, nachdme Thrum sich entschuldigt hat, dass Leosin zu den Haffnern und Thrums Orden zu einer Unterorganisation des Flammenden Faust gehört, die zwar gerade versuchen eine Allianz gegen den Drachenkult zu schmieden, Zeitgleich aber mit absoluter Perosnalknappheit zu kämpfen haben. Was man unabhängig von den Bemühungen der drei Gefährten noch hatte herausfinden können war, dass das Kultanhänger in den nächsten zwei Tagen hier in der Gegend durchkommen müssten, um nach Baldurs Gate zu gelangen. Man rechnet damit, dass etwa zwei Wagen Beute oder anderes Material durch die Stadt und danach weiter bringen wollen. Insofern sieht sich der Paladin dazu gezwungen die Hilfe der Drei zu erbitten, und sie bei allem möglichen zu unterstützen was sie hier in El‘Torel noch brauchen würden. Da Ramius noch auf seine Rüstung warten muss entscheidet man sich dazu, dass Ogen bereits nach Baldurs Gate vorausreiten soll, um dort zum einen Zimmer sichern solle, zum anderen aber auch sich weiter umsehen müsse. (Da man sich auch nur wiederwillig dann gegen Ende dazu entschieden hatte, den entsprechenden Auftrag bis Tiefenwasser zu erfüllen.)

Erstaunlicherweise lohnen sich für Ogen tatsächlich ihre kurzen Erfahrungen im Hauptlager des Drachenkultes in der Hinsicht, dass er einige bekannte Gesichter identifizieren kann und dementsprechend eine Karawane ausmacht, in der sich diese „eingemietet“ haben. Dies hat zur Folge, dass sich alle Drei als Karawanenwächter bewerben (und angeheuert werden), nachdem Drusilla und Ramius zu Ogen aufgeschlossen haben. Und entgegen aller Erwartungen Drusillas reisen die Drei auch tatsächlich weiter ohne das ihre Begleiter noch einmal einen Laden ausrauben wollen.

Nach ein paar Tagen der Reise begegnet man einem Rudel Rehe am Rande eines Waldes. Zusätzlich taucht aus dem Wald ein seltsamer Elch auf, dessen golden leuchtet und dessen Geweih wie Platin erscheint. Ogen, von einer ungeheuren Neugierde gepackt läuft auf das Tier zu und spricht es an. Überraschender Weise erhält sie sogar eine Antwort, wenn auch in der kryptischen Natur einer Weissagung. Sie erfährt, dass sie einem Fluß aus Gold folgen solle. Sie alle würde ein blutiger, steiniger Weg erwarten, an dessem Ende nicht alle überleben würden. Und Kurz bevor sich der Elch in Luft auflöst überreicht er Ogen noch einen Bogen, den allerdings Ramius letztlich an sich nimmt.
Beim Versuch herauszufinden, wie gut er mit dem Bogen umgehen hat erwischt Ramius einen anderen Mitreisenden der Karawane, Timmy, am Fuß, der im Wald Pilze suchen gegangen war.

Irgendwann zu einem anderen Zeitpunkt stößt eine andere Abenteureregruppe zu der Karawane, deren Gebahren eher an Aufschneider, als an erfahrene Kämpfer erinnert. Die Folge daraus ist, dass sich Ogen einen kleinen Spaß erlaubt und hinter einem der Männer Nachts am Lagerfeuer eine Illusion eine der grausamsten Bestien erscheinen lässt, die ihr egrade einfallen, was eine unüberhörbare Reaktion hervorruft. Bei der anschließenden Aufklärung der Situation stellt sich heraus, dass die Aufschneider eigentlich Schauspieler seien, die sich eine kostengünstige Reise erschleichen wollten. Außerdem erwehrt man sich eines Abends, an dem man die Vorhut zur restlichen Karawane bildet einem Angriff aus Riesenspinnen und Etherkaps, bei dem Drusilla eingewebt wird.

Zwei Tage nach diesem Ereignis erreichen die Reisenden Daggerfall, wo zwei weitere Leute zu der Karawane stoßen. Ein Mensch Namen Asbarajos und eine Gnomin namens Jemma Gleensilver, die sich Anfangs zurückhalten. Dann aber wird beobachtet, wie Asbarajos kontakt zu den Kultisten aufnimmt. Unabhängig davon stellt Ramius im verlauf des Tages fest, dass er die ganze Zeit in Daggerfall einem der Kultisten beschattet wird. Irgendwann entschließt er sich, das Blatt umzudrehen und gibt Drusilla ein Zeichen, ihm heimlich zu folgen.

Ramius entscheidet sich in eine dunkle Gasse abzubiegen und dort auf den Kultisten zu warten. Und da stellt sich heraus, dass der Mann den Priester wiedererkannt hatte, aber nicht mehr so genau wusste, woher er ihn kannte. Die zentrale, mit einem Dolch untermalte Frage war „Verräter oder Deserteure?“, ehe der kalte Stahl von Drusillas Kurzschwerter sich sowohl an die Kehle des Mannes legte, als auch eine Spitze direkt auf dessen Nierengegend eindrückt. Die Elfin gurrt darauf nur ein leises „Ganz Ruhig!“, ehe Ramius die wirklich wichtigen Frage stellen kann. Allerdings kann man auch nicht all zu viel erfahren. Scheinbar ist der Mann nur ein niederer Handlager des Kultes, der kaum in dessen tieferen Pläne eingeweiht ist. Die geraubten Schätze sollen nach Waterdeep gebracht werden und von dort aus weiter zu einer von einem Brok Lack geleiteten Unterkunft gebracht werden. Was danach folgt sei Unklar, allerdings gäbe es Gerüchte unter den Leuten, die etwas von einer schwebenden Festung und einer Maske der Drachenkönigin behaupten.
Nachdem man diese doch eher unbefriedigenden Informationen erhalten hat messern die beiden Gefährten nur noch den Kultisten und teuschen einen Raubüberfall vor, indem sie die Wertsachen des Mannes an sich nehmen. Man beschließt erst einmal weiter der Karawane zu folgen.

Dienstag, 5. März 2019

Review: Alita: Battle Angel



Okay, wahrscheinlich bin ich mit meiner Meinung zu dem Film eh schon fast zu spät dran. Nur leider haben mich die Umstände erst verhältnismäßig spät ins Kino gehen lassen. Aniways. Wie einige bereits mitbekommen haben sollten, bin ich seid 2002 ein Anhänger der Manga Serie von Yukito Kishiro und bespreche die ursprüngliche Veröffentlichung hier nach und nach auf dem Blog. Dementsprechend begeistert war ich auch, als ich letztes Jahr die ersten Trailer für die Verfilmung von Robert Rodrigues sah. (Und habe geflucht, als die ursprünglich geplante Veröffentlichung von Dezember auf Februar verlegt wurde.)

Worum geht es?

Im Kern ist es die bekannte Geschichte rund um Dyson Ido, der auf dem Schrottplatz unter der großen Himmelsstadt Zalem die immer noch lebendigen Überreste eines weiblichen Cyborgs findet. Dieser Cyborg, den Ido in einem unbedachten Moment den Namen „Alita“ anbietet, hat keinerlei Erinnerungen mehr an ihr vorheriges Leben. Insofern erfahren wir einiges darüber, wie sie nach und nach bestimmte Erfahrungen sammelt, dabei den vermeitlichen Taugenichts Hugo kennen lernt und sich in ihn verliebt. Wir erfahren Außerdem, dass Ido ein Doppelleben führen muss, Tags über als führsorglicher Arzt einer Klinik für Cyborgs, nachts über als getriebener Kopfgeldjäger, der über den Tod seiner Tochter nicht hinwegkommt und in gewisser Weise auf diese Art in Iron City aufzuräumen versucht. Und wir erleben, wie das Spiel „Motorball“ in Alitas Leben eine immer wichtigere Rolle zu einnimmt. Und immer wieder gibt es Spitzen auf eine Figur namens „Nova“, die von Zalem aus die Geschicke über Iron City zu lenken scheint.

Und all das zusammengefasst wird ein paar Leute hier vermutlich aufhorchen lassen: Alita: Battle Angel ist im Kern eine Zusammenfassung der Handlung der ersten drei Bände. Allerdings eher ein destilliertes Kondensat davon, als vielmehr eine simple Nacherzählung. Sehr viele, sehr ikonische Szenen des Forbildes lassen sich hier wiederfinden, allerdings schwingt auch immer wieder in gewisser Weise die Frage mit, wie man die entsprechende Szene herbeiführen kann. Das macht über weite Strecken dann auch einen unglaublich gemischten Eindruck, was die einzelnen Fassetten der Erzählung angeht. Während Alita über den Versuch herauszufinden, was ihr „Adoptivvater“ Nachts treibt über erste Erinnerungslücken stolpert und dann selbst den Berserker-Körper findet, der ihr später ihre Form gibt, Zeitgleich aber mit Idos ehemaliger Frau tatsächlich eine gänzlich neue Hintergrundgeschichte in das ganze Gebilde einbaut, die bis dahin gar nicht existiert hatte.
Und das ist genau das, was einige Dinge in dem Bereich gerade ausmacht: Die Geschichte ist die gleiche, doch werden unzählige Elemente neu interpretiert und angeordnet. Und daurch das man sich aus gleich drei Bänden weitestgehend bedient wirkt einiges gehetzt, anderes Gestreckt und bei manchen Sachen hat man gar nicht diese Form der Figuren in der Interaktion vor dem eigenen geistigen Auge gehabt. Alita wirkt bei sehr vielen Dialogen einfahc nur unglaublich Patzig, auch die romantischen Szenen mit Hugo verlieren irgendwie auf diese Weise ihren Charme.

Auf der anderen Seite hingegen bemerkt man aber, dass dieser Film gerade erst durch CGI überhaupt möglich wird: Die „technologie“, die die Cyborgs überhaupt erst möglich macht, ist so dermaßen Computergeneriert, wie es auf teufel komm raus nur geht. Und gerade das macht die Bilder des Films überhaupt erst beeindruckend. Die Stellenweise follkommen durchgeknallten Cyborgkörper und ihre jeweiligen Waffen, die auf eine sehr beeindruckende Weise zur Schau gestellt werden haben schon etwas ungemein packendes.

Und zum Schluss ist da natürlich noch Christoph Waltz. Die Tatsache, dass er als Ido gecastet wurde scheint ein wenig kritisch aufgenommen worden zu sein. (Zumindest in einigen Bereichen der Community.) Wenn man jetzt allerdings mal den Vorwurf des Whitewashings beiseite schiebt, macht er trotzdem immer noch eine sehr gute Figur als leicht verwirrt wirkender, aber dennoch liebevoller „Adoptivvater“, der irgendwie mit der Welt klar zu kommen versucht, in der er lebt.
Ehrlich gesagt: Ich fand gerade die Szene unglaublich schön, in der sich Ido weigert, Alita den Berserker-Körper zu geben. Hier kam irgendwie der Charme eines Teenie-Eltern-Beziehung rüber, als Alita ihren Wutanfall an einem Metalltisch auslässt.)

Wenn man also all diese Faktoren zusammenträgt bleibt am Ende zwar ein stellenweise etwas wirrer Film übrig, der nicht verheimlichen kann, was er da auf 122 Minuten Spielfilmlänge vom Vorbild zusammenpresst, aber insgesamt löst er diese Schwächen trotzdem gut genug, um immerhin als Popcornkino selbst mit dem notwendigen Hintergrundwissen immer noch zu funktionieren. Man muss also kein Fan des Vorbildes sein, um zu verstehen, was hier eigentlich abgeht.

Man könnte zwar einiges immer noch in der gesamten dramaturgischen Spannung besser lösen und hier und da ein paar Szenen anders aufbauen, um das Zusammenspiel nicht nur so aufzubauen, dass es wie Teenager auf Hyperhormonen wirkt. Trotzdem funktioniert der Film aber nicht nur als reines Effekt-Feuerwerk aus dem Computer. Von daher ist die Umsetzung keine Enttäuschung für sich.

Montag, 25. Februar 2019

Rezension: Frisches Blut, Alte Wunden (Hack/Slash Band 07)

Cover: Frisches Blut, Alte Wunden
Hack/Slash 07
Verlag: crosscult-Verlag
Technisch gesehen würde ich hier einfach nur schreiben: Die blutige Orgie der spritzenden Gedärme geht weiter. (Oder wie man auch immer Tim Seelies Persiflage auf das Genre umschreiben will.)

Inhaltlich haben wir es bei „Frisches Blut, Alte Wunden“ mit einem Sammelband zu tun, der wieder einmal drei unterschiedliche Geschichten zusammenfasst.

In „Söhne der Menschen“ wendet sich der im letzten Band eingeführte „Samhain“ an Cassie und Vlad mit der Bitte ihm dabei zu helfen, eine Person aus den Fängen einer Organisation zu befreien, für die er anscheinend zuvor gearbeitet hat. (Dabei werden einige Dinge noch einmal genau betont, die im Grunde schon im letzten Band eigentlich klar waren – so pi mal Daumen.) Wir erfahren über Andeutungen die komplette Originstory dieser neuen Figur, die in eine Geschichte welche sich lose an die „Insel des Doktor Moreau“ anlehnt eingebettet ist. (Auch wenn ein paar mal entsprechende Vergleiche mit Pooch gezogen werden, die nicht ganz so unterhaltsam sind.)

In „Gegner und Glückfälle“ verschlägt es Cassie und Vlad nach Chicago. Hier scheint der Slasher, der die beiden vor Jahren zusammengeführt hat, wieder auferstanden zu sein. (Das alles im Rahmen eines Haufens an Wundern, die etwas mit Glückbringern in Form von Untoten Madonnen zu tun haben.) Allerdings betreiben hier nur zwei dumme Mädchen ihre eigene Form einer „Father Wrath“-Geschichte.

„Trau keinem Fisch“ ist ein Wiedersehen mit Taber und der kleinen Ortschaft Haverhill, die urplötzlich angefangen hat Cthulhu anzubeten.

Den Abschluss macht dann noch ein kleiner Kurzcomic als Dreingabe, der Schwarz-Weiß gehalten wurde und auf gerade mal 4 Seiten einen kurzen Zusammenstoß mit dem Mythos der bloody Mary beschreibt.

Storymäßifg muss man hierbei sagen, dass sich so langsam aber sicher eine gewisse Blaupause eingeschliffen zu haben scheint, wie man entsprechende Geschichten erzählt. (Dieser Eindruck kommt vor allen Dingen deshalb hierbei auf, weil sich so viele Motive innerhalb dieser Geschichten auf der einen oder anderen Weise wiederholen, die man bereits aus den vorangegangenen Bänden kennt. Man könnte anhand dieser spezifischen Geschichten jetzt natürlich sagen, man hätte eine Melange aus den entsprechend „stärksten“ Geschichten aus den vergangenen Serien geschaffen. (Auf der anderen Seite gibt es bei diesen doch sehr starken Wiederholungen hier auch die entsprechende Interpretationsmöglichkeit, dass hier einfach nur in einer sehr ideenlosen Phase versucht hat, durch eine simple Variation des bereits bekannten Zeugs Zeit zu schinden.) Potentiell betrachtet ist das hier also der allerschlimmste Trash-Band schlechtweg. Sämtliche Geschichten wirken auf diesem Weg wie schlechte zweite Teile, die von vorher bereits bekannten B-Movies bestand hatten. (Ob das jetzt also eventuell doch eine gewisse Planung dabei war, weiß keiner soweit.) Ich werde dieses entsprechende Urteil hier nicht fällen.

Der Punkt bei der ganzen Sache, weswegen ich aber beide Möglichkeiten dabei offen lasse ist folgender: Der Zeichenstil von Hack/Slash ist selten auf dem Niveau gewesen, was allgemein hin immer als „Hervorragend“ bezeichnet wird. Das erwähne ich insofern, weil mir über die Jahre innerhalb der deutschen Comic-Affinen-Comunity immer eine bestimmte Sichtweise auf die Qualität bestimmter Zeichner insofern aufgefallen ist, dass manche Leute eher einen Stil zu bevorzugen scheinen den man als „Fotorealistisch“ umschreiben könnte. Das ist deswegen erwähnenswert, weil die Serie normalerweise zwar nicht vollständig in diese Richtung geht, allerdings mit den regulären Zeichenweisen eben genau in diesem Bereich eine Annäherung machte. (Inkusive der entsprechenden Coloration.) Und das ist das zentrale bei dieser Sache: Jede einzelne Geschichte ist (bis auf das Ende von „Trau keinem Fisch“) eben nicht in diesem Stil gehalten. Es ist sogar Meilenweit davon entfernt. Wenn wir kunsthistorisch an die Sache herangehen würde, ist der Stil am ehesten als „Expressionistisch“ umschreibbar. („Trau keinem Fisch“ hat hingegen den gleichen Stil gehalten, den die vorherige Ausgabe von Taber schon hatte.)

Das verändert ein wenig den Fokus, den die entsprechende Geschichten insgesamt haben. Wie gesagt: Alles unter der Interpretation betrachtet, die die entsprechend positifste Sichtweise auf die ganze Geschichte ist. Das aber hat einen ganz bestimmten Fokus, der erst dann aufgehen würde, wenn entsprechend andere Erzählungen folgen. Betrachten wir diesen Band also wieder mal einfach nur als überleitende „Zwischenepisode“.

Fazit


Dieser Band ist mir in so vielen Faktoren schleierhaft, dass ich für den Augenblick keine wirkliche Wertung abgeben will. Er würde funktionieren, wenn auf lange Sicht hier wirklich ein paar Dinge ins Spiel kommen, die vorerst noch nicht absehbar sind. Der Punkt bei dieser gesammten Sache ist jetzt folgender: Entweder wir haben hier eine ziemlich billige Variation der Geschichten, die in den vergangenen fünf Bände aufgetaucht sind, oder aber und das wäre dann wirklich eine ziemliche Überraschung, die ganze Geschichte wird ab hier dermaßen großer Mindfuck, dass man wirklich überrascht werden kann. (Sollte das, was Samhain in diesem Band als Andeutung zugeschrieben wird, z.B. tatsächlich eintreffen, dürfte zumindest auf der Ebene der potentiellen Beziehungen einiges an Überraschungen ins Haus stehen. Aber wie heißt es so schön: Warten wir den ganzen Kram einfach ab.

Montag, 18. Februar 2019

Rezension: Zeit zu Lieben, Zeit zu Slashen (Hack/Slash Band 06)

Cover: Zeit zu Lieben, Zeit zu Slashen
Hack/Slash 06
Verlag: crosscult
Der fünfte Band endete mit einem absolut traumatischem Erlebnis für Cassie Hack, weil sie nicht nur über Herbert West stolperte, der ihre Mutter wiederbelebt hatte: Sie musste auch noch das komplette Trauma der Lunch Lady wieder erleben und ihren Vater – den sie zum ersten mal in ihrem Leben sah – direkt in einem Feuer bererdigen. Die Folge daraus ist, dass sie in einem katatonischem Zustand auf der Matratze des Vans liegt und selbst Vlad sich nicht mehr weiter zu Helfen weiß, als sich ausgerechnet an Georgia zu wenden und sie um Hilfe zu bitten.
Was danach folgt ist… mehr oder weniger ein Aufbereiten des Falles Rund um Six Sixx. Aus der Dimension Neff taucht ein erneutes Wesen auf und versucht Pouch ans Leder zu gehen. Außerdem landet Cassie aufgrund der Verdächtigung eine Mörderin zu sein (die von einem Medium stammt) ins Gefängnis und zu allem Überfluß bricht dann erneut die Interdimensionale Hölle mit allerlei kosmischem Spukgestallten von Jenseits der Schwelle wieder auf.
Und eine neue Figur wird mit Samnhain eingeführt, die scheinbar irgendwie Lose etwas mit einer Art Slasher-Kult zu tun hat. (Jedoch bleibt dieser Band ersteinmal eine Antwort darauf Schuldig, was Samhain ist und in welche Richtung er sich letzten Endes entwickeln soll.

Ich hatte bereits in der Rezension zum vierten Band vermutet, dass Hack/Slash einen Ansatz zu deutlich mehr Drama zu nehmen scheint. Hier macht sich das Ganze mehr oder weniger eindeutig klar. Jede Figur aus der Serie muss urplötzlich Entscheidungen fällen, an derem Ende tote Menschen sich befinden. Und es bleibt unklar, ob und wie das Ganze sichentuell langfristig noch verändern wird. Für den Augenblick werden an deiser Stelle wohl nur Grundsteine geschaffen, die Langfristig einen gezielteren Storybogen entwickeln werden. (Zumindest wäre das für den Augenblick meine Vermutung.) Denn Zeitgleich werden in diesem Band (respektive in seiner entsprechenden Beschreibung) einiges abgeschlossen/abgebrochen, das bis hierhin etwas ziellos wirkte. Zwar durchaus passend, indem man auf das zurückgreift, was bis hierhin schon passiert ist (vor allen Dingen in direktem Zusammenhang zu dem erwähnten Abschluss.) Aber: Dieser beinahe Tabula-Rasa-Ansatz, der jetzt höchstwahrscheinlich nur den ursprünglichen Status Quo erstmal wieder aufbaut um dann Langfristig auf den vermutlich zu erwartenden „neuen“ Zustand hinzuleiten, ist schon irgendwo komisch. Wir müssen also abwarten, inwieweit man durch den Durchbruch aus den zu vielen Klischees, die dann auch noch hier und da als „Kinki“-Ansatz schlecht bemüht wurden, jetzt wirklich einen besseren Plot auf lange Sicht erwirkt.

Blieben also noch ein paar Erwähnungen zum Stil: Es sieht so aus, als hätte sich die Serie so langsam aber sicher an dieser Stelle auf einen Cell-Shading artigen Grafik-Stil eingeschossen. Das ist für sich betrachtet nicht unbedingt schlecht. Die stark flächige Colorierung, die nicht wirklich viel Farbtiefe erzeugt ist einfach zu erlangen und kann durchaus zu überzeugenden Ergebnissen führen. Das Problem dabei ist nur, dass es dieser Frafik-Stil wensentlich überzeugender Aussieht, wenn man mit starken, knalligen Farben arbeiten kann. Mit der hier eher dunklen Atmosphäre der gesamten Serie muss man dabei natürlich eher auf gesetzten Farbtönen zurückgreifen. Das funktioniert zwar hier. (Man bemerkt also, dass die Macher ihr Handwerk verstehen.) Kann aber durchaus auch nach hinten losgehen. Wir müssen also abwarten, wie sich die Serie mit diesem speziellen Grafik-Stil also weiterentwickelt.

Fazit


Es tut einem Stellenweise in der Seele weh, was hier alles passiert, um aus den Menschen wieder Monster zu machen, aber insgesamt ist dieser sechste Band unglaublich schön aufgemacht und macht Spaß zu lesen. Nicht zuletzt, weil jetzt endgültig auch mal aufgezeigt wird, dass die Figuren eben nicht kaltblütige, hardherzige Mashcinen sind, die nichts mehr berührt, sondern Menschen. Und diese zerbrechen nunmal gelegentlich.

Montag, 11. Februar 2019

Rezension: Tamaki Nozomu: Dance in the Vampire Bund (Band 05)

Cover: Dance in the Vampire Bund
Band 05
Verlag: tokyopop
Mit dem fünften Band von Dance in the Vampire Bund geht es wieder in Richtung „Unruhen hoch Zehn“. Eigentlich wird nur das Chaos, dass sich hinter dem Inhalt der letzten Bände versteckte erneut aufgegriffen und in einem weiteren Punkt aufgebaut. Das Ganze zeigt sich letzten Endes dadurch auf, dass ein russisches Schlachtschiff mit dem Fürsten Ivanow an Bord in das Gewässer Japans eindrinkt und einen Angriffskurs auf den Bund fährt. Dem folgen dann weitere Übergriffe, die sich jeweils den anderen Vampir-Fürsten zuordnen lassen.
Zu allem Überfluss wird dann auch noch Mina entführt und durch einen beinahe perfekten Doppelgänger ausgetauscht. (Und niemand merkt etwas davon, dass neuerdings der Ton im Bund deutlich kälter geworden ist, während die Prinzessin verzweifelt zu entkommen versucht.)

Ziehen wir mal die Sache von der Seite auf, die sich mir im Moment eröffnet: Wir haben hier eine Grundsätzliche romantische Erzählung, bei der es darum geht, das zwei sehr widersprüchliche Individuen irgendwie zusammenkommen, ohne zusammen sein zu dürfen. Dann gibt es darum eine unglaublich verachtende kultur von Personen, die allesamt nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Um das in irgendeiner Weise glaubwürdig hinzubekommen, werden sehr viele, sehr unterschiedliche Personen zusätzlich eingeführt, um zu einen die besondere Rolle zu unterstreichen, die die „Machthaberin“ in diesem Szenario einnimmt, weil ihr im Grunde nur all zu bewusst ist, was eine unterdrückte Minderheit durchmacht. Und um einen letzten, alles entscheidenden Twist hineinzubekommen, wird so etwas wie eine „normale“ Ansammlung von Beziehungen mit hineingebracht. Beziehungen, die den Anschein der Normalität ermitteln. Das Problem bei der ganzen Geschichte ist dann lediglich, dass hier mit einem mal zu viele konstruierte Zufälle aufeinanderfallen. (Plus die Tatsache, dass alles Ohnehin ein starkes Science Fiction Szenario ist.)
Am Ende ist dann das alle verbindende Element mit einem mal ausgerechnet ein wesentlich pubertäreres Moment. Etwas „Mädchenhaftes“. Und das alles nur, weil ein bestimmtes Element gewisse Faktoren falsch interpretiert hatte.
Und genau da wird jetzt einiges sehr problematisch für mich: Wie ich bereits zum ersten Band geschrieben habe mag ich eigentlich sehr viel von den Grundvorraussetzungen. Das Zusammenspiel zwischen Akira und Mina ist insgesmat sehr interessant. In der Kombination mit andere Faktoren wie der gesammten Idee, dass die Vampire an die Öffentlichkeit einer modernen Welt treten und dabei eigentlich nur versucht sind, ein eigenes, unabhängiges Territorium zu schaffen in dem sie für einen Augenblick verweilen können.
Und diese hohe Koketterie zwischen den Widersprüchen, die Minas äußere Gestalt und betreffen und ihre „wahre Gestallt“, die mehr ihrer Erfahrung zu entsprechen, macht eigentlich einen hohen Reiz an sich aus. (Auch wenn ich mich schon seid Jahren frage, ob es so etwas wie ein „Stadartdesign“ im Manga-Bereich gibt. Zumindest fallen mir in der Regel über die Jahre verteilt kaum wirkliche Unterscheide in der Gestalltung der entsprechenden Figuren auf, welche die jeweiligen Panels füllen. Es hat erweckt manchmal den Eindruck, als würden die meisten Comcis aus dem Land der aufgehenden Sonne alle von derselben Person gezeichnet.)
Aniway: Der Punkt bei der gesammten Sache ist, dass hier in gewisser Weise jetzt nur noch sehr wenig Möglichkeitne übrig bleiben, worauf die Geschichte hinauslaufen könnte. (Und keine der mir gerade vorschwebenden Optionen empfinde ich persönlich aus einer rein subjektiven Sicht besonders Reizvoll.) Von dahe rmuss man zu diesem Zeitpunkt sagen, dass die Serie zwar auf eine sehr starke Art und Weise überaus Reizvoll begonnen hat, danach aber einen dummerweise sehr dummen Abwärtstrend hingelegt hat, um mehr Drama in die Geschichte zu bringen. Für den Augenblick weiß ich einfahc nicht, ob ich wirklich weiter gehen möchte.

Fazit


Für den Augenblick ist es schwer zu sagen, was man hiervon halten soll: Die Serie hat eigentlich recht viel Versprechend angefangen, was den sehr herzlichen Ton anbelangte. Eine unglaublich alte Vampirin entdeckt bei sich so etwas wie höhere Verantwortung und einen Drang so etwas wie die eigenen Menschlichkeit wieder zu erlangen. Und dann hat sich irgendwie eine ständige Abwärtsspirale innerhalb des Tons entwickelt. Ein haufen Arschlöcher wurden als Figuren eingeführt. Und die wenigen bis dahin sympathischen Figuren bekamen zusätzlich noch einen extrem Grauschleier verpasst. Am Ende blieben dann eigentlich nur noch sowas ähnliches wie „Monster die sich zu benehmen wussten“ übrig. (Und ein einige schlechte Szenen, die sich im abgang wie ein gewalltiger, sexistischer Machttripp anfühlen, was entsprechende erniedrigende Gesten anbelangt.) Der ganze Quatsch könnte eventuell noch zu retten sein, allerdings glaube ich für den Moment noch nicht so ganz daran. Also muss man wohl wirklich nur bawarten, was hier tatsächlich noch passieren könnte.

Montag, 4. Februar 2019

Rezension: Tamaki Nozomu: Dance in the Vampire Bund (Band 04)

Cover: Dance in the Vampire Bund
Band 04
Verlag: tokyopop
Ich hatte ja schon in der Rezension des dritten Bandes gesagt, dass dieser so etwas wie zwischending von Eindruck her ist. Und tatsächlich verschiebt sich aktuell der entsprechende Fokus sehr stark weg von den Vampiren im eigentlichen Sinn.
Klar: Erst einmal bleibt es bei der Tatsache bestehen, dass Mina Tepes ein Haar gekrümmt wurde und jetzt alle möglichen Institutionen, die die Vampire des Bundes bis jetzt aufgebaut haben, am Rad drehen. Hauptverdächtiger ist Yuki, weil man davon ausgeht, dass die entsprechenden Nanomaschinen von ihr verabreicht wurden. Allerdings stellt sich auch heraus, dass die entsprechende Technologie eigentlich als Waffe für die Prinzessin entwickelt wurde und dann von den entsprechenden Feinden gestohlen wurde. Der Punkt bie der ganzen Sache ist nur, dass der Fokus der Erzählung sich danach immer mehr auf Akira einlenkt. Wir wussten durch die Einführugn von Angie, dass bei den Werwölfen des Erdklans ein spezielles Ritual haben, bei dem nur Akira und Angie überlebt haben.
Was sich jetzt herausstellt ist, dass der Anschlag auf die Prizessin anscheinend sehr viel mit diesem sehr spezifischen Ausgang zu tun hat. Nach und nach kommen immer wieder einzelne Details heraus, die darauf hindeuten, dass Akira von einem weiteren Werwolf verfolgt wird, der sich aber keiner spezifischen Fraktion zuordnen lässt.
Als danach eine größere Gruppe fremder Vampire rund um die Verwandte eines der verstorbenen Mitglieder von Akiras alter Reifeprüfung noch auftaucht, die Asyl suchen, weil sie die einzigen, scheinbar immunen Individuen aus dem Herrschaftsbereich der Fürsten Lou sind, der sich ebenfalls vor der Nanomaschinen-Seuche zu bewahren versucht, wird die ganze Angelegenheit immer noch komplizierter.

Ich will soviel dazu jetzt nur noch sagen: Alles stellt sich am Ende als ein Verbrechen aus Leidenschaft heraus, bei dem eine einzige, fehlgeleitete Person sich zu stark auf jemand anderen fokussiert hatte.

Technisch geht es bei diesem Band jetzt gar nicht so sehr um die spezielle Beziehung zwischen Mina und Akira. Viel mehr geht es darum, dass Akira jenseits der Prinzessin ebenfalls ein anderes Leben bereits geführt hatte und jetzt damit ringt, welche Position er genau innehat. Da gibt es halt eben seine Freunde, die er während seiner Schulzeit gewonnen hat und da gibt es seine Vergangenheit als Mitglied von Beowulf. (Welche ja irgendwie auch seine Gegenwart darstellt.) Jedenfalls ist der Punkt bei der ganzen Sache, dass man hier vermutlich eines der letzte, extrem wichtigen Puzzletiele dieses gesammten Settings in die Hand gedrückt bekommt, was dann über entsprechende Expositionen dargestellt wird. Man erfährt Schrittweise wie die Welt der Werwölfe tickt. (Und vor allen Dingen: Warum das in der Idee des entsprechenden Autors notwendig war.) Das macht zwar Spaß, wirft aber gelegentlich ein paar sehr seltsame Aspekte auf. (Weswegen die Frage auch mal wieder offen steht, warum jetzt eine dermaßen seltsame Interpretation von Romantasie hier mitschwinkt. Es ist definitiv nicht romantisch im eigentlichen Sinne.Dennoch schwinkt immer wieder ein kleines Stück von Zuneigung zwischen einzelnen Figruen mit.)

Fazit

Dieser Band hat einen sehr seltsamen Spinn, wenn man bedenkt, dass er eben genau das erfüllt, was man von ihm erwartet hatte. (Na, okay: Was ich von ihm erwartet habe.) Allerdings muss man dabei sagen: Es ist so unglaublich seltsam, wie gut dieser seltsame Spinn auf der anderen Ebene funktioniert. Ich will nicht behaupten, dass ich jetzt vollkommen begeistert bin, aber ich finde immer noch, dass Dance in the Vampire Bund eine weitaus lesenswerterer Geschichte ist, als es beispielsweise „Twilight“ jemals sein könnte. (Und das deutlich ironiebefreiter Ausformuliert, als es so manche Meme-Bilder sein könnten, die zu dem Thema existieren.)

Aber genau deswegen bleibt diese in ihrer unglaublich langsamen Erzählung doch sehr dramatische Geschichte immer wieder spannend. Es ist ziemlich ungewöhnlich, allerdings macht das irgendwie auch den spannenden Faktor der Überraschung aus, den diese Serie immer wieder mal auslösen kann.