Montag, 3. Juni 2019

Rezension: Matra Milan: Talisman Himari (Band 08)


Cover: Matra Milan
Talisman Himari
Band 08
Verlag: Planet Manga

Das übliche Geplänkel in dieser Serie geht weiter. Zum einen schaffen es die Mädchen Rund um Yuuto die neunschwänzige Füchsin zu besiegen. (Auch wenn das in diesem Bereich nur in Form eines „In die Flucht schlagen“ geschieht.) Der Kern dieses Bandes ist allerdings eine andere Geschichte: Mit einem mal gehen an der Schule von Yuuto gerüchte rum, dass verschiedene Schüler, die noch sehr lange Lern-Sessions eingelegt hatten, entkräftet zusammengebrochen seien, nachdem sie einen Geist gesehen hätten. Was danach passiert ist owhl mehr oder weniger zu erwarten: Angeheizt durch Kuesu (die, wie man nach und nach erfährt über Hitsugi Yakouin einen Tip erhalten hatte) kommt es also zu etwas wie einer Nachtbesichtigung des Geländes.
Was daraus folgt ist dann eine entsprechende Geistergeschichte, bei der sich sehr viele weibliche Figuren an eine bestimmte andere Figur verzweifelt klammern können, um ihre „Vorzüge“ gegen den entsprechenden Arm zu pressen. Der Punkt bie dieser ganzen Sache ist dann letzten Endes allerdings etwas anderes: In dieser Geschichte kommt es natürlich wieder zu einem weiteren Konflikt und gegen Ende muss Yuuto sich demnach nicht nur diesen Momenten erwehren, bei denen einem nicht so ganz klar ist, ob er sie als Figur jetzt genießt oder eher verstörrt ist, sondern auch noch die entsprechenden Fähigkeiten erlernen, welche ein Überleben (und vor allen Dingen Erreichen seiner Ziele) überhaupt erst möglich machen. (Und das alles natürlich unter den kritischen Augen sämtlicher Oni-Töter, wenn auch unbemerkt.)
Das Macht halt eben irgendwie den Reiz dieses Bandes aus: Irgendwie scheint jeder an dem Aspekt der „Entwicklung“ einer Person interessiert zu sein. (Und dadurch spielt das Konzept von „Zukunft“ in allen möglichen Varianten hier eine Rolle.) Die Frage, die aber jeden dabei aber immer interessieren dürfte ist halt der Punkt, welche Dame am Ende das Rennen machen wird. (Zumindest ist das die Perspektive des Lesers.)

Insgesamt aber bleibt dieser Band leichte Kost. Das Harem-Genre kombiniert halt jeweils leichte Aktion mit einigen Comedy-Aspekten und das alles kombiniert mit deisem sehr speziellen Faktor, der aus dem Umstand resultiert, dass der Protagonist hoffnungslos damit überfordert ist, von den weiblichen Co-Charakteren umworben zu werden. Dass das in den Beispielen, die ich bis hierhin gelesen habe irgendwie immer in diesem starken „Echi“-Ramen bleibt sollte wohl nicht unbedingt verwundern. Und auch das die Figuren meistens bestimmte, Archetypische Rollen dabei einnehmen, was Klischees von weiblichen Figuren angeht, mag stellenweise überzogen wirken, allerdings funktioniert dieser ganze Quatsch halt sehr gut. Von daher passt auch die Tasache, dass hier irgendso ein komisches Zwischending bemüht wird, dass entsprechende Comedy-Elemente mit einer ganzen Menge andeutungen von Verschwörungs-Drama kombiniert. (Und dann immer wieder diese entsprechenden, irgendwie nicht ganz zusammenpassenden Szenen setzt, die mal mehr oder mal weniger in die Beziehungs-Ecke gehen und dann bruchhaft unterbrochen werden. Was ich schreibe hier gerade wirres Zeug? Kann gar nicht sein, wenn der Band stellenweise ins Szenen verfällt, die keinen Sinn machen.)

Für den Augenblick muss man halt sagen: Einiges hier passt nicht, anderes passt wieder sehr gut zusammen. Und es werden mal wieder eher zwischenschritte in diesen Band eingebaut in denen man eher etwas über bislang nur angedeutete Gruppe gob erfährt, die aber vermutlich auf die eine oder andere Weise noch von Bedeutung sein werden. Aber: Die Frage, wie die neunschwänzige Füchsin und ihr Companion Shouten-Douji im weiteren Verlauf der Geschichte noch für eine Rolle spielen bleibt auch hier erst einmal unbeantwortet. Es wirkt nur so, als würde sowohl eine gewaltige, übergroße Bedrohung aufgebaut, als auch ein etwas seltsames Moment eingebaut werden, dass eventuell eine andere Wendung aufbauen könnte, als die, die wir bsi jetzt erwarten.

Fazit

Würde ich diesen Band jetzt für sich allein betrachten müssen wäre der Inhalt eifnach nur ein gewalltiges Kauderwelsch voller Sinnlosigkeiten. Da mir aber immerhin die sieben vorangegangenen Teile geläufig sind weiß ich immerhin, dass hier „nur“ ein wenig zwischenspiel betrieben wird. Das macht die stellenweise sehr wirre, unstrukturierte Präsentation der Erzählung nicht unbedingt besser, aber immerhin ein wenig verzeihlicher, falls auf lange Sicht hier einfach nur ein anderer Punkt vorbereitet wird, der die entsprechende Erzählung in einen anderen Kontext setzen würde. Also bleibt meine abschließende Wertung in diesem Fall einfach mal wieder „Abwarten und Tee trinken“.

Montag, 13. Mai 2019

Rezension: Matra Milan: Talisman Himari (Band 07)

Cover: Matra Milan
Talisman Himari
Band 07
Verlag: Planet Manga
Zur Rezension des letzten Bandes hatte ich ja schon die Vermutung geäußert, dass im Verlauf der folgenden Bände vermutlich noch mehr über die Natur der Ayakashis auf die eine oder andere Weise offenbart wird. Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass die entsprechende „Auslösergeschichte“ ausgerechnet hier gleich nachgereicht wird: Der Band beginnt damit, dass Himari sich mit dem fliegenden Ayakashi unterhält, mit dem der letzte Band endete, und anschließend den Kampf sucht, um ihren jungen Herrn zu verteidigen.
Die Folge daraus ist allerdings auch, dass Yuuto einen kleinen Einblick in das vollständige Wesen seiner Beschützerin bekommt und daraus folgend anscheinend einen schweren Entschluss fasst: Er nimmt sein Schicksal als Oni-Töter an, wobei der Grund dahinter anscheinend eher der ist, Himari zu beschützen. Und darauf folgt dann eine Menge hartem Trainings, allerdings werden auch weitere Figuren einegführt, die man auf beiden Seiten bislang nur Angedeutet hatte. (Von daher werden jetzt wohl auch die Oni-Töter-Familien nach und nach weiter beleuchtet werden, aber vermutlich auch die Ayakashis, die sich um den neunschwänzigen Fuchs formieren.)

Den Abschluss bildet dann ein Tag in einem Feriengebiet fürs Schiefahren. Hier bitten die anwesenden Ayakashi Yuuto um Hilfe, wozu er auch durchaus bereit ist. Allerdings kommt es hier zu einer verfänglichen Situation: Ausgerechnet in einem Onsen, in dem es bereits zu einer etwas verfänglicheren Situation zwischen Yuuto, Liz und einer Schneefrau gekommen ist, macht sich mit einem mal die neunschwänzige Füchsin an Yuuto ran. (Unerkannt wohlgemerkt. Zumindest fürs Erste.)

So langsam wird die ganze Geschichte mehr und mehr zu einer Erzählung über das Erwachsenwerden. In diesem Band sieht man zum ersten mal tatsächlich Brüste dargestellt. (Also, die Blankgezogene Variante wohlgemerkt.) Der Punkt dabei ist aber auch, dass auf diesem Weg das „um Yuuto ringen“ eine wesentlich neue Dimension erlangt, weil hier anders als Bislang nicht das vermeitliche „Eigentumsverhältnis“, sondern tatsächlich das Thema physischer Weiblichkeit dabei zum Tragen kommt. (Kombiniert man das dann noch mit Himaris kurzem Ausraster, der die Katze als eine deutlich finstere Person darstellt, könnte man – angesichts der Tatsache, dass Yuuto der Protagonist in diesem Kammerspiel ist – auf die Idee kommen, dass der zentrale Kniff an diesem Band eine gar nicht mal so unwahrscheinliche Angst vor dem erwachen der weiblichen Sexualität zum Thema hat…. Und die zusätzlich in diesem Band eingeführte Hitsugi Yakouin mit ihrer Fähigkeit der Absoluten Wahrnehmung ist so etwas wie die zynische Biologie-Lehererin, die ganz genau weiß, wohin die Reise geht. (Ich bin ja schon still, was dieses Überinterpretieren von Dingen angeht.)

Punkt bei der ganzen Sache ist jedenfalls, dass dieser Band einen neuen Ton anschlägt, der so eventuell vorher noch nicht in der Serie war. (Und ich muss zugeben, dass ich für das Harem-Genre zu wenig Vertreter gelesen habe, um abschätzen zu können, dass sich solche Dinge im üblichen Rahmen abspielen.) Sollte sich dieser Ansatz wirklich aufrecht erhalten, dann haben wir hier wirklich einen sehr starken Vertreter des Echi-Vorwurfs. Allerdings bleibt es Abseits davon den Prinzipien einer leichten, seichten Comedy-Reihe rund um die erwachende Liebe unter Jugendlichen treu. (Okay, natürlich garniert mit den entsprechenden Faktoren die man schlicht mit dem Wort „japnisch“ umschreibt.)

Fazit


Gott, was soll ich jetzt dazu sagen? Der siebte Band dreht ein wenig an ein paar Stellschrauben und entlässt mit einem mal den Mädchen-Zirkus. Der Punkt bei dieser ganzen Sache ist halt, dass das Ganze dem Bild entspricht, dass ich bislang als „Stilmittel“ für das Harem-Genre identifiziert zu haben meine. Insofern macht das Ganze eigentlich alles Richtig, überdreht jetz tin diesem Band nru ein wenig, weil die weiblichen Figuren nochmal mit einer zusätzlichen Schüppe obendruaf präsentiert werden. Insofern ist das alles jetzt gerade, soweit man diesen Band für sich jetzt betrachtet, mit einem gewissen Geschmack versehen, aber ansonstne weiß der Band durchaus zu unterhalten. (Und ganz ehrlich: Wenn man nicht stellenweise damit rechnen würde, dass entsprechende Szenen existieren, würde man nicht unbedingt auf eine solche Reihe zurückgreifen, was die eigene Untrerhaltung betrifft.) Insofern kann man im Moment eigentlich nur reinen gewissens sagen, dass die ganze Sache „nett“ ist. Inwiefern da aber mehr bei herumkommt, muss man wohl wirklich jetzt abwarten.

Montag, 29. April 2019

Rezension: Matra Milan: Talisman Himari (Band 06)

Cover: Matra Milan
Talisman Himari
Band 06
Verlag: Planet Manga
Eigentlich müsste man sagen, dass es in dem sechsten Band der Serie „Talisman Himari“ im Kern um den Aspekt des Wundenleckens geht. Allerdings ticken dann einige Figuren selbstständig aus, um dem Ganzen ein paar neue Züge zu verpassen.
Im Kern dreht sich nämlich vieles um Shizuko, die sich sowohl an Kuesu als auch an Himari wendet, weil sie so etwas wie eine sehr späte Rache nehmen will. (Das Zeitgleich die beiden neuen Ayakashis Tama und Shouten-Douji kanibalisch durch die Gegend ziehen und für Ärger sorgen, muss man hier nicht großartig erwähnen, denn sie spielen für diesen Band keine wirklich zentrale Rolle.)
Der Punkt bei der ganzen Angelegenheit ist halt, dass es hier über das so unglaublich typische Spiel um „Rache an den Oni-Tötern“ geht. Nur das im Falle vond ieser Geschichte halt eben mal ausnahmsweise nicht Yuuto das Ziel ist.Ganz im Gegenteil: Hier wird eigentlich einmal das Komplette Repertoir an Charakteren bemüht, die über die letzten Bände eingeführt wurden, um eine ganz bestimmte Charaktereigentschaft klar aufzuzeigen: Würden diese ganzen jungen Damen eben nicht von Yuuto geleitet, währen sie alle durch die Bank weg Arschlöcher!
Und da sollte es wenig verwundern, dass der Abschluss des Bandes wieder in Richtung „sanfter Umwerbung“ 8mit all ihrer, genretypischer Aufdringlichkeit) geht und die Gruppe erneut zu einem Zustand der Normalität verfällt. (Und zwar ausgerechnet an Weihnachten.)

Das im weiteren Verlauf der Geschichte nochmal irgendwas im Busch ist, sollte niemanden mehr verwundern. Fakt ist, dass diese „Monster of the Week“-Plots, die Talisman Himari bis jetzt ausgemacht haben, immer wieder auf einen Status Quo am Ende hinauslaufen. Der Punkt dabei ist nur, dass dieser Status Quo dann immer wieder mit einem Meta-Plot kollidiert, der Gelegentlich dann doch Neuerungen in die Geschichte bringen muss. Und dadurch, dass der Aufmacher innerhalb dieser sehr speziellen Erzählung eigentlich den Aufhänger hat, dass ein „Jäger“ von seiner „Beute“ umgarnt wird, macht einiges dabei noch komplizierter. Anders als es Beispielsweise in der „Rosario + Vampire“-Reihe der Fall war, haben wir hier nicht direkt den Schutzgedanken als das verbindende Element, weil die gesamte Geschichte auf einem Versteckspiel als zentralen Twist aufbaut, sondern eben genau das Gegenteil: Alle Wissen voneinander, wer sie sind, ohne das jemand sich in irgendeiner Weise verstecken muss. Dadurch bekommt die Alltäglichkeit aber einen ganz anderen Fokus mit einem mal: Die Monster (und Monsterjäger) sind „Normal“ folglicherweise kommt von außen ein ganz anderes Element mit in die Geschichte, bei dem man sich dann irgendwann einer Form von Gefahr wirklich bewusst werden muss. (Was auch dazu führt, dass diese Geschichte irgendwie als eine Art Analogie zur Pubertät funktioniert.) Sei es drum: Die Geschichte der Gefahr dürfte hier weiterhin das zentrale Element bleiben. Meine Vermutung bei der ganzen Geschichte dürfte hier jetzt sein, dass man nach und nach bei jedem einzelnen der übernatürlichen Damen noch einmal einen derartigen Ausraster und entsprechende Antipathien in die Geschichte einfügen wird, die dann noch einmal auf der theoretischen „Familienzugehöigkeit“ wieder auflösen wird. (Da allerdings dann auch noch diese leicht kanibalischen Ayakashis durch die Gegend spazieren dürfte am Ende wohl irgendeine sehr starke Bedrohung noch anstehen.)

Das diese Form der romantischen Komödie stilistisch immer noch in ihren Konventionen gefangen ist, sollte jedem bewusst sein. Wir haben hier schlicht und ergreifend nichts neues, was man nicht auch bei anderen Genrevertretern in Variation ebenfalls finden kann. (Und das der grafischen Stil keinerlei Ausfälle an sich hat, sollte hier auch keiner Erwähnung mehr Wert sein.)
Insgesamt ist das hier also eine Geschichte, die wir als „solide“ Bezeichnen können. Es gibt kaum Überraschungen, allerdings taugt das Ganze zur Unterhaltung dann doch ganz gut.

Fazit


Talisman Himari bleibt auch in seinem sechsten Band einfach „nur“ ein guter Vertreter des Harem-Genres. Man kann hier keine spontanen Ausfälle erwarten, aber wer sich auch nur ein wenig mit den Konventionen auskennt, wird eben auch keinerlei wirkliche Überraschungen mehr erwarten dürfen. Das Ganze bleibt einfach nur angenehme Unterhaltung für Fans dieser Form von Geschichten.

Dienstag, 23. April 2019

Von der Fleischeslust? (D&D 06)


Okay, wer die letzte Woche hier beobachtet wird sich bereits denken können: Ich war etwas unter Zeitdruck den Spielbericht von der letzten Sitzung rauszuhauen, bevor wir uns am Karfreitag wieder trafen, um erneut in die Welt von Ravenloft abzutauchen. (Übrigens eine Wunderbare Tradition dieses Tanzverbot an bestimmten Feiertagen: Man muss das dringend auf weitere Tage ausweiten.) Anyway: Ich glaube so langsam bekommen unsere Charaktere gerade einen Eindruck dafür, warum Barovia ein dermaßen verfluchter Landstrich ist.


Und somit brachen die drei Gefährten, im Schlepptau das Geschwisterpaar Inack und Irina, in Richtung von Krest auf. Auch wenn nicht von Anfang an allen klar war, dass sie die Reise nicht innerhalb eines Tages gestemmt bekommen würden. Dies erfuhr man erst während der ersten Wegeststunden von Isnack, der dabei auch noch durchblicken lies, das er zumindest einen Großteil der Gegend im Umkreis von Barovia bereits erkundet hatte. Insofern war ihm auch der Weg nach Krest geläufig, auch wenn man dabei so oder so über Vallaki dabei reiten müsste.

Insofern ergingen sich Ramius und Ogen über ihre üblichen Diskussionen darüber, dass sie sich wunderten, wie in dieser abgeschiedenen Gegend inmitten des Nebels überhaupt genügend Nahrung produziert werden könnte, um die hiesige Bevölkerung am Leben zu erhalten. Ganz zu schweigen davon, dass hier doch je nachdem wie lange die „Herde“ für den Vampir erhalten geblieben werden müsste, doch auf lange Sicht neue Personen in die Meute eingeführt werden müssten.

Und das ging eine ganze Weile so, während man zwischendurch die üblichen Gegebenheiten architektonischer Natur betrachtete. Sowohl überquerte die Reisegruppe eine von steinernen Gargoylen gesäumte Brücke, als das auch ein weiteres Tor passiert wurde, das sich wie von Geisterhand öffnete. Und erst als man einen dichten Wald passierte, in dem einige Eichhörnchen entdeckt werden konnte gab sich zumindest Ogen einigermaßen zufrieden, was die möglichen Quellen für die Ernährung anlangte.

Jedoch sollte die gegeben Ruhe auch nur von kurzer Dauer sein. Denn kaum wurden die Palisaden von Vallaki, begannen die beiden diskussionsbedürftigen Personen in der Gemeinschaft sich mit einem mal über die Fähigkeiten von Vampiren zu unterhalten, wobei Ramius einiges an Wissen über die Brut eines einzelnen Vampirfürsten durchblicken ließ. Und als man schließlich Vallaki erreichte schaffte man es kurz vor der Sperrstunde der Stadt noch sich in die schützenden Pallisaden zu begeben. (Wenn auch nur mit sehr viel Überzeugungsarbeit, denn die mürrischen Torwachen wollten die Reisegruppe eigentlich auch so gar nicht erst ins innere der Ortschaft lassen.) Und während man ins inenre der Ortschaft ritt kam man zuerst an einem größeren Lagerhaus vorbei, ehe Isnack zielstrebig ein Gebäude ansteuerte, dass anstelle eines Namens auf der entsprechenden Aushangtafel das Abbild eines blauen Wasserfalls vorwies. Da dieses Etablissement das Einzige zu sein schien, was diese Ortschaft vorzuweisen hatte, stiegen die Gefährten hier ab und während Ramius die Pferde hinter dem Gebäude unterbrachte orderte Ogen im Inneren ein Zimmer für 5 Personen und eine Nacht.

Während die anderen anwesenden sich mit der im Zimmerpreis eingeschlossenen Suppe aus roter Beete begnügten orderte Ogen ein Steak vom Wolf, das entsprechend lautstark aus der Küche heraus zubereitet wurde. (Wolfsfleisch war sehr zäh, wie Ramius zu berichten wusste.) Und außerdem bekam man eine kurze Einführung in den örtlichen Weinanbau. Wie sich herausstellt bietet die Wirtschaft zwei Weinsorten an: Die eine nennt blauer Traubenmatsch und die andere verstampfter Drache. Zwar nehmen alle Reisegefährten den teureren Wein, jedoch ordert Ogen auch noch ein zweites Glas dazu, welches den deutlich günstigeren enthält… und stellt dann fest, dass es sich um Essig dabei handelt. Andererseits kippt sie dann diesen über das gebratene Stück Fleisch, uns sinniert, während ihr das komplette Steak noch aus dem Mund hängt, kauend darüber nach, dass man die hiesige kulinarische Theorie quasi über nacht dadurch revolutionieren könnte, wenn man dem hiesigen Küchenchef das Konzept von Marinaden nahe brächte. (Das einige andere Reisegefährten bei diesen Ausführungen nur eine Augenbraue hochzogen wurde dabei natürlich geflissentlich ignoriert.) Jedoch schien ein anderes Problem die Teiflinksdame auch nicht so ganz zur Ruhe kommen zu lassen: Da das örtliche Weingut sich Selbst als „Wizards of Wine“ bezeichnete, fragte sie sich, warum man als Zauberer seine Kräfte für Wein ausnutzen müsste. (Und der Einwand Drusillas, dass das Ganze vermutlich nur darauf zurückzuführen sei, dass man einen entsprechend auffälligen Namen bräuchte, war anscheinend nicht sonderlich überzeugend.)

Schließlich, als alle Fünf allein auf dem Zimmer waren, blieb noch eine Frage des Gesprächthemas offen: Warum zeigte Graf Strahd so ein großes Interesse an Irina. Es bedurfte allerdings eines entfernten Halstuches und der aktiven Entblößung der Bißmale durch Drusilla, bis Irina zumindest halbwegs Ehrlich die entsprechenden Details herausbrachte: Sie hatte keine Ahnung, warum ausgerechnet sie die Aufmerksamkeit des Barons auf sich gezogen hatte. Ihr Vater habe allerdings schon vorher die meiste Zeit über versucht, seine adoptierte Tochter immer vom Herrscher des Landes fern zu halten, bis dies aus irgendeinem Grund nicht mehr möglich wahr. Irina sei ein Findling gewesen, die allein Gelassen in der Wildnis aufgelesen und anstelle einer eigenen Tochter groß gezogen worden sei. (Somit blieb dann nur noch die Vermutung, dass der verstorbene Bürgermeister von Barovia eventuell mehr gewusst hatte, als er zuzugeben bereit gewesen war.) In diesem Sinne bekamen die drei Gefährten einen Schlüssel zum Haus von Isnack und Irina, um bei Gelegenheit die notwendigen Unterlagen durchzugehen, die man dort hätte finden können. Und irgendwann begann Drusillas Gesichtsausdruck zu verhärten und ihr Blick schwang eine lange Weile zwischen Ogen und Irina hin und her, ehe sie sich an Ramius wannte und diesen bat sich Ogens Hautfarbe um einiges Blasser vorzustellen. Sie wollte eine Bestätigung vom Priester haben, ohne das dieser sich von ihr direkt führen lies. Sowohl Ogen als auch Ramius reagierten unglaublich verständnislos aufgrund dieser Aufforderung, bis die Elfe leicht entnerft auf die Tieflingsdame zuging, Haare und Hörner mit den Hände verdeckt (was nichts daran änderte, dass immer noch die violette Hautfarbe und die Zähne des dämonischen Erbes zu sehen waren) und warf einen sehr langen, fragenden Blick auf Irina. Ramisu selbst brauchte danach noch eine ganze Weile, bis ihm ebenfalls auffiel, was die Elfe meinte: Wenn man wirklich sehr viel Vorstellungskraft bemühte viel auf, dass die Gesichtzüge von Ogen und Irina eine verblüffende, fast schon zwillingsartige Ähnlichkeit vorwiesen.

Der nächste Morgen wurde durch die unangenehme Kälte von Ramius entsprechenden Gebeten an seine Gottheit eingeleitet, der natürlich sämtliche Fenster aufgerissen hatte, um sein Räucherwerk entsprechend in den Himmel zu entlassen. Und während Ogen eher blass von der Nacht sich aufrichtete entdeckte Drusilla eine Fliege an der Wand, nach der sie einen Stiefel warf, der nur beinahe Ramius getroffen hätte.

Und während man sich für den Aufbruch bereit machte, was mit bedeutete, dass Ramius die Pferde hinter dem Gasthaus wieder hervorholte, nahm ihn der Wirt zur Seite und bat ihn, das er mitbekommen hatte, das die Reiseroute sich auf dem Weg nach Krest machte, dass diese eventuell auch bei seinem Weinlieferanten vorbeischauen sollte: Anscheinend war die entsprechende Lieferung mittlerweile seid über einer Woche überfällig.

Und als dann die Reisgroupe wieder Meilen auf der Straße gut machte, tauchte auf einmal eine Gestallt inmitten des Nebels auf, die der Kleidung nach für Ramius nach einem Udgar-Bararen aus Ferun aussah. Einem anderen Barbaren-Stamm, der mal mehr und mal weniger gut mit seinen Leuten auskam. Außerdem erkannte er den Mann als Untoten. Nach einem kurzen Austausch zwischen den Beiden, bei dem Ramius die Sprache der Udgar benutzte, welche natürlich weder Drusilla noch Ogen verstehen, geht der sich selbst als „Ragnar“ vorgestellte Mann dazu über Ramius anzugreifen, was Drusilla und Ogen zwar überrascht, aber auch nicht gänzlich auf dem falschen Fuß erwischt. Und während Drusilla erfolglos den Untoten über den Haufen zu reiten versucht, gehen ihre beiden Gefährten dazu über mal mehr und mal weniger erfolgreiche, magische Attacken auf das Wesen abzugeben. Das auffäligste, was Drusilla feststellen kann ist, dass der Untote überraschend viel einstecken kann, nach dem sie ihm einige schware Wunden zugefügt hatte, die dieser allerdings immer wieder zu teilen regenerieren konnte. Und so fand sich die Elfe zu ihrem eigenen Entsetzen mit einem mal in einer festen Umklammerung des untoten Barbaren wieder, der sie zu beißen versuchte, während Ramius und Ogen schließlich auf Blitze als Attacken umstiegen. Das hatte dann am Ende zur Folge, dass der Untote, den Ramius nach einigem Überlegungen später als Wiedergänger identifizierte, sich in einen Haufen übelriechende Asche verwandelte, allerdings die Elfe sich noch irgendwie rechtzeitig losreißen konnte, ohne dabei irgendeinen Schaden davonzutragen. (Ramius sammelte jedenfalls die Asche ein, um Ragnar zu einem späteren Zeitpunkt, bevor er sich einen neuen Körper geholt hatte, über seine Einsichten diese Zwischenebene betreffend, zu befragen.)

Der weitere Verlauf nach Krest verlief glücklicherweise Ereignislos: Man hielt zwar noch einmal kurz an einem Wegweiser an, der zum Weingut führte, wo ein leichtes, silbernes Glitzern am Wegesrand dazu führte, dass Drusilla einen silbernen Anhänger in Drachenform im Gras entdeckte, den sie sich einsteckte, aber das eigentliche Problem war Krest selber: Der Bürgermeister der Ortschaft motzte seien Fremdenfeindlichkeit hervor, weil er keinerlei Spione des Vampires Strahd in seiner Stadt dulden wollte und Fremde nunmal nichts vertrauenswürdiges darstellten. Er würde Maximal die Tore der Stadt als Zeichen der Gastfreundschaft öffnen, wenn man ihm im Gegenzug einen Gefallen vorher erwies: Der Wein war ausgegangen. Trotzdem konnte man ihn wenigstens davon überzeugen, dass Irina und Ismack in Sicherheit aufgenommen würden (zumal Ismack den Mann sogar kannte), damit die drei Gefährten sich bei einer gefährlichen Situation nicht auch noch als Babysitter beweisen mussten. Somit macht man sich auf den Rückweg, nur um dieses mal den Weg in Richtung des Weingutes einzuschlagen.

Vor Ort begegnen wir einer Gruppe Gestallten in Kapuzen, die beinahe wie Kultisten aussehen. Als sich die Drei den Personen nähern nehmen einige von ihnen die Kapuzen herab und einer von ihnen sieht aus wie eine deulich ältere Version des Wirts in Vallachy. Anscheinend handelt es sich hierbei um den Vater der entsprechenden Person, welche zerknirscht darüber aufklärt, dass einige Druiden, welche Strahd dienen, der von sich ja immerhin behauptet, er währe das Land, die Leute von ihrem Weingut vertrieben haben, um dieses zu übernehmen.

Als man sich also dem Weingut nähert kommen aus den Weinstöcken eine Gruppe Needleblight hervor, welche zum Angriff auf die drei Gefährten übergeht, aber durch die Spruchrolle „Sunburst“, welche Drusilla für Ogen noch vor einigen Wochen in Faerung erbeutet hatte, fallen diese innerhalb kürzester Zeit zu Asche. Das hatte allerdings zur Folge das deutlich kleinere Varianten von diesen Blights, die von einer Gestallt in Rüstung angeführt wurden, aus dem Weingutgebäude hervortreten. (Und garantiert wurden in den Folgenden Runden definitiv nicht mehrere „Ich bin Groot!“-Witze gemacht.) Ramisu und Drusilla konnten zwar mit einer Kombination aus Blitzen und anschlißenden Wurfmessern den menschlichen Kämpfer niederstrecken, die kleinen Blights aber forderten deutlich mehr Zeit mit sich, was nur dazu führte, dass immer wieder neue Wellen an Gegnern auftauchten. Am Ende waren es unzählige Blitze von Ramius, die den Tag retteten. Ogen, die dummerweise mit einem ihren Strahlen das Gebäude in Brand gesteckt hatte, wurde von einem der Blight-Angriffen niedergestreckt, konnte aber dank Refivify durch Ramius wieder ins Leben zurückgebracht werden… seltsam dabei wahr nur, dass sie mit einem ungewöhnlich lautem, entsetztem Schrei wieder zu sich kam. Am Ende wurde der letzte, sich auf dem Dach versteckte Gegner dadurch enttarnt, weil er das Gleichgewicht verlohrt, als Ramius einen Blitz ins Dach einschlagen ließ, um das Feuer durch den Regen gelöscht zu bekommen. Der Mann viel Krachend auf den Boden, rappelte sich auch und versuchte den Priester anzugreifen, nur um von einem weiteren Blitz aus dem Leben geholt zu werden. Dankbar, wie die Wizards of Wine waren, schickten sie ein Faß nach Valckys, während die drei Gefährten eines für die Ortschaft Krest mitnehmen konnten. Nur das Ogen auf dem Weg nach Krest über irgendetwas auf dem Weg stolperte, das sich als Tintenfaß herausstellte, das man nicht ansehen konnte, ohne das einem dabei Schlecht wurde. (Angebracht wahr eine Nachricht, dass das Ganze als Präsent von einem Verehrer zu verstehen sei.)

Und nachdem endlich der Alkohol wieder fließen konnte wurde man als Gäste im Haus des Bürgermeisters von Krest willkommen geheißen. Es gab nicht all zu viel zu erfahren, wichtig wahr nur, dass man sich nicht mehr daran erinnerte, wer der Abt der Heiligen Markovia jetzt genau sei. Man erzähle sich nur, dass er anscheinend seid 100 Jahren an diesem Ort sich befände, niemals gealtert sei und nur gelegentlich nach etwas Wein forderte, aber ansonsten zurückgezogen lebe. Einige der Bewohner Krests befürchteten sogar ob dieses Umstandes, dass der Abt eventuell nur Strahd in einer Maske sei.
Der Rest schien zumindest für den Augenblick von eher geringer Bedeutung zu sein. Nur das der Bürgermeister vor kurzem einen persönlichen Schicksalsschlag erlitten hatte, weil sein Sohn an einer Krankheit verstorben sei.

Da Ramius vom Wiedergänger noch die Asche hatte, versuchte er während der Nacht den Toten zu beschwören, um ihm einige Fragen zu stellen. Dumemrweise kam es zu etwas anderem: Anstelle von welchem Abbild auch immer erhob sich roter Rauch aus der Asche und eine Stimme fragte, wer es sich wagte den Herrn dieses Landes zu rufen. Irritiert blickten sich die drei Gefährten an und nur durch ein wenig herumgedruckse (Auch wenn Ramius feststellte das er natürlich ein gläubiger Anhäger – seiner Gottheit – sei) konnte man auf deise Weise vermutlich den ersten Kontakt mit dem Fürsten Strahd für sich verbuchen. Nur das dieser irgendwie der Ansicht war, dass die Gefährten ihm seine Braut bringen würden. Ramius versuchte zu erklären, dass hier anscheinend eine gesonderte Mauer der Toten existieren würde, an der Seelen nach ihrem Tod gelangen. Und das Stahd innerhalb dieser Zwischenebene anscheinend die Kontrolle über eben diese Mauer hatte, weswegen er sich als störender Faktor in den Versuch der Gefährten einschalten konnte, ein wenig Licht in die gesamte Situation zu kriegen.

Am nächsten Morgen erwacht Ogen unter lautem Gekreische aus dem Schlaf und beginnt sich erst zu beruhigen, nachdem Drusilla ihr ein paar Ohrfeigen verpasst hatte, um sie wieder zu klaren Gedanken zu bringen. Unschlüssig über die ganzen Gerüchte rund um Krest und das am vorigen Abend ansonsten noch Geschehene unterhielten sich Ogen und Ismack darüber, ob man wirklich Irina an diesem Ort belassen wollte, weswegen der Junge darum bat, die Abteil zusammen mit den Gefährten aufzusuchen, um dort nach dem Rechten zu sehen.

Was man vor Ort fand wahr allerdings um einiges Komplizierter: Anscheinend hatte der Abt eine seltsame Vorliebe, Schimären aus Menschen zu erschaffen. Selbst stellte sich das Wesen als Deva heraus, das auf dieser Ebene gefangen sei, bis der Fürst erlösung gefunden habe. (Was er aber damit nicht meinte wahr, dass der Vampir erschlagen gehörte.) Stattdessen hatte der Deva ein anderes Ziel: Ihm ging es darum, Strahd die perfekte Braut vorzusetzen. Anscheinend hatte dieser seine Frau vor Ewigkeiten verloren und sei jetzt auf der Suche nach deren reinkarnierter Seele. Sämtliche Versuche, die entsprechenden Frauen zu Vampiren zu machen und somit bis in alle Ewigkeit an sich zu binden, seien Gescheitert. Jetzt hatte der Deva aber einen anderen Plan: Er hatte einen Fleischgolem geschaffen, in dem er die Seele der Braut einpflanzen wollte. Er suche jetzt nur nach einem passenden Kleid. (Das das höhere Wesen nicht wirklich viel Feingefühl besaß hatten ebreits die seltsamen Chimären-Artigen Wesenheiten bewiesen. Anscheinend handelte es sich hierbei um die überlebenden einer Familie Lepra-Infizeirter, die sich von ihm Heilung versprachen und die Hoffnung zu besseren Wesen zu werden. Als Folge darauf hatte er sie mit allerlei Tierteilen verbunden, um die abgefallenen Körperteile zu ersetzen. Und nicht alle hatte diese Prozedur bei klarem Verstand überlebt.)
Auf dem Rückweg spinnen Ramius und Ogen einen bescheuerten Plan aus, dass man Irina und den Fürsten eventuell doch über die Fleischgolem-Lösung zusammenführen könnte. Jedoch nicht gegen den Willen Irinas. Da müsste man eventuell herausfinden, ob die Chemie zwischen den beiden doch stimme… und Ogen sponn so etwas wie ein Kandlelight-Dinner zusammen, das an einem Ort stattfinden würde, den man möglichst sicher vorher abschirmen würde, indem man einen heiligen Bannkreis um diesen Ort setzte. (Wobei nicht ganz klar war, ob man Jetzt den Fürsten in diesem Bannkreis einlassen würde, zumindest ging das nicht so ganz aus den entsprechenden Planungsansätzen heraus.)

Nur dürfte ein weiteres Ereignis wohl diesen doch sehr einfach erscheinenden Lösungsweg ein jähes Ende setzen: Die Frau des Bürgermeisters kommt uns entgegen geeilt und offenbahrt uns, dass Irina verschwunden sei. Nach einigem Suchen findet man sie an einem Teich aus dem sich eine Figur aus Wasser abbildet, die wie ein junger Mann aussieht. Er bezeichnet Irina als „Tatjana“, die von sich aus von einem „Sergeij“ spricht und in freudiger Erwartung auf ihn zurennt. Allerdings hat „Das Land“ wohl auch noch etwas dabei mitzureden, denn mit einem grollenden „Sie ist Mein!“ landet ein Blitz im See, der die Wasserfigur in Rauch auflöst. Irina ruft wiederholt unter Tränen den Namen Sergeij, und lässt sich nur Mühselig davon abhalten ins Wasser zu springen. Insgesamt befällt die Gefährten, dass es bei dieser ganzen Geschichte um deutlich mehr als nur eine verflossene Liebe geht. Doch was diese Menage-a-Trois dann in Wirklichkeit noch zu bieten habe, müsste man jetzt erst herausfinden.

Freitag, 19. April 2019

Bodennebel am Morgen… und nichts als Sorgen (D&D 05)


Ich hatte ja schon andeutungen zur genüge gemacht. (Und ich weiß gerade nicht ob Teddy drüben auf den neuen Abenteuern auch schon etwas in die Richtung geschrieben hatte.) Aber: Wir haben die Kampagne in unserer D&D5-Runde gewechselt. Von daher werde ich bei den weiteren Zahlungen deiser Spielberichte hier auch gar nicht erst mehr unbedingt den Titel großartig beifügen. Von Hoard of the Dragon Queen wurde auf Curse of Strahd gewechselt. Dementsprechend sind wir von den Vergessen Reichen nach Ravenloft übergeweselt und müssen uns jetzt der Frage des Vampirismus stellen. (Und was ansonsten noch so anfallen mag.)


Und somit befanden sich unsere drei Reisegefährten weiterhin auf der Straße nach Waterdeep ihren Auftrag folgend, dem Drachenkult das schändliche Handwerk zu legen. Dennoch zeigte das eher tägliche Geschäft einer Karawanen-Wache für den Augenblick mehr Aufmerksamkeit zu fordern, nachdem ein Kundschafter der vorausgeritten war wieder zur Karawane stieß und von riesigen Fußabdrücken berichtete. Dieses Ereignis wiederum verleitete Ramius dazu mit Ogen breit über seine Erfahrungen im Zusammenhang mit Riesen zu philosophieren und sich in Spekulationen auszulassen wie harmlos und unbedeutend diese Sichtung doch sein müsste. Der Karawanenführer, für den die drei Gefährten zumindest dem Schein nach arbeiteten, war allerdings anderer Meinung und bat diese darum, vorauszureiten und bei Bedarf den Weg abzusichern. (Und wie man immer so schön sagt: Derjenige der die Rechnung bezahlt, bestimmt den Weg den es langgeht.)
In diesem Sinne schwangen sich Ramius, Ogen und Drusilla auf Pfeder und ritten den Weg ein weites stück fort, bis sie – mitten in einem Waldgebiet – einen Baum vorfanden, der Mitten über die Straße gelegt worden war und den weiteren Weg blockierte. Nur um kurz darauf von einigen Orks erklommen zu werden, während aus der Ferne immer wieder ein lautes Donnern erklang.
Sich selbst für diesen Umstand allerdings bestens vorbereitet sehend entschlossen sich Ramius und Ogen kurzerhand dafür den Baum als ein Ziel für zwei gleichzeitig abgefuerte Blitze zu sehen, was mit einem lauten Knall gefolgt von diversen Einzelteilen aus Baum und Orks begleitet wurde. (Und so, liebe Kinder, wurde in den vergessen Reichen die Schrapnell-Attacke erfunden.)
Doch blieb nur wenig Ziet sich für diesen genialen Einfall selbst zu feiern, weil nur Augenblicke später ein großer Hügelriese heraneilte und aus einer anderen Richtung eine große, häßliche Gestallt mit nur einem Auge sowie ein Ork-Shamane erschien. Mit einem kurzen Blick sich gegenseitig zuversicht gebend machten sich die Gefährten daran, diesem Angriff nach Möglichkeit einhalt zu ergeben. Drusilla startete diese Runde, indem sie eines ihrer Wurfmesser nach dem Ork warf und anschließend ihrem Pferd die Sporen gab, um den Ork einfach zu überennen.
In der Zwischenzeit lies Ramius einen Blitz in den Riesen hineinfahren, nur um anschließend von einem verkohlten Ding niedergeknüppelt zu werden. Weniger Glück hingegen hatte Ogen, die einfach vom Zyklopen niedergestreckt wurde.
Den entscheidenden Strech hingegen schaffte Drusilla anscheinend nur wenige Augenblicke später zu erreichen, als sie mit einem ihrer Schwerter auf den Schamanen einhieb und einen dermaßen glücklichen Treffer erzielte, dass dessen Kopf mit einem Mal Meter weit von dessem Körper entfernt auf dem Boden aufschlug. (Zufällig Posen Drusillas, die entfernte Ähnlichkeit mit Golfspielern hatten wären natürlich nur an den Haaren herbeigezogen gewesen.)
Doch Zeitgleich hatte das anscheinend einen Effekt auf die beiden großen Monster gehabt, die sich irritiert umblickten und in irgendeine Himmelrichtung davon zu gehen schienen. Drusilla wendete ihr Pferd um Ogen zur Hilfe zu eilen. Jedoch hatte Ramius anscheinend noch lange nicht genug des Kampfes gehabtund versuchte viel mehr sogar Streit anzufangen. Denn obwohl der Hügelriese, gegen den sich der Priester bis dahin einigermaßen Kompetent gewehrt hatte, ebenfalls einfach nur weggehen wollte, hatte sich der Priester anscheinend in einen Kampfrausch gesteigert und brachte den Riesen zuerst mit einem Blitz wieder in Wut geraten und in den Angriff übergehen. Doch nur weitere Blitze später veränderte sich das übergroße Lebewesen in einen Haufen schwehlenden, verbannten Fleisches. In der Zwischenzeit hatte Drusilla Ogen zuerst erfolglos nach einem Heiltrank durchsucht und versuchte es danach mit mehr konventionellen Mitteln ihre Gefährtin im Leben zu erhalten. Und auch wenn es am Ende Ramius eingreifen war, der anscheinend gerade den Blitz als mächtiges Mittel des Wandels für die Landschaft verstand, während er die Tieflingsdame aus Sigil wiederbelebte, wurde auch der Ork als einzige unbeschädigte Leiche geplündert und eine Phiole dabei sichergestellt.

Und erst auf dem Rückweg beginnt so langsam der Bodennebel sich zu heben. Was sich aber noch nicht all zu negativ auf die weitere Reise auswirkt. Die Karawane allerdings nahm die Geshcichten ob der vermeitlichen Heldentaten mit Begeisterung auf. Und in der nähe von Neverwinter, die Stadt bereits in sichtbarer Ferne, schlug man das nächste Lager auf. Ogen und Ramius versuchten zu diesem Zeitpunkt die Phiole des Schamanen zu untersuchen, konnten jedoch nicht mehr feststellen, als das diese anscheinend einen magischen Effekt mit sich bringen würde. Drusilla hingegen, unzufrieden mit ihrer Leistung während des Kampfes am Wurfmesser, nutzte die Ruhepause vor der Nachtruhe, um ihre Fingerfertigkeit wieder etwas zu üben, was bei einigen anderen Karawanenmitgliedern anscheinend einen dermaßen hohen Schaueffekt als Abwechslung hatte, das sich ein paar Münzen damit zusätzlich erbeuten konnte.

Als der nächste Morgen anbrach erwachten die drei Gefährten von dichtem Nebel umgeben. Unbeeindruckt sich über Neverwinter austauschend bemerkten Ramius und Ogen nicht, das etwas in der Umgebung nicht stimmte. Und erst Drusillas scharfen Elfenohren war es zu verdanken, dass über der Landschaft eine ungewöhnlich bleierne Stille lag. Als nächste Hinweise stellte sich heraus, dass die Feuerstelle, an der man eigentlich ein entsprechende Frühstück hatte einnehmen wollen, nicht aufzufinden war. Und zum Schluß beobachte Drusilla, das der Verlauf der Straße, an der man bislang gereist wahr, über Nacht eine andere Himmelsrichtung angenommen hatte. (Bisher war man einer Nord-Süd-Straße gefolgt. Hier aber folgte die Straße von Westen nach Osten.) Daovn unbetrübt zeigen sich Ramius und Ogen eher interessiert der Tatsache, dass man anscheinend in eine andere Ebene gewechselt hätte. (Wenn die beiden auch nicht herausstellen konnte, wo im Multiversum man sich jetzt befinden mochte.) Und auch für den weiteren Verlauf des Weges bedurfte es eines Münzwurfs, um den Westen festzulegen.

Und somit bedurfte es einiger Stunden Fußweges, ehe man an ein großes, steinernes Tor gelangte, dass sich erst in dem Moment lautlos öffnete, als die drei Gefährten wirklich auf dieses entschlossen zutraten. Und so wie man dieses durchschritten hatte, schlossen sich beide Torflügel auch wieder. Jedoch nahm Dursillas Nase auf der anderen Seite auch den Geruch des Todes wahr. Was zu dem Fund einer Leiche führte, die einen Brief in der Hand hielt. Ein aufgebrochenes Siegel später erfuhr man aus der Schrift, dass der Bürgermeister von Barovia darum bat, seine Ortschaft aufzugeben, da diese von Vampiren heimgesucht sei und es keinerlei Hoffnung mehr für die armen Seelen innerhalb der Ortschaft gäbe. Jedoch sollte das restliche, umliegende Land gerettet werden. Ramius als Priester und umgeben von Arcadi überlegte bereits, wie er eventuell in der Lage sei, die Ortschaft mit heiligen Symbolen abgeriegelt bekäme, wie es der Brief forderte. Jedoch zwangen die Geräusche herannahender Wölfe die Gefährten sehr schnell dazu die Straße wieder aufzusuchen und weiter zu ziehen. Und so erreichte man nach einiger Zeit eine extrem Trostlos aussehende Ortschaft, in der man sich ein Gasthaus suchte, um die Nacht dort zu verbringen. Was man findet ist eine Taverne Namens „Blood on the Wine“, die aber wohl ursprünglich mal den Titel „Blood of the Wine“ getragen hatte, ehe sie mit ein wenig Farbe umgetauft wurde. Und nachdem man die Taverne betreten hatte, erntete man eisernes Schweigen, das aber vor allen Ogen und Drusilla galt, deren Aussehen in dieser reinen Menschenumgebung besonders hervorstach. Und eher mühselig konnte man vom wortkargen und abweisenden Wirt so etwas wie eine warme Mahlzeit ordern. Auf der anderen Seite schienen ausschließlich Mitglieder, die man grob einem fahrendem Volk zuordnen konnte, den drei Gefährten aufgeschlossen gegenüber zu sein. Jedoch schien ein kurzer Moment vermeintlich wissender Erleuchtung sehr schnell wieder in sich zusammenzubrechen, nachdem die Männer Ramius „dem Geruch nach“ Tiefwasser und Ogen der Stadt Cursed zuordneten, aber keinerlei Wissen über die Ebenen und ihrem Aufbau an sich vorweisen konnten.
Jedoch erhalten die Drei eine Einladung für den nächsten Tag ins Lager der Männer, da sich in diesem eine weise Frau und Praktizierende Wahrsagerin aufhalten würde. Ebenso erfährt man über diese Männer, das der Graf der Baronie nur ungern Fremde empfängt und man erst einen Boten schicken müsste, um nach einer Audienz zu fragen.

Und nach einigen weitern Worten erfährt man, dass der Bürgermeister dieser Ortschaft, Koljan Intovitsch, erst vor kurzem verstorben sei… dummerweise von seinem Sohn, der die drei Gefährten aber auch um Hilfe bittet, um seine Schwester nach Valacki zu schaffen, damit diese außerhalb des Einflusses des Monster von einem Fürsten, der Bestie Strahd in Sicherheit währe.
Den Brief, der zwar den richtigen Namen der Tochter aufweist, wurde von dem Sohn nur verwirrt betrachtet und damit kommentiert, das er nicht in der Handschrift seines Vaters geschrieben sei. Auch mit diesem vereinbahrt man ein weiteres Treffen am nächsten Tag.

Und während sich Drusilla und Ramius in die Zimmer zurückziehen, was dazu führt, dass Drusilla kurz bevor der Schlaf sie endgültig ins Reich der Träume herabzieht, eine riesige Fledermaus vor ihrem Zimmer sieht, hat Ogen im Schankraum noch eine Begegnung mit einem sehr blassen Mann Namens Andrei Antonovich, der sich als Gesannten des Fürstens Strahd zu erkennen gibt. Dieser erwartet eine Erklärung von Ogen, was diese und ihre Gefährten in den Ländereien seines Fürsten zu suchen haben. Und auf diesem Weg wird zumindest so etwas wie ein Termin für eine Audienz angeleiert.

Am nächsten Morgen machen sich die drei Gefährten wie vereinbart auf den Weg zum Lager der Vestani. Jedoch wird dieser Weg noch einmal kurzfristig unterbrochen, da den beiden ein paar Kinder entgegenkommen und um Hilfe bitten, weil in dem Haus der Familie ein Monster hause, das dem Baby Angst machen würde. Man entschließt sich dazu, zumindest kurz einen Blick das entsprechende Haus zuwerfen. Vor Ort machen die beiden Andeutungen, dass das Monster im Keller sei, der aber nur durch einen Geheimgang im Dachboden betretbar währe. Während die drei Gefährten also das Haus langsam erkunden erscheint in einem der oberen Stockwerke im Zimmer des Kindermädchens eine Gestallt, die sich als Specter herausstellt, laut schreit und irgendwie vertrieben werden kann. Man entschließt sich zuerst den Termin im Vestani-Lager wahrzunehmen und anschließend sich nochmal dem Haus zu widmen.

Im Vestani-Lager erfahren die drei Gefährten dann – nachdem sich die Seherin durch ihr eigentlich unbekannte Details über die Drei als vertrauenswert erwiesen hat – in einer Sitzung mit den Tarocka-Karten Hinweise, die für die Zukunft noch interessant sein könnten. So gibt es die üblichen, verschlüsselten Hinweise auf einen hohen Ort mit sprechendem Stein, der die Geschichte entschlüsseln könnte, sowie auf einen Magierturm an einem See. Ein Sonnenlichtschwert soll helfen. Und dummerweise sind es am Ende die Drei, welche das Übel allein bezingen müssen.
Zuletzt gibt es noch einen kryptischen Hinweiß, das Barovia das Land sei, welches Strahd als Belohnung erhalten habe, nachdem er mit den Mächten der Finsternis einen Pakt eingegangen sei.

Auf dem Rückweg wirft man schließlich nochmal einen Blick in das alte Haus und entschlüsselt über mehrere Räume eine Familien-Tragödie. So scheint es, als wäre der Vater dem Irrglauben erlegen, er könne sich ebenfalls in einen Zustand von Unsterblichkeit versetzen, weswegen er mehrere, gefälschte Manuskripte über Zauberei in seinen Besitz gebracht hatte, bis er den Zorn des Fürsten endgültig auf sich gezogen hatte, der auf eine nicht näher erfahrbare Weise Rache genommen hatte. Und man entdeckte die Skelette der beiden Kinder, welche zum Schutz in ihrem eigenen Kinderzimmer eingeschlossen wurden, nur um in diesem zu verhungern. Mit Hilfe eines Puppenhauses, das einen perfekten Nachbau des Hauses darstellte, konnte man schließlich den Zugang zum Keller entdecken und auch wenn Ramius und Drusilla kurzfristig von den Geistern der Kinder beherrscht wurden, konnte man zum einen die leeren Särge für diese beiden Entdecken und stieß anschließend in das Kellergewölbe leicht vor. (Jedoch erwies sich dieses als größer als erwartet, weswegen man auch hier abbrach, um zu einem späteren Zeitpunkt sich das Ganze noch einmal anzusehen.)

Als man sich dann dem Haus des Bürgermeisters näherte stellten die drei Gefährten fest, dass dieses in keinem sonderlich guten Zustand sich befand. Auch zeugten diverse Spuren um das Gebäude drum herum, dass des Nachts hier anscheinend einiges an Wölfen und/oder Werwölfen sein Unwesen trieb. Als man an die Tür klopfte, meldete sich eine weibliche Stimme und nur mit sehr viel Mühe schafften es Ramius und Ogen Irina Koljana davon zu überzeugen, ihnen Einlass zu gewähren. Die Tochter des verstorbenen Bürgermeisters erzählte ihnen, dass ihr Bruder zwei Stunde zuvor aufgebrochen sei, um die Gefährten zu suchen. Außerdem sah man, dass der Verschiedene immer noch aufgebahrt in seinem Wohnzimmer stand, wo die Tochter die ganze Zeit über die Totenwache gehalten hatte, weil keiner aus dem Dorf den Mut aufgebracht hatte, ihr dabei zu helfen, den Sarg zum Tempel ans Nordende der Stadt zu bringen, um ihren Adoptiv-Vater beisetzen zu können.

Somit tragen alle Vier den Sarg durch die Stadt, nur um den Tempel zu erreichen, der anscheinend lediglich von einem Priester noch bewohnt wird, der aber von seinem Gott verlassen in Angst und Schande vor sich hinvegetiert. Ramisu erklärt sich kurzerhand bereit, den Tempel für seine Gottheit zu übernehmen und jetzt alles durchzuführen, beginnt aber ein Entsetztes Menetekel darüber, dass in dieser Ortschaft der Brauch existierte, die Toten zu begraben, anstelle sie einfach den Elementen auszusetzen. Nach der Beerdigung spricht der Priester die drei Gefährten an und bittet diese ebenfalls – ähnlich wie Irinas Bruder am Abend zuvor – die junge Frau in Sicherheit zu bringen. Er schlägt neben der nächsten befestigten Stadt außerdem noch die Ortscahft Krest vor, da dort die Abtei von Skt. Markovia stände.

Da der Priester etwas mehr über die Gegend zu wissen scheint, fragt Ramisu nach einigen Details aus der Weissagung aus dem Vestani-Lager. Anscheinend steht am Baratogsee ein verlassener Magierturm.

Kaum beim Haus des Bürgermeisters angekommen laufen stoßen die Vier auf Isnack Koljanivoich, der sie fragt, wo sie gewesen seien. Trotz allem scheint er äußerst erfreut darüber zu sein, dass seine Schwester Irina bereits eingewilligt habe, in Sicherheit gebracht zu werden. Und er ist überrascht, dass der Vorschlag mit der Abtei in seinen Augen gar nicht so dumm währe. Schließlich organisisert man Pferde und macht sich auf den weiteren Weg.

Montag, 8. April 2019

Rezension: Folterverliebt (Hack/Slash Band 10)

Cover: Folterverliebt
Hack/Slash Band 10
Verlag: cross cult
„Hey, welches Klischee haben wir bis jetzt noch nicht aufgegriffen, dass unser großes Vorbild Buffy aufweist?“ - „Hmm... also in der Comicserie, die der achten Staffel entsprechen soll gibt es einen kurzen Storyark, der eine Zukunftsperspektive darstellt.“ - „Hey, geil. Das machen wir. Nur wir erzählen eine Apokalypse-Fassung.“

So oder so ähnlich muss wohl der entsprechende Gedankengang verlaufen sein, der den Storyark beschreibt, der vom zehnten Band Hack/Slash zusammengefasst wird. Die gesammte Geschichte beginnt im Grunde 14 Jahre in der Zukunft. Liberty Lochs, die man bis hierhin für Tod hielt hat sich anscheinend durch einen Zeitsprung in die Zukunft gehext und kämpft nun um eine Möglichkeit, um wieder in die Vergangenheit zu kommen. Ihr Ziel: Cassie Hack vor deren unnatürlichen Tod durch die Hand von Akakios, dem „Mordmessias“ zu warnen, dass sie eine Zukunft in der die meisten Menschen zu Slashern geworden sind, verhindern muss.

„Am Scheideweg“ ist das Nachbeben dieser seltsamen Zukunft. Cassie und Vlad, genauso wie Samhain und Ava, die in der Zwischenzeit auf Chris und Lisa aufpassen, machen eine fürchterliche Entdeckung: Alte bekannte sind aus ihren Gräbern auferstanden und zurückgekehrt. Nur das sowohl der Acid Angel als auch Bobby Brunswick sich verändert haben: Sie sind nicht mehr nur die von Mordlust getriebenen, boshaften Tötungsmaschinen. Mit einem Mal sind sie auch noch wieder zu rationalem Denken fähig. (Und hinter all dem verbirgt sich anscheinend nichts anderes als das Licht der schwarzen Laterne.) Nur das Cassie und Vlad auch noch einen schweren Entschluß an dieser Stelle treffen müssen.

„Nächtliche Totenwache in Eminence“ erzählt die Erfahrungen, die ein ausgebrannter Chris am Grab von Maggie Reilly Nachts macht. Hier erfährt er auch noch, wie sie eigentlich mit ihrer wahren, dunklen Seite in das ganze Konzept des Slasher-Angriffs hineingepasst hat. (Falls dies das große Abschiedszenario sein sollte, verlassen wir Chris als gebrochenen Mann.

Wenn ich jetzt ganz ehrlich sein soll: Ich glaube, dass man trotz des gesamten Erfolges hinter Hack/Slash als fortlaufende Serie irgendwann einen zu großen Fokus auf zu viele Figuren gelegt hatte, die als „Scooby Gang“ einfach nicht Sinnvoll funktionieren konnten, solange das wichtigste erzählende Vehikel der Roadtrip ist.. Prinzipiell muss man nämlich eines sagen: Jeweils einzeln betrachtet funktionieren die Bände sehr gut für sich, was den jeweiligen einzelnen Storybogen angeht: In der Gesamtheit aber fragt man sich, warum diese zurückgelassene Truppe überhaupt unterstützend zur Seite steht. (Und wenn man dann noch oben drauf davon ausgeht, dass sämtliche Erzählungen über Cassie online erklärt werden, während sie eventuell noch an einer Geschichte arbeitet bleibt die ganze Zeit über diese Frage nach der Polizei übrig.)
Insofern stellt sich jetzt die Frage: Wie funktioniert das Duo Cassie-Vlad in ihrer ursprünglichen, geteilten Einsamkeit hiernach? Zumal man im Grunde ab jetzt tatsächlich alle Geschichten Variieren kann, die bis hierhin noch mit „normalen“ Slashern funktioniert haben. (Ich vermute einfach mal, dass den Machern von hack/Slash irgendwann im verlauf ihrer Geschichte selbst aufgegangen ist, dass Figuren wie Freddy Krüger zwar Ikonisch für ihr Genre sind, in ihrem Status als Untote aber die Ausnahme darstellen. Und vor allen Dingen können intelligente Bösewichter umso gefährlicher agieren.) Jedenfalls hoffe ich, dass mit den ganzen in diesem Band präsentierten neuen Erkenntnissen über neue Figuren wie Samhain und den veräderten, alten Slasher, die zurück gekehrt sind, auch endgültig eine gründlichere Veränderung der Art der Erzählung entsteht.

Potentiell sind in all diesen Dingen jetzt sehr viele lose Fäden aufgebaut worden, zusammengefügt und mit einigen entsprechenden Interpretationen akzentuiert worden. Von daher wird das Ganze wohl wieder auf irgendwas anderes am Ende hinauslaufen, dass man dann erneut nicht vorhersehen konnte. Nur steht eines bei dieser ganzen Sache fest: Die Slasher sind erneut aufgetaucht, um eine neue Geschichte zu erzählen. Die Frage ist jetzt nur, welche Akzente dabei gesetzt werden, weil man jetzt eine neue Unterart in die Geschichte einführt, die mit einem mal intelligent ist und nicht nur einfach blindlinks ein Ziel verfolgt.

Fazit


Ich glaube ich habe hier schon viele Male darüber geschrieben, dass ich die einzelnen Bände für sich betrachtet sehr hoch schätze. (Und die gesammte Serie von Anfang an eigentlich mit ziemlicher Begeisterung gelesen habe.) Jedoch hat sich hier Band für Band eine ziemliches, thematisches Chaos entwickelt. Derzeit ist es tatsächich so: Für sich betrachtet ist jeder Band einzeln eine sehr spannende und überaus interessante Erzählung. Das Problem ist nru: Das hier ist shcon lange keine Geschichte mehr, die „nur“ in einzelnen One-Shot-Geschichten funktioniert. Und ich befürchte fast, dass Hack/Slash an eine Stelle angekommen ist, die schon lange nicht mehr wirklich funktioniert hatte.

Montag, 1. April 2019

Rezension: My first Maniac. Wie alles bagann. (Hack/Slash Band 09)

Cover: My first Maniac. Wie alles Begann
Hack/Slash 09
Verlag: cross cult Verlag
Also… wenn man davon ausgeht, dass man den Druck in der Erwartung in der eigenen Erzählung nicht mehr aushällt, weil man urplötzlich eine Bewegung in Richtung „Meta“ unternommen hat. Was ist dann die definitiv dümmste Idee, um sich aus dem ganzen Quatsch rauszuhauen?
Richtig: Man startet einen heimlichen Reboot des ganzen und erzählt den Quatsch von Anfang an in der Rückschau.

„My first Maniac – Wie alles begann“ ist die Geschichte von Cassandra Hack aus ihrer eigenen Perspektive. Zusammengefasst in einem Tagebuch. (Zugegeben, dass ist nur die halbe Wahrheit: Natürlich werden entsprechende Szenen Comci-Typisch erzählt. Der Punkt bei der Sache ist nur, dass der Kontext in dem die Geschichte von ihren einzelnen Szenen zusammengeführt wird in Form von Tagebucheinträgen erfasst wird.) Wir erfahren auf diesem Weg, wie eine verstörrte, junge Teenagerin ihr Tagebuch mit einem Eintrag beginnt, der genau zu dem Zeitpunkt spielt, der kurz nach dem Erlegen des Slashers spielt, der ihr Leben zur Hölle gemacht hat: Die Lunchlady, Cassies eigene Mutter. Was also in dieser HInsicht passiert ist anschließend eine Geschichte, in der dieses junge Mädchen eine Leiche beseitigt, sämtliche Personen verschreckt, denen sie irgendwie noch nahe stand und danach mit einer groben Ahnung von Gerüchten, die von Wesen erzählen, die ähnliche Attribute wie die Lunchlady vorweisen, in die Staaten von Amerika ausrückt. Sie versucht dabei den Zugang zur Lieblingsopfergruppe derjenigen zu finden, die ihr vollkommen unbekannt waren: Teenager. Und sie findet weitere Slasher, die sie erledigen muss. Genauso wie ihr so langsam aber Sicher seltsame Menschen über den Weg laufen.

„Ich ohne dich“ Ist dann wiederrum eine andere Geschichte. Man erfährt, wie eine einsame Frau auf der Flucht mit ihrem entstelltem Baby ums Leben kommt. Und man erfährt, wie Jahre später ein riesiger Mann Namens Vlad seinem Zievater – dessen Profession er erlernt hatte - am Sterbebett nochmals diese Geschichte erzählt. Was danach folgt ist ein unglaubliches Chaos, bei dem Vlad sich mit einer Person anfreundet und diese Freundschaft sowohl pflegen kann, nur um den Freund danach wieder zu verlieren. Und während Vlad anschließend noch feststellt, dass er von da an allein und für sich ist sieht man als abschließendes Bild noch, wie eine junge Dame mit dunklen Haaren und bewaffnet mit einem Baseball-Schläger von oben auf ihn springt.

Und den Abschluss bildet dann der erste Teil von „Trailers“ ab. Hier metzeln sich Cassie und Vlad durch diverse Kurzgeschichten, die unterschiedlich gestalltet wurden und allesamt Anspielungen auf verschiedene Klassiker des Slasher-Genres sind. (Mir fehlte zwar auch noch „Peeping Tom“, aber immerhin was Psycho darunter.)

Wie ich bereits sagte: Das hier ist so ziemlich das größte Beispiel für Feigheit, um sich aus einer verzwickten Lage herauszuwinden. Dadurch das hier eben nicht an sich der problematische Weg des „Meta“ erzählens gegangen wird, sondern im Kern entweder zuverlässige oder unzuverlässige Erzähler über die Geschichte sich verlieren, wie sie in die Richtung ihren Weg gegangen sind, den sie hier aufgegriffen haben. Und wenn man das dann noch mit der Trailer-Geschichte verbindet wird dieser Band im Kern auf eine sehr ursprüngliche Weise „Meta“. Allerdings ist das auch auf eine sehr ursprüngliche Weise schlecht: Diese Form von Präsentation war nämlich nicht notwendig. Versteht das nicht falsch: Inhaltlich und Stilistisch betrachtet sind die jeweiligen Geschichten durchaus sehenswert. Das Problem dabei ist allerdings, dass diese Origin-Storys insgesamt vollkommen überflüssig ist. Wir kennen aus diversen Rückblenden warum Cassie auf Slasherjagdt ist. Was wir allerdings in diesem Zusammenhang bis hierhin nicht brauchten, war die tatsächliche „reine Wahrheit“. Wir wussten, dass Cassie ein traumatisches Erlebnis hinter sich hatte, dass sie definiert hat. Der Punkt bei der ganzen Sache ist dann nur, dass wir dabei nichts brauchten, was eine absolute Wahrheit erzeugt, die dann absolut ist. Besser wäre es gewesen, einfach Cassie als Potentielle unzuverlässige Erzählerin zu lassen, die Flashbacks an ein Ereignis eventuell erfährt, dass nur in ihrem Kopf so war, sie aber anschließend auf die richtige Spur gebracht hatte. So wie hier hingegen wird das alles zu Real.

Fazit


 Für sich betrachtet ein guter Band, der defintiv interessant zu lesen ist. Aber wenn man das ganze in dem gesamten Zusammenhang betrachtet wird das früher oder später deutlich schwieriger. Das Problem ist halt, dass wir hier gerade einen Moment haben, der nichts mit dem Konzept der Jagt an sich zu tun hat. Das wissen darüber, was Cassie und Vlad machen ist ausreichend. Da die Serie aber insgesamt ein einziger Road-Movie im Kern der Geschichte ist, spielt es keine wirkliche Rolle, wie es dazu kam. Und genau deswegen sitzt man da mit gemischten Gefühlen an dem Band und fragt sich, warum man überhaupt den Quatsch an sich macht.

Montag, 25. März 2019

Rezension: Superhelden Sidekick Schlachtfest (Hack/Slash Band 08)

Cover: Superhelden Sidekick Schlachtfest
Hack/Slash 08
Verlag: crosscult
Ich hatte in der Rezension zum letzten Band glaube ich geschrieben, dass ich mir nicht ganz sicher bin, in welche Richtung die Serie von hier an weiter geht. Womit ich nicht so wirklich gerechnet hatte war, dass Tim Seelie vorbereitungen in eine Richtung getroffen hatte, alles so Richtig Meta werden zu lassen. (Wie man es so schön nennt.)

Das Namensgebende „Superhelden Sidekick Schlachtfest“ ist eine längere Erzählung, die anscheinend ursprünglich auf eine Idee zurückgeht, die für Marvel-Comics entwickelt wurde, dann aber auf Hack/Slash umgemünzt wurde. Technisch geht es darum, dass eine Horde Loser einen Weg finden, um auf künstlichem Wege an Superheldenkräfte zu gelangen. (Wobei zu großen Teilen eine historische Herleitung über maskierte Vigilanten in Form von Comicerzählungen im Stil verschiedener Jahrzehnte aufgezeigt werden.) Dazu kommt dann noch im Sinne von „Watchmen“ eine Prise einer einzigen Figur mit wirklichen, geradezu göttlichen Kräften hinzu und obendrauf noch ein Weg, diese Power anzuzapfen. Tja, das wäre solange alles shiny, bis irgendjemand auf die Idee kommt mit einem Messer nach auf alles einzustechen, was gerade Superheldenkräfte erlangt hatte. (Und dabei auch noch in einem Samhain-Ähnlichem Kostüm auftritt. Überhaupt hat die Gruppe, die Samhain erschaffen hat, wohl im Hintergrund immer noch sehr viel damit zu tun.)

Und wo wir gerade bei Marvel sind: „Hackoween“ ist die Geschichte, wie Cassie und Vlad in eine Welt der Archetypen versetzt werden. Um genau zu sein: In eine Welt der Archetypen die Scheinbar irgendeine seltsame Form von SciFi definierend bestimmt hat. Und diese Wird gerade in einer parodistischen Form von Zombies überrannt. (Und wer im letzten Jahrzehnt nur halbwegs den amerikansichen Comicmarkt verfolgt hat weiß, dass Marvel in irgendeinem seiner Zahlreichen alternaivten Universen von zombifizierten Varianten der eigenen Superhelden überrannt wurde. (Die dann wirklich das gesammte Universum verzehrt haben.) Die Zombi-Superhelden, die hier gegen einen „Kürbismann“ kämpfen (der einer der Ihren eigentlich wäre) sind durch die Bank weg karikierende Zitate eben jener Superhelden. (Wobei sich diese Welt durchaus in Grenzen darüber bewusst ist, dass sie eine wandelnde Karikatur von Geschichten ist.) Das macht Einiges sehr interessant. Noch nicht perfekt, aber man bemerkt, wie stark die Macher hinter Hack/Slash daran gearbeitet haben, sich aus dem Konzept einer stringenten Storyline zu lösen.

Ehrlich gesagt: Ich war mir nicht ganz sicher, worauf dieser Band hinauslaufen würde, nachdem ich das Cover zum ersten mal gesehen hatte. (Technisch gesehen hätte ich nach ein paar Szenen, die sich um „Mary Shelly Lovecraft“ drehten bereits stutzig werden müssen, aber letzten Endes hatte Hack/Slash schon vorher ein paar seltsame, verrückte Szenen gehabt, die auf irgendwas anderes anspielten.) Ich wusste von Anfang an, dass Hack/Slash als Serie auf ihre Weise ein bestimmtes Genre parodiert hatte. (Okay, technisch gesehen ist es die Parodie auf eine Parodie. Aber was solls?)
Der Punkt bei der ganzen Geschichte ist nur, dass dieses sehr enge befolgen der Konventionen des Slashergenres hier deswegen aufgebrochen wird, weil man nicht länger einfach nur die jeweiligen Teenies getötet sehen möchte. Dadurch, dass dann eine Veränderung dieses Status Quo zustande kommt, indem man das „Wir bringen die Wehrlosen um“-Genre in ein „Wir bringen die Übermenschen um“-Genre umwandelt kommt eine sehr viel andere Konzeption zustande, die man nicht mal eben „einfach so“ begreifen kann. Ich würde jetzt am ehesten Vermuten, dass hier ein weiterer „Tanz“ dieser Art sich in den folgenden Ausgaben ergiebt, bis Hack/Slash bei weitem nicht mehr das ist, was es mal war. Die Frage dabei ist dann nur: Welche Genres kann man soweit aufbrechen, dass ein Slasher (und sei es nur die eigentlich falsche Interpretation eines Untoten, wie sie in dieser Serie bis jetzt forciert wurde) wieder stimmig hineinpasst.

Fazit


Ich habe gerade wirklich Bauchschmerzen. Hack/Slash war ein zufälliger Erfolg, der über eine gewisse Zeit von Jahren lief und dabei häufig des Weg des „neu Erfinden“ laufen musste. (Wobei man hinzufügen muss, dass die Serie immerhin ein „Autoren Comic“ in diesem Zeitraum geblieben ist.) Das jetzt mit einem mal der entsprechende Bruch passiert, der den Versuch daszustellen scheint einfach einmal alles umzustülpen ist verwirrend. Sicher, ein halbwegs regelmäßiges „Neuerfinden“ der ursprünglichen Vision kann nicht schaden: Nur ich befürchte jetzt gerade eben, dass alles kurz davor steht gänzlich umzukippen. Der Band für sich betrachtet passt wurnderbar. Man hat hier zwei Geschichten erschaffen, die in dieser Form wirklich miteinander harmonieren, aber letzten Endes ist das hier imme rnoch eine zusammenhängende Erzählung, die mal hier und mal da aus dem Rahmen fällt. Das hier eigentlich alles passt, ist gut. Das hier auf der anderen Seite ein paar Dinge nicht miteinander harmonieren könnten, was die längere Perspektive angeht, ist ein anderes Problem. Von daher müssen wir hier halt eben abwarten. Abwarten und Tee trinken.

Montag, 18. März 2019

Review: Captain Marvel


Da der Flut an Filmen ind en letzten Jahren kaum Herr zu werden ist, scheine ich im Moment verstärkt beim Label Marvel auf die Origin-Storys zu gehen. (Zumindest muss ich offen gestehen, dass ich nur am Rande von der Existenz von Filmen wie den Avenger-Streifen etwas mitbekommen habe.) Umso faszinierter war ich dann, als ich dann mitbekam, dass Marvels eigener „Haussuperheld“ eine Verfilmung bekommt. Insofern war ich vom ersten Trailer an ziemlich gespannt, wie sich die ganze Situation auflösen würde. (Vor allem als Samuel L. Jackson mit Haaren immer häufiger mit einer Katze spielte.)

Worum geht es?
Nachdem als Einleitung ein Epitaph in Memoriam an den im November letzten Jahres verstorbenen Stan Lee den üblichen Marvel-Schriftzug füllt, beginnt der eigentliche Film.
Der Fokus der Geschichte liegt auf einer Kree-Kriegerin Namens Vers, welche von Alpträumen geplagt, immer wieder eine Szene aus einer scheinbaren Vergangenheit erlebt, welche für sie seid sechs Jahren nicht mehr greifbar ist. Aus dem weiteren Verlauf heraus ergibt sich, das Vers wegen dieser verlorenen Vergangenheit als emotional und wenig rational gilt. Der Punkt bei dieser ganzen Angelegenheit ist: Die Fähigkeiten Photonenstralen zu verschießen wurden ihr von der künstlichen Intelligenz, die das Kree-Imperium anführt verliehen. (Und können ihr ebensogut wieder genommen werden, wenn sie ihre Schwäche nicht unter Kontrolle bekommt.) Wir erfahren außerdem, dass sich die Kree derzeit im Krieg gegen ein anderes außerirdisches Volk Namens Skrull befinden. Formwandler, die jegliches Äußeres bis auf die genetische Ebene perfekt kopieren können. Und das ist sozusagen der Punkt, in dem Vers ins Spiel kommt, um sich zu bewehren. Sie wird zusammen mit einigen anderen Kree-Kriegern auf einen entlegenen Planeten entsand, um dort einen Agenten der Kree zu befreien. Dummerweise erweist sich das als eine ausgeklügelte Falle der Skrull, Vers wird gefangen genommen und hängt anschließend Kopfüber in einer Maschine der Skrull, die tief in ihre Erinnerung eindringen und verschüttetes anfangen wachzurütteln. Einige Explosionen und einen Fluchtversuch später stürzt Vers über einem unbekannten Planeten ab, nur um durch das Dach einer amerikanischen Videotheken-Verleihkette Namens Blogbusters zu stürzen und mitten auf der Erde der 90er Jahre zu landen.
Was weiter folgt ist eine riesige Verfolgungsjagdt auf der Flucht vor den Skrull, die ständig auftauchenden Details der Vergangenheit einer gewissen Carol Denvers, die Frage nach der Identität einer Dr. Wendy Lawson… ach ja: Und nachtürlich jede Menge Cat-Contend, der aus der Interaktion von Nick Fury und der Katze Goose hervorgeht.

Das mag jetzt gerade gegen Ende extrem Abgedroschen klingen, allerdings ist der Film an sich die „typische“ Marvel-Origin-Story, wie wir sie schon zig mal gesehen haben. Nur dadurch aus dem ganzen Kontext gerissen, weil hier zwei spezielle Faktoren mit eingeflossen sind: Zum einen geht es um eine weibliche Superheldin. Und zum anderen werden hier mit unzähligen Querverweisen auf die damalige Pop-Kultur einfach nur die 90er abgefeiert. Grunge, utrageheime Regierungsoperationen, Außerirdische... wenn man richtig Penibel ist fällt sogar das Trope der „außerirdischen“ Katze als Anspielung auf Men in Black perfekt in diese Zeit. Und inmitten dieses Szenarios einer no-future Alien-Invasion Endzeit Attitüde wird eine Geschichte um Unabhängigkeit und der Positionen von Parteien innerhalb eines Krieges erzählt. (Letzten Endes sieht man hier die Ankläger als festen Bestandteil der Kree-Zivilisation bei der Arbeit zu einem Zeitpunkt, bevor Ronan der Ankläger aktiv gegen das Nova Corps im ersten Teil der Guardians of the Galaxy auftaucht.) Und dadurch, dass das ganze somit zu einer Parabel auf die eigene Courage am Ende wird, bekommen auch die Skrull – klassischerweise in den Comics von Marvel – bis auf wenige Ausnahmen – immer die Superschurken-Infiltratoren aus dem All, auch eine etwas andere Rolle zugeschrieben, soweit es die Dramatik des Filmes angeht. Der Film arbeitet hier sehr stark mit dem stellenweise fürs Marveluniversum der 90er zumindest deutlich stärker vorhandenem Grauansatz was eventuelle Motive einzelner Gruppen einiger Geschichten angeht, als es zum Beispiel in DC-Comics normalerweise der Fall war. (Wobei man auch hier ganz klar sagen muss: Sowohl Marvel als auch DC waren stehts die Saubermänner der Comic-Industrie, wer da wirklich „finstere“ Anti-Helden erleben wollte musste da schon eher auf andere Titel ausweichen, wie es Beispielweise Top Cow, Image oder Vertigo stellenweise waren. (Auch wenn Vertigo als Tochter von DC natürlich immer noch deutlich Sauberer war, als die anderen Verlage.)
Insgesamt ist dieses 90er-Jahre-Retro-Charme-Feuerwerk also eine durch und durch sehr gelungene Neuverfilmung des bestehenden Stoffes an Marvel-Filmen, von denen ich zugegebenermaßen immer noch viel zu viele Nachholen muss. Insofern dürfte sich hier eigentlich jeder mit einer guten Tüte Popcorn bewaffnet von einem Flair, der selbst im Soundtrack auf die Charts der 90er vollsätndig zurückzugreifen scheint gut unterhalten fühlen.

Mittwoch, 13. März 2019

Von ethisch-relativistischem Konsequentialismus (Hoard of the Dragonqueen Teil 4)


Gott… ich brauche echt langsam mal wieder etwas mehr Zeit um Dinge einfach nur so runterzutippen. Jetzt sind schon wieder fast drei Monate vergangen (die üblichen Probleme mit der Terminfindung) und ich sehe mal wieder die „Deadline“ für unser nächstes Treffen näher rücken. (Und die Zusammenfassung von unserem letzten Abenteuer wartet hier auch noch im Zustand einer Leinwand voller Klischees. Wieso habe ich gerade das Gefühl, dass niemand diese Anspielung auf die Arbeitsweise des britischen Malers Francis Bacon nachvollziehen kann?)
Aniways: Regelmäßige Leser der Neuen Abenteuer werden bereits mitbekommen haben, dass innerhalb der Gruppe mehr als Einmal über das Abenteuer „Hoard of the Dragon Queen“ gesprochen wurde und eine gewisse Unlust sich bei einer Mehrheit von uns Spielern breit gemacht hatte. (Was auch schon daran lag, dass wir eben nicht – wie es das Abenteuer vorgesehen hatte – eine gewisse Kirche gestürmt haben, sondern lieber Verstärkung holen gegangen sind.)

Außerdem hatte ich bei meiner letzten Zusammenfassung vergessen (aufgrund der bereits erwähnten Kopfschmerzatacke), das wir bereits weiter waren, was das aufgegebene Lager der Drachenkultes anbelangte, und schon wieder von Greenest aus mit Pferden Richtung El‘Torel uns aufgemacht hatten.


Mit den Erkenntnissen über den Drachenkultes und seine Ziele mehr oder weniger Schlecht ausgerüstet (und der endgültigen Erkenntnis befriedigt den ersten Namen von einer gewissen Liste Todgeweihter gestrichen zu haben), eilten die Reisegefährten gen El‘Torel, soweit sie ihre Pferde tragen konnten. Nach einer Reise von vier Tagen hielten sie in einer Ortschaft Namens Sconubel an, um zumindest für eine Nacht zu Rasten. (Und eventuell Ausrüstung zu erneuern.)
Dummerweise fand Ramius nichts, das ihn zufriedenstellte und Ogen war über die Preise des örtlichen Händlers für magische Schriftrollen dermaßen erbost, dass die Beiden mit Blick auf Dusilla einen geradezu teuflischen Plan ausheckten, den die Elfe eher mit hochgezogener Augenbraue bedachte. Und zwar planten die Beiden vor dem Laden einen derartigen Streit vom Zaun zu brechen, das sie die Aufmerksamkeit des kompletten Ortes auf sich ziehen wollten, während die Schurkin einem Teil ihrer Profession nachgehen sollte, der sehr viel mit Fingerfertigkeit zu tun hatte.

Während Dursilla sich also erst einmal abwartend gegen eine Wand lehnte und beobachtete schienen Ramius und Ogen tatsächlich wie in ihrem Element, als sie urplötzlich und wie aus dem Nichts ihren Streit über die die moralischen Verantwortung und göttliches Wirken von Zaun brachen, der in seiner Lautstärke und Ungezügeltheit tatsächlich innerhalb kürzester Zeit die Aufmerksamkeit der kompletten Ortschaft auf sich zu ziehen schien. Nach einer ganzen Weile des Zögerns schließlich testete Drusilla deswegen erst einmal die Ablenkung in der direkten Nähe der Menge, indem sie die Gruppenkasse kurzerhand über unfreiwillige Spenden anderer Personen aufbesserte und als der örtliche Priester irgendeiner Flammengottheit meinte sich in den Streit einmischen zu müssen, indem er einen Stiefel verlor (aus den Beobachtungen von Ramius sah es so aus, dass zuerst ein Stiefel knapp an seinem Kopf vorbeiflog und er, als er sich umdrehte, sich dazu gezwungen sah, den entsprechenden Priester darauf aufmerksam zu machen, dass dieser einen Stiefel verloren hätte. (Was diesem anscheinend bis dahin noch gar nicht aufgefallen war.) Jedenfalls endete der Disput ohne eine endgültige Einigung. Und als sich die Menge auflöste sah Drusilla es für dringend nötig an endgültig die Ortschaft zu verlassen (ob offene Rechnungen im Gasthaus jetzt noch existierten oder nicht, während sie Ramius die erbeuteten Börsen und Ogen Drei der im Laden angebotenen vier magischen Schriftrollen überreichte.

In El‘Torel schließlich angekommen erkundigte man sich nach dem Namen Onthar Thrum, den Leosin als seinen Kontaktmann genannt hatte. Jedoch war dabei dann nur ein Hinweiß auf eine Taverne mit dem seltsamenen Namen „Zum schwarzen Geweih“. (Zumindest solle der entsprechende Paladin sich dort mit seinen Leuten in der Regel aufhalten.) Das schwarze Geweih im Namen ist tatsächlich als entsprechender Neunender über der Eingangstür angebracht und Thrums Leute gehoren dem „Orden der Panzerfaust“ an.

Leosin begrüßt seine Freunde aufs Herzlichste und macht uns darauf aufmerksam, dass Uthar seltsame Vorstellungen hat, was vertrauen angeht. Sowohl Ogen als auch Ramius sind wenig begeistert darüber, dass sie sich hier irgendjemandem Beweisen sollen, was zu einem Streit folgt, bei dem Uthar schließlich entsprechend angepisst geht und Leosin sagt, dass er versucht zu retten, was zu retten ist.

Ramius ist Unklar, was er jetzt von der Sache halten soll und versucht daher seine Ausrüstung aufzubessern. Bei einem Rüstungsschmied will er eine Plattenrüstung für sich anpassen lassen und kriegt außerdem einen Tipp, bei welchem Waffenschmied er sich für einen halbwegs akzeptablen Preis Waffen versilbern lassen kann. Für beides bekommt er entsprechende Tips und erfährt auch, dass er etwa eine Woche warten muss, bis beides endlich da ist.

Nachdem diese Einkaufstour schließlich beendet ist und man das schwarze Geweih wieder betreten hat werden die Drei von einem Knappen erwartet, der sie in einen der Hinteren Räume der Taverne führt, wo uns Uthar erwartet zu haben scheint. (Offenbar haben Leosins Bemühungen in der Zwischenzeit zu einem Umdenken bei dem Paladin geführt. So erfahren die Begleiter, nachdme Thrum sich entschuldigt hat, dass Leosin zu den Haffnern und Thrums Orden zu einer Unterorganisation des Flammenden Faust gehört, die zwar gerade versuchen eine Allianz gegen den Drachenkult zu schmieden, Zeitgleich aber mit absoluter Perosnalknappheit zu kämpfen haben. Was man unabhängig von den Bemühungen der drei Gefährten noch hatte herausfinden können war, dass das Kultanhänger in den nächsten zwei Tagen hier in der Gegend durchkommen müssten, um nach Baldurs Gate zu gelangen. Man rechnet damit, dass etwa zwei Wagen Beute oder anderes Material durch die Stadt und danach weiter bringen wollen. Insofern sieht sich der Paladin dazu gezwungen die Hilfe der Drei zu erbitten, und sie bei allem möglichen zu unterstützen was sie hier in El‘Torel noch brauchen würden. Da Ramius noch auf seine Rüstung warten muss entscheidet man sich dazu, dass Ogen bereits nach Baldurs Gate vorausreiten soll, um dort zum einen Zimmer sichern solle, zum anderen aber auch sich weiter umsehen müsse. (Da man sich auch nur wiederwillig dann gegen Ende dazu entschieden hatte, den entsprechenden Auftrag bis Tiefenwasser zu erfüllen.)

Erstaunlicherweise lohnen sich für Ogen tatsächlich ihre kurzen Erfahrungen im Hauptlager des Drachenkultes in der Hinsicht, dass er einige bekannte Gesichter identifizieren kann und dementsprechend eine Karawane ausmacht, in der sich diese „eingemietet“ haben. Dies hat zur Folge, dass sich alle Drei als Karawanenwächter bewerben (und angeheuert werden), nachdem Drusilla und Ramius zu Ogen aufgeschlossen haben. Und entgegen aller Erwartungen Drusillas reisen die Drei auch tatsächlich weiter ohne das ihre Begleiter noch einmal einen Laden ausrauben wollen.

Nach ein paar Tagen der Reise begegnet man einem Rudel Rehe am Rande eines Waldes. Zusätzlich taucht aus dem Wald ein seltsamer Elch auf, dessen golden leuchtet und dessen Geweih wie Platin erscheint. Ogen, von einer ungeheuren Neugierde gepackt läuft auf das Tier zu und spricht es an. Überraschender Weise erhält sie sogar eine Antwort, wenn auch in der kryptischen Natur einer Weissagung. Sie erfährt, dass sie einem Fluß aus Gold folgen solle. Sie alle würde ein blutiger, steiniger Weg erwarten, an dessem Ende nicht alle überleben würden. Und Kurz bevor sich der Elch in Luft auflöst überreicht er Ogen noch einen Bogen, den allerdings Ramius letztlich an sich nimmt.
Beim Versuch herauszufinden, wie gut er mit dem Bogen umgehen hat erwischt Ramius einen anderen Mitreisenden der Karawane, Timmy, am Fuß, der im Wald Pilze suchen gegangen war.

Irgendwann zu einem anderen Zeitpunkt stößt eine andere Abenteureregruppe zu der Karawane, deren Gebahren eher an Aufschneider, als an erfahrene Kämpfer erinnert. Die Folge daraus ist, dass sich Ogen einen kleinen Spaß erlaubt und hinter einem der Männer Nachts am Lagerfeuer eine Illusion eine der grausamsten Bestien erscheinen lässt, die ihr egrade einfallen, was eine unüberhörbare Reaktion hervorruft. Bei der anschließenden Aufklärung der Situation stellt sich heraus, dass die Aufschneider eigentlich Schauspieler seien, die sich eine kostengünstige Reise erschleichen wollten. Außerdem erwehrt man sich eines Abends, an dem man die Vorhut zur restlichen Karawane bildet einem Angriff aus Riesenspinnen und Etherkaps, bei dem Drusilla eingewebt wird.

Zwei Tage nach diesem Ereignis erreichen die Reisenden Daggerfall, wo zwei weitere Leute zu der Karawane stoßen. Ein Mensch Namen Asbarajos und eine Gnomin namens Jemma Gleensilver, die sich Anfangs zurückhalten. Dann aber wird beobachtet, wie Asbarajos kontakt zu den Kultisten aufnimmt. Unabhängig davon stellt Ramius im verlauf des Tages fest, dass er die ganze Zeit in Daggerfall einem der Kultisten beschattet wird. Irgendwann entschließt er sich, das Blatt umzudrehen und gibt Drusilla ein Zeichen, ihm heimlich zu folgen.

Ramius entscheidet sich in eine dunkle Gasse abzubiegen und dort auf den Kultisten zu warten. Und da stellt sich heraus, dass der Mann den Priester wiedererkannt hatte, aber nicht mehr so genau wusste, woher er ihn kannte. Die zentrale, mit einem Dolch untermalte Frage war „Verräter oder Deserteure?“, ehe der kalte Stahl von Drusillas Kurzschwerter sich sowohl an die Kehle des Mannes legte, als auch eine Spitze direkt auf dessen Nierengegend eindrückt. Die Elfin gurrt darauf nur ein leises „Ganz Ruhig!“, ehe Ramius die wirklich wichtigen Frage stellen kann. Allerdings kann man auch nicht all zu viel erfahren. Scheinbar ist der Mann nur ein niederer Handlager des Kultes, der kaum in dessen tieferen Pläne eingeweiht ist. Die geraubten Schätze sollen nach Waterdeep gebracht werden und von dort aus weiter zu einer von einem Brok Lack geleiteten Unterkunft gebracht werden. Was danach folgt sei Unklar, allerdings gäbe es Gerüchte unter den Leuten, die etwas von einer schwebenden Festung und einer Maske der Drachenkönigin behaupten.
Nachdem man diese doch eher unbefriedigenden Informationen erhalten hat messern die beiden Gefährten nur noch den Kultisten und teuschen einen Raubüberfall vor, indem sie die Wertsachen des Mannes an sich nehmen. Man beschließt erst einmal weiter der Karawane zu folgen.

Dienstag, 5. März 2019

Review: Alita: Battle Angel



Okay, wahrscheinlich bin ich mit meiner Meinung zu dem Film eh schon fast zu spät dran. Nur leider haben mich die Umstände erst verhältnismäßig spät ins Kino gehen lassen. Aniways. Wie einige bereits mitbekommen haben sollten, bin ich seid 2002 ein Anhänger der Manga Serie von Yukito Kishiro und bespreche die ursprüngliche Veröffentlichung hier nach und nach auf dem Blog. Dementsprechend begeistert war ich auch, als ich letztes Jahr die ersten Trailer für die Verfilmung von Robert Rodrigues sah. (Und habe geflucht, als die ursprünglich geplante Veröffentlichung von Dezember auf Februar verlegt wurde.)

Worum geht es?

Im Kern ist es die bekannte Geschichte rund um Dyson Ido, der auf dem Schrottplatz unter der großen Himmelsstadt Zalem die immer noch lebendigen Überreste eines weiblichen Cyborgs findet. Dieser Cyborg, den Ido in einem unbedachten Moment den Namen „Alita“ anbietet, hat keinerlei Erinnerungen mehr an ihr vorheriges Leben. Insofern erfahren wir einiges darüber, wie sie nach und nach bestimmte Erfahrungen sammelt, dabei den vermeitlichen Taugenichts Hugo kennen lernt und sich in ihn verliebt. Wir erfahren Außerdem, dass Ido ein Doppelleben führen muss, Tags über als führsorglicher Arzt einer Klinik für Cyborgs, nachts über als getriebener Kopfgeldjäger, der über den Tod seiner Tochter nicht hinwegkommt und in gewisser Weise auf diese Art in Iron City aufzuräumen versucht. Und wir erleben, wie das Spiel „Motorball“ in Alitas Leben eine immer wichtigere Rolle zu einnimmt. Und immer wieder gibt es Spitzen auf eine Figur namens „Nova“, die von Zalem aus die Geschicke über Iron City zu lenken scheint.

Und all das zusammengefasst wird ein paar Leute hier vermutlich aufhorchen lassen: Alita: Battle Angel ist im Kern eine Zusammenfassung der Handlung der ersten drei Bände. Allerdings eher ein destilliertes Kondensat davon, als vielmehr eine simple Nacherzählung. Sehr viele, sehr ikonische Szenen des Forbildes lassen sich hier wiederfinden, allerdings schwingt auch immer wieder in gewisser Weise die Frage mit, wie man die entsprechende Szene herbeiführen kann. Das macht über weite Strecken dann auch einen unglaublich gemischten Eindruck, was die einzelnen Fassetten der Erzählung angeht. Während Alita über den Versuch herauszufinden, was ihr „Adoptivvater“ Nachts treibt über erste Erinnerungslücken stolpert und dann selbst den Berserker-Körper findet, der ihr später ihre Form gibt, Zeitgleich aber mit Idos ehemaliger Frau tatsächlich eine gänzlich neue Hintergrundgeschichte in das ganze Gebilde einbaut, die bis dahin gar nicht existiert hatte.
Und das ist genau das, was einige Dinge in dem Bereich gerade ausmacht: Die Geschichte ist die gleiche, doch werden unzählige Elemente neu interpretiert und angeordnet. Und daurch das man sich aus gleich drei Bänden weitestgehend bedient wirkt einiges gehetzt, anderes Gestreckt und bei manchen Sachen hat man gar nicht diese Form der Figuren in der Interaktion vor dem eigenen geistigen Auge gehabt. Alita wirkt bei sehr vielen Dialogen einfahc nur unglaublich Patzig, auch die romantischen Szenen mit Hugo verlieren irgendwie auf diese Weise ihren Charme.

Auf der anderen Seite hingegen bemerkt man aber, dass dieser Film gerade erst durch CGI überhaupt möglich wird: Die „technologie“, die die Cyborgs überhaupt erst möglich macht, ist so dermaßen Computergeneriert, wie es auf teufel komm raus nur geht. Und gerade das macht die Bilder des Films überhaupt erst beeindruckend. Die Stellenweise follkommen durchgeknallten Cyborgkörper und ihre jeweiligen Waffen, die auf eine sehr beeindruckende Weise zur Schau gestellt werden haben schon etwas ungemein packendes.

Und zum Schluss ist da natürlich noch Christoph Waltz. Die Tatsache, dass er als Ido gecastet wurde scheint ein wenig kritisch aufgenommen worden zu sein. (Zumindest in einigen Bereichen der Community.) Wenn man jetzt allerdings mal den Vorwurf des Whitewashings beiseite schiebt, macht er trotzdem immer noch eine sehr gute Figur als leicht verwirrt wirkender, aber dennoch liebevoller „Adoptivvater“, der irgendwie mit der Welt klar zu kommen versucht, in der er lebt.
Ehrlich gesagt: Ich fand gerade die Szene unglaublich schön, in der sich Ido weigert, Alita den Berserker-Körper zu geben. Hier kam irgendwie der Charme eines Teenie-Eltern-Beziehung rüber, als Alita ihren Wutanfall an einem Metalltisch auslässt.)

Wenn man also all diese Faktoren zusammenträgt bleibt am Ende zwar ein stellenweise etwas wirrer Film übrig, der nicht verheimlichen kann, was er da auf 122 Minuten Spielfilmlänge vom Vorbild zusammenpresst, aber insgesamt löst er diese Schwächen trotzdem gut genug, um immerhin als Popcornkino selbst mit dem notwendigen Hintergrundwissen immer noch zu funktionieren. Man muss also kein Fan des Vorbildes sein, um zu verstehen, was hier eigentlich abgeht.

Man könnte zwar einiges immer noch in der gesamten dramaturgischen Spannung besser lösen und hier und da ein paar Szenen anders aufbauen, um das Zusammenspiel nicht nur so aufzubauen, dass es wie Teenager auf Hyperhormonen wirkt. Trotzdem funktioniert der Film aber nicht nur als reines Effekt-Feuerwerk aus dem Computer. Von daher ist die Umsetzung keine Enttäuschung für sich.