Montag, 30. Januar 2017

Rezension: Katsuhiro Otomo: Visionen im Untergrund (Akira 13)

Cover: Vision im Untergrund
Akira 13
Verlag: Carlsen Comics
Es gibt zwei gewaltige Erdbeben. (Die aber verhältnismäßig wenig Zerstörung mit sich bringen.) Und das hat zur Folge, dass ein Haufen Wissenschaftler (die im letzten Band zusammen mit ihrem Flugzeugträger eingeführt wurden) unglaublich fasziniert sind. Kaneda und Kai werden von Miyako beauftragt, Kei zu finden und möglichst gesund und munter wieder nach Hause zu bringen. Dafür klauen sie sich ein paar Motorräder vom ehemaligen Anführer der Jokers und bemühen die U-Bahn-Station, wo sie einiges ehemaliges Militär-Zeug finden, aber auch die entsprechende Visionen, die für diesen Band Titelgebend sind.
Ach ja: Kei und der Colonel treffen auf bewaffneten Wiederstand von Anhängern des „Reiches“ und Akira und Tetsuo spielen einfach mal so ein wenig verstecken... oder Verschwinden.

Ja, die Geschichte bleibt seltsam. Allerdings muss man sich wohl wirklich langsam aber sicher der Tatsache stellen, dass die einzelnen Bände eigentlich die jeweilige Gruppendynamiken repräsentieren, wenn ein paar Personen, die einfahc nur jeweils auf sehr unterschiedliche Ziele aus sind und keinerlei Gnade oder gar zivilisiertes Verhalten mehr kennen zum äußersten gehen. (Und dazwischen auch noch zwei Personen mit Götterkomplex und gottähnlicher Fähigkeiten herumtanzen.)

Von daher gehe ich im Moment einfach nur aus, dass das, was mir in den letzten Bänden so seltsam vorkam, eventuell tatsächlich doch Sinn macht, weil jede einzelne Person zwar eine selbstauferlegte Queste in gewisser Weise hat, diese Queste aber aus dem Moment geboren wird, wo vermeidlich niederstehende Individuen von den Ereignissen einfach nur erfasst und daraus dann geritten werden. (Und das bedeutet dann auch, dass die jeweils selbstauferlegten Ziele natürlich jeweils unterbrochen werden können.) Und das Problem für mich als Rezipienten dieses gesammten Stoffes ist dann einfach, dass ich von der Geschichte letzten Endes genauso vor mich hergetrieben werde, ohne das wirklich alles für mich in irgendeiner Weise einsehbar ist. (Das ist zwar eine sehr deutliche Meta-Interpretation des ganzen, macht aber nach ein paar Minuten deutlich mehr Sinn als sich die ganze Zeit vorzukommen, als hätte man hier den Versuch vor sich eine schlechte David-Lynch-Umsetzung in Comic-Form zu verfolgen.) Insofern muss man das Ganze einfach nur abwarten.

Fazit

Die Serie wird mit jedem Band anstrengender zu lesen, weil man gerade eben keine Möglichkeit hat, irgendwas zu finden, an dem man sich orientieren könnte. (Bis auf die Tatsache, dass man sich nirgendwo orientieren kann.) Es wirkt daher so, als würde sehr viel, sehr Chaotisches hier aufgebaut werden, dass eventuell auf lange Sicht ein Gesammtbild ergeben könnte. Sollte das tatsächlich der Fall sein, dann hoffe ich, dass hier wirklich alles wie in eine Art Puzzle langsam und Teilhaft zum Gesamtbild wirklich passend zusammengesetzt wird. Fakt ist jetzt nur, dass so langsam aber sicher diverse Varianten von Elementen neuinterpretiert erneut auftreten um man sich wirklich fragt, was das jetzt schon wieder soll. (Außer das Scheinbar sehr viel über irgendein Bild von Jugend aufgebaut wird.)

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