Montag, 19. Februar 2018

Rezension: Matra Milan: Talisman Himari 01

Cover: Matra Milan
Talisman Himari 01
Verlag: Planet Manga
Ich denke ich habe gerade eine weitere Serie aus dem ganzen Roamntik-Teenage-Manga-Bereich herausgepickt bekommen, die mich bis zu einem gewissen Grad reizt. Talisman Himari ist eine weitere dieser Zahlreichen romantik School-Kids-Geschichten, die wohl im weitestem Sinne dem Harem-Genre zugerechent werden müssen.

Yuuto Amakawa ist gerade 16 Jahre alt geworden. Seit dem Tod seiner Eltern lebt er allein, wird dabei allerdings die meiste Zeit von seiner Nachbarin und Kindheitsfreundin Rinko Kuzaki auf trab gehalten, welche ihn jeden Morgen weckt und anscheinend als so etwas wie ihr Eigentum betrachtet. Das besondere ist, dass er ausgerechent ind er Nacht zu seinem Geburtstag mit einem mal einen seltsamen Traum erfährt, der mit einem Blick auf den Talisman Endet, den er seid mehreren Jahren bei sich trägt und der ein Geschenkt von seinen Großeltern war.
Dieser Traum war allerdings nicht das einzige Problem an der gesammten Geschichte: Mit einem mal tritt ein neues Mädchen in sein Leben ein, dass ihm zuerst auf dem Schulweg begegnet und anspricht, allerdings schnell wieder dabei verschwindet. (Das ungewöhnliche dabei ist: Sie trägt ein Schwert bei sich.) Bei der zweiten Begegnung rettet sie Yuuto das Leben, als dieser von einem besessenem Mitschüler angegriffen wird. Die dritte Begegnung ist dann allerdings fast schon wieder als geradezu absurd zu bezeichnen: Das fremde Mädchen liegt direkt auf Yuuto, als dieser mitten in der Nacht aufwacht. Gekleidet in einem traditionellem Kimono und zeigt dabei ein sehr aufreizendes Verhalten, dass eher in eine andere Richtung geht als das, was sie ihm daraufhin eröffnen muss: Yuuto ist anscheinend der letzte Nachfahre eine bestimmten Familie von Monsterjägern, welche es auf sogenannte Ayakashis in der Vergangenheit abgesehen hatten. Bislang war Yuuto dabei von der magischen Kraft des Talismans seiner Großeltern geschützt gewesen, doch jetzt hat dieser seine Wirkung verloren. Und da dies zur Folge hat, dass das Leben von Yuuto nicht „Mindestens haltbar bis“, sondern wirklich „Tödlich ab“ diesem Zeitpunkt ist, tritt Himari – so der Name des Mädchens – auf dem Plan. Sie ist die Nachfarin einer langen Reihe von Katzen-Ayakshis, von denen ein Ahne in grauer Vorzeit Yuutos Familie absolute Treue schwor. Und auch Himari sieht sich an diesen Schwur gebunden. (Was allerdings für einigen Wirbel auf Lange sicht sorgt. Nicht nur weil Yuuto eine unglaublich stark ausgeprägte Allergie gegen Katzenhaar hat.)
Was folgt ist dann die übliche Geschichte in der sämtliche Beteiligten lernen müssen miteinander zu leben. Himari und Rinko beginnen dabei zuerst einen unglaublichen Streit durchzustehen, während Yuuto sich die ganze Zeit fragt, was er eigentlich falsch gemacht haben könnte.
Wobei einer der ganz zentralen Aspekte an der ganzen Geschichte eher der Umstand ist, dass Yuuto eigentlich gar kein Bedürfnis danach hat, irgendjemandem ein Haar zu krümmen. Jedoch wird er dabei von anderer Seite skeptisch beobachtet, denn die Ayakashis selbst sehen in ihm eine Bedrohung, die es auszumerzen gilt.

Grundsätzlich haben wir hier erstmal einen Grundsoliden Plot mit der üblichen Settings-Findung, die so gesehen gar nicht so viel Aufwand bedarf, wie es in anderen Serien manchmal der Fall ist, dass sich Talisman Himari viel mehr an der normalen Situation zu orientieren scheint, welche die derzeitige Gesellschaft aufmacht, als es bei anderen Serien der Fall wäre. Wir haben hier erstmal nur einen normalen Schulalltag, in dem eine kleine, verschworene Gemeinschaft von „Verschwörern“ reinplatzt, die aber in ihrer Alienhaftigkeit weder die direkte Nähe zu der Gesellschaft such, noch unbedingt viel direkten Kontakt in diese Richtung überhaupt aufweist. (Technisch muss man wohl davon ausgehen, dass nach einem mehr oder weniger Jahrhunderte andauerndem Genozid unter den Ayakashis einfach zu wenige noch übrig geblieben sind, als das sich diese viele Auffälligkeiten leisten könnten.) Stattdessen haben wir hier eifnach nur einen scheinbar normalen Jungen und das übernatürliche Element, dass als Running Gag mit Himari und ihrer Katzenform eingeführt wurde. Dadurch, dass mit Rinko bereits sowas ähnliches wie eine romantik Interest in der Geschichte mitspielt wird darüber Hinaus der übliche Comedy-Faktor mit eingebracht, den das Harem-Genre aus meiner Perspektive ausmacht. Es gibt eine Art konkurrierenden Wettstreit zwischen den beiden Mädchen um Yuuto, der aus unterschiedlichen Gründen gefochten wird – wie man meinen möchte. Allerdings nimmt Himari ihre Funktion als Beschützerin nur halb so ernst, wie sie vermutlich eigentlich sollte. (Sie gräbt ihren „jungen Herrn“ schlicht und ergreifend zu jeder nur unpassenden Gelegenheit an.) Insofern haben wir hier auch noch dieses gewisse Spiel mit einer langsam erwachenden Sexualität. (Aufgrund der Szene in der Nacht zwar immer noch sehr plakativ aufbereitet, aber deutlich weniger Aggressiv und mit dem Holzhammer, als es Beispielsweise bei Rosario+Vampire der Fall ist.)
r den Anfang einer Serie ist das alles also noch sehr harmlos gehalten, auch wenn ein paar etwas abstrusere Momente mit hineinkommen, die eventuell für ein wenig mehr typischen, japanischen Wahnsinn sprechen.

Fazit

Eine nette, kleine Geschichte, die erstmal den Anfang von jeder Menge Trubel andeutet. Wir haben hier einen eher pazifistischen Protagonisten und einen ganzen Haufen zänkischer Weiber, die sich liebend gerne gegenseitig an die Gurgel gehen würden, aber eigentlich bis heirhin noch zu zivilisiert sind, als das sie es wirklich durchziehen könnten. In sofern erfüllt das Ganze auf jeden Fall die entsprechenden Erwartungen, die man vielleicht an eine solche Geschichte stellen mag. Es ist leider noch nicht so überdreht, wie ich es eigentlich erwartet hätte, aber entweder heißt das jetzt, dass ich noch überrascht werde, weil das, was ich als „typisch japanisch“ gehalten hätte, doch sehr speziell für eine bestimmte Subgenre-Konvention innerhalb eines bestimmten Subgenres darstellt.

Aber ansonsten ist das schlicht und ergreifend wieder einmal eine weitere Geschichte, die von Anfang an die Bedingungen schafft, unter denen später die Harem-Idee mit allen ihren stilistischen Tropes ins Feld gebracht werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen