
Ich begenete
einer jener finsteren Gestalten in einer dunklen Nacht, während
eines Sturmes. Ein Blitz hatte einen Baum umgerissen der mein Pferd
beim Umfallen erschlug und ich kämpfte mich alleine durch die kalte
Nässe des Erbarmungslos herabfallenden Regens. Der Grund für diese
Narretei war der Umstand, dass ich so gerade eben noch in einiger
Entfernung ein Hellerleutetes Fenster irgendwo mitten im Wald
erblicken konnte. Der Lichtschein führte mcih zu einem alten Turm,
der schon bessere Zeiten gesehen hatte. Ich verschaffte mir Einlass
und suchte den Hausherren, so wie es die Gastfreudschaft verlangte.
Doch mit schrecken musste ich feststellen, dass der Hausherr eine
jener grauenhaften Gestallten war, welche in alten Legenden ganze
Königreiche herniederbrannten. Eine in einer dunklen Kutte
gekleidete Person, welche ihre Kaputze tief in das scheinbare Gesicht
gezogen hatte schwebte über dem Boden und ehe ich aus Angst das
Weite suchen konnte bemerkte sie mich. »Ein Eindringling? Hier in
meinem Allerheiligsten?«, donnerte eine Stimme entlang der Wände.
Ich wusste nicht, ob ich noch fliehen konnte. Die Mächte der
Ordensbrüder waren in den Legenden als Grauenhaft beschrieben
worden. Ebenso wie die scheinbare Ziellosigkeit ihrer Handlungen. Ich
ergriff also mein Schwert, welches ich in verteildigender Haltung
zwischen mir und der Gestallt in Roben hielt. Alles, was ich darauf
erntete war ein überaus spöttischer Ton. »Erwatest du etwas
wirklich, mir damit etwas antun zu können?«, fragte die Gestallt
und hob ihre Kaputze an, wodurch ich erschrak. Kein Kopf war in dem
Tuch zu erblicken. Es erschien fast so, als hätte die Figur nur eine
Hülle aus Stoff aufgblasen, um einen Raum anzuzeigen, den man
ansprechen könnte. »Wir sind nicht umsonst so lange in diesem
Landstrich unterwegs, dass ihr genug über uns gehört habt, um euren
Kindern das Grauen mit einem Namen zu beschreiben.«, was folgte war
boßhaftes Gelächter und ich versuchte durch einen Frontalangriff
mein Heil in der Flucht zu suchen, denn um die Hände der Robe
begannen mit einem mal funken aufzublitzen. Durch ein Missgeschick
riss ich dabei eine Feuerschale mit glühenden Kohlen um, die den
Raum mit Licht beschienen und traf dabei die Figur deren Stoff
umgehend Feuer fing. Ein grauenhaftes geräusch war zu vernehmen und
ich sah noch, wie die Gestallt lichterloh in Flammen stand, ehe mich
jeglicher Mut verließ und ich diesen Ort Fluchtartig verließ, mein
Glück lieber in der umstürmten Nacht, als mit den Rachegefühlen
des Wesens suchend.
Erst als der
Regen nachließ und der Morgen graute und meine Kleider follkommen
durchnäßt waren (und ich feststellte, dass ich mein Reisegepäck
höchstwarscheinlich in dem Turm verloren hatte) faste ich noch
einmal Mut und suchte den Ort des Grauens der vergangenen Nacht
erneut auf. Ich fand mein Gepäck in dem Raum des Aufeinadertreffens
mit jenem rätselhaftem Ordenbruder. Und einen goldenen Ring, in den
ein finsterer Stein eingelassen war, inmitten der Asche, wo die
brennende Robe den Boden berührt haben muss.
Aus den
Reisetagebüchern des Bardens Falkwang.
Herzlich willkommen zum Januar Karneval 2017.
Da die Nerd-Gedanken diesen Monat das Thema „Verwunschen,
verzaubert, verflucht“ ausgerufen
haben, hatte ich ursprünglich darüber nachgedacht, dass ich mich an
meinem großen Schwachpunkt, den Settingentwürfen, mal wieder
austobe… jedoch viel mir dann eine Gestallt in einer Robe ein, die
zusammen mit ihren Kumpels ganz am Anfang meiner Rollenspielzeit, als
ich mich noch sehr viel schreibenderweise in freien Forenspielen
austobte, einer Gruppe von Wesen die Hölle heiß gemacht haben. (Ich
könnte jetzt wirklich intensiv versuchen herauszufinden, ob die
Threads von damals noch existieren, da das Forum von damals noch
online
ist,
aber das scheint mir
aus verschiedenen Gründen nicht sonderlich sinnig.) Es
muss irgendwo um 2002/2003 herum gewesen sein. Ich war damals nicht
sonderlich begeistert von Peter Jacksons „Herrn der Ringe“
gewesen (ebensowenig von der Buchvorlage), wohl aber von den
Radierungen der Serie „Desastres
de la guerra“ des spanischen Malers Francisco
de Goya, von denen eine Grafik vermutlich zum Teil für das
Desighn der Nazgûl mit
verantwortlich ist. Außerdem war ich damals ein großer Fan von
Sience Fiction – wobei mich das Thema bosartige, künstliche
Intelligenzen irgendiwe angesprochen hatte – und von bescheuerten
Plottwists, wie Gegnern, deren exakte Schwäche man kennen musste, um
sie zu besiegen.
Von
daher war wohl meine Basisüberlegung damals gewesen „Was wäre,
wenn der eine Ring damals einfach keinen Bock mehr auf die ganze,
langweilige
Scheiße gehabt hätte, und anstelle irgendeinen Träger zu verführen
einfach sein eigenes Ding durchgezogen
hätte?“ (Damals hatte ich weder von Michael
Moorcock
noch von „Sturmbringer“
jemals etwas gehört… das singende Schwert aus Knighty
Knight Bugs und
der verzauberte Hofstaat aus Disneys „Die
Schöne und das Biest“ waren
wohl eher Inspirationsquellen
für mich gewesen.)
In
sofern entsprangen damals (wenn ich mich Richtig erinnere) 12
Gegenstände, die ich zum Zweck dieses Artikels heute einfach als
„Die Artefakte von Karteus“ bezeichnen
möchte. Jedes dieser Artefakte war ein Schmuckstück. Jedes hatte
eine eigene Persönlichkeit. Und jedes dieser Artefakte hatte einen
einzigen Spruch drauf, auf den es aber immer bei belieben
zurückgreifen konnte. (Im
Grunde waren meine Überlegungen damals so: Wer auch immer die Person
war, welche die Artefakte angefertigt hatte, wollte Prestige-Objekte
schaffen. Entweder um selbst damit zu prahlen, wie ungemein Tödlich
allein ihr Schmuck wäre, oder um einen Auftraggeber damit zu
beglücken, welcher Angeben wollte. Zeitgleich hatten diese Artefakte
aber unglaublich zynische Persönlichkeiten aufgrund ihrer Macht mit
eingepflanzt bekommen. Im Grunde genommen haben wir hier intelligente
Waffen, die zum Angeben da sind.) Ich
selbst kann mich jetzt noch an ein Diadem, einen Ring, ein Kollier
und ein Amulett erinnern, die auf jeden Fall zu dieser „Gruppe“
gehört haben. Ein
Gegenstand schmiß mit Feuerbällen um sich, ein anderer Beherrschte
einen vereisungszauber und noch einer konnte mit Blitzen werfen. (Und
so weiter… für weitere Inspirationsquellen sehen
sie sich der Spruchliste ihres Vertrauens
an.)
Und
jetzt kommt der Punkt mit den dämlichen Plottwists: Diese
Artefakte hatten irgendwann für sich den Entschluss getroffen, dass
sie selbst nicht länger Objekte der Begierde sein wollten, die jeder
benutzt. (Ausnutzt!)
Und
dort kommen jetzt die Roben ins Spiel (wie gesagt: In gewisser Weise
hat mich damals Goya inspiriert… aber das war damals auch die Zeit
der Alien-Hybrid-“Teen Titans“, deren Comic Hefte noch bei Dino
Comics erschienen sind. Damals
war auch noch das Mitglied „Omen“
dabei, deren äußeres Erscheinungsbild auch Teil meiner Vorstellung
dieser „Möchskutten“ mit beeinflußt hatte.)
Diese
erfüllten jetzt mehrer Zwecke: Sie verbargen den Protz der Artefakte
mit ihrem Stoff im Inneren. Sie konnten schweben und gaben den
Artefakten damit eine Form, die sie Kontrollieren konnte, so das es
den Anschein hatte, dass man es bei dem „Artefakt-Orden“ mit
gruseligen Personen zu tun hatte. Und sie hatten irgendwie die
Möglichkeit, den intelligenten Artefakten eine Stimme zu verleihen.
(So genau hatte ich das damals nicht durchdacht. Die Roben waren der
Grund, warum die Artefakte aktif werden konnten.) Und die stimmen
waren damals ein zynisches, gehässiges Flüstern bis zu einem
angsteinflößenden Poltern. (Insgeheim ging es dabei darum, dass
diese Figuren zwar seltsam, fast schon Geisterhaft in ihrer
Erscheinung waren, aber auf jeden Fall Symbole der Angst
repräsentieren mussten.) Und
zeitgleich waren die Roben der Schwachpunkt: wenn man das Artefakt
irgendwie von der Robe trennte, viel es einfach auf den Boden und war
wieder ein Hilfloser, magischer Gegenstand, der seinen Träger dafür
am laufenden Meter beschimpfen konnte.
Tja,
die Artefakte wurden in der entsprechenden Entschlacht besiegt, aber
das heißt nicht, dass man nicht nochmal auf diese Idee zurückgreifen
kann. (Auch wenn ich das Ganze nochmal sehr stark überarbeiten
müsste, vorher.)
Nur
zeigt das auch im Zusammenhang mit Verzauberungen: Man kann mit ein
paar wenigen Überlegungen bereits auf der SLC-Ebene ein paar sehr
setlsame, aber durchaus ikonische Konzepte verbrechen.