Samstag, 4. Juni 2016

[RPG Blog O Quest] #009 Juni`16 – Science Fiction

Es ist scheinbar mal wieder soweit: Der Würfelheld und Greifeklaue stellen ihre gefürchteten Fragen. (Und aufgrund des gewählten Genres will ich mich da auch nicht unbedingt vor drücken. Ergo verschwende ich mal wieder ein paar Minuten, um in die Tasten zu hauen und hier meinen Senf beizusteuern. (Stellt euch jetzt einfach vor, wie ich mit der Stimme von Bernd dem depressivem Kastenbrot einfach sagen würde: „Hier jetzt die dämlichen Antworten." ;) )

1. Wie bist du zur Science Fiction gekommen?

Das kann ich vermutlich nicht ganz Monokausal beantworten. Der große Hauptauslöser ist natürlich die klassischen Star Wars-Trilogie, die ich irgendwann Ende der 80er/Anfang der 90er im Urlaub auf dem Campingplatz von Schillig ganz dekadenterweise geguckt habe. Aber: In meinem Kopf schwirren dann auch noch solche sachen wie die „Mask“-Trickfilmserie rum. Und He-Man, Odysseus 31 sowie ein Film, in dem es um einen Planeten mit extremem narzistischem Geltungsbedürfnis ging, der alle anderen Planeten im Universum ausrotten wollte und deshalb von Menschen in die Luft gesprengt wurde. (Ich habe keine Ahnung, wie das Ding hieß.) Und die „Jan Tenner“-Hörspiele muss man vermutlich auch noch mit einrechnen. Und unzählige Superheldencomics nicht zu vergessen.
Allerdings war das die Phase bei mir, die nur bis ca. 2002/2003 rum reicht. Danach hatte ich ein tief, das bis in etwa 2005 oder 2006 andauerte, in dem ich jeglichen Geschichten mit Raumschiffen oder sonstiger SciFi-Thematik (auch im Manga-Sektor) nicht mehr sehen konnte.
Von daher muss man sagen, dass mich letzten Endes dann der Umweg über Cyberpunk in Form der Neuromancer-Trilogie und Stanislaw Lems „Rückkehr von den Sternen“ nochmal aus den tiefen Angstschichten des Horror-Genres erneut zu den Sternen greifen lies. (Okay... vermutlich hat mich damals der Alien-Film irgendwie in den Horror getrieben. Ich frage mich gerade nur, ob es damals auch noch irgendeinen Film-Auslöser gab, um der SciFi nochmal eine Chance zu geben.)

2. Was macht für dich den Reiz dieses Genre aus?

Das wird jetzt vermutlich einige der Naturwissenschaftler entsetzen, aber: Science Fiction ist in meinen Augen immer ein soziologisches Gedankenexperiment. (Zumindest solange sie gut gemacht ist.) Da es immer um den Wandel von Technologien (und auch damit einhergehend Fortschrittsgläubigkeit) geht, ist der Fokus also auf den Menschen gerichtet und wie sehr ihn die durch solche Entwicklungen veränderte Welt beeinflusst. (Was übrigens auch der Grund ist, warum ich die Geburtsstunde der Science Fiction in Thomas Morus' „Utopia“ und nicht bei Jules Verne sehe, wie es einige andere Leute meistens zu tun scheinen.

3. Welche SF Rollenspiele hast du schon gespielt und was war das besondere an ihnen?

Lächerlicherweise „nur“ anderthalb. Das eine war das erste Rollenspiel, dass ich überhaupt gespielt habe (ein Homebrew eines Freundes) und das andere war Shadowrun. (Was man aufgrund des ganzen Magie und Elfen-Inhaltes auch nicht so wirklich zur Science Fiction zuordnen kann.)
Okay... in der Hinsicht bin ich dann eventuell auch ein wenig inkonsequent, weil mich Magie zwar Stört, Psyonic (und dazu zähle ich letzten Endes die Macht von Star Wars irgendwie auch) aber nicht.

4. Welcher SF Hintergrund, ob Rollenspiel, PC-/Konsolengame oder Roman ist dein absoluter Favorit und warum?

Das kann ich gerade nicht so genau beantworten. Ich mag immer noch das Star Wars-Universum, wegen seiner großen Abenteuer-Möglichkeiten. (Auch wenn Disney da einen großen Teil meiner Jugend-Lektüre während der 90er mittlerweile gemeinerweise für ungültig erklärt hat.)
Ich mag die sehr anarchischen Züge hinter Iain Banks Kultur-Zyklus. (Auf den mich letzten Endes Infernal Teddy aufmerksam gemacht hat.) Und ich bin von der Idee, die sich hinter den Reapern in der Mass Effect-Trilogie von BioWare verbirgt durchaus angetan. Auerdem bin ich von den Bildwelten der Megastruktur des Mangas Blame! bis heute nachhaltig beeindruckt. (Genauso wie vom Werk des schweizer Künstlers H.R. Giger.)
Aber: Das Problem mit „dem Hintergrund“ ist, dass viele gute Science Fiction-Hintergründe durch den sehr starken Fokus auf eine bestimmte Idee letzten Endes brillieren. (Beispielweise mag ich das Bild der Entfremdung, welches Haldeman in „Der ewige Krieg“ mit Hilfe des Effekts der Zeitdilatation zeichnet. Das Problem dabei ist nur, dass dieser Hintergrund halt eben aus diesem sehr spezifischen gedankenspiel heraus funktioniert und deshalb nicht für „größere“ Dinge taugt.
Von daher ist das sehr schwierig da irgendwie den Finger drauf zu legen, um zu sagen: Das ist es jetzt. (Und das macht für mich dann auch die Kürung eines „Siegers“ sehr schwierig.)

5. Welche SF Hintergrund sollte unbedingt in einem Rollenspiel umgesetzt werden und warum?

Ich würde jetzt zwar zuerst einmal sagen: Ich habe Fate. Und ich habe das Storytelling System (inklusive diverser Spiegel um mich herum... habe ich schon mal erwähnt, dass ich ein passionierter Malk-Spieler bin?) und ich habe das BRP. (Von daher könnte ich da auf die eine oder andere Weise eventuell was anstellen.)

Aber: Wenn wir mal so wirklich rumträumen wollen. Hmm... dann währen da eventuell zwei Manga-Reihen, die ich gerne irgendwie als offizielle Rollenspieltitel umgesetzt gesehen hätte:
Das eine ist das Sonnensystem, dass Yukito Kishiro in der "Battle Angel Alita"-Reihe gezeichnet hat. Das zweite wäre der Post-Apocalyptische-Ansatz, den Hiroki Endō in seiner Reihe Eden – It’s an Endless World! verfolgte. (Zwei Manga-Reihen bei denen es wirklich Schade ist, dass man sie mittlerweile nicht mehr regulär bekommt.)

Kommentare:

  1. Danke für Deine Teilnahme.
    Puuuuhhhh die beiden Hintergrund-Welten (5( sagen mir mal so gar nichts. Muss ich mal ein wenig auf Recherche gehen.

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  2. "Science Fiction ist in meinen Augen immer ein soziologisches Gedankenexperiment. "

    Das kann ich so unterschreiben. Entsprechend ist "hard science fiction" für mich auch etwas, das definitorisch kaum sinnvoll zu erfassen ist. Fällt nämlich das wesentliche Merkmal von Science Fiction raus, dann ist es nur eine technische Machbarkeits-Träumerei. Kommt das Element "die Technik ist nach heutigen naturwissenschaftlichen Kenntnissen denkbar" zu kurz, dann passt es auch wieder nicht. Vielleicht ist es am sinnvollsten denkbare Technik als Rahmen zu sehen.

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